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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. August 2017

Uni Hannover untersucht eigene NS-Vergangenheit

Untersucht werden sollen Funktionsträger wie Rektoren, Kanzler und Dekane

Die Leibniz Universität Hannover untersucht mögliche NS-Belastungen von Mitgliedern und Angehörigen für die Zeit nach 1945. Dazu nimmt sie den Zeitraum vom Kriegsende bis 1971 in den Fokus, wie die Hochschule am Mittwoch in Hannover mitteilte. Mit der Studie wurde nach den Angaben der Historiker Michael Jung beauftragt. Ergebnisse würden voraussichtlich bis Ende 2019 vorliegen. Von 2012 an hatte die Leibniz Universität bereits die NS-Geschichte ihrer Vorgängerinstitution untersucht. Unrechtsmaßnahmen zwischen 1933 und 1945 an der damaligen Technischen Hochschule Hannover wurden aufgearbeitet und dokumentiert. Die Ergebnisse liegen seit vergangenem Jahr auch in Buchform vor.

"Pastafaris" sind keine Religionsgemeinschaft

Oberlandesgericht spricht Satire-Verein Rechte als Religionsgemeinschaft ab

Sie nennen sich "Pastafaris" und persiflieren mit ihrem Verein die Existenz sämtlicher Götter und Religionen. Rechte wie eine Religionsgemeinschaft hat die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" aber nicht. Das befand heute das Oberlandesgericht Brandenburg. Daher dürfe das Land Brandenburg dem Verein auch untersagen, an den Ortseingängen der Stadt Templin mit Hinweisschildern für seine wöchentlichen "Nudelmessen" zu werben. Die Richter erklärten, den "Pastafaris" genannten Mitgliedern fehle es an einer gemeinsamen Weltanschauung. Vielmehr imitiere der Verein als Mittel der Satire Texte und Symbole der christlichen Religion, wie zum Beispiel das "Monsterunser" zeige. Nach dem Inhalt der Satzung fehle zudem der für Religionsgemeinschaften charakteristische Gottesbezug. Die "Kirche des fliegenden Spaghettimonsters" wurde 2005 vom US-amerikanischen Physiker Bobby Henderson begründeten.

Parzinger wertet Kulturgutschutzgesetz als Erfolg

Erstmals gilt Einfuhrverbot für Antiken ohne offizielle Ausfuhrgenehmigung

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sieht die vor einem Jahr verabschiedete Novelle des Kulturgutschutzgesetzes als Erfolg. Strafrechtliche Konsequenzen für illegalen Handel mit Kulturgütern seien ein "wichtiger Meilenstein für den Kulturgutschutz", erklärte Parzinger in Berlin. Der illegale Handel sei ein weltweites Problem. Der Direktor des Vorderasiatischen Museums in Berlin, Markus Hilgert, sagte, in Deutschland würden derzeit verstärkt archäologische Objekte aus dem östlichen Mittelmeerraum zum Kauf angeboten. Darunter seien viele aus dem Irak und Syrien. Für die "große Mehrheit" dieser Objekte gebe es kaum aussagekräftige Angaben zur Herkunft. Wichtig sei daher die systematische Dokumentation des Handels mit Kulturgütern: Nur so seien Erkenntnisse über illegale Aktivitäten für die Terrorismusfinanzierung zu gewinnen.

Münchner Viktualienmarkt wird immaterielles Kulturerbe

Historischer Platz im Münchner Zentrum pflegt einzigartige Markttradition

Am Freitag wird der Münchner Viktualienmarkt offiziell ins Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wird auf dem Markt eine repräsentative Messingtafel anlässlich der Eröffnung des Brunnenfestes enthüllen. Die Tradition des Viktualienmarkts stellt eine besondere Form des Handelsbrauchs dar. Seit 1807 hat sich auf dem heutigen Areal inmitten der Altstadt um die Heilig-Geist-Kirche eine eigene Marktkultur entwickelt, die für viele Münchner zum Alltag gehört. König Max I. Joseph hatte, nachdem der Marienplatz als Handelsort für Getreide und andere Agrarerzeugnisse zu klein geworden war, das Gebiet neben dem Heilig-Geist-Spital für den Markt erweitern lassen. Das Angebot der heutigen Marktstände reicht von Fisch, Geflügel- und Wildbret, Käse, Wein, Brot, Obst, Gemüse und exotischen Früchten bis hin zu Blumen.

