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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. August 2020

Kreml-Kritiker Nawalny soll in Berlin behandelt werden

Der lebensgefährlich erkrankte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny soll zur Behandlung nach Deutschland geholt werden. Der prominente Anti-Korruptions-Kämpfer und erbitterte Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der nach Angaben seiner Sprecherin "gezielt vergiftet" wurde, solle nach Berlin geholt werden, teilte die Initiative "Cinema for Peace" mit. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Behandlung Nawalnys in einem deutschen Krankenhaus angeboten.
Ein Rettungsflugzeug mit medizinischer Ausrüstung und Spezialisten an Bord solle um Mitternacht vom Flughafen Berlin-Tegel starten, teilte die Initiative weiter mit. Die Berliner Charité sei bereit, Nawalny zu behandeln. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor über die Rettungspläne berichtet.

50 Jahre "Macht kaputt, was euch kaputt macht"

Heute vor 50 Jahren erschien die erste Single der Rockband "Ton Steine Scherben". Der Titel: "Macht kaputt, was euch kaputt macht". Die legendäre Band war zuvor von Rio Reiser gegründet worden. Dessen Bruder Gert Möbius sagte im Deutschlandfunk Kultur, der Song habe auch noch 50 Jahre nach Erscheinen eine starke Wirkung. Die Band habe den Song nur ein Jahr gespielt, da man Sorge gehabt habe, dass er zu viele Aggressionen auslöse. "Zumal die Band auch in Westdeutschland gespielt hat, und dann wurden oft Häuser besetzt und ähnliches mehr, und da hat Rio gesagt, nein, diesen Song will ich lieber nicht mehr spielen", so Möbius.

Soli-Sampler für den Libanon hat sich bisher gut verkauft

Nach der Explosions-Katastrophe im Hafen von Beirut hat das Berliner Label Habibikunk mit arabischen Künstlern ein Solidaritäts-Album gemacht. Das Geld aus dem Verkauf geht an das libanesische Rote Kreuz. Eine Woche nach der Veröffentlichung hat das Label die ersten 20.000 Dollar überwiesen, so Labelchef Janis Stürtz im Deutschlandfunk Kultur. Derzeit seien die Künstler im Libanon noch mit dem Überleben nach dem Unglück beschäftigt. Er habe nicht das Gefühl, dass die Kreativen und Musiker aktuell in einer Position seien, in der es darum gehe, die Geschehnisse kreativ zu reflektieren.

Frankfurter Städel stellt Kunstwerke zum Download

Das Städel-Museum in Frankfurt am Main stellt mehr als 22.000 Kunstwerke in seiner Digitalen Sammlung zur freien Verfügung. Dies ermögliche es einer breiten an Kunst interessierten Öffentlichkeit, die gemeinfreien Abbildungen der Werke unter Nennung des Städel-Museums zu vervielfältigen, zu teilen sowie für beliebige Zwecke zu nutzen und zu bearbeiten, teilte das Museum mit. Damit stünden auch beliebte Kunstwerke des Städel, etwa Sandro Botticellis "Bildnis der Simonetta Vespucci als Nymphe" oder Franz Marcs "Liegender Hund im Schnee" zum freien Download bereit. Ziel sei es, die Sammlung des Städel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und darüber hinaus die Teilhabe am gemeinschaftlichen Kulturgut zu stärken.

Schauspieler Dieter Mann wird für Lebenswerk geehrt

Der Schauspieler Dieter Mann wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) will ihm im September in Berlin den Ehrenpreis verleihen. Der 79-Jährige brillierte in einer Vielzahl an Theater-, Film- und Fernsehrollen, darunter der Kinofilm "Der Untergang" und mehrere Tatort-Filme. Dieter Mann war außerdem mehrere Jahre Intendant des Deutschen Theaters. "Seine Liebe zur Genauigkeit und zum Denken macht ihn zum Publikumsliebling", teilte der Verband mit. Er spiele sensibel, ernst, präzise, unaufgeregt und analytisch - im Theater genauso wie im Film, Fernsehen oder Hörfunk.

Kindermedien-Festivals mit digitalem Angebot

Das Kinder-Medien-Festival "Goldener Spatz" und das Internationale Festival für junge Filmfans "Lucas" bieten in diesem Jahr Filmkultur im digitalen Raum an. Junge Filmfans können fast zwei Wochen lang Kinder- und Jugendfilme aus Deutschland und der ganzen Welt online schauen, wie eine Sprecherin in Erfurt mitteilte. Das Festival "Goldener Spatz" vom 20. bis 26. September in Gera und Erfurt sowie das "Lucas"-Festival vom 24. September bis 1.
Oktober in Frankfurt am Main und Wiesbaden könnten ergänzend als Online-Angebot in Kooperation mit der Streaming-Plattform Pantaflix verfolgt werden. Auch online werde durch zusätzliche Inhalte, Moderationen und Interviews mit den Filmschaffenden für Festivalatmosphäre gesorgt, heißt es.

