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Kulturnachrichten

Montag, 22. August 2016

Zwei Millionen Euro für Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Bund und Freistaat Sachsen unterstützen den Park bis Ende 2020

Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau steht bis Ende 2020 auf finanziell sicheren Füßen. Der Bund und der Freistaat Sachsen haben ein neues Finanzierungsabkommen für die historische Anlage geschlossen, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mitteilte. Beide stellen der landeseigenen Stiftung "Fürst-Pückler-Park Bad Muskau" von 2017 bis einschließlich 2020 pro Jahr zusammen rund zwei Million Euro zur Verfügung. Der Park gehört seit 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe. Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) legte ihn an beiden Ufern der Neiße 1815 bis 1844 mit den Mitteln der sogenannten Naturmalerei als Gartenkunstwerk an. Der rund 830 Hektar große Landschaftsgarten liegt seit der Grenzziehung 1945 zu zwei Dritteln auf polnischem Boden. Als deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt sei der Landschaftspark "ein Musterbeispiel" für gute nachbarschaftliche Kulturbeziehungen, sagte Grütters.

Debatte über Worpsweder Gündungsvater

NS-Vergangenheit von Fritz Mackensen umstritten

Seine Erfolge als Maler bereiteten den Weg für den Ruhm der Künstlerkolonie in Worpswede. Doch mittlerweile ist Fritz Mackensen (1866-1953) aufgrund seiner NS-Vergangenheit höchst umstritten. Unter dem Titel "Fritz Mackensen und Worpswede - ein zwiespältiges Erbe" werden Experten am 4. September in Worpswede über die Bedeutung des Gründungsvater der Künstlerkolonie bei Bremen diskutieren.

Mehr Geld für Kulturprojekte in Ostdeutschland

Aufstockung um 840.000 Euro in diesem Jahr

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat weitere 840.000 Euro für Kulturprojekte in den ostdeutschen Bundesländern bereit gestellt. Damit sollen dieses Jahr 26 Vorhaben mit fast sechs Millionen Euro gefördert werden, teilte ihr Sprecher mit. Das Geld kommt der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, der Orangerie Gera und dem Gerhart-Hauptmann-Haus auf Hiddensee zugute. Die Förderung soll dazu beitragen, Kultureinrichtungen im Osten zu modernisieren und ihre Attraktivität zu erhalten, sagte Grütters.

Verlegerin Ursula Lübbe ist tot

Die Bastei Lübbe-Mitbegründerin starb im Alter von 94 Jahren

Ursula Lübbe, die Mitbegründerin des Verlags Bastei Lübbe, ist tot. Sie starb am vergangenen Freitag im Alter von 94 Jahren in Bergisch Gladbach bei Köln, wie eine Verlagssprecherin bestätigte. Die gebürtige Osnabrückerin hatte in den 50er Jahren mit ihrem Mann Gustav Lübbe den kleinen Bastei-Verlag gekauft, der damals aus zwei Heftromanreihen bestand. In der Folgezeit entwickelte sich Bastei Lübbe mit Groschenromanen wie "Jerry Cotton" und "John Sinclair" zu einem der größten mittelständischen Privatverlage. Seit das Unternehmen 2013 an die Börse gegangen ist, liegt die operative Leitung nicht mehr bei der Familie.

Institut für Zeitgeschichte gibt neue Zeitschrift heraus

Publikation soll deutsche und englischsprachige Forschung stärker vernetzen

Das Institut für Zeitgeschichte schlägt im Zusammenhang mit seinen anerkannten Publikationen ein neues Kapitel auf. Neben den Vierteljahresheften für Zeitgeschichte (VfZ) erscheint in dieser Woche erstmals das "German Yearbook of Contemporary History", wie das Institut in München mitteilte. Damit solle ein innovatives Format geschaffen werden, um die deutsche und englischsprachige Forschungswelt noch stärker zu vernetzen. Der erste Band greife unter dem Titel "Holocaust and Memory in Europe" bereits ein zentrales Thema des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Auch die folgenden Ausgaben des Yearbook sollen laut Mitteilung als jeweils themenbezogener Sammelband konzipiert sein.

