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Kulturnachrichten

Freitag, 14. August 2020

Kopenhagener Architekten bauen Berliner Exilmuseum

Das geplante Exilmuseum Berlin auf dem Areal des früheren Anhalter Bahnhofs soll von einem dänischen Architekturbüro gebaut werden. Die zehnköpfige Jury verständigte sich auf den Entwurf des Architekturbüros Dorte Mandrup aus Kopenhagen. Das sagte der Gründungsdirektor der Stiftung Exilmuseum, Christoph Stölzl. Der für 27 Millionen Euro geplante und privat finanzierte Neubau soll die Portalruine des Anhalter Bahnhofs mit einbeziehen. Das geplante Exilmuseum soll an die rund 500 000 Menschen erinnern, die unter dem Druck der Nazis Deutschland verlassen mussten. Seine Eröffnung ist für 2025 geplant. Schirmherren sind die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und Altbundespräsident Joachim Gauck.

In Italiens Kirchen dürfen wieder Chöre singen

In Italiens Kirchen dürfen ab sofort wieder Chöre singen und Familienangehörige enger zusammensitzen. Das teilte Italiens Bischofskonferenz nach einer Anfrage an das Innenministerium mit. Allerdings müssen die Chormitglieder einen Meter Mindestabstand voneinander einhalten, der gesamte Chor zur übrigen Gemeinde zwei Meter. Die übrigen Vorschriften wie Handdesinfektion, Mundschutz sowie getrennte Ein- und Ausgänge gelten weiter. Die Lockerungen werden laut dem Innenministerium nur aufgrund der aktuellen Pandemielage gewährt. Die Entscheidung, ob bei Einhaltung sonstiger Abstandsregeln in entsprechend großen Kirchen die Obergrenze von 200 Personen aufgehoben werden kann, verwies die Behörde in Rom an die jeweiligen Provinzregierungen.

Auslandsstudium: Kein Visum ohne Präsenzpflicht

Ausländische Studenten können offenbar derzeit nicht nach Deutschland einreisen, wenn ihre Uni-Veranstaltungen komplett virtuell abgehalten werden. Das geht aus Angaben des Bundesbildungsministeriums an den Grünen-Abgeordneten Gehring hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegen. Demnach müssen Studierende, die ein Visum haben wollen, dafür eine Präsenzpflicht an ihrer Uni nachweisen. Die Einreise zu einem Online- oder Fernstudium sei weiterhin nicht vorgesehen. Wegen der Corona-Pandemie hatten viele Universitäten ihr Lehrangebot im Sommersemster auf virtuelle Formate umgestellt und setzen das auch im Wintersemester fort.

Russell A. Kirsch, der Erfinder des Pixels, ist gestorben

Der als Erfinder des Pixels bekannte US-Computerforscher Russell A. Kirsch ist tot. Er starb bereits am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Portland, berichtet die Zeitung "The Oregonian". 1957 hatte Kirsch die ersten digitalen Scans durchgeführt; das fünf-mal-fünf Zentimeter kleine Schwarz-Weiß-Digitalbild seines Sohnes Walden ging in die Bildgeschichte ein. Das Originalbild befindet sich heute im Portland Art Museum. Die Pixel, die als kleine digitale Punkte ein Fotos oder Videos auf einem Bildschirm erst sichtbar machen, galten nicht sofort als wichtige Erfindung, erst spät wurde Kirsch, der am US-Nationalinstitut für Wissenschaft und Technologie arbeitete, als Erfinder des Pixels anerkannt. Kirschs Arbeit haben den Grundstein für Satellitenbilder, Computertomographie, virtuelle Realität und Facebook gelegt.

Jordan-Schuhe für Rekordsumme versteigert

Ein Paar von Superstar Michael Jordan getragene Basketball-Schuhe sind für die Rekordsumme von mehr als einer halben Million Euro versteigert worden. Das erklärte das Auktionshaus Christie's. Demnach seien für die 1985 bei einem Showspiel in Italien getragenen "Air Jordan 1 Highs" 615.000 Dollar (ca. 520.700 Euro) bezahlt worden. Bei dem Match hatte Jordan bei einem Dunking den Korb samt Aufhängung zerstört, eine Glasscherbe des Vorfalls steckt noch in der Sohle eines Schuhs. Zwar übertraf das Paar die bisherige Rekordmarke von 560.000 Dollar, die im Mai für Jordan-Schuhe bezahlt wurde, allerdings blieb der Preis unter dem erwarteten Erlös von bis zu 850.000 Dollar. Devotionalien des 57 Jahre alten sechsmaligen NBA-Champions sind besonders seit der Dokumentation "The Last Dance" im Wert gestiegen.

Augen von Fossil ähneln denen heutiger Insekten

Forscher der Universität Köln haben an einem 429 Millionen Jahre alten Fossil eines Meeresbewohners ein Auge entdeckt, das erstaunliche Ähnlichkeiten mit den Facettenaugen heutiger Bienen und Libellen hat. Das in der Zeitschrift "Scientific Reports" beschriebene Exemplar eines sogenannten Trilobiten ist sehr flach und hat zwei hervorstehende, halbovale Augen mit Wabenstruktur am Hinterkopf, von denen eines abgebrochen war. Die gepanzerten Gliederfüßer krochen während des Paläozoikums (Erdmittelalter) über die Meeresböden und verschwanden während eines Massenaussterbens vor rund 250 Millionen Jahren bevor die Dinosaurier die Erde bewohnten.