Christoph Sieber moderiert "Mitternachtsspitzen"

Christoph Sieber wird neuer Gastgeber der WDR-"Mitternachtsspitzen". Sieber werde im Januar die Nachfolge von Jürgen Becker in der am längsten existierenden Kabarettsendung im deutschsprachigen Fernsehen antreten, teilte der WDR in Köln mit. Der an der Folkwang-Hochschule in Essen zum Pantomimen ausgebildete Kabarettist hat bisher unter anderem die SWR-Kabarettsendung "Spätschicht" und "Mann, Sieber!" im ZDF präsentiert.

Komödie über jüdisches Leben erhält Civis Medienpreis

Der Film "Masel Tov Cocktail" des Filmemachers Arkadij Khaet wird mit dem Civis Medienpreis in der Kategorie "Young C" ausgezeichnet. In seiner Komödie spielt der 29-jährige Autor und Regisseur mit deutsch-jüdischen Klischees. Der Film entlarve damit "Stereotype und sei im besten Sinne provokativ", teilte die Civis Medienstiftung in Köln mit. Wie die Medienstiftung ebenfalls mitteilte, sind für den diesjährigen Civis Medienpreis insgesamt 13 Programme aus Frankreich, Österreich, der Schweiz und Deutschland nominiert. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr im Rahmen einer Fernsehsendung am 2. Oktober statt.

Bund fördert Digitalisierung im Kulturbereich

Angesichts der schweren Belastungen von Kultureinrichtungen durch die Corona-Krise soll ein millionenschweres Förderprogramm die Digitalisierung im Kulturbereich vorantreiben. Kulturstaatsministerin Grütters und die Kulturstiftung der Länder haben in Berlin das Programm "Kultur.Gemeinschaften" vorgestellt. Dadurch sollen kleinere, auch ehrenamtlich geführte Einrichtungen bei der Entwicklung digitaler Angebote unterstützt werden. Insgesamt stehen dafür elf Millionen Euro zur Verfügung. Davon stammen zehn Millionen Euro aus einem Paket, das der Bund Anfang Juli im Zuge der Corona-Krise auf den Weg gebracht hatte. Eine Million Euro steuert die Kulturstiftung der Länder bei.

Deutsche Musikbranche legt wegen Audio-Streams zu

Der rasant zunehmende Verkauf von Audio-Streams hat der deutschen Musikindustrie ein Umsatzplus beschert. In den ersten sechs Monaten 2020 machte die Branche mit Musik aus dem Internet, CDs und Vinylplatten insgesamt 783,7 Millionen Euro. Das waren fast fünf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wie der Bundesverband Musikindustrie in Berlin weiter mitteilte, hat das Audio-Streaming mit gut 65 Prozent den größten Anteil an den Brancheneinnahmen. Es folgten die CD mit 20 Prozent, Downloads mit 5,1 Prozent und Vinylplatten mit 4,5 Prozent.

Rapper in Thailand festgenommen

In Thailand ist ein Rapper festgenommen worden, weil er sich in seiner Musik kritisch gegen das einflussreiche Militär geäußert hatte. Dechathorn Bamrungmuang, ein Frontmann der Band "Rap Against Dictatorship", veröffentlichte Fotos auf seiner Facebookseite, wie er auf ein Polizeirevier gebracht wurde. Die thailändische Regierung greift gegen die wachsenden prodemokratischen Proteste im Land durch, bei denen die Regierung als inkompetent und korrupt kritisiert wird. Die Demonstranten haben Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha und sein Kabinett zum Rücktritt aufgefordert. Prayut übernahm bei einem Militärputsch 2014 die Macht und wurde vergangenes Jahr in einer Wahl wiedergewählt, die gemeinhin als manipuliert betrachtet wurde.

