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Kulturnachrichten

Samstag, 5. August 2017

Yücels Arbeitgeber reicht Beschwerde bei EuGH ein

WeltN24 beanstandet Verletzung seiner Presse- und Berichterstattungsfreiheit

Deniz Yücels Arbeitgeber WeltN24 hat wegen dessen Inhaftierung in der Türkei Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht. Der Verlag WeltN24 beanstande eine Verletzung seiner Presse- und Berichterstattungsfreiheit, teilte das Unternehmen in der "Welt" mit. Die grundlose Inhaftierung mache eine unmittelbare Vor-Ort-Berichterstattung aus der Türkei unmöglich. "Wir nutzen alle rechtlichen Mittel, um die Berichterstattungsfreiheit sowohl Deniz Yücels als auch des Verlags zu verteidigen", sagte WeltN24-Geschäftsführerin Stephanie Caspar." Yücel selbst hatte im April Beschwerde gegen seine Inhaftierung beim EuGH eingelegt. Die Bundesregierung hatte angekündigt, Yücel bei seiner Beschwerde in Straßburg zu unterstützen. Alle Appelle, den Journalisten freizulassen, waren bislang vergeblich.

Kulturmanager Peter Oswald gestorben

Ehemaliger Intendant des Steirischen Herbsts wurde nur 63 Jahre alt

Peter Oswald, ehemaliger Intendant des Steirischen Herbsts, ist in der Nacht auf Donnerstag mit 63 Jahren unerwartet verstorben. Das teilte Intendantin Veronica Kaup-Hasler mit. Oswald war Festivalchef von 2000 bis 2005. "Peter Oswald öffnete vielen Menschen die Türen zu neuen klanglichen Welten...", hieß es aus dem Büro des Steirischen Herbsts weiter. Große Produktionen hätten das Festival unter seiner Intendanz geprägt: "Begehren" von Beat Furrer eröffnete das Kulturhauptstadtjahr Graz 2003 und wurde später von der renommierten Zeitschrift "Opernwelt" als Oper des Jahres ausgezeichnet. Oswald zeichnete auch für breitenwirksame Ausstellungen verantwortlich und war von 1988 bis 1990 "musikprotokoll"-Leiter. Seine Leidenschaft und Pionierarbeit für die Neue Musik lebe fort in den vielen und einzigartigen Aufnahmen zeitgenössischer Musik in dem von ihm und Barbara Fränzen gegründeten Label Kairos, so Kaup-Hasler.

Ermittlungen gegen Scooter wegen Krim-Reise

Band war am Freitagabend bei Musikfestival ZBFest in Balaklawa aufgetreten

Wegen eines Auftritts der deutschen Technoband Scooter auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim haben die ukrainischen Behörden Ermittlungen eingeleitet. Deutschland werde gebeten, bei einer Befragung der Band Rechtshilfe zu leisten, berichtete die Agentur Unian unter Berufung auf die ukrainische Staatsanwaltschaft der Krim. Scooter drohen demnach bis zu acht Jahre Haft. Die illegale Einreise auf die 2014 von Russland annektierte Krim sei "ein Verbrechen mit schwerwiegenden rechtlichen Folgen", sagte der ukrainische Botschafter Andrej Melnyk der Funke-Mediengruppe. Er bestätigte, ein Strafverfahren sei eingeleitet worden. Die Ukraine betrachtet Reisen auf die Krim über Russland, wie die Band Scooter es getan hatte, als Verletzung ihrer Grenzen. Zudem lässt sie Künstler nicht einreisen, die seit 2014 auf der Krim aufgetreten sind. Scooter war am Freitagabend als Headliner bei dem beliebten Musikfestival ZBFest in Balaklawa nahe der Marinestadt Sewastopol aufgetreten.

Loveparade-Gedenktafel zerstört

Tafel gehörte zur öffentlichen Gedenkstätte der Stiftung Loveparade

Vandalen haben in Duisburg eine Glasplatte mit den Namen der 21 Loveparade-Opfer zerstört. Die Platte gehörte zu der öffentlichen Gedenkstätte der Stiftung Loveparade in einem Duisburger Park nahe dem Ort der Katastrophe von 2010. Nach Angaben eines Polizeisprechers ist die Tafel mit den Inschriften vermutlich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aus ihrer Halterung gerissen worden und zersplittert. Entdeckt wurde die Zerstörung am Freitagabend. Die Polizei hatte zunächst noch keine Hinweise auf Tatverdächtige.

