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Dienstag, 22.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 12. August 2019

Missy Elliott erhält Ehrenpreis bei MTV Video Awards

Die amerikanische Rap-Ikone Missy Elliott soll bei der Verleihung der MTV Video Music Awards Ende August einen Ehrenpreis erhalten. Wie der US-Musiksender bekanntgab, wird der Sängerin und Musikproduzentin der "Michael Jackson Video Vanguard Award" verliehen. Bei der Preisverleihung am 26. August in Newark im US-Bundesstaat New Jersey soll Missy Elliott auch auftreten. Die 48-Jährige teilte auf Twitter mit, sie sei für diese Auszeichnung "demütig dankbar". Sie vergieße Freudentränen. Die Trophäe zollt dem Einfluss des jeweiligen Preisträgers auf die Musikszene Tribut. Sie wird in Erinnerung an den Videoclip-Vorreiter Michael Jackson vergeben. Zu früheren Gewinnern zählen Jennifer Lopez, Pink, Rihanna, Beyoncé, Justin Timberlake und Madonna.

China erhält Entschuldigung von Versace

Dass Hongkong und Macau auf einem T-Shirt von Versace als unabhängige Regionen verstanden werden konnten, hat China erzürnt. Dafür hat sich das italienische Modelabel entschuldigt. Donatella Versace schrieb: Sie habe Chinas nationaler Souveränität nicht zu nahe treten wollen. Für die inkorrekte Darstellung entschuldige sie sich als Direktorin des Unternehmens persönlich. Der Aufdruck der chinesischen Sonderhandelszonen Hongkong und Macau war zuerst in sozialen Medien in China kritisiert worden. Das T-Shirt ist Teil einer Serie, in der einzelne Städte mit den Ländern verknüpft werden, zu denen sie gehören.

Deutschland säumig bei Rückgabe von Gebeinen

Die Bundesregierung setzt ihre Versprechen bei der vorrangigen Provenienzforschung sterblicher Überreste aus der Kolonialzeit nicht um. Diesen Vorwurf erheben die Vereine "Berlin Postkolonial" und "DECOLONIZE Berlin". Die Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis90/Grüne hätte gezeigt, dass "selbst in den bundesbezuschussten Einrichtungen keine energischen Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele ergriffen" werde, heißt es in einer Presseerklärung. So habe Kulturstaatsministerin Grütters "eingestehen müssen", dass aus den Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung und der Stiftung Deutsches Historisches Museum in den letzten fünf Jahren die Gebeine von nicht mehr als zwei Menschen an ihre Nachfahren zurückgegeben worden seien. Darüber hinaus sei die tansanische Botschaft bislang nicht darüber informiert worden, dass durch die private Gerda-Henkel-Stiftung identifizierte Gebeine aus Herkunftsgemeinschaften in Tansania stammten.

Intakte Grabkammern in Griechenland entdeckt

Zwei intakte Grabstätten sind im Süden Griechenlands entdeckt worden. In den vollständig erhaltenen Grabkammern aus der Zeit zwischen 1400 und 1200 vor Christus, liegen die Gebeine von 14 Personen, teilte das Kulturministerium in Athen mit. In der Gegend des Fundortes nahe der Stadt Nemea, auf dem sogenannten Aidonia-Gräberfeld, sind seit Ende der 1970er Jahre zahlreiche Gräber aus dieser Zeit gefunden worden. Alle waren jedoch geplündert.

Tagebuch eines Geflüchteten gewinnt Preis

Der australische Biographiepreis "No Friend but the Mountains" ("Kein Freund außer den Bergen) ist mit rund 15.000 Euro dotiert. In diesem Jahr erhielt ihn Behrouz Boochani, ein kurdischer Geflüchteter. Er hatte während seines jahrelangen Aufenthalts auf einer abgelegenen Pazifik-Insel Tagebuch geführt. Die Jury begründet ihre Entscheidung unter anderem mit seinem poetischen Stil. Ein "erstaunliches Zeugnis der lebensrettenden Kraft des Schreibens als Widerstand". In dem Buch wird die Flucht aus dem Iran über Indonesien auf die australische Weihnachtsinsel sowie seine Gefangenschaft auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus beschrieben. Boochani konnte den Preis nicht selbst entgegennehmen, weil er seit 2013 die Insel nicht verlassen darf.