Berliner Friedrichstadt-Palast ist jetzt Denkmal

Der Friedrichstadt-Palast in Berlin ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Das teilte die zuständige Senatsverwaltung für Kultur mit. Grund sei die "geschichtliche, künstlerische sowie städtebauliche Bedeutung" des Gebäudes, heißt es. Erst im vergangenen Jahr feierte der Palast sein 100-jähriges Bühnenjubiläum. Das Showtheater sei seit seiner Erbauung baulich fast gänzlich unverändert. Es handele sich um den letzten Repräsentationsbau der DDR, eröffnet im Jahr 1984. Den verantwortlichen Architekten sei es dabei gelungen, ein künstlerisch einmaliges Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen: Anklänge des Jugendstils und Art Déco träfen auf die "Platte" als technisches sowie gestalterisches Merkmal, heißt es in der Begründung.

Facebook geht gegen QAnon-Bewegung vor

Nach Twitter geht jetzt auch Facebook gegen die amerikanische Verschwörungstheorien-Bewegung QAnon vor. Man habe unter anderem 790 Gruppen, 100 Seiten und 1500 Anzeigen entfernt, teilte das Online-Netzwerk mit. Twitter hatte bereits vor knapp einem Monat mehr als 7000 Accounts, die QAnon-Unterstützern zugerechnet wurden, dauerhaft gesperrt. US-Präsident Donald Trump sagte, er wisse nicht viel über die Bewegung, verstünde aber, dass sie an Popularität gewinne und ihm wohlgesinnt sei. Ihre Anhänger vertreten eine Reihe miteinander verflochtener Überzeugungen, die auf anonymen Webpostings von jemandem namens "Q" basieren. Sie vertreten unbewiesene Theorien, wie etwa, dass Trump heimlich gegen eine ihm feindlich gesinnte Elite in den Tiefen des Staatsapparats und einen Kindesmissbrauchsring satanischer Pädophiler und Kannibalen ankämpfe.

US-Gläubige zufrieden mit Online-Gottesdienten

Neun von zehn Gläubigen in den USA haben nach sechs Monaten Corona-Pandemie eine positive Zwischenbilanz über Online- oder TV-Gottesdienste gezogen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Pew Research Center. 54 Prozent der rund 10.000 Befragten gaben an, "sehr zufrieden" zu sein, 37 Prozent zeigten sich "etwas zufrieden". Ein Drittel hat laut Umfrage im vergangenen Monat religiöse Angebote der Kirchen online genutzt. Etwa die Hälfte nutzte diese Möglichkeit während der Pandemie zum ersten Mal. Dennoch will eine Mehrheit wieder persönlich zum Gottesdienst gehen, sobald die Coronakrise vorüber ist. Nur fünf Prozent der Befragten planen, nach der Pandemie seltener zu Gottesdiensten zu kommen, zehn Prozent möchten hingegen häufiger in die Kirche gehen.

Reformkommission für SPK steht

Die personelle Besetzung der Reformkommission, die die Neuordnung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz lenken soll, steht fest. SPK-Präsident Parzinger erklärte nach einer Sondersitzung des Stiftungsrats, den Vorsitz habe der Bund mit Kulturstaatsministerin Grütters. Diese werde mit den Kulturministern der Länder Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Berlin zusammenarbeiten. Außerdem würden er als Stiftungspräsident sowie als Verwaltungsleiter sein Stellvertreter Dimter zum Gremium gehören. Um die Autonomie der einzelnen Einrichtungen und Museen konkret umsetzen zu können, brauche man die Expertise der Einrichtungen und der Museen sowie externe Begleitung. Die würden über Arbeitsgruppen beteiligt und je nach Thema auch in der Reformkommission mitwirken. In spätestens fünf Jahren sollen die Probleme in der Reformkommission gelöst werden.

Pinocchio-Neuverfilmung mit Superstars

Der mexikanische Oscar-Preisträger Guillermo del Toro führt niemanden an der Nase herum: Für seine Netflix-Verfilmung des italienischen Kinderbuch-Klassikers "Pinocchio" konnten Cate Blanchett, Tilda Swinton, Christoph Waltz, John Turturro, Ron Perlman und Ewan McGregor gewonnen werden. Die Geschichte der Holzpuppe soll im Italien von Benito Mussolini spielen. Netflix nennt die Produktion ein "animiertes Musical".

Metzler Verlag zieht vollständig nach Heidelberg

Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart verliert ihr ältestes Buchhaus. Der Verlag J.B. Metzler bestätigte einen Medienbericht, zum Herbstbeginn nach Heidelberg zu wechseln. Der 1682 gegründete Verlag mit seinem geisteswissenschaftlichen Schwerpunkt gehört seit 2015 zur Springer Nature Group, deren Sitz Heidelberg ist. In den vergangenen fünf Jahren waren bereits einige Geschäftsbereiche aus Stuttgart ausgelagert worden.

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