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Kulturnachrichten

Sonntag, 6. August 2017

Deutscher Journalistin drohen bis zu 15 Jahre Haft

Mesale Tolu sitzt in Istanbul in Untersuchungshaft

Der in der Türkei inhaftierten deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Das meldete die regierungskritische Nachrichtenagentur ETHA in Berufung auf Tolus Anwältin. Laut "Bild" sei die Anklageschrift bereits von einem Gericht angenommen worden. Tolu soll mit 17 weiteren Journalisten vor Gericht gestellt werden. Der in Istanbul in Untersuchungshaft sitzenden Journalistin wird Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Sie war am 30. April festgenommen worden, als Polizisten einer Anti-Terror-Einheit ihre Wohnung stürmten. Tolu besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft - anders als der ebenfalls in der Türkei inhaftierte "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel, der sowohl deutscher als auch türkischer Staatsbürger ist. Tolu arbeitete als Journalistin und Übersetzerin für Etha in Istanbul. Der Prozess gegen sie soll am 11. Oktober beginnen. Die Etha-Internetseite ist in der Türkei seit 2015 per Gerichtsbeschluss gesperrt, die Agentur arbeitet aber weiter.

Rolling-Stones-Gitarrist outet seinen Lungenkrebs

Ronnie Wood ließ sich Teil der Lunge entfernen

Rolling-Stones-Gitarrist Ronnie Wood hat sich wegen einer möglicherweise lebensbedrohlichen Krebsläsion einen Teil der Lunge entfernen lassen. Der britischen Zeitung "Mail on Sunday" sagte er, den Kampf gegen den Krebs habe er vorläufig gewonnen. Allerdings gehe er jetzt alle drei Monate zum Check-up beim Arzt. Der Krebsverdacht kam Wood zufolge im Mai bei einer Routineuntersuchung vor dem Beginn einer Tournee der Band auf. "Ganz ehrlich, überrascht war ich nicht", sagte der langjährige Kettenraucher. Schließlich ergaben Tests, dass die Krebsläsion, ein Rundherd im Lungengewebe, nicht weiter wuchs. Daraufhin erfolgte die Operation. "Ich hatte verdammtes Glück", sagte der 70-jährige Rockmusiker. Kurz nach der Geburt seiner Zwillingsmädchen im Mai 2016 hatte Wood das Rauchen und den Alkohol aufgegeben.

Erneut Fox News-Moderator suspendiert

Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Eric Bolling

Der konservative US-Nachrichtensender Fox News wird erneut von Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen einen seiner Mitarbeiter belastet. Wie ein Sprecher des Senders sagte, wurde Moderator Eric Bolling während der Ermittlungen vom Dienst suspendiert. Bolling soll laut einem Bericht der Online-Zeitung "Huffington Post" vor mehreren Jahren Fotos männlicher Genitalien an zwei Kolleginnen geschickt haben. Der Bericht zitiert eine ganze Reihe anonymer Quellen in und außerhalb des Senders, der als ein Sprachrohr der US-Konservativen gilt und der meistgesehene Kabel-Nachrichtenkanal in den USA ist. Bolling, der seit sieben Jahren bei dem Sender ist, ließ die Vorwürfe durch seinen Anwalt zurückweisen. Er werde seine rechtlichen Mittel ausschöpfen, um gegen "falsche und verleumderische Vorwürfe" vorzugehen. Im vergangenen Jahr musste Senderchef Roger Ailes zurücktreten, nachdem mehrere Frauen ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Im April trennte sich der Sender von Moderator Bill O'Reilly ebenfalls wegen sexueller Belästigung. Mitarbeiterinnen beklagten Medienberichten zufolge ein frauenfeindliches Klima in dem Sender.

Bad Dürkheimer NS-Kunst bleibt unter Verschluss

Damit verbundenes Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei dauert an

Die vor gut zwei Jahren in einer Bad Dürkheimer Lagerhalle entdeckte NS-Kunst bleibt vorerst unter Verschluss. Das damit verbundene Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei laufe noch, sagte ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft auf Anfrage. Wie lange es noch dauern werde, wisse er nicht. Auch zur aktuellen Zahl der Verdächtigen machte er keine Angaben. Im Mai 2015 waren Fahnder bei einer Razzia wegen des Verdachts der Hehlerei an rechtswidrig erlangtem Bundesvermögen auf die Stücke gestoßen: In der Lagerhalle fanden sie mehrere monumentale Objekte, darunter die "Schreitenden Pferde" von Josef Thorak sowie Werke der NS-Bildhauer Arno Breker und Fritz Klimsch. Nach damaligen Angaben der Berliner Polizei wurden acht Verdächtige ermittelt. Sie sollen die Skulpturen und Reliefs gestohlen und den Weiterverkauf ausgehandelt haben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte, die NS-Kunst aus Adolf Hitlers einstiger Reichskanzlei solle ausgestellt werden, um eine kritische Auseinandersetzung damit zu ermöglichen. Voraussetzung für die Ausstellung ist aber die Freigabe.