Kulturrat warnt vor weiterer Mobilfunk-Frequenzvergabe

Vor der am 28. Oktober beginnenden Weltfunkkonferenz (WRC-19) warnt der Deutsche Kulturrat davor, weitere - für die für die Kultur- und Kreativwirtschaft wichtige - Frequenzen aus dem MHz-Band zwischen 470 und 694 für den Mobilfunk freizugeben. Mit einer Öffnung des 600 MHz-Bandes für mobile Breitbanddienste würden diese Frequenzen de facto für Veranstalter aus der Kulturwirtschaft, öffentliche Theater- und Orchester, soziokulturelle Zentren sowie auch andere Kulturveranstalter für den Einsatz von Funkmikrofonen langfristig nicht mehr zur Verfügung stehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das würde den gesamten Kulturbereich vor große Probleme stellen, weil es keine gleichwertigen Ersatzfrequenzen gebe. Der Rundfunk nutzt das UHF-Band für die terrestrische Verbreitung seiner TV- und Radioangebote, um auch die Haushalte versorgen zu können, die weder über Kabelanschluss noch eine Satellitenempfangsanlage verfügen.

Verschollene Putten zurück in Augsburg

Mehr als 200 Jahre galten sie als nicht mehr auffindbar: Nun hat Augsburg zwei Renaissance-Putten zurück, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts die Fuggerkapelle in der evangelischen St. Anna Kirche zierten. Aufgetaucht waren sie im französischen Auktionshandel. Der Kauf wurde in Augsburg als "kunsthistorische Sensation" bezeichnet. Die beiden Kinderfiguren komplettieren die Gruppe von sieben Steinskulpturen des Bildhauers Hans Daucher. Seit dem Umbau der Kirche 1821 galten sie als verschollen.

Else Lasker-Schüler-Autographen für Marbach

Eine bislang unbekannte Sammlung von Autographen der Dichterin und Zeichnerin Else Lasker-Schüler sowie dazugehörige Materialien sind jetzt im Besitz des Literaturarchivs Marbach. Die meisten Stücke stammen aus dem Besitz des Verlegers Franz Glück, dessen umfangreiche Bibliothek sich bereits seit 1982 in Marbach befindet. Bei den neu erworbenen Stücken handelt es sich u.a. um Briefe, Postkarten und ein Telegramm an das Ehepaar Glück.

Widerstand gegen Hohenzollern-Forderungen

Die Forderung des Hauses Hohenzollern auf 1,2 Millionen Euro Entschädigung, die Rückgabe von Kunstgegenständen und Wohnrecht unter anderem in Schloss Cecilienhof in Potsdam, stößt bei der Regierung von Brandenburg weiter auf Widerstand. Zurzeit lägen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander, erklärte Kulturministerin Münch von der SPD auf eine Anfrage der CDU. Ziel der Landesregierung sei es, den umfassenden Zugang zu den Kunstwerken auch künftig zu gewährleisten. Ende Juli waren die Verhandlungen mit dem Ur-Urenkel des letzten deutschen Kaisers ergebnislos vertagt worden.