117 Nominierungen für Buchhandelspreis

Auszeichnugen werden am 31. August vergeben

117 Buchhandlungen sind deutschlandweit für den diesjährigen Buchhandelspreis nominiert. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vergibt die Auszeichnungen am 31. August im niedersächsischen Hannover. "Buchhandlungen, die sich um ein anspruchsvolles Sortiment literarischer Werke und Sachbücher bemühen, sind und bleiben das Rückgrat der Buchkultur in unserem Land", so Grütters. Beeindruckend seien besonders die vielen Literaturorte auch abseits der Metropolen. Der Buchhandelspreis wird zum dritten Mal vergeben. Er ist mit einem Gütesiegel und Prämien von bis zu 25 000 Euro verbunden.

Athener Marmorzelt steht nun in Kassel

Ebenfalls angekommen sind Masken des kanadischen Künstlers Beau Dick

Das tonnenschwere Marmorzelt der documenta 14 in Athen steht nun auf der documenta in Kassel. Das Kunstwerk wurde am Morgen mit einem Kran auf den Weinberg nahe der Innenstadt gehoben. Das Zelt mit dem Titel Biinjiya'iing Onji (Von innen) ist ein Beitrag der gebürtigen Kanadierin Rebecca Belmore. Es war nach dem Ende der documenta in Athen Mitte Juli nach Nordhessen gebracht worden. Die documenta in Kassel dauert noch bis zum 17. September. Mehr als 160 Künstlerinnen und Künstlern zeigen dort an 30 Standorten ihre Werke.

Tschechische Holzkirche von 1563 niedergebrannt

Der Sachschaden geht in die Millionen Euro.

Eine der ältesten Holzkirchen Tschechiens ist bei einem Feuer völlig zerstört worden. Es handelt sich um die Fronleichnamskirche in Guty, einem Ortsteil der Stadt Trzynietz im Osten des Landes. Warum der Brand in der Nacht ausbrach, ist noch nicht bekannt. Als die Feuerwehr eintraf, stand das aus massiven Holzstämmen errichtete Gebäude bereits komplett in Flammen. Die erst lutherische und dann bis heute römisch-katholische Kirche war im Inneren reich verziert und in den Jahren 2012 bis 2014 umfassend restauriert worden. Kulturminister Daniel Herman sagte Unterstützung beim Wiederaufbau zu.

Hermann-Kesten-Preis für Thomas B. Schumann

Die Auszeichnug ist mit 10.000 Euro dotiert

Der Hermann-Kesten-Preis 2017 des deutschen PEN-Zentrums geht an den Autor, Herausgeber und Ausstellungskurator Thomas B. Schumann. Schumann erhalte die Auszeichnung für sein Lebenswerk zur Bewahrung der deutschen Exilliteratur nach 1933, teilte die Schriftstellervereinigung in Darmstadt mit. Der Preis wird am 16. November im Staatstheater Darmstadt verliehen. Die Laudatio wird der in Paris lebende Journalist, Schriftsteller und Filmemacher Georg Stefan Troller halten, der die Flucht vor den Nazis noch miterlebte. Der Hermann-Kesten-Preis wird seit 1994 jährlich zum sogenannten "Writers-in-Prison"-Tag für besondere Verdienste um verfolgte und inhaftierte Autoren vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Günter Grass, Anna Politkowskaja, Harold Pinter, Liu Xiaobo und im vergangenen Jahr Can Dündar und Erdem Gül.

Jazz-Musiker Chuck Loeb mit 61 Jahren gestorben

US-Gitarrist spielte unter anderem mit Stan Getz und Till Brönner

Der Jazz-Musiker Chuck Loeb ist tot. Loeb sei in der Nacht zum Dienstag im Alter von 61 Jahren "friedlich von uns gegangen", teilte seine Familie auf Facebook mit. Loeb war 1955 in der Nähe von New York geboren worden und hatte schon früh gelernt, Gitarre zu spielen. Mit 16 Jahren entdeckte er den Jazz und lernte unter anderem bei Pat Metheny. Von 1974 bis 1976 studierte Loeb am Berklee College of Music. 1979 spielte er unter anderem für Stan Getz. 1994 gründete der Gitarrist zusammen mit Wolfgang Haffner und Mitchel Forman die Fusion-Band "Metro". 2010 stieß er zur Smooth-Jazz-Formation "Fourplay" und war mit dieser viel auf Tournee. Auch deutsche Musiker wie Thomas Quasthoff und Till Brönner arbeiteten mit Loeb zusammen. Er war verheiratet und hatte zwei Töchter. Woran der Musiker gestorben ist, wurde nicht gesagt.