Timbuktu-Prozess in Den Haag begonnen

Angeklagter gesteht Verwüstung des Weltkulturerbes

In Den Haag hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Islamisten aus Mali begonnen, der das Weltkulturerbe in Timbuktu verwüstet haben soll. Der Angeklagte übernahm gleich zu Beginn des Verfahrens vor dem Internationalen Strafgerichtshof die Verantwortung für die Taten. Ahmad al-Mahdi al-Faqi sagte, er lege sein Schuldbekenntnis mit "tiefem Bedauern und in großem Schmerz" ab. Die Ankläger werfen ihm vor, 2012 zehn historische Gebäude in der Wüstenstadt zerstört zu haben. Es ist das erste Mal, dass das Gericht in Den Haag ein derartiges Kriegsverbrechen verfolgt. Mit einem Urteil wird in einigen Monaten gerechnet.

Jazz-Musiker Toots Thielemans tot

Belgien trauert um bedeutenden Musiker

Der belgische Jazz-Musiker Toots Thielemans ist im Alter von 94 Jahren gestorben, wie dessen Management bekannt gab. Er gehörte zu den bekanntesten Kulturschaffenden seines Landes. Der belgische Ministerpräsident Charles Michel erklärte, man habe einen großen Musiker und eine warmherzige Persönlichkeit verloren. Der 1922 in Brüssel geborene Musiker trat mit Stars wie Charlie Parker, Ella Fitzgerald, Natalie Cole, Pat Metheny, Paul Simon und Billy Joel auf und wurde auch mit Filmmusiken bekannt. Er spielte Gitarre, vor allem Mundharmonika. Als einer seiner berühmtesten Auftritte gilt sein Solo in der Musik zum Abspann der Sendung "Sesamstraße" in den USA.

Kein Jazz-Ständchen für Trump

Jazz-Musiker erinnert an Konzert bei Obama

Der deutsche Jazz-Musiker Till Brönner empfand es als riesige Ehre, im Weißen Haus für US-Präsident Barack Obama zu spielen - bei Donald Trump wäre das anders. "Von Trump hat man ja das Gefühl, dass er kein Ständchen verdient hätte, wenn er es schafft", sagte der 45-jährige Trompeter und Sänger. "Aber ich denke, es wird einfach nicht dazu kommen." Auch aus musikalischen Gründen könne er sich einen Jazz-Gipfel wie bei den Obamas nicht vorstellen. In der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush habe es "sehr viel Country" im Weißen Haus gegeben. "Dagegen war Obama ein Jazz- und Soul-Mann", sagte Brönner. "Trumps Musikgeschmack kenne ich nicht - aber man ist ja geneigt, schon irgendwelche Vorahnungen zu haben."

Zu wenig Migranten auf der Bühne

Björn Bicker rügt fehlende Offenheit der Theater

Der Regisseur Björn Bicker hat die Theater und andere Kulturstätten dafür kritisiert, dass sie sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht für die Migrationsgesellschaft geöffnet hätten. Das habe man verpasst, sagte Bicker der "Süddeutschen Zeitung". Das fange beim Personal an und gelte auch für die Inhalte. "Theater sind bis auf wenige Ausnahmen closed shops", sagte Bicker. In der Regel handele es sich beim Publikum um "weiße, bildungsbürgerliche Parallelgesellschaften".
Bicker ist derzeit an dem Religionsprojekt "Urban Prayers - Stadtgebete" bei der Ruhrtriennale beteiligt.

Gitarrist Matt Roberts tot

Todesursache des Mitgründers von 3 Doors Down unklar

Der US-Gitarrist Matt Roberts ist im Alter von 38 Jahren gestorben. Roberts war eines der Gründungsmitglieder der Rockband 3 Doors Down, verließ die Band aber im Jahr 2012 aus gesundheitlichen Gründen. Die Ursache seines Todes war zunächst nicht bekannt, wie die Polizei mitteilte. Roberts wurde am Wochenende bewusstlos in einem Hotelflur in West Bend im US-Staat Wisconsin entdeckt. Herbeigerufene Sanitäter konnten nur noch seinen Tod feststellen.

