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Kulturnachrichten

Sonntag, 21. August 2016

Brand in Kulturhauptstadt Plowdiw

Vier Tabaklager sind abgebrannt

Im bulgarischen Plowdiw, Europas Kulturhauptstadt 2019, sind vier von mehreren architektonisch wertvollen Tabaklagern abgebrannt. Das in der Nacht gelöschte Feuer sei mit großer Sicherheit vorsätzlich ausgelöst worden, berichteten bulgarische Medien übereinstimmend. Die Feuerwehr begründete den Verdacht auf Brandstiftung mit der blauen Farbe der Flammen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Ein Protest hatte im März den Abriss eines der Tabaklager aus den 1920er Jahren verhindert. Das damals bereits fast völlig abgerissene markante Gebäude sollte nach einer Anordnung von Kulturminister Weschdi Raschidow wiederhergestellt werden. Die Tabaklager gehören zum reichen Kulturerbe des südbulgarischen Plowdiw. Thraker, Römer, Türken und die bulgarischen Renaissance prägten die Geschichte der zweitgrößten Stadt Bulgariens.

Satiriker Lothar Kusche gestorben

Er galt als einer der bekanntesten Feuilletonisten der DDR

Der Autor und Satiriker Lothar Kusche ist am Samstag in Alter von 87 Jahren in Berlin gestorben. Das teilte der Chefredakteur der Zeitschrift "Eulenspiegel", Mathias Wedel, mit. Kusche galt als einer der bekanntesten Feuilletonisten der DDR. Er kommentierte das Land 40 Jahre lang satirisch. "Durchaus in der Tradition Tucholskys stehend, haben Kusches urwüchsiger Humor und die spöttisch-zweifelnde Ironie des gebürtigen Berliners in zahllosen Texten und unter etlichen Pseudonymen ihren Niederschlag gefunden", hieß es in einer Laudatio zum Kurt-Tucholsky-Preis, mit dem er 2007 ausgezeichnet wurde. Kusche schrieb unter anderem für den "Eulenspiegel" und die "Weltbühne". Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei mehr als 2,5 Millionen Exemplaren. Auch als Autor für das Berliner Kabarett "Distel" war er tätig.

Italienische Sopranistin Daniela Dessi gestorben

Sie starb nach kurzer Krankheit

Die italienische Sopranistin Daniela Dessi ist mit 59 Jahren gestorben. Sie sei am Samstag an einer "kurzen, schrecklichen und unbegreifbaren" Krankheit in Brescia gestorben, sagte ihr Lebensgefährte, der italienische Tenor Fabio Armiliato, der Nachrichtenagentur Ansa. "Die größte Opernsängerin der letzten zwanzig Jahre ist von uns gegangen." Dessi wurde in Genua geboren, sie lebte am Gardasee. Sie hatte Engagements an den wichtigsten Bühnen, darunter an der Mailänder Scala und an der Met in New York. Ihr Repertoire reichte von Rossini über Mozart, Verdi und Puccini. Zudem arbeitete sie mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Lorin Maazel, Zubin Mehta und Riccardo Muti.

Wladimir Kaminer meidet Russland

Der Autor hat Angst vor einer Festnahme

Der Bestsellerautor Wladimir Kaminer traut sich derzeit nicht, in seine Heimat Russland zu reisen. "Die Russen übersetzen zwar sehr wenig ausländische Medien, aber ich habe mal etwas Kritisches über Russland geschrieben, und ausgerechnet das haben sie übersetzt. Seitdem bin ich der erklärte Feind dieses Landes! Ein Regimegegner", sagte Kaminer der "Bild am Sonntag". "Ich kann gerade nicht dort hinfahren." In Russland seien in letzter Zeit viele neuen Gesetze verabschiedet worden, die fast jeden Menschen zu einem Kriminellen machten. "Deshalb habe ich große Bedenken, festgenommen zu werden." Kaminer kam 1990 nach Berlin, bis dahin lebte er mit seiner Familie in Moskau. Er charakterisiert sich so: "Privat ein Russe, beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen."

Oliver Rath ist tot

Star-Fotograf wurde 38 Jahre alt

Der Fotograf Oliver Rath ist gestorben. Das bestätigte seine Management der Deutschen Presse-Agentur. Die Umstände sind unklar, die Familie wollte sich dazu nicht äußern. Rath wurde 1978 in Heidelberg geboren und eröffnete vor rund vier Jahren in Berlin-Mitte seine eigene Galerie. Er war unter anderem für seine Aktfotografie bekannt, lichtete aber auch viele Prominente- etwa Karl Lagerfeld, Alfred Biolek und Jürgen Vogel ab. Erst vor rund einer Woche - am 13. August - war der Fotograf Daniel Josefsohn im Alter von 54 Jahren gestorben. Auch er hatte in Berlin gelebt und war unter anderem mit der Plakatkampagne "Miststück" für den Musiksender MTV bekannt geworden.

