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Kulturnachrichten

Samstag, 13. August 2016

Schriftstellerin Mallet-Joris gestorben

Sie wurde 86 Jahre alt

Die belgisch-französische Autorin Françoise Mallet-Joris ist tot. Das bestätigte das französische Ministerium für Kultur. Das Mitglied der prestigeträchtigen französischen Académie Goncourt wurde 86 Jahre alt. Das umfangreiche Werk von Mallet-Joris umspannte mehr als fünf Jahrzehnte. Sie beschrieb viele Frauen- und Gesellschaftsthemen. 1958 gewann sie den von einer Frauen-Jury vergebenen "Prix Femina" für ihr Buch "L'Empire Celeste" (dt: "Bei Sokrates am Montparnasse"). Mallet-Joris war der Künstlername der am 6. Juli 1930 in Antwerpen geborenen Françoise Lilar. Sie war die Tochter des belgischen Politikers Albert Lilar und seiner Frau Suzanne, die ebenfalls Schriftstellerin war. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie 1951 - "Le Rempart des beguines", das auf Deutsch unter dem Titel "Der dunkle Morgen" veröffentlicht wurde. Das Werk löste einen Skandal aus. Es handelt von einem jungen, bürgerlichen Mädchen, das eine Affäre mit der Geliebten seines Vaters beginnt. Mit ihrem Tod habe die französische Literatur eine ihrer "schönsten Schreibfedern" verloren, hieß es aus dem Kulturministerium.

Hoffnung auf Aufarbeitung des KPD-Verbots

Bundesarchiv gibt Akten frei

Sechs Jahrzehnte nach dem Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) hoffen Bürgerrechtler auf Aufarbeitung. An diesem Mittwoch gibt das Bundesarchiv die bislang unter Verschluss gehaltenen internen Vermerke und Richtervoten zu dem Verfahren frei, insgesamt knapp 150 Akten. Der Bremer Anwalt und Publizist Rolf Gössner verspricht sich davon späte Gerechtigkeit: "Dieses bis heute verdrängte dunkle Kapitel westdeutscher Nachkriegsgeschichte muss nun endlich offiziell aufgearbeitet werden", sagte das Vorstandsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe. Erst dann lasse sich auch abschätzen, "was sich in den langen Jahren zwischen dem Verbotsantrag der Bundesregierung und dem Karlsruher Urteil tatsächlich abspielte". Die KPD war am 17. August 1956 nach 51 Verhandlungstagen vom Bundesverfassungsgericht verboten worden. Bis heute ist nicht restlos geklärt, wie sehr die Richter dabei unter politischem Druck durch die Regierung von Kanzler Konrad Adenauer standen.

Stiftungsdirektor: DDR für Schüler weiter weg als Pompeji

Axel Klausmeier beklagt zu wenig Wissen

55 Jahre nach dem Mauerbau ist aus Sicht des Direktors der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, die DDR-Geschichte vielen Jugendlichen kein Begriff mehr. "Das ist für die weiter weg als Pompeji", sagte Klausmeier der "Berliner Zeitung". "Den Begriff Stasi haben viele zwar mal gehört, aber über politische Verfolgung durch die SED, über fehlende Gewaltenteilung oder fehlende Meinungsfreiheit in der DDR gibt es bei vielen Schülern so gut wie kein Wissen", berichtete der Stiftungsdirektor von Seminaren mit Schülern. Mit dem Bau der Berliner Mauer riegelte das DDR-Regime am 13. August 1961 die Grenze zwischen Ost- und Westberlin hermetisch ab. Das Bauwerk stand 28 Jahre lang bis zum 9. November 1989 für Repression und Unfreiheit. Zahlreiche DDR-Bürger kamen bei Fluchtversuchen ums Leben. Die genaue Zahl der Mauertoten ist nicht bekannt, häufig wird auf Grundlage historischer Forschungen die Zahl von 138 Toten genannt.

Jella Haase würde für Filme "ziemlich weit gehen"

Es müsse aber innerhalb der Geschichte Sinn ergeben

Nacktszenen, Gewicht anfuttern oder drastisch abnehmen - für ihre Filme nimmt Schauspielerin Jella Haase das alles in Kauf. "Es ist immer schwierig, sich nackt und verletzlich zu machen, sei es nun durchs Spiel oder auch körperlich", sagte die aus dem Kinohit "Fack ju Göhte" als Chantal bekannte 23-Jährige. "Wenn es aber um die Geschichte geht, bin ich durchaus bereit, meinen Körper herzuzeigen." Haase würde sich für eine Rolle auch zehn Kilo anfuttern oder abhungern. "So lange es innerhalb der Geschichte Sinn ergibt, würde ich jedenfalls ziemlich weit gehen", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

