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Kulturnachrichten

Samstag, 4. August 2018

Museum "Newseum" in der Kritik

Wegen des Verkaufs von T-Shirts mit dem Aufdruck "You are very fake news"

Das Nachrichten-Museum "Newseum" in Washington D.C. ist in die Kritik geraten, weil es Kleidungsstücke mit einem Wahlkampfslogan von Donald Trump sowie mit der Aufschrift "You are very fake news" verkauft. Wie die Website Poynter.org berichtet, werden auch Mützen mit dem Satz "Make America great again" angeboten. Für Kritik sorgt aber der Verkauf von T-Shirts mit dem Aufdruck "You are very fake news". Der US-Präsident wirft den Medien immer wieder die Verbreitung von "Fake News", also von Falschmeldungen, vor. Journalist Michael Barbaro von der New York Times nannte den Verkauf eine sehr schlechte Idee. Das Museum sollte die Medien schützen und nicht die Schlagworte derer, die sie untergraben wollten. Die Fronten zwischen dem Präsidenten und vielen Medien sind verhärtet. Zuletzt hatte der Verleger der New York Times, Arthur Gregg Sulzberger, Trump vorgeworfen, mit seinen verbalen Angriffen die Sicherheit von Journalisten zu gefährden. Das "Newseum" soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Pressefreiheit und des ersten Verfassungszusatzes sensibilisieren. Dieser regelt unter anderem, dass der US-Kongress kein Gesetz verabschiedet, das die Redefreiheit oder die Freiheit der Presse einschränken würde.

Lady Bitch Ray für eine differenzierte Rassismusdebatte

Benennung aller Formen von Rassismus und Menschenfeindlichkeit sei wichtig

Die Rapperin Lady Bitch Ray plädiert in der aktuellen Rassismusdebatte für mehr Differenzierung. Rassismuskritik sollte umfassend sein und fair und ehrlich besprochen werden, schreibt sie in der Tageszeitung "Taz". Die allumfassende und differenzierte Benennung von Rassismus und Diskriminierung würde dem Rechtspopulismus den Wind aus den Segeln nehmen, so die Rapperin. Fakt sei, dass die durch den Fall Mesut Özil ausgelöste #MeTwo-Initiative Deutschen mit Migrationsgeschichte die Möglichkeit gebe, sich mitzuteilen und auszutauschen. Das Benennen sowohl von negativen als auch positiven Erfahrungen sei notwendig, weil sie die Realität in Deutschland abbilden, schreibt die Rapperin weiter. Es zeige, "dass nicht alle Deutschen rassistisch sind und es auch positive Beziehungen zwischen Deutschdeutschen und Deutschmigranten gibt".

Ehrung für Meg Ryan beim Filmfest Locarno

Hollywood-Star erhält den Ehrenpreis

Die 56 Jährige nahm den Leopard Club Award am Abend gerührt und mit sichtlichem Stolz entgegen. Sie fühle sich außerordentlich geehrt, sagte sie und ergänzte, der Preis zeige, dass sie sich richtig entschieden habe, Teil der kleinen Gemeinschaft der Filmemacher zu sein, die der großen Gemeinschaft der Menschheit mit ihrer Arbeit Freude schenken wollen. Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter des Festivals, feierte Meg Ryan als eine Schauspielerin, die dem alten Genre der romantischen Komödie mit Frische und Intelligenz wichtige neue Impulse und vor allem ein modernes Frauenbild geschenkt habe. Etwa 3.000 Zuschauer bejubelten Meg Ryan im vollbesetzten Kino. Die Gala musste wegen Unwetters von der Piazza Grande dorthin verlegt werden. Der Leopard Club Award wird seit 2013 an Persönlichkeiten des Kinos verliehen, die sich durch ihre Arbeiten in das kollektive Gedächtnis eingeprägt haben.

Ai Weiweis Atelier ohne Vorwarnung abgerissen

Seit 2015 lebt der Künstler im Berliner Exil

Das Pekinger Atelier des im deutschen Exil lebenden chinesischen Künstlers Ai Weiwei ist ohne Vorwarnung abgerissen worden. Auf Videos beim Online-Bilderdienst Instagram zeigte Ai Weiwei am Freitag, wie ein Bagger die großen Fenster des Ateliers von außen durchbrach. "Leb wohl", schrieb er. Bereits seit 2006 sei das Gebäude im "ostdeutschen sozialistischen Stil" sein Hauptatelier gewesen. Der regierungskritische Konzeptkünstler verließ China vor drei Jahren, inzwischen lebt er in Berlin. Im Jahr 2011 war Ai Weiwei wegen seiner Kritik an der Führung in Peking für 81 Tage eingesperrt worden. Sein Reisepass wurde vier Jahre lang einbehalten. Als er das Dokument 2015 zurückerhielt, zog er nach Berlin.

