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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. August 2016

Neue Forschungsstelle zu 100 Jahre Weimarer Republik

Die Einrichtung solle zu einem "wichtigen Knotenpunkt" der Forschung werden

Thüringen will mit einer neuen Forschungsstelle die Geschichte der Weimarer Republik aufarbeiten. Bis zum 100. Gründungsjahr der ersten parlamentarischen Demokratie in Deutschland 2019 fördere das Land die "Forschungsstelle Weimarer Republik" an der Universität Jena mit rund 270.000 Euro, teilte das Wissenschaftsministerium in Erfurt mit. Die Einrichtung, die von dem Jenaer Politikprofessor Michael Dreyer geleitet werden soll, hat ihre Arbeit Anfang August aufgenommen. Ziel sei, die Forschung zur Weimarer Republik im Gründungsland der deutschen Demokratie zu bündeln, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Markus Hoppe. Die Einrichtung solle zu einem "wichtigen Knotenpunkt" der Forschung werden. Aufgaben der Forschungsstelle seien neben eigener wissenschaftlicher Arbeit insbesondere der Aufbau eines Netzwerks zur Weimar-Forschung und die Organisation jährlicher Fachkonferenzen, betonte Dreyer.

Spanischer Philosoph Gustavo Bueno gestorben

Er wurde 91 Jahre alt

Der spanische Philosoph Gustavo Bueno ist tot. Der bekannte Vertreter des philosophischen Materialismus sei im Alter von 91 Jahren in Niembro im nordspanischen Asturien gestorben, wo er ein Haus besaß, berichtete die spanische Zeitung "El País" unter Berufung auf seine Stiftung. Erst vor zwei Tagen war Buenos Ehefrau im Alter von 95 Jahren gestorben, mit der er seit über 60 Jahren verheiratet war. 1924 in der autonomen Region La Rioja geboren, hatte Bueno in Saragossa und Madrid studiert. Später lehrte er an den Universitäten von Salamanca und Oviedo und gründete 1998 die philosophische Akademie "Fundación Gustavo Bueno". Berühmt wurde er im spanischsprachigen Raum auch als Gründer der Philosophiezeitschrift "El Basilisco".

"Gefährliches Spiel": Länder verbieten "Pokémon Go"

Bevölkerung solle nicht "verdorben werden"

In mehreren Ländern dürfen die Menschen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt das beliebte Handyspiel "Pokémon Go" spielen. Im Iran wurde das Spiel mit den kleinen Monstern aus Sicherheitsgründen komplett verboten. Die Sicherheitsbehörden und die Abteilung für Internet-Kriminalität seien einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, dass "Pokémon Go" ein gefährliches Spiel sei und daher verboten werden müsse, erklärte die Staatsanwaltschaft laut Medienberichten. Auch Malaysias oberste islamische Autoritäten haben den Muslimen des südostasiatischen Landes das Handyspiel verboten. Die Bevölkerung solle davor bewahrt werden, von dem Spiel verdorben zu werden, heißt es in einem Beschluss des Muftis der malaysischen Bundesterritorien.In Thailand forderte die Militärregierung dazu auf, in der Nähe von Wahllokalen auf "Pokémon Go" zu verzichten. Das Spiel war in Thailand am Samstag auf den Markt gekommen, einen Tag vor dem Referendum über eine neue Verfassung. Mit dem Smartphone-Spiel gehen Spieler in der realen Welt auf die Suche nach kleinen virtuellen Monster-Figuren, die sie einfangen, trainieren und gegeneinander kämpfen lassen können. Das Spiel hat einen internationalen Hype ausgelöst.

