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Kulturnachrichten

Freitag, 19. August 2016

Kupferfund aus der Jungsteinzeit

Zufallsentdeckung bei Ausgrabungen auf einer Baustelle

Ein rund 4000 Jahre alter Brustschmuck und eine Kupferaxt aus der Jungsteinzeit wurden in Osnabrück bei Ausgrabungen auf einer Baustelle entdeckt. Die Funde seien von überregionaler, vielleicht sogar von nationaler Bedeutung, teilte die niedersächsische Stadt mit. Nun soll geprüft werden, ob die Stücke zu den ältesten Metallprodukten in Norddeutschland oder sogar darüber hinaus gehören.
Die Funde stammen aus der Zeit zwischen 2500 und 2000 vor Christus, sie sollen gut 500 Jahre vor Beginn der Bronzezeit hergestellt worden sein. Restauratoren werden sich jetzt ihrer annehmen.

Historiker Kurt Pätzold ist tot

Sein Hauptthema war der Nationalsozialismus

Der Historiker Kurt Pätzold ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Wie der Eulenspiegel Verlag mitteilte, erlag Pätzold in Berlin einer Krebserkrankung. Der Historiker habe bis zum Schluss publiziert. In der DDR hatte Pätzold an der Humboldt-Universität über Jahre den Lehrstuhl für deutsche Geschichte inne. Mehrere Generationen von DDR-Historikern seien von ihm ausgebildet worden. Er galt laut Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur als prominenter Vertreter der marxistischen Forschung. Nach dem Mauerfall habe es massive Kritik an Pätzold wegen seiner Beteiligung an politisch motivierten Relegationen von Studenten gegeben. 1992 wurde der Professor demnach an der Humboldt-Universität entlassen. In seinen Büchern setzte sich Pätzold insbesondere mit dem Nationalsozialismus und der Judenverfolgung auseinander. Zuletzt befasste sich Pätzold anlässlich des 75. Jahrestages mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und seinen Ursachen.

Architektenwettbewerb für Münchner Konzertsaal läuft

Sechs renommierte Architektenbüros sind dabei

Die Ausschreibung für den Bau des neuen Konzerthauses im Werksviertel am Ostbahnhof hat begonnen. Sechs international renommierte Architekturbüros nehmen am Wettbewerb teil, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Es handelt sich um die Büros Gehry Partners aus Los Angeles, gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner aus Hamburg, Henning Larsen Architects aus Kopenhagen, das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron, Schultes Frank Architekten aus Berlin und Snøhetta aus Oslo. Der Neubau soll in der Nähe des Ostbahnhofs entstehen und zwei Konzertsäle erhalten.

Böhmermann bekommt Grimme-Preis

Nachträgliche Verleihung beim Sommerfest der Produktionsfirma

Jan Böhmermann und sein "Neo Magazin Royale"-Team sollten eigentlich schon im April den Grimme-Preis für ihren "Varoufake"-Beitrag entgegennehmen. Doch nur wenige Tage zuvor schaukelte sich die Affäre um sein Schmähgedicht über den türkischen Staatspräsidenten Erdogan zur Staatsaffäre hoch und der Satiriker fiel ins Stimmungstief. Nun wurde der Preis beim Sommerfest seiner Produktionsfirma nachträglich überreicht, wie der Mediendienst "Meedia" berichtete. "Ich bin ja nicht mehr ganz so erschüttert in allem an das ich je geglaubt habe. Höhö"; schrieb Böhmermann auf Facebook. Er spielte damit auf sein Fernbleiben bei der Grimme-Preis-Verleihung an.

Bushido klagt gegen Indizierung von "Sonny Black"

Bundesprüfstelle hatte Album als jugendgefährdend eingestuft

Der Rapper Bushido klagt gegen die Indizierung seines Albums "Sonny Black". Vor dem Kölner Verwaltungsgericht sei für den 2. September ein Termin zur mündlichen Verhandlung angesetzt, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn hatte das Album mit allen 15 Liedern als jugendgefährdend eingestuft, weil in den Texten Gewalt verherrlicht sowie Frauen und Homosexuelle diskriminiert würden. Seit mehr als einem Jahr darf das Album nicht mehr an Minderjährige verkauft oder öffentlich beworben werden. "Eine zu klärende Frage wird nun sein, inwieweit das Werk der Kunstfreiheit unterliegt", sagte die Gerichtssprecherin. In einem ähnlichen Fall hatte der Rapper vergangenes Jahr vor dem nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) einen Erfolg erzielt. Dieses hatte entschieden, dass der Bushido-Song "Stress ohne Grund" zu Unrecht auf der Liste für jugendgefährdende Medien stehe. Die Bundesprüfstelle habe nicht ausreichend untersucht, ob es sich bei dem umstrittenen Lied um Kunst handele.