Concertgebouw-Orchester: Gatti weist Vorwürfe zurück

Concertgebouw-Orchester entlässt Chefdirigent Gatti

Nach seiner fristlosen Entlassung als Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters hat Daniele Gatti alle Beschuldigungen zu sexueller Belästigung entschieden zurückgewiesen. "Der Maestro hat seine Anwälte gebeten, seinen Ruf zu schützen und alle notwendigen Schritte zu unternehmen, wenn diese Hetzkampagne weitergeht" heißt es in einer Erklärung. Gatti sei "extrem überrascht", teilte sein Anwalt mit. Am Donnerstag hatte das Orchester mitgeteilt, man habe die Zusammenarbeit mit dem 56-jährigen Italiener "mit sofortiger Wirkung" beendet. Mehrere Musikerinnen hätten über "unangemessenes" Verhalten des Chefdirigenten geklagt. "Die Vertrauensbeziehung zwischen dem Orchester und dem Chefdirigenten ist irreparabel beschädigt", hatte das Orchester erklärt. Auch die "Washington Post" hatte in der vergangenen Woche über zwei Fälle von sexuellem Fehlverhalten des Dirigenten 1996 und 2000 berichtet. Daraufhin hatten Amsterdamer Musikerinnen von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Nach dem Bericht in der "Washington Post" hatte Gatti sich bereits entschuldigt. Gatti war seit 2016 Chefdirigent in Amsterdam.

Harvey Weinstein will Klage abweisen lassen

Der Vorwurf: Die Staatsanwaltschaft habe der Grand Jury E-Mails vorenthalten

Der wegen Vergewaltigung angeklagte Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein will einem drohenden Strafprozess entgehen. Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman reichte am Freitag ein fast 160 Seiten langes Schreiben bei Gericht ein, das die Klage gegen Weinstein als "fehlerhaft" zurückweist. Unter anderem habe die Staatsanwaltschaft der Grand Jury, die Anklage gegen den 66-Jährigen erhoben hatte, wichtige E-Mails vorenthalten. Brafmans Antrag zitiert aus etwa 40 E-Mails von einer Frau, die Weinstein vorwirft, sie im Jahr 2013 in einem Hotelzimmer vergewaltigt zu haben. "Ich liebe dich, ich habe dich immer geliebt", schreibt sie darin. "Aber ich hasse es, mich wie ein One-Night-Stand zu fühlen." Ihre Wortwahl deute darauf hin, dass die intime Beziehung mit Weinstein einvernehmlich war. Brafman hatte zuvor gesagt, dass die Frau über zehn Jahre eine einvernehmliche Beziehung mit Weinstein führte. Diese Hinweise hätten der Grand Jury dem Anwalt zufolge nicht vorenthalten werden dürfen.

"Zombie Boy" mit 32 Jahren gestorben

Lady Gaga plädiert für Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen

Der wegen seiner Knochen-Tätowierungen als "Zombie Boy" bekannte kanadische Künstler Rick Genest ist tot. Das gab das Management des auch als Model arbeitenden 32-Jährigen am Freitag bekannt. Laut kanadischen Medien handelte es sich um einen Suizid, die Polizei wollte dies auf Anfrage aber weder bestätigen noch dementieren. Genest war von Kopf bis Fuß mit Tattoos bedeckt, die ihm das Aussehen eines wandelnden Skeletts gaben. Damit wurde er zu einem Star der Kunst- und Modewelt. Er trat bei Modenschauen auf und war unter anderem auch in dem 2011 gedrehten Musikvideo "Born This Way" von Pop-Diva Lady Gaga zu sehen. Die Künstlerin reagierte erschüttert. Der Suizid von "Freund Rick Genest" sei "verheerend", teilte sie via Twitter mit. "Wir müssen härter daran arbeiten, die Kultur zu verändern, psychische Gesundheit in den Vordergrund zu stellen und das Stigma auszulöschen, das uns darunter hindert, darüber zu reden", betonte die Sängerin.

Ernst-Hoferichter-Preis für Hanitzsch und Wunnicke

Der Preis geht jährlich an Münchner Künstler der "erzählenden Kunst"

Der Karikaturist Dieter Hanitzsch und die Schriftstellerin Christine Wunnicke erhalten im Januar 2019 den Ernst-Hoferichter-Preis. Die mit jeweils 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1975 jährlich an Münchner Künstler der "erzählenden Kunst" vergeben, die Originalität mit Weltoffenheit und Humor verbinden. Zu den bisher rund 100 Geehrten gehören unter anderen Herbert Achternbusch, Doris Dörrie, Axel Hacke, Jörg Maurer, Bruno Jonas, Luise Kinseher, Gerhard Polt, Marcus H. Rosenmüller und zuletzt Karl-Heinz Hummel.

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