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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. August 2020

New Yorker MoMA ist wieder geöffnet

Nach fast sechsmonatiger Schließung in der Corona-Krise hat das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) seine Türen wieder für Besucher geöffnet. Allerdings wurde die Einlasskapazität um rund drei Viertel verringert. Es gelten Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln. Erst seit Montag dürfen die Museen in New York, die fast alle seit März geschlossen hatten, offiziell unter strengen Auflagen wieder öffnen. Sie tun dies jedoch nur nach und nach. Auf das MoMA will am Wochenende das Metropolitan Museum folgen. Das Whitney Museum für amerikanische Kunst will am 3. September nachziehen, das Guggenheim-Museum sogar erst am 3. Oktober.

Hurrikan Laura zerstört umstrittenes Denkmal

Hurrikan Laura hat einen erbitterten Streit um ein Bürgerkriegsdenkmal im US-Staat Louisiana entschieden. Der Wirbelsturm stürzte in Lake Charles eine Statue zur Erinnerung an gefallene Soldaten der Südstaaten, die von 1861 bis 1865 die Sklaverei in den USA verteidigt hatten. Das Standbild ging zu Bruch. Kritiker sahen in dem 1915 vor dem Gerichtsgebäude errichteten Denkmal ein Symbol des Rassismus und eine Verherrlichung der Sklaverei. In einer öffentlichen Befragung sprach sich aber die Mehrheit der Bürger dafür aus, das Monument an Ort und Stelle zu belassen. Die Behörden folgten dem Votum vor zwei Wochen. Jetzt ließ Laura aber nur noch einen leeren Sockel zurück.

Gemälde von Frans Hals zum dritten Mal gestohlen

Ein Gemälde des niederländischen Malers Frans Hals aus dem 17. Jahrhundert ist zum dritten Mal Beute von Dieben geworden. Das Werk "Zwei lachende Jungen" sei am frühen Mittwochmorgen aus dem Provinzmuseum Hofje van Mevrouw van Aerden in Leerdam gestohlen worden, teilte die niederländische Polizei am Donnerstag mit. Die Alarmanlage des Museums sei gegen 3.30 Uhr angesprungen. Beamte hätten dann festgestellt, dass eine rückwärtige Tür gewaltsam geöffnet worden sei. Laut Polizei wurde dasselbe Gemälde bereits 1988 zusammen mit einem Werk von Jacob van Ruisdael gestohlen. Beide wurden drei Jahre danach sichergestellt. 2011 wurden beide Gemälde wieder gestohlen und sechs Monate später erneut sichergestellt.

Banksy finanziert Rettungsschiff für Flüchtende

Der britische Streetart-Künstler Banksy finanziert ein Schiff im Mittelmeer, das Flüchtlinge rettet, die versuchen, aus Nordafrika nach Europa zu gelangen. Das berichtet der britische "Guardian". Benannt ist die "Louise Michel" nach einer anarcho-feministischen französischen Autorin aus dem 19. Jahrhundert. Das Schiff lief am 18. August in der spanischen Hafenstadt Burriana bei Valencia aus. Im zentralen Mittelmeer wurden jetzt 89 Menschen gerettet, darunter 14 Frauen und vier Kinder. Die "Louise Michel" segelt unter deutscher Flagge und ist mit einem Banksy-Kunstwerk bemalt, das ein Mädchen in einer Schwimmweste mit einer herzförmigen Sicherheitsboje zeigt.

Juliette Binoche bekommt Golden Icon Award

Die französische Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Juliette Binoche erhält beim Filmfestival in Zürich die höchste Auszeichnung, den Golden Icon Award. Binoche stehe für engagiertes Autorenkino sowie gehobene Hollywood-Unterhaltung, teilten die Veranstalter mit. Die Preisverleihung ist am 30. September. Binoche will dafür nach Zürich kommen und auch ihren neuen Film "La bonne épouse" (übersetzt: die gute Ehefrau) von Martin Provost vorstellen. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger des Golden Icon Awards waren unter anderem Cate Blanchett, Glenn Close, Arnold Schwarzenegger, Michael Douglas, Richard Gere und Sean Penn.

Bund unterstützt Filmförderungsanstalt mit 30 Millionen

Für einen Neustart der Kinobranche in der Corona-Krise unterstützt der Bund die Filmförderungsanstalt (FFA) mit 30 Millionen Euro. Jetzt müssten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass es auch in Zukunft ein breites und vielfältiges Angebot an hochwertigen Filmen gebe, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Auch die Einnahmen der FFA seien stark zurückgegangen. Da die Institution bei der Filmförderung eine Schlüsselrolle einnehme, werde sie nun direkt unterstützt. 10 Millionen Euro sind für die Verleihförderung vorgesehen, 1 Million für den Filmvertrieb. 19 Millionen sollen direkt in den Haushalt der FFA fließen.