John von Düffel: Empathie mit Olympia-Verlierern

Athleten verdienten Anerkennung für den Versuch

Der Schriftsteller und Dramaturg John von Düffel ("Wassererzählungen") empfindet Empathie für jene Athleten in Rio, die ohne Medaille nach hause fahren. "Schwimmer oder Leistungssportler überhaupt, die so viel opfern für ihr Ziel und am Ende als Verlierer dastehen, verdienen keine Medienschelte", so der 49-Jährige in einem Interview mit der Berliner Zeitung, "sondern Anerkennung für den Versuch." Wer die Verlierer öffentlich abstrafe, dürfe sich über Doping nicht wundern, so Düffel. Der Dramatiker, der als Jugendlicher Leistungsschwimmer war, schwimmt im Sommer täglich selbst mehrere Stunden. Mit den Fernseh-Übertragungen von den Wettkämpfen in Rio kann sich Düffel nach eigenen Worten nicht so recht anfreunden. Das Interessanteste sei "medial gar nicht darstellbar", sagte er. "Langstreckenschwimmen, da zeigen sie in einer Zusammenfassung höchstens die letzten Meter. Von dem Kampf, den man kämpft, ist kaum was zu sehen."

Totenkopf und Teufelshorn: M'era Luna lockt Gothic-Fans

Mischung aus Festival und Mittelaltermarkt

Schrill, gespenstisch, schwarz, aber auch sehr bunt - das Gothic-Festival "M'era Luna" hat 25 000 Anhänger nach Hildesheim gelockt. Über 30 nationale und internationale Bands stehen bei dem bis Sonntag dauernden Festival auf dem Programm, darunter The Sisters Of Mercy, Fields Of The Nephilim, Eisbrecher, Apocalyptica und Heldmaschine. "M'era Luna" ist eines der größten Treffen der alternativen Gothic-Szene in Europa. Es ist eine Mischung aus Festival und Mittelaltermarkt und zugleich eine Showbühne für Subkultur-Mode, extravagante Kostüme und ebensolche Auftritte. Viele Fans aus Deutschland und Europa kamen mit schwarz geschminkten Augen und Lippen, langen bunten Perücken und Glitzergewändern, vielen Tattoos und Totenköpfen, mit Teufelshörner und Federn.

Roland Kaiser fordert Solidarität für Flüchtlinge

Sänger sieht große Gefahr für das vereinte Europa

Der Schlagersänger Roland Kaiser hat beim Thema Flüchtlinge einen fehlenden Zusammenhalt der europäischen Länder beklagt. Wenn das vereinte Europa in dieser Frage solidarisch wäre und die einzelnen Länder Flüchtlinge gemessen an ihren Bevölkerungszahlen aufnehmen würden, wäre das Problem auch lösbar, sagte der 64 Jahre alte Sänger am Rande eines Auftrittes in Dresden. Deutschland käme in diesem Fall auf vielleicht 300 000 oder 400 000 Flüchtlinge. "Das wäre immer noch unterhalb der Grenze an Zuwanderung, die wir ohnehin pro Jahr brauchten, um unser Leben hier aufrecht zu erhalten." Schwierig sei es nur, wenn Deutschland, Österreich und Schweden das Problem allein lösen müssten: "Das wird nicht klappen. Das ist eine große Gefahr für das vereinte Europa." Bei seinen Auftritten in Dresden hatte Kaiser immer wieder Stellung gegen die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung bezogen. Auf die Frage, ob er damit nicht auch Teile seines Publikums verprellt habe, sagte der Künstler: "Ich kann meine persönlichen politischen Meinungen und meine Verantwortung und Dankbarkeit, die ich spüre, nicht abhängig machen von merkantilen Interessen."

Ruhrtriennale in Bochum eröffnet

Intendant Johan Simons führt Regie

Mit der Barockoper "Alceste" hat am Abend in Bochum die Ruhrtriennale begonnen. Der Niederländer Johan Simons führte auch im zweiten Jahr seiner Intendanz bei der Eröffnungspremiere selbst Regie. Die Zuschauer dankten mit langem Applaus. Die 1767 entstandene Oper "Alceste" beruht auf einer Tragödie von Euripides. Eröffnet wurde das experimentelle Theater-, Musik- und Tanzfestival mit einer Festspielrede der Publizistin Carolin Emcke, der diesjährigen Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Bis zum 24. September bringt die Ruhrtriennale 23 Produktionen an zahlreichen Orten des Ruhrgebiets heraus. Darunter sind auch viele Uraufführungen. Spielorte sind ehemalige Zechen, Stahlwerke und Halden und erstmals auch die Kohlenmischhalle der stillgelegten Zeche Auguste Victoria in Marl.

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