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Samstag, 31.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 23. August 2020

3200 Jahre alte Festung in Israel gefunden

Israelische Forscher haben die Überreste einer rund 3200 Jahre alten Festung gefunden. Die 18 mal 18 Meter große Anlage solle am Dienstag feierlich für Besucher geöffnet werden, teilte die Altertumsbehörde mit. Die Festung sei Mitte des 12. Jahrhunderts vor Christus von den Kanaanitern gebaut worden als Verteidigung gegen den damaligen Vormarsch der Philister. Der Fund erlaube einen Einblick in die geopolitische Realität, die im biblischen Buch der Richter beschrieben wird, in der Kanaaniter, Israeliten und Philister sich gegenseitig bekämpften.

Decolonize Berlin demonstriert gegen Humboldt Forum

Das Bündnis "Decolonize Berlin" hat in der Hauptstadt gegen das Humboldt-Forum protestiert. Anlass ist der Internationale Gedenktag an den Versklavungshandel und seine Abschaffung. Nach Angaben der Veranstalter nahmen etwa 300 Menschen an der Demonstration vor dem Schloss teil. Sie erinnerten unter anderem daran, dass minderjährige Versklavte afrikanischer Herkunft im Schloss dienen mussten und in der Schlosskapelle zwangsgetauft wurden. Außerdem wurde die geplante Ausstellung von geraubten Kulturschätzen im Schloss kritisiert. Zudem demonstrierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Umbenennung der Mohrenstraße in Anton Wilhelm Amos Straße.

Opernstar Domingo feiert Comeback

Nach einem halben Jahr Pause hat Opernstar Placido Domingo sein Bühnen-Comeback gefeiert. Der 79-Jährige sang am Abend die Hauptrolle in Verdis "Simon Boccanegra" vor dem Palast von Caserta in Süditalien. In seiner Pause hatte der Spanier eine Covid-19-Erkrankung auskuriert. Außerdem hatten ihm mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen. Domingo hatte daraufhin seinen Posten als Chef der Oper in Los Angeles aufgegeben und Konzerte abgesagt. Nach Untersuchungen der Oper von Los Angeles und des US-Verbandes der Musikkünstler waren die Anschuldigungen der Frauen glaubhaft.

Heinrich Schütz Musikfest findet im Oktober statt

Trotz der Corona-Pandemie gibt es auch dieses Jahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Musikfest zu Ehren des Barockkomponisten Heinrich Schütz. Vom 2. bis 11. Oktober soll Schütz unter dem Motto "dero weitberümbte Music" geehrt werden, teilte der Verein Mitteldeutsche Barockmusik in Halle mit. "Artist in Residence" sei die französische Dirigentin Françoise Lasserre. Sie wird laut Intendantin Christina Siegfried mit ihrem Ensemble Akadêmia bei fünf unterschiedlichen Konzertprojekten an den Musikfestorten Bad Köstritz, Gera, Weißenfels, Zeitz und Dresden zu erleben sein.

Bayerns Kunstförderpreis-Träger stehen fest

Die Gewinner von Bayerns Kunstförderpreis in der Sparte "Musik und Tanz" stehen fest. Die Dirigentin Johanna Soller von der Münchner Kammeroper und die Tänzerin Sofie Vervaecke des Stadttheaters Nürnberg bekommen die Auszeichnung. Das gab Kunstminister Sibler in München bekannt. Auch die Musiker Aris Alexander Blettenberg und das Münchner "Paranormal String Quartet" gehören zu den Preisträgern. Einzelkünstler erhalten 6.000 Euro, Ensembles 10.000 Euro.

Empörung über Schändung von Gedenkstätte

In Frankreich hat die Schändung einer Gedenkstätte für ein SS-Massaker Empörung ausgelöst. Unbekannte hatten am Eingang des Gedenkzentrums in Oradour-sur-Glane unter anderem das Wort "Märtyrer" im Schriftzug mit weißer Farbe durchgestrichen und "Lügner" daneben geschrieben. Staatschef Macron verurteilte die Tat und versprach, dass alles getan werde, um die Verantwortlichen zu finden. Nichts könne die Erinnerungen an die 642 Märtyrer von Oradour-sur-Glane vergessen machen, schrieb Macron auf Twitter. Das Mahnmal erinnert an ein Massaker deutscher Besatzer am 10. Juni 1944. Angehörige der SS hatten Frauen und Kinder in eine Kirche eingesperrt und diese dann angezündet. Die Männer des Ortes wurden erschossen.

Neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin

Nach mehrjährigem Umbau eröffnet morgen im Jüdischen Museum Berlin die neue Dauerausstellung. Auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern sind künftig zahlreiche Objekte jüdischen Lebens zu sehen. Es gibt aber auch Kunstinstallationen und Möglichkeiten zur Interaktion. Die Ausstellung gliedert sich in fünf historische Kapitel, die von den Anfängen jüdischen Lebens in Deutschland bis in die Gegenwart reichen. Der Nationalsozialismus und die Zeit «Nach 1945» nehmen dabei den größten Raum ein. Hier stehen das Verhältnis zu Israel und die russischsprachige Einwanderung ab 1990 im Mittelpunkt. Die 2001 eröffnete Vorgängerausstellung hatte bis zu ihrer Schließung Ende 2017 elf Millionen Besucher angezogen .

Ex-Gitarrist der Red Hot Chilli Peppers ist tot

Jack Sherman ist tot. Der ehemalige Gitarrist der Red Hot Chili Peppers verstarb im Alter von 64 Jahren. Die Todesursache ist bislang nicht bekannt. Die Band selbst nahm in einem Posting Abschied von ihrem ehemaligen Kollegen. "Wir von der RHCP-Familie wünschen Jack Sherman eine gutes Segeln in die jenseitige Welt, denn er ist von uns gegangen", schreibt die Band in ihren sozialen Netzwerken. "Jack spielte sowohl auf unserem Debütalbum als auch auf unserer ersten Tournee durch die USA. Er war ein einzigartiger Kerl, und wir danken ihm für alle guten, schlechten und dazwischen liegenden Zeiten. Frieden auf der Boogie-Plattform." Sherman war 1983 zur Band gestoßen, als Gitarrist Hillel Slovak die Band kurz vor der Produktion des Debütalbums verlassen hatte. Er ist somit auf dem 1984er-Album "The Red Hot Chili Peppers" zu hören und ist auf mehreren Stücken als Autor genannt. Auch für das nächste Album, "Freaky Styley" hatte er mitgeschrieben – wurde allerdings 1985 gefeuert, da Slovak zur Band zurückkehrte.

Apple gerät wegen App-Stores weiter unter Druck

Nach einer Klage vor einem kalifornischen Gericht gerät Apple wegen seiner App-Stores weiter unter Druck. Der Spiele-Hersteller Epic-Games hatte dagegen geklagt, dass Nutzer von iPhones gezwungen sind, Apps exklusiv bei Apple zu kaufen, und dass der Konzern dabei 30 Prozent vom Kaufpreis einbehält. Apple wolle den Markt kontrollieren und den Wettbewerb behindern. Auch in der EU läuft seit Juni ein Verfahren gegen Apple. Der Direktor am "Duesseldorf Institute for Competition Economics", Justus Haucap, sagte im Deutschlandfunk Kultur, die EU könnte die Geschäfts-Praktiken von Apple für wettbewerbswidrig erklären. Die EU-Kommission sei nicht zögerlich, auch Internet-Giganten die Stirn zu bieten. "Von daher kann ich mir schon vorstellen, dass es da eine Entscheidung gegen Apple geben wird. Das könnte dann natürlich so aussehen, dass man sagt, ihr müsst alternative App-Stores zulassen in eurem System, damit ein gewisser Wettbewerb entsteht und die Nutzer eine größere Wahlmöglichkeit haben", so Haucap.

Forscher zufrieden nach Corona-Studien-Konzert

Nach dem Corona-Studien-Konzert in Leipzig haben sich die beteiligten Forscher und Künstler zufrieden gezeigt. Studienleiter Stefan Moritz sagte, er sei positiv überrascht von der Disziplin der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Er habe keine verrutschten Masken gesehen. Insgesamt hatten 1500 Besucher an der Studie teilgenommen. Erste Ergebnisse sollen in vier bis sechs Wochen vorliegen. Der Sänger Tim Bendzko hatte für die Studie heute drei Konzerte gegeben. Er betonte danach, wie wichtig und dringend es sei, eine sichere Lösung für Publikum, Künstler und Veranstalter zu finden. Zwar dürften Künstler jetzt wieder auftreten, aber vor sehr kleinem Publikum. "Aber der Applaus zahlt leider keine Miete", so Bendzko bei der anschließenden Pressekonferenz. "Deshalb ist es eklatant wichtig, dass wir schnellstmöglich wieder mit Kapazitäten spielen können, die das für alle wirtschaftlich machen und gleichzeitig für alle so sicher wie möglich."

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