Elite-Uni Yale wird Diskriminierung vorgeworfen

Das US-Justizministerium beschuldigt die Elite-Universität Yale, weiße und asiatisch-amerikanische Studierende zu diskriminieren. Eine zweijährige Untersuchung habe ergeben, dass diese bei gleichen Leistungen schlechtere Chancen auf einen Studienplatz hätten als schwarze Bewerber, teilte das Ministerium in Washington mit. Es verlangte von der Hochschule ein Ende der Praxis. Die Universität nannte den Bericht laut "Washington Post" unbegründet. Die Auswahlverfahren entsprächen allen Anforderungen einer vor Jahrzehnten etablierten Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs.

Apple wirft Computerspiel Fortnite aus Store

Der US-Konzern Apple hat das Computerspiel Fortnite aus seinem App Store entfernt. Zur Begründung hieß es, der Software-Hersteller Epic Games habe eine direkte Zahlungsfunktion in seinem Programm aktiviert und damit gegen die Vorschriften verstoßen. Große Plattformbetreiber wie Apple verlangen in aller Regel, dass Geldzahlungen für solche Apps über ihre eigenen Systeme laufen und verlangen dafür hohe Gebühren. Die Spielefirma wirft dem Konzern vor, seine Marktstellung zu missbrauchen und hat Klage gegen Apple eingereicht.

Weltgrößte Kinokette öffnet wieder

Die weltgrößte Kinokette, AMC, will ihre Säle in den USA wieder öffnen.
100 der insgesamt 600 Kinos sollen am 20. August nach 5 Monaten Pause wieder Publikum hereinlassen. Die Öffnung betrifft allerdings nicht die Metropolen wie Los Angeles oder New York, dort sind die Auflagen wegen der Pandemie noch zu streng.

Erstmals Fotos von Kunst aus Kloster Alchi

Im Himalaya, auf 3500 Meter Höhe, wo es kalt und unwirtlich ist bei monatelangem Eis, Schnee und Regen - dort wurde im 11. Jahrhundert das Kloster Alchi von Mönchen gebaut, deren Lehren sich bis nach Griechenland verbreiteten. Das Kloster gibt es noch immer, doch die Kunstschätze sind mittlerweile gefährdet. Der Fotograf und Ausstellungsmacher Peter van Ham durfte sie als erster und einziger vor einer geplanten Restaurierung fotografieren. Gezeigt werden sie nun in Hamburg, im Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt. Die Ausstellung präsentiert die Aufnahmen fast in Originalgröße der Malereien, und will damit Alchi und seine kulturelle Bedeutung bekannt machen.      

Ellen-Auerbach-Stipendium für Ferhat Bouda

Der algerische Fotograf Ferhat Bouda wird mit dem Ellen-Auerbach-Stipendium geehrt. Die Auszeichnung der Berliner Akademie der Künste ist mit 20.000 Euro dotiert. Seine Bilder der Berber seien "von einer bewegenden menschlichen Suche geprägt, ein optisches Abtasten, das mit jeder Belichtung die Frage nach der Menschlichkeit stellt", ließ die Jury mitteilen. Bouda wurde 1976 in Algerien geboren, seit einigen Jahren lebt er in Frankfurt am Main. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben und soll am 25. Oktober überreicht werden.

Verlag präsentiert erstes Magazin in Leichter Sprache

Der Regensburger Verlag "Schnell & Steiner" hat ein Magazin in Leichter Sprache herausgebracht. Unter dem Titel "LeichtSinn" hat eine Redaktion aus Menschen mit und ohne Behinderung Themen wie den Umweltschutz, die Corona-Pandemie oder Menschenrechte aufbereitet, wie das Verlagshaus mitteilte. Den Angaben zufolge ist es bundesweit die erste Veröffentlichung dieser Art. Das 140 Seiten starke Magazin habe klassischen Zeitschriften möglichst ähnlich sein sollen. Dies fördere die Lesemotivation. Ob daraus eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift werde, sei noch offen. Leichte Sprache, die vereinfachte Schriftsprache, hat das Ziel, Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderung die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Unesco will historische Bauten in Beirut retten

Die UN-Kulturorganisation Unesco will eine führende Rolle bei der Rettung und dem Wiederaufbau von historischen Gebäuden in der libanesischen Hauptstadt Beirut übernehmen. Das kündigte der Unesco-Vize-Generaldirektor für Kultur, Ernesto Ottone, bei einem Onlinetreffen zum Wiederaufbau des kulturellen Erbes in Beirut mit. Man arbeite gegenwärtig gemeinsam mit den Partnern im Libanon und weltweit an einem internationalen Aktionsplan. Die Explosion vom 4. August hat nach Angaben des Generaldirektors für Altertümer im libanesischen Kulturministerium mindestens 8.000 Gebäude beschädigt. Darunter sind 640 historische Gebäude, wichtige Museen sowie archäologische und religiöse Stätten.

GfdS gegen Gendersternchen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) rät von der Nutzung des Gendersternchens ab. Die GfdS befürworte zwar grundsätzlich eine diskriminierungsfreie Sprache, das sogenannte Gendersternchen wie bei "Leser*in" stelle aber aus sprachlicher Sicht kein geeignetes Mittel dar. Auch der Unterstrich oder der Doppelpunkt seien nicht mit den amtlichen Regeln deutscher Rechtschreibung vereinbar. Die GfdS bemängelte etwa, dass die Verwendung zu einer uneinheitlichen Rechtschreibung führe. Auch sei unklar, wie Worte wie "Leser*in" ausgesprochen werden sollen. Zudem entstünden bei der Verwendung grammatisch falsche Formen wie "Ärzt*in". Die vom Bund geförderte Einrichtung betonte, orthografische und grammatische Richtigkeit, sowie Einheitlichkeit, Lesbarkeit und die Verständlichkeit eines Texts stünden an erster Stelle.

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