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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. August 2019

Filmregisseur Jean-Pierre Mocky gestorben

Er drehte mit Charles Aznavour, Catherine Deneuve und Jane Birkin: Jean-Pierre Mocky, der mit 90 Jahren im Kreis seiner Familie verstorben ist. Zunächst arbeitete der in Nizza geboren Sohn polnischer Einwanderer als Schauspieler. Bekannt aber machten den Franzosen satirische Komödien mit viel schwarzem Humor. Dazu zählen "Angst in der Stadt" von 1964 und "Agent Trouble - Mord aus Versehen" von 1987. Die Zeitung "Le Monde" würdigt Mocky als den "vielleicht erfinderischsten, produktivsten, anarchistischsten der französischen Regisseure." Obwohl große Erfolge in den 90er Jahren ausblieben, produzierte er unermüdlich weiter Filme, die in keine Schublade passten.

Künstler Ai Weiwei kritisiert Deutschlands Gesellschaft

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hält Deutschland nicht für eine offene Gesellschaft. Deutschland wolle offen sein, beschützte aber vor allem sich selbst, sagte er der Zeitung "Die Welt". Die deutsche Kultur sei so stark, dass sie nicht wirklich andere Ideen und Argumente akzeptiere, betonte der im Berliner Exil lebende Künstler. Beim Umgang mit der Protestbewegung in Hongkong würden westliche Politiker und Geschäftsleute genau wissen, was vorgehe, aber schwiegen, angesichts der großen Geschäfte mit China, so Ai Weiwei.

Milo Rau dreht einen Film über das Neue Testament

Milo Rau ist ab Ende des Monats in der Europäischen Kulturhauptstadt Matera. Dort wird der Schweizer Theaterregisseur- und Intendant sich mit der Bibel beschäftigen. "Das Neue Evangelium" soll sein Film heißen,in dem Geflüchtete, Aktivisten und ehemaligen Schauspielerinnen und Schauspieler der Jesusfilme von Pier Paolo Pasolini und Mel Gibson zu Wort kommen. Mit dem ehemaligen Plantagenarbeiter Yvan Sagnet wird zum ersten Mal in der Filmgeschichte ein schwarzer Jesus vor der Kamera stehen - um noch einmal das Wort Gottes verkünden, verurteilt und gekreuzigt zu werden. Anfang September wird dann ein Marsch aus den süditalienischen Flüchtlingslagern die Kampagne „Revolte der Würde" eröffnen, die faire Arbeits- und Lebensbedingungen für alle nicht nur in Italien fordert.

Schauspieler Charles M. Huber kritisiert Afrika-Beauftragten

Charles M. Huber war Fernsehkommissar und Bundestagsabgeordneter: Aus Ärger über die Einlassungen den Christdemokraten Günter Nooke, Afrika-Beauftragter der Bundesregierung, ist Huber aus der CDU ausgetreten. Nooke hatte die respektlose Rede von Schalke-Aufsichtrat Clemens Tönnies über die Geburtenrate in Afrika verteidigt und gesagt, über das dortige Bevölkerungswachstum müsse gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden. Für Charles M. Huber relativiert dieser Satz die "rassistisch motivierte Kommunikation" von Tönnies, schreib der 62-Jährige auf Facebook. Huber ist Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer Deutschen.

"Game of Thrones"-Macher arbeiten künftig für Netflix

Die Macher der Erfolgsserie "Game of Thrones" David Benioff und Dan Weiss wechseln nach mehr als zehn Jahren vom Sender HBO zur Streaming-Plattform Netflix. Benioff und Weiss hätten einen Vertrag unterzeichnet, künftig für mehrere Jahre für das Unternehmen Drehbücher zu schreiben und die Produktion und Regie von Serien und Filmen zu verantworten. Man sei hocherfreut, die beiden meisterhaften Geschichtenerzähler bei Netflix begrüßen zu dürfen, teilte Netflix mit. Zur Summe, für die die Streaming-Plattform die beiden Filmemacher von HBO abgeworben hat, machte Netflix keine Angaben. Medien in Hollywood hatten von einem "Vertrag in neunstelliger Höhe" berichtet. Mit der Fantasy-Serie "Game of Thrones" hatte das Duo zahlreiche Rekorde gebrochen.

Zentralrat übt heftige Kritik an Roma-Doku bei SAT.1

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat dem Sender SAT.1 vorgeworfen, Hass und Gewalt gegenüber Minderheiten zu legitimieren. Der Zentralrat bezog sich dabei auf eine Ausstrahlung der Dokumentation "Roma: Ein Volk zwischen Armut und Angeberei", die der Sender am Mittwochabend ausgestrahlt hatte. Sie diffamiere die Angehörigen der Minderheit auf "widerwärtige und rassistische Art" und stehe "ohne weiteres in der rassistischen Tradition eines 'Jud Süß' oder des Nazi-Propagandafilms über das Ghetto Theresienstadt", so der Zentralrat. Roma würden in Zusammenhang mit Ratten gebracht. Zudem werde die Minderheit pauschal kriminalisiert. Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose sprach von einer großen Gefahr für die Demokratie und das Zusammenleben in Deutschland, weil rechtsextreme Positionen bedient würden. Rose rief die Landesanstalt für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz auf, die Inhalte des Beitrags zu prüfen.