Großveranstaltungen bis Jahresende verboten

Bund und Länder sind sich einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Über die Zulassung von Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen wollte Merkel erst später entscheiden. Das müsse heute nicht geschehen, sagte sie nach dpa-Informationen in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten.

Neue Werkausgabe von Günter Grass erscheint

Fünfeinhalb Jahre nach dem Tod von Günter Grass veröffentlicht der Göttinger Steidl Verlag eine neue Werkausgabe des Literatur-Nobelpreisträgers. Die "Neue Göttinger Ausgabe" erscheint am 5. Oktober, wie Verlagssprecherin Claudia Glenewinkel sagte. Die Edition umfasst 24 Bände mit insgesamt fast 11.000 Seiten und enthält sämtliche von Grass autorisierten Werke von den Anfängen bis zum posthum erschienen Buch "Vonne Endlichkeit". Gegenüber der Werkausgabe von 2007 seien alle seitdem erschienenen Bücher des Schriftstellers hinzugekommen, teilte der Verlag weiter mit. Neben Romanen und Gedichten wurden auch Essays, Reden, Gespräche, Interviews und Kurzprosa in die "Neue Göttinger Ausgabe" aufgenommen. Herausgeber sind die Literaturwissenschaftler und Grass-Kenner Dieter Stolz und Werner Frizen.

Musiker-Nothilfe sammelt 2,6 Millionen Euro

Die Spendenaktion #MusikerNothilfe der Deutschen Orchester-Stiftung hat seit Mitte März 2,67 Millionen Euro gesammelt. Rund 80 Prozent der Spendengelder seien inzwischen bundesweit an 3.000 von coronabedingten Honorarausfällen betroffene freischaffende Musiker ausgezahlt worden, teilte die Initiative in Berlin mit. Die Aktion soll in veränderter Form fortgesetzt werden. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), neben dem Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, Schirmherrin der Aktion, sprach von einem überwältigenden Erfolg.

Konrad-Wolf-Preis für Alexander Lang

Der diesjährige Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste geht an den Regisseur und Schauspieler Alexander Lang. Seine Arbeit habe den Aufbruchs im DDR-Theater wesentlich beeinflusst, so die Jury. Am Deutschen Theater begründete er als Regisseur ab 1976 ein neues, nach authentischer Haltung suchendes Klassikerspiel. Nach der Wende inszenierte er als unter anderen an den Münchner Kammerspielen, der Staatspoer Stuttgart und der Comédie Française. In Konrad Wolfs letzem Film "Solo Sunny" spielte er 1980 den Philosophen Ralph. Der Konrad-Wolf-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 29. Oktober 2020 in Berlin verliehen.

Rumänische Künstler fordern Haltung gegen Belarus

In Rumänien haben mehr als zweihundert Intellektuelle in einem offenen Brief die Regierung aufgefordert, eine schärferen Haltung gegen Belarus einzunehmen.
Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Sollte Staatschef Lukaschenko weiterhin Gewalt gegen Bürger einsetzen, müsste Rumänien seine diplomatischen Beziehungen zu dem „Regime“ umfänglich abbrechen. Darüber hinaus sollte die Regierung bereit sein, die Grenzen für belarussische Bürger zu öffnen, wenn die humanitäre Lage dies erfordere. Die Unterzeichner, darunter der Schriftsteller Mircea Cartarescu und der Regisseur Christian Mungiu, begründen ihr Anliegen unter anderem mit eigenen Erfahrungen in der Diktatur unter dem damaligen Staatschef Ceausescu. In Belarus war es nach der Präsidentschaftswahl in dem Land zu Massenprotesten gekommen. Staatschef Lukaschenko geht mit Gewalt gegen Demonstranten vor.

Franz-Werfel-Menschenrechtspreis für Joachim Gauck

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck erhält den mit 10.000 Euro dotierten Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2020. Die Jury würdige damit das umfangreiche und vielfältige Wirken Gaucks, der in unterschiedlichen Funktionen die Verletzung von Menschenrechten durch Völkermord, Vertreibung und Genozid angeprangert habe, erklärte in Bonn die Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen, die die Auszeichnung vergibt. Die Preisverleihung ist für den 8. November in der Frankfurter Paulskirche geplant. Der Franz-Werfel-Menschenrechtspreis wird alle zwei Jahre an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Menschenrechtsverletzungen schärfen. Zuletzt hatte den Preis 2018 der Historiker Michael Wolffsohn erhalten.