Berliner Bauboom fördert Schätze zutage

Archäologe erwartet noch viele Überraschungen

Der Berliner Landesarchäologe Prof. Matthias Wemhoff erwartet wegen der vielen Bauprojekte in der Stadt noch zahlreiche archäologische Überraschungen. "Der Bauboom führt zu einer Vielzahl neuer Fundplätze, die alle untersucht und begutachtet werden müssen", sagte Wemhoff der Deutschen Presse-Agentur. Besonders im Blick haben die Experten die historische Mitte Berlins. "Dort steckt noch sehr viel im Boden. Denn es gibt kaum eine andere Stadt, in der so viel abgerissen und zerstört wurde", sagt Wemhoff, zugleich Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte. So gebe es in Berlin gerade noch fünf Gebäude aus dem Mittelalter und 40 aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert. "Das ist eigentlich nur mit Königsberg vergleichbar." Die Chancen auf aussagekräftige Funde sind gut. Nach dem Krieg seien viele zerstörte Flächen einfach nur einplaniert oder die alten Keller aufgefüllt worden, so der Landesarchäologe.

Arp Museum zeigt Werke beeinträchtigter Menschen

Kunst jenseits des etablierten Systems

Werke von Künstlern mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen werden seit heute im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen gezeigt. Unter dem Titel "Andere Wirklichkeiten" sind Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen von 51 Künstlern aus sechs Ateliers des Landesverbands Lebenshilfe Rheinland-Pfalz und aus dem Kloster Ebernach in Cochem zu sehen. Im Dada-Jahr 2016 werde mit der Schau Kunst in den Fokus gerückt, die jenseits der etablierten Strukturen des Kunstsystems entstehe, erklärten die Ausstellungsmacher. Die Ausstellung ist bis zum 22. Januar zu sehen.

Zeckenbefall in den Uffizien

Für die Gemälde sind die Blutsauger aber ungefährlich

Der Job als Museumsdirektor der Uffizien in Florenz hat dem deutschen Kunsthistoriker Eike Schmidt auch eine Lehrstunde über Blutsauger verschafft. "Dank eines circa zehntägigen Zeckenbefalls eines Saales der Uffizien bin ich nun auch auf diesem Spezialgebiet der Parasitologie ein wenig bewandert", sagte der 48-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Im Frühjahr waren einige Säle der Gemäldegalerie geschlossen worden, um sie von Zecken zu befreien. "Die Zecken wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Tauben eingeschleppt." Für die Gemälde seien sie ungefährlich. Um das Problem in den Griff zu bekommen, seien zusätzliche Metallstachel auf den Fenstersimsen angebracht und die Zahl der Desinfektionen erhöht worden. In den Uffizien werden so bedeutende Renaissance-Werke wir Botticellis Venus ausgestellt.

Mexikanischer Autor Ignacio Padilla ist tot

Er wurde 47 Jahre alt

Der mexikanische Autor Ignacio Padilla ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 47-Jährige starb im Staat Queretaro, wie das Kultusministerium des Landes mitteilte. Für seinen ersten Roman "The Cathedral of the Drowned" hatte er 1994 den Juan Rulfo-Preis gewonnen.1996 hatte Padilla zusammen mit Schriftstellern wie Jorge Volpi, Eloy Urroz, Miguel Angel Palou und Ricardo Chavez das "Crack Manifesto" veröffentlicht, in dem sie sich vom sogenannten magischen Realismus abwenden. In der Literatur zählt der Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" von Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez als eines der Hauptwerke dieser Richtung. Weitere Vertreter waren Carlos Fuentes und Mario Vargas Llosa.

Weniger Besucher bei Potsdamer Schlössernacht

Mehr als 10 000 Karten fanden keinen Käufer

Mit Schirmen und Capes haben Besucher bei der Potsdamer Schlössernacht den widrigen Witterungsbedingungen im Park Sanssouci getrotzt. Schon kurz nach Veranstaltungsbeginn setzten Schauer ein, die den Abend über anhielten. In diesem Jahr wirkten nach Veranstalterangaben knapp 300 Aktive bei Schauspiel, Tanz, Lesungen und Musik mit. Ein gutes Dutzend Bauwerke wurden dank hunderter Scheinwerfer aufwendig in Szene gesetzt. Von 33 000 angebotenen Eintrittskarten hatten laut RBB nur 22 000 einen Käufer gefunden. Vor Jahren waren gewöhnlich schon kurz nach dem Vorverkaufsstart alle Karten ausverkauft. "Wir haben festgestellt, dass wir weniger und weniger Besucher haben. Deswegen müssen wir etwas tun. Wir wollen das Format mit neuen Ideen beleben", sagte der Marketingchef der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten, Heinz Buri, dem Sender.

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