Locarno feiert Jubiläumsausgabe seines Filmfestivals

Bei der 70. Auflage werden mehr als 300 Filme aus aller Welt gezeigt

Im schweizerischen Locarno beginnt heute Abend die Jubiläumsausgabe des Internationalen Filmfestivals - es findet in diesem Jahr zum 70. Mal statt. In den kommenden elf Tagen werden mehr als 300 Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt gezeigt. Eröffnet wird das Festival mit dem französischen Beitrag "Morgen und alle anderen Tage" von der Regisseurin Noémie Lvovsky. Im Wettbewerb um den "Goldenen Leoparden" konkurrieren 18 Filme. Deutschland ist mit dem Drama "Freiheit" von Jan Speckenbach vertreten. Die Hauptrolle spielt Johanna Wokalek. Zwei weitere deutsche Spielfilme haben außerdem die Chance auf den begehrten Publikumspreis: "Iceman" ("Der Mann aus dem Eis") mit Jürgen Vogel in der Regie von Felix Randau sowie "Drei Zinnen" von Jan Zabeil mit Alexander Fehling in der Hauptrolle. Zur Jubiläumsausgabe haben sich zahlreiche Stars angekündigt, zum Beispiel Fanny Ardant, Charlize Theron und Glenn Close. Das Festival endet am Abend des 12. August.

Apple-Chef verteidigt Löschung von Apps in China

Regierung in Peking hatte auf Entfernung von VPN-Programmen bestanden

Apple-Chef Tim Cook hat die Entscheidung des Smartphone-Herstellers verteidigt, Anwendungen zu löschen, mit denen Internet-Sperren in China umgangen werden können. Der Grund sei eine Verschärfung der chinesischen Regeln von 2015, die nun umgesetzt werde. "Wir wurden von der chinesischen Regierung aufgefordert, aus dem App-Store einige diese Anwendungen zu entfernen, die nicht den neuen Regelungen entsprechen", sagte Cook nach Vorlage der Quartalszahlen am Unternehmenssitz in Kalifornien. Sogenannte VPN-Apps schaffen eine geschützte Verbindung ins Ausland und können so chinesische Zensurmaßnahmen aushebeln. Es wäre ihm zwar lieber gewesen, die beanstandeten Apps nicht zu löschen, "aber wie in jedem anderen Land, in dem wir Geschäfte machen, befolgen wir die Gesetze", sagte der Apple-Chef. China ist ein wichtiger Markt für den US-Konzern und brachte im vergangenen Quartal rund 18 Prozent der gesamten Erlöse ein.

Archäologen graben "kleines Pompeji" in Frankreich aus

Überreste aus der Römerzeit am Ufer der Rhone entdeckt

In Frankreich haben Archäologen eine bedeutsame Stätte aus der Römerzeit freigelegt und feiern sie als "kleines Pompeji". Die teilweise sehr gut erhaltenen Überreste wurden südlich von Lyon am Rhone-Ufer ausgegraben. "Es handelt sich wahrscheinlich um die außergewöhnlichsten Ausgrabungen aus der Römerzeit seit 40 oder 50 Jahren", sagte der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Benjamin Clément. Das rund 7000 Quadratmeter große Areal befindet sich in der Gemeinde Sainte-Colombe. Die Archäologen sind nicht nur von der Größe des Areals beeindruckt, sondern auch von der Vielseitigkeit der Ruinen und ihrem guten Zustand. Die Bewohner hätten die Gegend nach einer Reihe von Bränden fluchtartig verlassen und dabei ihr Hab und Gut zurückgelassen, sagte Clément. Einstürzende Dächer und Stockwerke begruben die Einrichtung und konservierten sie. Die Ausgrabungen begannen im April und sollten ursprünglich bis Mitte September dauern. Sie wurden aber bis Mitte Dezember verlängert, nachdem das französische Kulturministerium den Ort als "außergewöhnliche Entdeckung" einstufte.

25 Millionen Euro Förderung für große Filmprojekte 2017

Nächstes Jahr soll der Etat für große Projekte auf 75 Millionen Euro steigen

Große Filmproduktionen werden in diesem Jahr mit  25 Millionen Euro vom Bund gefördert. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Im kommenden Jahr soll der Etat - genannt Filmförderfonds II – auf 75 Millionen Euro steigen. Die Förderung dürfte vor allem Einrichtungen wie dem Studio Babelsberg helfen. Gleichzeitig wird der Filmförderfonds I für Produzenten mit 50 Millionen Euro fortgeschrieben

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