Sopranistin Matshikiza: Südafrika braucht Wandel

Sängerin fühlt sich in ihrer Heimat nicht sicher

Während ihrer Kindheit im südafrikanischen Township hat das Singen im Kirchenchor der Sopranistin Pumeza Matshikiza Kraft gegeben. "Ich habe das Singen geliebt, es bereitete mir unglaublichen Spaß, gab mir Selbstvertrauen", sagte die an der Stuttgarter Oper singende Musikerin im Interview der Welt am Sonntag. "Wann immer ich im Chor in unserer Kirche sang, ging es mir gut." Sie habe während und nach der Apartheid in ihrem Heimatland mehrmals den Wohnort wechseln müssen, um der Gewalt im Alltag zu entgehen. Auch heute habe sie stets das Gefühl, sich nie wirklich sicher fühlen zu können, sagte die im Jahr 1978 geborene schwarze Sängerin. Südafrika brauche eine neue politische Führung. Allerdings werde dies allein "über Nacht auch nicht den Wandel bringen", sagte Matshikiza. "Es fordert noch immer seinen Tribut, dass schwarze Südafrikaner jahrzehntelang keinen Zugang zu Bildung hatten." Es brauche Zeit, damit ein besseres Bildungssystem aufgebaut werde - "und noch mehr Zeit, bis solche Maßnahmen in einer Gesellschaft Wirkung zeigen".

Kunstfest Weimar will sich einmischen

Mehr als 100 Veranstaltungen geplant

Das Kunstfest Weimar will sich mit zeitgenössischer Kunst zu aktuellen Entwicklungen in Europa, zu Religion, Gewalt und Flucht einmischen. Viele Projekte, so die Reihe "Transit Europa", seien mit in- und ausländischen Partnern erarbeitet worden und würden in Weimar erst- oder uraufgeführt, sagte Kunstfestleiter Christian Holtzhauer der Deutschen Presse-Agentur. "Wir hätten allerdings nie gedacht, dass die Ereignisse der letzten Wochen unsere Fragestellungen derart zuspitzen würden." Welche Aufgabe Kunst habe, sei eine entscheidende Frage 2016. "Kunst bietet einen Anlass, sich darüber zu verständigen, wie wir heute miteinander leben wollen." Vom 19. August bis 4. September stehen 28 Produktionen und mehr als 100 Veranstaltungen auf dem Programm. Wie die Zukunft des Festivals ab 2019 aussieht, ist noch ungewiss.
Weimars Stadtrat soll im Herbst entscheiden, ob die Stadt das Kunstfest weiter bezuschusst. Ein Nein würde das Aus des 1990 zur deutschen Wiedervereinigung initiierten Kunstfestes bedeuten.

Kinemathek plant erstes Filmerbe-Festival

Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird Festival eröffnen

Schätze aus sechs Jahrzehnten deutscher Filmgeschichte sollen beim ersten Filmerbe-Festival in Berlin gezeigt werden. Unter dem Titel "Film:ReStored_01" will die Deutsche Kinemathek vom 22. bis 25. September restaurierte und digitalisierte Werke als Erstaufführung zeigen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird das Festival eröffnen, wie die Kinemathek ankündigte. Zum Auftakt wird der Film "Kameradschaft" von Georg Wilhelm Pabst aus dem Jahr 1931 gezeigt. Zu sehen sein werden u.a. auch "Rose Bernd" (1957) von Wolfgang Staudte, "Der Willi-Busch-Report" (1979) von Niklaus Schilling und "Deutschland bleiche Mutter" (1980) von Helma Sanders-Brahms. Im Kinderprogramm läuft der DDR-Film "Sabine Kleist, 7 Jahre" von Helmut Dziuba. Bei einer Tagung sollen außerdem technische, ethische und ästhetische Fragen diskutiert werden, die sich bei der Digitalisierung historischer Filme stellen, so die Kinemathek.

"Mr. Wikipedia" wird 50

Jimmy Wales feiert runden Geburtstag

Gemeinsam mit dem Programmierer Larry Sanger hatte er die Online-Enzyklopädie entwickelt. Vor 15 Jahren wurde sie freigeschaltet. Heute schreiben weltweit gut 100.000 Menschen eigene Texte oder bearbeiten vorhandene Einträge. Inzwischen sind bei Wikipedia 37 Millionen Artikel in 300 Sprachen aufrufbar. Die Website steht auf Platz fünf der meistbesuchten. Anders als die Erfinder von Facebook oder Amazon ist Wales mit seiner Idee nicht zum Multimilliardär geworden.