Weniger Besucher im ersten Kinohalbjahr

Filmförderungsanstalt betont aber Erfolg von "Toni Erdmann"

Nach den guten Ergebnissen im vergangenen Jahr mussten die deutschen Kinos im ersten Halbjahr 2016 deutliche Einbußen hinnehmen. Die Zahl der Besucher sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 57,5 Millionen, der Umsatz schrumpfte um gut elf Prozent auf rund 483 Millionen Euro. Das teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) mit. Der Marktanteil des deutschen Films blieb mit 26,6 Prozent stabil. FFA-Vorstand Peter Dinges sagte, die Schwankungen seien nicht überraschend. Aus kultureller Sicht sei das erste Halbjahr mit der Cannes-Teilnahme von "Toni Erdmann" und dem Berlinale-Film "24 Wochen" sehr erfolgreich gewesen. Die besucherstärksten Filme waren in diesem Jahr die Animationskomödie "Zoomania" (3,7 Millionen Besucher) und die Fortsetzungs-Saga "Star Wars: Das Erwachen der Macht" (3,4 Mio.).

Dresden zur "Vorlesehauptstadt" gekürt

Besondere Aktion von 2015 ausgezeichnet

Dresden darf sich ab sofort "Außergewöhnlichste Vorlesehauptstadt 2015" nennen. Die sächsische Landeshauptstadt habe den bundesweiten Vorlesetag "auf bemerkenswerte Weise zum Anlass genommen, ein Zeichen für Demokratie und Frieden zu setzen", teilte die Stiftung Lesen mit. Unter dem Motto "Vorlesen für Weltoffenheit und Toleranz" hatte die Aktionsgemeinschaft für Kinder- und Frauenrechte Dresdner Bürger dazu aufgerufen, aus Büchern vorzulesen, die die Angst vor Fremden thematisieren, diese aber gleichzeitig nehmen. Die Aktion wurde jetzt mit einer Plakette belohnt, die von der Stiftung Lesen, der Deutsche Bahn Stiftung und der Wochenzeitung "Die Zeit" gestiftet wird.

Unterstützung für zerstörte Installation

Leipziger sammeln Geld für Restaurierung des Werks von Gerda Taro

Nach der Zerstörung der Installation der jüdischen Fotografin Gerda Taro in Leipzig unterstützen hunderte von Leipzigern die Restaurierung der verschmierten Tafeln. Heute beginnt eine zweite Crowdfunding-Aktion in der Stadt, um die Tafel erneuern zu können, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete. Rund 15.000 Euro seien bereits in einer ersten Unterstützungsaktion zusammen gekommen. In der Nacht zum 4. August hatten unbekannte Täter die öffentlich ausgestellten Kriegsfotografien von Gerda Taro mit Teerfarbe beschädigt. Die Installation war Teil des internationalen Festivals für Fotografie "f/stop", das Reportagefotografien zum Thema Flucht zeigte.

Matthias Schweighöfer singt fürs Radio

Erstes eigenes Lied des Schauspielers mit Orchester

Der Schauspieler Matthias Schweighöfer ("What a Man") hat sich als Komponist und Sänger betätigt. Mit großem Orchester habe der 35-Jährige in London und Berlin den Popsong "Lachen Weinen Tanzen" aufgenommen, sagte ein Sprecher seines Plattenlabels PantaSounds zum heutigen Radiostart. Schweighöfer habe Text und Musik gemeinsam mit drei weiteren Autoren geschrieben. Es sei sein erstes eigenes Lied.

Kein Geld für zweite Bewerbung aus Halle

Sachsen-Anhalt will nur Magdeburg als Kulturhaupstadt unterstützen

Sollte sich neben Magdeburg auch Halle um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2025 bewerben, kann die Saalestadt nicht mit der Unterstützung des Landes rechnen. Kulturminister Rainer Robra (CDU) wies auf den Koalitionsvertrag hin, wonach Sachsen-Anhalt die Bewerbung Magdeburgs unterstützen wird. "Das Land ist schlicht nicht in der Lage, eine weitere parallele Bewerbung finanziell zu unterstützen", teilte Robra mit. Es stehe natürlich jeder Stadt frei, sich zu bewerben. Das Land habe die Stadt Halle schon bei einer früheren Kulturhauptstadt-Bewerbung unterstützt. Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand will dem Stadtrat eine neuerliche Bewerbung vorschlagen. Magdeburg hingegen bereitet sich seit Jahren intensiv auf die Bewerbung vor.

Aktivisten stellen Donald Trump bloß

Nackte Skulptur des Politikers sorgt in US-Städten für Aufsehen

Donald Trump, völlig nackt, als lebensgroße Statue, und das gleich in fünffacher identischer Ausführung, sorgt in den USA für Schlagzeilen. Die Aktivistengruppe Indecline hat in San Francisco, New York, Los Angeles, Cleveland und Seattle Skulpturen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten an öffentlichen Plätzen aufgestellt. Die Hände über einem ausladenden Bauch verschränkt, mit der typischen Sturmfrisur versehen, dafür aber unter der Gürtellinie zurechtgestutzt, steht die Figur unbekleidet auf einem Sockel mit der Aufschrift "The Emperor has no Balls", in frecher Anspielung an den eitlen Kaiser in dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider". Fotos und Selfies mit dem Kunstwerk machten unter dem Hashtag #Indecline im Netz schnell die Runde. Einige Behörden reagierten prompt und entfernten die Statue schnell.