Ehrung für Hollywoodstar Adrien Brody

Oscarpreisträger beim Filmfest Locarno ausgezeichnet

Der Schauspieler Adrien Brody ist beim Filmfestival Locarno mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Der Oscarpreisträger nahm den Leopard Club Award am Abend unter Tränen entgegen. "Ich teile den Preis mit meinen Eltern, die heute hier sind. Sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin. Also gebührt ihnen diese Auszeichnung", sagte der 44-Jährige vor etwa 8000 Zuschauern auf der Piazza Grande und ergänzte: "Gute Filme erlauben uns, zu träumen, die Kultur, die Welt besser zu verstehen - wir alle zusammen, Künstler und Publikum. Also teile ich die Auszeichnung auch mit Ihnen." Der Leopard Club Award wird seit 2013 an Persönlichkeiten des Kinos verliehen, die sich "durch ihre Arbeiten in das kollektive Gedächtnis eingeprägt haben."

Letzter Tag beim Festival "Wacken Open Air"

Großes Metal-Treffen endet in Norddeutschland

Das "Wacken Open Air" in Schleswig-Holstein geht heute in die letzte Runde. Am Nachmittag wollen Veranstalter, Polizei und Rettungsdienste Bilanz ziehen und einen ersten Ausblick auf das Festival im kommenden Jahr geben. Den Endpunkt setzt in der Nacht zum Sonntag die Folk-Metal-Band Subway to Sally. Davor sollen unter anderen Alice Cooper, Amon Amarth und Kreator den Metalheads einheizen. Zum "Wacken Open Air" im Kreis Steinburg kommen jährlich Zehntausende Freunde harter Musik. Mit rund 75.000 verkauften Tickets war das Festival 2017 zum zwölften Mal in Folge ausverkauft. Bis Freitagmorgen meldeten die Rettungsdienste rund 160 Einsätze.

Deutscher PEN kritisiert „Stiftung Lesen"

AfD-Mandatsträger wurden zum bundesweiten Vorlesetag eingeladen

Die Präsidentin des deutschen PEN, Regula Venske, kritisiert die „Stiftung Lesen". Diese habe AfD-Politiker eingeladen, am bundesweiten Vorlesetag teilzunehmen. Nach Auffassung des deutschen PEN sind die Grundsätze der AfD, die sich gegen die bestehende kulturelle Vielfalt und Toleranz richten, nicht vereinbar mit den an Schulen und Kitas vertretenen und unsere Gesellschaft bereichernden Leitbildern, so Venske. Gegenüber Deutschlandfunk Kultur erklärte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, Jörg F. Maas, dass die Stiftung alle im Bundestag und in den Länderparlamenten vertretenen Parteien mit Ausnahme der NPD auf ein mögliches Engagement beim Vorlesetag lediglich aufmerksam gemacht habe. Dabei sei darauf hingewiesen worden, fremdenfreindliche, rassisitische und antisemitische Äußerungen in Bildungseinrichtungen zu unterlassen. Die Schulen und Kitas könnten selbst entscheiden, wen sie zum Vorlesetag in ihre Einrichtung einladen wollen.

Reporter ohne Grenzen fordert Shawkans Freilassung

Fotojournalist sitzt seit vier Jahren in Untersuchungshaft

Reporter ohne Grenzen fordert die ägyptischen Behörden auf, den Fotojournalisten Mahmud Abu Seid, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Shawkan, sofort freizulassen. Mitte August sitzt er seit vier Jahren ohne Urteil in Haft. Shawkan wurde festgenommen, während er über die Auflösung einer Pro-Mursi-Demonstration berichtete, und steht nun vor Gericht. „Seit vier Jahren muss Shawkan nun schon unter den schweren Bedingungen der Untersuchungshaft leiden. Sein Gesundheitszustand hat sich seit seiner Festnahme dramatisch verschlechtert", sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. Shawkan arbeitete als freier Fotograf unter anderem für die Agenturen Demotix und Corbis sowie für das deutsche Magazin Focus.

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