Studie: Gefahr für Pressefreiheit durch Drohschreiben

Wenn sich Medienunternehmen nicht juristisch gegen Prominente und Anwälte zur Wehr setzen, die kritische Berichterstattungen im Vorfeld zu verhindern versuchen, schwächt das die Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der Technischen Universität Dortmund. Forscher gingen der Frage nach, welche Arten von Einschüchterungsversuchen es vor Veröffentlichungen gibt und ob sie erfolgreich sind. Anwaltliche Drohschreiben führten bei den meisten Journalisten nicht zur Einschüchterung oder gar Selbstzensur, so die Studie. Trotzdem blieben die Drohschreiben nicht folgenlos: bei Medienunternehmen in angespannter finanzieller Lage sinke seit Jahren die Bereitschaft, kostenintensive Gerichtsprozesse zu führen. Die Otto-Brenner-Stiftung, die die Studie mitunterstützt hat, forderte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Journalisten. Sie müssten "ohne Sorge vor rechtlichen Risiken recherchieren und ihren Job machen können".

Festivalwoche zum 30. Mauerfall-Jubiläum geplant

Berlin plant zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR im Herbst eine Festivalwoche mit Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerten. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte, drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall müsse bei den Feiern auch Raum zum Nachdenken und Reflektieren gegeben werden - über die Entwicklungen der vergangenen Jahre in Ostdeutschland, in Osteuropa und über die Renaissance autoritärer Regierungen. "Heute sieht die Welt einfach anders aus", betonte Lederer. Geplant ist unter anderem eine "Route der Revolution". Vom 4. bis 10. November sollen sieben Originalschauplätze bespielt werden, die stellvertretend für wichtige Ereignisse der Geschichte von 1989/90 stehen. Auch Zeitzeugengespräche und Filmvorführungen gehören zum Programm.

Mehr Professuren zu Künstlicher Intelligenz geplant

Die Alexander von Humboldt-Stiftung will in den kommenden fünf Jahren 30 zusätzliche Humboldt-Professuren auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) besetzen, wie die Stiftung mitteilte. Das soll zur nationalen KI-Strategie der Bundesregierung beitragen, die die Schaffung neuer KI-Lehrstühle in Deutschland zum Ziel hat. „Bei der Forschung zur Künstlichen Intelligenz geht es um Fragen, die nicht nur technisch beantwortet werden können. Wir müssen auch die gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Dimensionen einbeziehen“, sagte Hans-Christian Pape, der Präsident der Humboldt-Stiftung. Mit der Humboldt Professur holt die Stiftung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird, internationale Spitzenforscher aus dem Ausland an deutsche Universitäten. Statt zehn können nun jährlich sechszehn Professoren speziell für das Gebiet der Künstlichen Intelligenz für Deutschland gewonnen werden.

Künftig freier Eintritt in Berliner Museen

Mit einem eintrittsfreien Sonntag pro Monat will Berlin die Hemmschwellen für Museums-Besuche senken. Kultursenator Klaus Lederer sagte, es würden außerdem Programme entwickelt, um auch bei Menschen Interesse zu wecken, die selten Museen besuchen. Mit regelmäßigen Umfragen sollen künftig Gründe und Hindernisse für Museums- und Theaterbesuche ermittelt werden. Zu den Museen, die ab April 2020 einmal im Monat sonntags freien Eintritt gewähren, gehören u.a. die Berlinische Galerie, das Deutschen Technikmuseum und das Haus der Wannsee-Konferenz.

Linke mit Volksinitiative gegen Hohenzollern-Ansprüche

Die Partei die Linke hat eine Volksinitiative gegen die Rückerstattungsansprüche der Nachfahren des letzten deutschen Kaisers gestartet. Ziel sei es, "kein Eigentum des Volkes an die Hohenzollern zu verschenken", hieß es in einem Schreiben der Linke zum Start der Volksinitiative. Die Partei erwartet, dass 20.000 Unterschriften dafür zusammenkommen. Die Hohenzollern verhandeln seit langem mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg und fordern die Rückgabe von Kunstgegenständen, u.a. ein Wohnrecht im Schloss Cecilienhof sowie eine finanzielle Entschädigung vom Land Brandenburg. Bei dem seit 2018 ruhenden Rechtsstreit geht es darum, ob den Hohenzollern eine Entschädigung rechtmäßig überhaupt zusteht. Jüngst hatte das Finanzministerium beim Amtsgericht Potsdam beantragt, das Gerichtsverfahren fortzusetzen. Es soll auch geklärt werden, ob die Hohenzollern dem Naziregime Vorschub geleistet haben.

Deutsche Rapper mögliche Attentatsziele

Die Rapper Farid Bang und Kollegah könnten im Visier des libanesischen Clan-Milieus um den Berliner Arafat Abou-Chaker stehen. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Justizkreise. Der Anwalt Abou-Chakers sei nicht zu erreichen gewesen. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst über entsprechende Ermittlungen berichtet. Im Frühjahr 2018 hatten sich Abou-Chaker und sein wohl wichtigster Geschäftspartner, der Rapper Bushido, zerstritten. Auch die Rapper Farid Bang und Kollegah, die aus Nordrhein-Westfalen und Hessen stammen, seien mit Abou-Chaker immer wieder in Streit geraten. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte dem "Tagesspiegel", man äußere sich nicht zu dem Fall.

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