Metallica beenden achtjährige Platten-Pause

Neues Album soll im November in den Handel kommen

Acht Jahre lang haben die Rocker der US-Kultband Metallica kein Album mehr herausgebracht. Nun kündigten die Musiker für November eine neue Platte an. "Sie existiert wirklich!", schrieb die Band um Frontmann James Hetfield auf ihrer Facebook-Seite. "Wir wissen, dass es eine Weile gedauert hat." Nun könne sie aber "voller Stolz" die neue Platte ankündigen, die den Titel "Hardwired... To Self-Destruct" trägt und im November in den Handel kommt. Metallica wurde 1981 in Los Angeles gegründet. Mit dutzenden Millionen verkaufter Platten zählt die Band zu einer der erfolgreichsten der Welt. Ihre letzte Platte war 2008 unter dem Titel "Death Magnetic" erschienen.

"Abrafaxe"-Schöpfer Lothar Dräger gestorben

Vom Opernsänger zum künstlerischen Leiter bei "Mosaik"

Lothar Dräger, Schöpfer der Comic-Helden "Abrafaxe" in der Comiczeitschrift "Mosaik", ist tot. Er starb am 9. Juli im Alter von 89 Jahren in Potsdam, wie der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag mitteilte. Dräger hatte zunächst als Text- und Ideenmitarbeiter bei "Mosaik" gearbeitet. Von 1976 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1990 war er künstlerischer Leiter. Der am 19. Januar 1927 in der Nähe von Stettin geborene Dräger war ursprünglich Opernsänger; erst an der Bühne der Stadt Nordhausen, dann am Hans-Otto-Theater Potsdam. Wegen seiner offenen, kritischen Art sei er in den 50er Jahren in Konflikt mit den Chefs der Potsdamer Bühne geraten - und habe sich daher 1957 beim "Mosaik" beworben.

Ausstellung zu Flucht und Vertreibung erst 2018

Eröffnungstermin 2017 ist nicht zu halten

Die Eröffnung des seit Jahren umstrittenen Dokumentationszentrums der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung verzögert sich bis 2018. "Der Eröffnungstermin 2017 ist laut Bundesbaudirektion wohl nicht zu halten", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. "Wegen der unabwendbaren Verzögerung bei der Fertigstellung des Baus kann und wird die neue Direktorin Gundula Bavendamm das ganze Projekt neu justieren." Die Stiftung soll mit einer Dauerausstellung im renovierten Deutschlandhaus in Berlin an das Schicksal von Millionen Vertriebenen nach dem Krieg erinnern.

Pixel-Popstar erstmals in Oper zu sehen

Im Rahmen des Kampnagel-Sommerfestivals in Hamburg

Die computeranimierte Sängerin Hatsune Miku zieht seit 2007 eine weltweite Fan-Gemeinde in ihren Bann. Im Rahmen des Kampnagel-Sommerfestivals ist das blauhaarige Pixel-Mädchen in Hamburg erstmals als Protagonistin einer Oper aufgetreten. Die Musik für "The End" komponierte Keichiiro Shibuya, einer der bekanntesten jungen Komponisten für Klavier und Elektronik-Musik in Japan. Hatsune Miku wird in der Inszenierung überlebensgroß und kostümiert in ein Bühnenbild projiziert, das aus mehreren Leinwänden besteht, während Shibuya live auf der Bühne ihren Gesang begleitet. Inhaltlich geht es um die Todessehnsucht einer Figur, die dazu verdammt ist, auf ewig 16 zu bleiben.

Luther-Denkmal in Eisleben wird restauriert

Arbeiten sollen spätestens am diesjährigen Reformationstag beendet sein

Ein Jahr vor dem 500. Reformationsjubiläum wird das Lutherdenkmal in Eisleben einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Die rund 1,5 Tonnen schwere bronzene Luther-Skulptur wird komplett gesäubert und mit einer schützenden Wachsschicht überzogen. "Das Denkmal soll spätestens zum Reformationstag am 31. Oktober 2016 in alter Frische an seinem Platz auf dem Markt stehen", sagte Oberbürgermeisterin Jutta Fischer. "Die Arbeiten kosten rund 170 000 Euro." Das Luther-Denkmal wurde 1883 zum 400. Geburtstag Luthers in Eisleben aufgestellt, geschaffen hatte es der Bildhauer Rudolf Siemering.

Jared Leto spielt in "Blade Runner" mit

Besetzung der Fortsetzung komplett

Oscar-Preisträger Jared Leto rundet die Besetzung der mit Spannung erwarteten "Blade Runner"-Fortsetzung ab. Leto, der jetzt in der diabolischen Rolle des Jokers in der Comicverfilmung "Suicide Squad" in den Kinos ist, stößt zu der Starbesetzung um Harrison Ford, Ryan Gosling, Robin Wright und Dave Bautista. Leto werde in dem lange geplanten zweiten Teil des Science-Fiction-Klassikers von 1982 eine "Schlüsselrolle" spielen, heißt es. Einzelheiten über seine Figur wurden aber nicht bekannt. Regisseur Denis Villeneuve will den Film im Oktober 2017 in die Kinos bringen.

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