Nobelpreisträgerin Alexijewitsch verweigert Aussage

Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch verweigerte die Aussage vor einem Ermittlungsausschuss. Nach eigener Aussage habe sie von ihrem Recht Gebrauch gemacht habe, nicht gegen sich selbst auszusagen, so Alexijewitsch auf einer Pressekonferenz. "Ich fühle mich wegen nichts schuldig", sagte die Nobelpreisträgerin von 2015. Alexijewitsch unterstützte Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja im Wahlkampf und gilt als scharfe Kritikerin von Machthaber Lukaschenko. Sie ist Mitglied des von Tichanowskaja gegründeten Koordinierungsrates, gegen den die belarussische Justiz seit rund einer Woche strafrechtlich ermittelt.

John Lennons Mörder kommt weiterhin nicht frei

Der Mörder von Beatles-Legende John Lennon bleibt weiter im Gefängnis. Zum 11. Mal sei vergangene Woche ein Antrag von Mark David Chapman auf vorzeitige Haftentlassung abgelehnt worden, sagte ein Mitarbeiter der Gefängnisbehörde im Staat New York. Der 65-Jährige sitzt in der Haftanstalt Wende bei Buffalo eine lebenslange Haftstrafe ab. Chapman erschoss Lennon am 8. Dezember 1980, wenige Stunden nachdem ihm der frühere Beatle ein Album signiert hatte. Er sagte einst, mit jedem Jahr schäme er sich mehr und mehr für sein Verbrechen. Seine nächste Anhörung für eine mögliche vorzeitige Haftentlassung soll im August 2022 stattfinden.

Münchner Kammerspiele sind "Theater des Jahres"

Die Münchner Kammerspiele sind erneut zum Theater des Jahres gewählt worden.
Wie das Magazin "Theater heute" mitteilte, schnitt das Haus in einer Umfrage unter 44 Kritikerinnen und Kritikern am besten ab. Damit wurden die Kammerspiele zum zweiten Mal hintereinander ausgewählt - jeweils unter der Leitung von Matthias Lilienthal. Der 60-Jährige hatte seine Intendanz an den Kammerspielen kürzlich beendet und war zurück nach Berlin gegangen. Außerdem wählten die Kritiker Sandra Hüller ("Toni Erdmann") und Fabian Hinrichs ("Tatort") zu den Schauspielern des Jahres. Zur besten Regiearbeit wurde die Inszenierung "Tanz" von Florentina Holzinger gekürt. Theaterstück des Jahres sind "Die Verlorenen" von Ewald Palmetshofer.

Booker-Literatur-Preis geht an Niederländerin Rijneveld

Der britische International-Booker-Literatur-Preis geht an die Niederländerin Marieke Lucas Rijneveld für ihren Roman "The Discomfort of Evening". Sie ist mit 29 Jahren die jüngste Autorin, die diese Auszeichnung bisher bekommen hat. Sie teilt sich den Preis mit Michele Hutchison, die das Werk ins Englische übersetzte. In der Begründung der Jury heißt es: "Rijnevelds Sprache zeigt die Welt neu, enthüllt die Schocks und Gewalt der frühen Jugend durch das Prisma eines niederländischen Milchviehbetriebs. Das Werk zeigt die Fremdheit eines Kindes, das die Fremdheit der Welt betrachtet. In einer ersten Reaktion per Videobotschaft sagte Rijneveld, sie sei so stolz wie eine Kuh mit sieben Eutern. Der Literaturpreis ehrt die besten fremdsprachigen und ins Englische übersetzten Romane, die in Großbritannien veröffentlicht wurden. Er ist mit knapp 56.000 Euro dotiert. Das Preisgeld teilen sich immer Autor und Übersetzer.

Neef soll früher Chef der Pariser Oper werden

Der deutsche Musikmanager Alexander Neef soll die Leitung der Pariser Oper bereits kommende Woche übernehmen. Das teilte das Kulturministerium mit. Neef soll wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Oper den Posten von Stéphane Lissner bereits zum 1. September übernehmen. Lissner, sollte die Leitung eigentlich erst 2021 abgeben. Im Juni kündigte er wegen der wirtschaftlichen Krise des Opernhauses an, schon früher die Übergabe machen zu wollen. Lissner bezifferte die Schulden der beiden Häuser Garnier und Bastille auf 40 Millionen Euro. Die Pariser Oper war von den mehrwöchigen Streiks gegen die Rentenreform und von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Neef ist seit 2008 Intendant der Oper im kanadischen Toronto.

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