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Kulturnachrichten

Samstag, 31. August 2019

Dresden verbietet Panzer-Aktion vor Landtag

Das für umstrittene Kunstaktionen bekannte «Zentrum für politische Schönheit», ZPS, darf nach eigenen Angaben nicht wie geplant mit einem ausrangierten Panzer vor dem Dresdner Landtag demonstrieren. Die Stadt habe einen entsprechenden Bescheid per Mail verschickt, erklärte ZPS-Leiter Philipp Ruch. Die Verwendung des Kampfpanzers als Kundgebungsmittel werde untersagt, heißt es in dem Schreiben, dass der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Aktivisten hatten geplant, mit einem Panzer ohne funktionsfähige Waffen vor den Dresdner Landtag zu fahren und der AfD symbolisch den Krieg zu erklären. Anlaß sind die Landtagswahlen morgen in Sachsen. Laut ZPS-Leiter Ruch soll trotz des Verbotes an der Aktion festgehalten werden.
Das Zentrum für Politische Schönheit sorgt immer wieder für Aufsehen. So hatten Aktivisten neben dem Haus des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmal nachgebaut.

Peter Fahlbusch erhält Pro Asyl-Preis

Für seinen Einsatz für Menschen in Abschiebungshaft hat der Hamburger Rechtsanwalt Peter Fahlbusch den Menschenrechtspreis der Stiftung Pro Asyl erhalten. Fahlbusch habe seit 2001 bundesweit mehr als 1800 Verfahren für Betroffene in Abschiebungshaft geführt - und sein Einsatz habe gezeigt, dass die Hälfte dieser Menschen zu Unrecht inhaftiert war, teilte Pro Asyl mit. "Verwaltung und Politik lässt dieser Befund weitestgehend kalt", kritisierte Fahlbusch laut Pro Asyl in seiner Rede. Er forderte eine sofortige unabhängige Evaluierung der Abschiebungshaftpraxis. Bis dahin seien Abschiebungshaftverfahren und Haftvollzug auszusetzen. "Die massenhaften rechtswidrigen Inhaftierungen stellen massenhafte Verletzungen des Freiheitsgrundrechts dar", kritisierte der Rechtsanwalt. "Es müsste eigentlich einer der größten Justizskandale in unserem Rechtsstaat sein, den Peter Fahlbusch als massenhaften Rechtsbruch so systematisch offengelegt und dokumentiert hat", sagte Grünen-Politikerin Filiz Polat in ihrer Laudatio.

Missglückte Restaurierung in Sevilla

Erneut erregt eine missglückte Restaurierung in Spanien die Gemüter von Kunstexperten. Diesmal sind zwei Skulpturen einer katholische Kirche in der Stadt Lora del Rio (Provinz Sevilla) betroffen. Die Holzfiguren aus dem 18. Jahrhundert zeigen den heiligen Josef und die heilige Maria von Ägypten. Wie auf Vorher-Nachher-Fotos zu erkennen ist, die im Internet kursieren, wurden die ursprünglich dezent und filigran gestalteten Kunstschätze gröblich mit bunten Farben übermalt. Laut örtlichen Medienberichten vom Wochenende ist ein "autodidaktisch ausgebildeter" Restaurator für die Arbeiten verantwortlich. Die beiden Werke seien durch die unsachgemäße Restaurierung "zerstört" worden, kritisierte der Fachmann von der Universität Sevilla. Derart bedeutende Kunstwerke dürfe man nicht in die Hände von Dilettanten legen. Eine Untersuchung solle nun klären, ob die Skulpturen noch zu retten seien. Der Spanische Restauratorenverband (ACRE) kritisiert seit langem einen "desaströsen" Trend zu laienhaften Restaurierungen selbst bei wertvollsten Kunstschätzen.

Internetseiten infizierten iPhones mit Spyware

Mutmaßliche staatliche Hacker haben mithilfe von Internetseiten iPhones mit Spyware infiziert. Google-Forscher bezeichneten den Vorfall als bislang schwerstes Sicherheitsproblem mit den Smartphones. Die Sicherheitslücke sei im Februar von Apple lautlos geschlossen worden, doch zuvor seien zwei Jahre lang vermutlich Tausende Nutzer betroffen gewesen. Das Spähprogramm erlangte Zugriff auf Daten der Kurznachrichten-Dienste WhatsApp, iMessage und Telegram sowie auf Fotos, Kontakte und den aktuellen Aufenthaltsort. Manche Messenger-Dienste verschlüsseln Nachrichten zwar bei der Übermittlung, auf dem iPhone sind sie aber lesbar. "Dies ist definitiv der ernsteste iPhone-Hacking-Vorfall, der je öffentlich bekannt gemacht wurde", sagte Jake Williams, Präsident von Rendition Security, mit Verweis auf die betroffene Datenmenge.