J.D Salinger in den USA als E-Book

Ab dem 13. August kann nicht nur "Der Fänger im Roggen" im Original auf dem Tablet gelesen werden. Das teilte der Verlag Little, Brown an Company mit, berichtet das Time-Magazine. Der Sohn des 2010 verstorbenen J.D. Salinger begründete die Entscheidung, das Gesamtwerk seines Vaters zu digitalisieren, mit dem Umstand, dass J.D. Salinger zwar das Haptische eines Buches überaus geliebt habe, aber all seine Leser mehr wertschätzen würde als lediglich die, die nur eines seiner gedruckten Bücher zur Hand nehmen. J.D. Salinger wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Berliner Kultureinrichtungen sollen bunter werden

Die Senatskulturverwaltung will die Vielfalt auch in den Berliner Kultureinrichtungen sichtbar machen. Wie der Sprecher von Kultursenator Klaus Lederer, Bartsch, sagte, sollten die Kulturbetriebe "sich hinsichtlich ihres Personals, des Programms, des Publikums und des Zugangs entsprechend weiterentwickeln." Chancengleichheit heiße nicht nur, "dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern, dass zu klein geratene Menschen eine Leiter bekommen", so Bartsch.

US-Film "The Hunt" wird nicht veröffentlicht

"Wir verstehen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist, um diesen Film zu veröffentlichen." Das teilten die Universal Pictures Studios in den USA mit. Der als satirische Thriller beschriebene Film "The Hunt" (Die Jagd) mit Hilary Swank kommt demnach Ende September nicht in die Kinos. Hintergrund sind die Massaker in El Paso und Dayton. In dem Spielfilm seien "gewaltverharmlosende Szenen" zu sehen. Es geht um einflußreiche Menschen, die andere Leute zum Spaß wie Tiere jagen. US-Präsident Donald hatte offensichtlich den bereits beworbenen "The Hunt" am Freitag auf Twitter kritisiert, als er davor warnte, ein Film würde Chaos schüren und Gewalt provozieren.

Prüfung des ZPS-Staatsanwalts dauert an

Warum ermittelte Staatsanwalt Zschächner in Gera gegen das Zentrum für Politische Schönheit wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung? Die Frage ist auch vier Monate nachdem er von dem Fall entbunden wurde, nicht beantwortet. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Prüfung dauere an. Es sei nicht absehbar, wann sie beendet sein werde. Auch die Staatsanwaltschaft Gera ist demnach an der Prüfung beteiligt. Hintergrund des Verfahrens war der Nachbau des Berliner Holocaust-Denkmals durch ZPS-Aktivisten in Sichtweite zum privaten Wohnhaus des Thüringer AfD-Parteichefs Björn Höcke.

Malerin Christa Näher geehrt

Den mit 10.000 Euro dotierten Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg hat Christa Näher erhalten. Die 72-Jährige Malerin sei "eine Künstlerin, die ihren Stil konsequent und unabhängig von Modeströmungen beibehalten habe" hieß es bei der heutigen Preisverleihung. Ihre Bildwelten mit ihren schillernden Oberflächen seien ein Gegenpol zu den rasanten digitalen Bilderfluten. Der Hans-Thoma-Preis wird seit 1949 alle zwei Jahre an herausragende Künstler verliehen, die den Schwerpunkt ihres Schaffens in Baden-Württemberg haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen neben anderen Otto Dix, Anselm Kiefer und Tobias Rehberger.

Nancy Kienholz gestorben

Sie war Fotografin, Objektkünstlerin und Konzeptkünstlerin: Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Nancy Kienholz am 7. August im Alter von 75 Jahren gestorben. Von 1972 bis zu dessen Tod 1994 arbeitete die US-Amerikanerin gemeinsam mit ihrem Mann Edward. Die beiden lebten abwechselnd in Berlin, Köln und den Vereinigten Staaten. Ihre neodadaistische Kunst präsentierten sie unter anderem auf der Documenta 5 in Kassel. Ihre Installationen inszenierten sie aus Gebrauchsgut und Objekten ortsbezogener Geschichte. Ungerechtigkeit und Tabus waren die großen Überschriften ihrer Arbeiten. Erst 1981 hatte Edward Kienholz bekanntgemacht, dass Nancy Kienholz mit ihm zusammenarbeitete.

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