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Kulturnachrichten

Sonntag, 9. August 2020

Eckhart soll doch am Lesefest teilnehmen können

Die Kabarettistin Lisa Eckhart soll nun doch am Lesefest "Harbour Front" teilnehmen können. Sie war zuvor ausgeladen worden, weil es Drohungen gegen die Veranstaltung aus der autonomen Szene gegeben haben soll. Kritiker werfen Eckhardt vor, antisemitische und rassistische Klischees zu bedienen. Heute wurde bekannt, dass das Lesefest dafür sorgen will, dass die Kabarettistin doch am Wettbewerb um den Klaus-Michael Kühne-Preis teilnehmen kann. Man habe dem Verlag und Management von Eckhart einen Vorschlag unterbreitet. In der kommenden Woche werde man Genaueres dazu sagen können.

"Helga"-Darstellerin Ruth Gassmann gestorben

Die Schauspielerin Ruth Gassmann, die in den 1960er Jahren als Hauptdarstellerin in den "Helga"-Aufklärungsfilmen bekannt wurde, ist tot. Sie starb im Alter von 85 Jahren am Freitagabend in München, teilte ihr Sohn mit. Die gebürtige Augsburgerin war als Fotomodel zur Schauspielerei gekommen. In den USA spielte sie in in der TV-Westernserie "Rauchende Colts" mit. In der Bundesrepublik wurde sie 1967 über Nacht berühmt, als der erste "Helga"-Aufklärungsfilm "Vom Werden des menschlichen Lebens" in die Kinos kam. Der Streifen war mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums gedreht worden und lockte Millionen Zuschauer an. Nach zwei "Helga"-Fortsetzungsfilmen übernahm Oswalt Kolle die Rolle des Aufklärers der Nation.

Twitter will sich wohl mit TikTok zusammenschließen

Der US-Internetdienst Twitter ist offenbar an einem Zusammenschluss mit der chinesischen Videoplattform TikTok interessiert. Das "Wall Street Journal" berichtet von ersten Gesprächen mit dem chinesischen Unternehmen Bytedance. TikTok ist in den USA unter großen Druck geraten. Kritiker werfen der Video-App vor, Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzugeben. US-Präsident Trump unterzeichnete ein Dekret, das auf ein Verbot von TikTok in anderthalb Monaten hinausläuft, sollte Bytedance die Plattform bis dahin nicht verkauft haben. Der US-Softwarekonzern Microsoft verhandelt bereits über einen Kauf.

Lutherstätten beklagen Besucherrückgang

Die Museen der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt beklagen einen deutlichen Besucherrückgang. Grund sei die Corona-Pandemie. Im ersten Halbjahr hätten nur rund 7.000 Menschen das Lutherhaus in Wittenberg besucht. Normalerweise seien es in diesem Zeitraum rund 30.000 Gäste, sagte eine Sprecherin der Stiftung. Das frühere Wohnhaus von Martin Luther (1483-1546) ist das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Die insgesamt fünf Museen der Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt wurden 2019 von rund 118.000 Menschen besucht. Wegen der Corona-Pandemie waren sie von März bis Mai geschlossen.

Berlins Kultursenator will mehr Kultur im Freien

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat von den Behörden mehr Kulanz gefordert, um der Kulturszene mehr Auftrittsmöglichkeiten im Freien zu gestatten. Die Corona-Krise zwinge alle Beteiligten, noch einmal stärker über Aktivitäten, die in geschlossen Räumen nicht möglich sind, nachzudenken, sagte der Linke-Politiker der Berliner Morgenpost. Bei vielen Ordnungsämtern werde viel zu sehr "business as usual" betrieben, kritisierte Lederer. Der Kultursenator sprach sich für ein Recht auf kulturelle Nutzung des öffentlichen Raumes aus. Er gehe davon aus, dass etwa "unverstärkte" Musik an belebten Orten unproblematisch sei.

Freie Künstler fordern Existenzgeld in der Corona-Krise

Freischaffende Künstler haben mit einem Protestmarsch in Berlin auf ihre prekäre Lage in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Durch die Absage aller Kulturveranstaltungen seien zahlreiche freie Künstler ihrer Existenzgrundlage beraubt worden, erklärte die Initiative "Künstler! Hilfe! Jetzt!". Die Protestteilnehmer verwiesen darauf, dass sie bereits seit März nicht mehr arbeiten können und forderten ein monatliches Existenzgeld zur Deckung der Lebenshaltungskosten.
Die solo-selbstständigen Künstlerinnen und Künstler seien beim Konjunkturpaket der Bundesregierung komplett übergangen worden, so die Protestveranstalter.

Parzinger begrüßt Erklärung der Museumsdirektoren

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat die Erklärung der Museumsdirektoren der Stiftung für mehr Eigenverantwortung begrüßt. Wie ein Sprecher Parzingers gegenüber Deutschlandfunk Kultur erklärte, umreisse die Stellungnahme einen Weg der Reformen, der jetzt gemeinsam und konsequent angegangen werde. In diese Prozesse würden die Museums-Direktoren und auch die anderen Mitarbeiter der Stiftung einbezogen. Stiftungspräsident Parzinger werde sich nach einer Sitzung des Stiftungsrates wieder öffentlich dazu äußern, so der Sprecher. In ihrer Stellungnahme haben sich die 30 Leiterinnen und Leiter der Stiftungsmuseen zu den Reformvorschlägen des Wissenschaftsrates bekannt und mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung für ihre Häuser eingefordert.

Auf dem Jakobsweg sind weniger Pilger unterwegs

Auf dem Jakobsweg sind deutlich weniger Pilger unterwegs als noch im vergangenen Jahr. Nach Angaben des Pilgerbüros von Santiago de Compostela trafen im Juli rund 10 000 Pilger ein. Die meisten davon kamen aus Spanien selbst. Unter den Ausländern rangierten die Deutschen an der vordersten Stelle, gefolgt von den Italienern, den Portugiesen und den Franzosen. Im vergangenen Jahr kamen im Juli noch fast 54 000 Pilger an. Ursache für den Rückgang ist die Einstufung der Provinzen Navarra und Aragonien als Corona-Risikogebiete. Durch den Anstieg von Neuinfektionen gilt für diese Regionen mit den maßgeblichen Jakobswegstrecken eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

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