Solidaritätslesungen für Proteste in Hongkong

Zur symbolischen Unterstützung der Protestbewegung in Hongkong haben das Internationale Literaturfestival Berlin und das PEN Zentrum Deutschland zu einer deutschlandweiten Lesung aufgerufen. Die Aktion solle am 21. September stattfinden. "Mit der Lesung soll der Solidarität mit der Demokratiebewegung in Hongkong Ausdruck verliehen werden, die sich unter anderem gegen Auslieferungen von Regimekritikern ans chinesische Festland, polizeiliche und militärische Gewalt und für die Freilassung von politischen Gefangenen richtet." Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong.

Unbekannte twittern vom Account des Twitter-Chefs

Unbekannte haben vom Konto von Twitter-Chef Jack Dorsey mehrere aggressive Tweets verbreitet, darunter einen über Deutschland während des Dritten Reichs. Twitter sei sich bewusst, dass sich jemand unbefugt Zugang zum Account des Vorstandsvorsitzenden verschafft habe und untersuche den Vorfall, erklärte das Unternehmen. Von Dorseys Account «@jack» wurden mehrere Tweets an seine mehr als vier Millionen Follower weiterverbreitet, darunter einer, in dem es hieß: «Nazi-Deutschland hat nichts falsch gemacht». Ein anderer Tweet beinhaltete eine Bombendrohung. Twitter löschte die Tweets rasch wieder aus Dorseys Timeline. Für das börsennotierte Unternehmen ist der Vorfall so unangenehm wie erklärungsbedürftig. Eine gute Stunde nach dem Zwischenfall erklärte Twitter, Dorseys Account sei gesichert. Darüber hinaus gebe es «keinen Hinweis, dass die Systeme von Twitter kompromittiert wurden», hieß es.

Historisches Museumsschiff sinkt im Hafen

Das Wahrzeichen des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven, der Dreimastsegler "Seute Deern", ist im Museumshafen gesunken. Das knapp 62 Meter lange Holzschiff sei in der Nacht zum Samstag zunächst in eine gefährliche Schräglage gekommen und anschließend rund zwei Meter auf den Grund des Hafenbeckens abgesackt, teilte die Feuerwehr mit. Zuvor sei es zu einem massiven Wassereinbruch gekommen. Verletzt wurde niemand. Aufgrund der unsicheren Situation könne das Schiff zur Zeit nicht weiter erkundet werden, hieß es. Medienberichten zufolge ist seit Jahren ein umfassender Renovierungsbedarf deutlich. Der Rumpf sei leck, so dass Pumpen täglich rund 150.000 Liter Wasser aus dem Schiff leiten mussten. Im Februar war aus ungeklärter Ursache ein Feuer an Bord ausgebrochen.

Neuer Polanski-Film feiert Premiere in Venedig

Beim Filmfestival in Venedig hat am Samstag Roman Polanskis neuer Film "J'accuse " Premiere gefeiert. Dabei war der Regisseur nicht anwesend. Vor der Aufführung hatte es Kontroversen gegeben. Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 1977. Polanski hatte zugegeben, damals Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben. Vor einer möglichen Verurteilung floh er aus den USA und lebt in Frankreich. Trotz der Debatte um Polanski ist der Film vom Publikum gut aufgenommen worden.

Wiener Staatsoper hält an Placido Domingo fest

Ungeachtet der Vorwürfe einiger Frauen wegen sexueller Belästigung hält auch die Wiener Staatsoper an den vereinbarten Engagements mit Opernstar Placido Domingo fest. Aus seiner Sicht gebe es keinen rechtlich haltbaren Grund, bestehende Verträge nicht zu erfüllen, sagte der Direktor der Staatsoper Dominique Meyer. Er könne die Vorwürfe nicht beurteilen und wolle sie auch nicht verharmlosen, meinte Meyer. "Gleichzeitig will ich auch Placido Domingo nicht vorverurteilen." Die geplanten Auftritte des 78-Jährigen als Macbeth im Oktober 2019 sowie als Nabucco und als Dirigent von "La traviata" im Juni 2020 blieben bestehen.

Kassel vergibt Auszeichnung im Gedenken an NSU-Opfer

Kassel will im kommenden Jahr erstmals eine Auszeichnung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds vergeben. Gewürdigt werden sollen herausragende wissenschaftliche und journalistische Arbeiten, die sich insbesondere mit Rechtsextremismus, Anti-Islamismus und Antisemitismus auseinandersetzen. "Die Opfer rechtsextremistischer Gewalttaten, unter ihnen der Kasseler Bürger Halit Yozgat und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, mahnen uns, konsequent gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit vorzugehen und wachsam zu sein", sagte Oberbürgermeister Christian Geselle von der SPD. Die jährliche Auszeichnung werde den Titel "Kasseler Demokratie-Impuls" tragen und mit 3000 Euro dotiert sein.

Bund zurückhaltend bei Denkmal für polnische Opfer

Die Bundesregierung hat sich mit Blick auf ein Denkmal im Zentrum Berlins für die polnischen Opfer des NS-Vernichtungskrieges zurückhaltend geäußert. Wie etwa bei der Diskussion um das Mahnmal für die ermordeten Juden in Europa müsse es dazu zunächst eine Debatte im Bundestag sowie eine öffentliche Debatte geben, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Bereits jetzt gebe es aber zahlreiche Orte, die an die polnischen Opfer erinnerten.

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