Elbphilharmonie führt Nachbesserungen aus

Akustische Optimierungen und bessere Sichtbarkeit von Treppenstufen

Nach dreiwöchiger Sommerpause startet die Elbphilharmonie mit zahlreichen Nachbesserungen in die neue Spielzeit. Etliche Besucher des neuen Hamburger Wahrzeichens hatten sich über die verwinkelten Treppenstufen des Konzerthauses beschwert, die teilweise nur schwer zu erkennen waren. Es kam sogar zu einigen Stürzen. Seit ihrer Eröffnung im Januar gab es immer wieder Kritik an den Treppenstufen in der Elbphilharmonie. Jetzt wurde an zahlreichen Stellen nachgebessert. In Absprache mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg hat die Kulturbehörde nun für eine bessere Sichtbarkeit der Treppenstufen in den Foyers und im Großen Saal gesorgt. Zudem wurde die Sommerpause genutzt, um wie geplant auf Empfehlungen des Akustikers Yasuhisa Toyota im Kleinen Saal die akustischen Optimierungen abzuschließen. Dort werden noch bis zum 11. September die Holzpaneele der östlichen Saalwand überarbeitet.

Wacken Open Air zu Ende

Veranstalter, Polizei und Rettungskräfte ziehen positive Bilanz

Das Wacken Open Air ist zu Ende. Nach drei Tagen Heavy Metal zogen die Veranstalter eine positive Bilanz. "Wir sind sehr zufrieden", sagte Festival-Mitgründer Holger Hübner. Polizei und Rettungsdienste sprachen von einem weitgehend friedlichen Fest. "Für uns ist das grundsätzlich jedes Jahr ein friedlicher Einsatz", teilte die Polizei mit. Etwa 1600 Mal mussten Festivalbesucher bis Samstagnachmittag von den rund 700 eingesetzten Rettungskräften behandelt werden. Die Polizei erfasste 175 Straftaten - die meisten davon waren Diebstähle. Gegenüber dem Vorjahr habe sich die Zahl körperlicher Auseinandersetzungen um mehr als die Hälfte - von 20 auf 8 Fälle - reduziert, hieß es. Nach Konzerten von Szene-Größen und regelmäßigen Wacken-Gästen wie Amon Amarth und Volbeat - aber auch Weltstars wie Alice Cooper, Marilyn Manson, Kreator und Status Quo - endete das Festival in der Nacht zum Sonntag mit einem Auftritt der Folk-Metaller von Subway to Sally. Insgesamt spielten in diesem Jahr rund 150 Bands in Wacken.

Yücels Arbeitgeber reicht Beschwerde bei EuGH ein

WeltN24 beanstandet Verletzung seiner Presse- und Berichterstattungsfreiheit

Deniz Yücels Arbeitgeber WeltN24 hat wegen dessen Inhaftierung in der Türkei Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht. Der Verlag WeltN24 beanstande eine Verletzung seiner Presse- und Berichterstattungsfreiheit, teilte das Unternehmen in der "Welt" mit. Die grundlose Inhaftierung mache eine unmittelbare Vor-Ort-Berichterstattung aus der Türkei unmöglich. "Wir nutzen alle rechtlichen Mittel, um die Berichterstattungsfreiheit sowohl Deniz Yücels als auch des Verlags zu verteidigen", sagte WeltN24-Geschäftsführerin Stephanie Caspar." Yücel selbst hatte im April Beschwerde gegen seine Inhaftierung beim EuGH eingelegt. Die Bundesregierung hatte angekündigt, Yücel bei seiner Beschwerde in Straßburg zu unterstützen. Alle Appelle, den Journalisten freizulassen, waren bislang vergeblich.

Kulturmanager Peter Oswald gestorben

Ehemaliger Intendant des Steirischen Herbsts wurde nur 63 Jahre alt

Peter Oswald, ehemaliger Intendant des Steirischen Herbsts, ist in der Nacht auf Donnerstag mit 63 Jahren unerwartet verstorben. Das teilte Intendantin Veronica Kaup-Hasler mit. Oswald war Festivalchef von 2000 bis 2005. "Peter Oswald öffnete vielen Menschen die Türen zu neuen klanglichen Welten...", hieß es aus dem Büro des Steirischen Herbsts weiter. Große Produktionen hätten das Festival unter seiner Intendanz geprägt: "Begehren" von Beat Furrer eröffnete das Kulturhauptstadtjahr Graz 2003 und wurde später von der renommierten Zeitschrift "Opernwelt" als Oper des Jahres ausgezeichnet. Oswald zeichnete auch für breitenwirksame Ausstellungen verantwortlich und war von 1988 bis 1990 "musikprotokoll"-Leiter. Seine Leidenschaft und Pionierarbeit für die Neue Musik lebe fort in den vielen und einzigartigen Aufnahmen zeitgenössischer Musik in dem von ihm und Barbara Fränzen gegründeten Label Kairos, so Kaup-Hasler.

Ermittlungen gegen Scooter wegen Krim-Reise

Band war am Freitagabend bei Musikfestival ZBFest in Balaklawa aufgetreten

Wegen eines Auftritts der deutschen Technoband Scooter auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim haben die ukrainischen Behörden Ermittlungen eingeleitet. Deutschland werde gebeten, bei einer Befragung der Band Rechtshilfe zu leisten, berichtete die Agentur Unian unter Berufung auf die ukrainische Staatsanwaltschaft der Krim. Scooter drohen demnach bis zu acht Jahre Haft. Die illegale Einreise auf die 2014 von Russland annektierte Krim sei "ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen", sagte der ukrainische Botschafter Andrej Melnyk der Funke-Mediengruppe. Er bestätigte, ein Strafverfahren sei eingeleitet worden. Die Ukraine betrachtet Reisen auf die Krim über Russland, wie die Band Scooter es getan hatte, als Verletzung ihrer Grenzen. Zudem lässt sie Künstler nicht einreisen, die seit 2014 auf der Krim aufgetreten sind. Scooter war am Freitagabend als Headliner bei dem beliebten Musikfestival ZBFest in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol aufgetreten.

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