Berlin ehrt Bowie mit Gedenktafel

Bowie stehe für weltoffene und tolerante Atmosphäre der Stadt

Berlin ehrt David Bowie. Für den vor gut sieben Monaten verstorbenen Künstler wurde mit einer feierlichen Zeremonie eine Gedenktafel im Stadtteil Schöneberg enthüllt. Sie ist an dem Haus angebracht, in dem Bowie in den 70er Jahren mit Iggy Pop wohnte. David Bowie sei "Sinnbild für die weltoffene und tolerante Atmosphäre in der Stadt", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bei der Enthüllung der Gedenktafel. Der Musiker habe die geteilte Kulturmetropole und West-Berlin weltweit unzähligen Menschen ein Stück näher gebracht. Mit dem Lied "Heroes" habe er die heimliche Hymne der Stadt geschrieben, betonte Müller. Die Gedenktafel aus Porzellan enthält die Lebensdaten des Briten und einen Hinweis auf seine "Berliner Trilogie". Die drei Alben "Low", "Heroes" und "Lodger" hatte Bowie zwischen 1976 und 1978 in Berlin entworfen und zum Teil auch in den Hansa-Studios nahe der Mauer aufgenommen. Diese Platten gelten wegen ihrer futuristischen, bahnbrechenden Klangästhetik bis heute als Schlüsselwerke.

Brand in Kulturhauptstadt Plowdiw

Vier Tabaklager sind abgebrannt

Im bulgarischen Plowdiw, Europas Kulturhauptstadt 2019, sind vier von mehreren architektonisch wertvollen Tabaklagern abgebrannt. Das in der Nacht gelöschte Feuer sei mit großer Sicherheit vorsätzlich ausgelöst worden, berichteten bulgarische Medien übereinstimmend. Die Feuerwehr begründete den Verdacht auf Brandstiftung mit der blauen Farbe der Flammen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ein Protest hatte im März den Abriss eines der Tabaklager aus den 1920er Jahren verhindert. Das damals bereits fast völlig abgerissene markante Gebäude sollte nach einer Anordnung von Kulturminister Weschdi Raschidow wiederhergestellt werden. Die Tabaklager gehören zum reichen Kulturerbe des südbulgarischen Plowdiw. Thraker, Römer, Türken und die bulgarischen Renaissance prägten die Geschichte der zweitgrößten Stadt Bulgariens.

Satiriker Lothar Kusche gestorben

Er galt als einer der bekanntesten Feuilletonisten der DDR

Der Autor und Satiriker Lothar Kusche ist am Samstag in Alter von 87 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte der Chefredakteur der Zeitschrift "Eulenspiegel", Mathias Wedel, mit. Kusche galt als einer der bekanntesten Feuilletonisten der DDR. Er kommentierte das Land 40 Jahre lang satirisch. "Durchaus in der Tradition Tucholskys stehend, haben Kusches urwüchsiger Humor und die spöttisch-zweifelnde Ironie des gebürtigen Berliners in zahllosen Texten und unter etlichen Pseudonymen ihren Niederschlag gefunden", hieß es in einer Laudatio zum Kurt-Tucholsky-Preis, mit dem er 2007 ausgezeichnet wurde. Kusche schrieb unter anderem für den "Eulenspiegel" und die "Weltbühne". Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei mehr als 2,5 Millionen Exemplaren. Auch als Autor für das Berliner Kabarett "Distel" war er tätig.

Wladimir Kaminer meidet Russland

Der Autor hat Angst vor einer Festnahme

Der Bestsellerautor Wladimir Kaminer traut sich derzeit nicht, in seine Heimat Russland zu reisen. "Die Russen übersetzen zwar sehr wenig ausländische Medien, aber ich habe mal etwas Kritisches über Russland geschrieben, und ausgerechnet das haben sie übersetzt. Seitdem bin ich der erklärte Feind dieses Landes! Ein Regimegegner", sagte Kaminer der "Bild am Sonntag". "Ich kann gerade nicht dort hinfahren." In Russland seien in letzter Zeit viele neuen Gesetze verabschiedet worden, die fast jeden Menschen zu einem Kriminellen machten. "Deshalb habe ich große Bedenken, festgenommen zu werden." Kaminer kam 1990 nach Berlin, bis dahin lebte er mit seiner Familie in Moskau. Er charakterisiert sich so: "Privat ein Russe, beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen."

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