Pete Fountain gestorben

US-Jazzklarinettist wurde 86 Jahre alt

Wie sein Schwiegersohn und Manager mitteilte, starb Fountain in seiner Heimatstadt New Orleans in einem Pflegeheim an Herzversagen. Der Musiker galt als ein prominenter Vertreter des Dixieland, eine vor allem von weißen Künstlern geprägte Spielart des traditionellen New Orleans Jazz. In der Metropole im US-Staat Louisiana begann denn auch seine Karriere. Landesweit bekannt wurde Fountain 1957 durch Fernsehauftritte. Zwei Jahre später verkaufte sich seine Aufnahme von "A Closer Walk" mehr als eine halbe Milion Mal.

Mehr als 40 Verletzte bei Einsturz von Konzerttribüne

Unglück bei Auftritt von Rapper Snoop Dogg in den USA

Beim Einsturz einer Tribüne während eines Konzerts des US-Rappers Snoop Dogg im Bundesstaat New Jersey sind mindestens 42 Menschen verletzt worden. Das Unglück ereignete sich als Snoop Dogg mit dem Hip-Hop-Star Wiz Khalifa auftrat, wie die Polizei mitteilte. In den sozialen Medien verbreitete Videoaufnahmen zeigten, wie die Menschen aufeinander fielen. Die meisten erlitten dabei laut Polizei Knochenbrüche und Schürfwunden. Das Konzert in Camden bei Philadelphia wurde kurz nach dem Vorfall beendet. Einem Behördensprecher zufolge gab es keine Hinweise auf Verstöße gegen Vorschriften.

Schriftsteller Trojanow hat Respekt vor den Gehern

Er hat selbst alle olympischen Disziplinen ausprobiert

Schriftsteller Ilija Trojanow hat großen Respekt vor den Gehern. "Wenn Sie sich deren Zeiten angucken - unfassbar! Das ist für mich die beeindruckendste Leistung überhaupt in der Leichtathletik", sagte er dem Tagesspiegel. "Außerdem schaut es lustig aus." Trojanow hat in den vergangenen Jahren alle olympischen Disziplinen trainiert und ein Buch darüber geschrieben. Sein Ziel war es, in jeder Disziplin halb so gut zu sein wie der jeweilige Olympiasieger von London 2012. Beim Bahnradfahren, Bogenschießen, Schießen sowie teilweise in der Leichtathletik und beim Schwimmen habe er das am ehesten geschafft. "Ganz kläglich war alles, was Akrobatik enthält. Trampolin, Turnen, Turmspringen." Ein Leben ohne Sport kann sich der Autor nicht vorstellen: "Ich würde wahnsinnig werden ohne diese Fluchten vom Schreibtisch."

Colin Firth: Nach der Arbeit sofort nach Hause

Dem Schauspieler macht das Alter zu schaffen

Der britische Schauspieler und Oscar-Gewinner Colin Firth spürt das Alter. "Zumindest habe ich nicht mehr die gleiche Energie wie früher", sagte er der "Berliner Morgenpost". "Als ich jung war, war ich nach einem Arbeitstag so aufgeladen, dass ich einfach noch um die Häuser ziehen musste. Da ging ich sogar noch tanzen. Aber jetzt fahre ich sofort nach Hause und ziehe meine Pantoffeln an." Dafür werde aber seine Arbeit interessanter. Er spiele nun komplexere Rollen, Männer mit einer Vergangenheit. Sein neuer Film "Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft" läuft am Donnerstag in Deutschland an. Er handelt von der Freundschaft eines Verlagslektors (Firth) zu einem berühmten Autor, gespielt von Jude Law.

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