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Kulturnachrichten

Freitag, 5. August 2016

Gericht neigt Klage gegen "Tagesschau"-App zu

Entscheidung soll aber erst am 23. September verkündet werden

Im jahrelangen Rechtsstreit um die "Tagesschau"-App zeichnet sich vor dem Oberlandesgericht Köln eine Entscheidung zugunsten der Zeitungsverlage und gegen die ARD ab. Zwar will das Gericht erst am 23. September eine Entscheidung verkünden. Doch sagte der Vorsitzende Richter Hubertus Nolte, man neige derzeit dazu, der Klage der Zeitungsverlage gegen die "Tagesschau"-App stattzugeben. Es geht konkret um die Frage, ob das Angebot der App am Beispieltag 15. Juni 2011 presseähnlich gewesen ist. Der Bundesgerichtshof hat dem Kölner Gericht für die Klärung dieser Frage bestimmte Vorgaben gemacht. Was es letztlich konkret bedeuten würde, wenn die App mit Inhalten, wie sie am 15. Juni 2011 präsentiert wurden, als unzulässig eingestuft würde, ist umstritten. Das Landgericht Köln hatte der ARD 2012 bereits in erster Instanz verboten, die "Tagesschau"-App in der Form vom 15. Juni 2011 weiter anzubieten. Ein generelles Verbot lehnte das Gericht jedoch ab, da es immer nur im Einzelfall entscheiden und keine allgemeinen medienpolitischen Aussagen treffen könne. Der Rundfunkstaatsvertrag schreibt vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF zwar im Internet präsent sein dürfen, presseähnliche Angebote sind aber nicht erlaubt, und die Online-Inhalte müssen sich auf Radio-und Fernsehsendungen beziehen.

Russischer Zoll überprüft "Harry Potter"

Einfuhr des englischsprachigen Theaterstücks gestoppt

Russische Behörden überprüfen nach Angaben von Buchhändlern den neuesten Teil der Harry-Potter-Saga auf extremistische Inhalte. Der Zoll habe die Einfuhr des englischsprachigen Theaterstücks "Harry Potter and the Cursed Child" (deutsch: Harry Potter und das verwunschene Kind) von Erfolgsautorin Joanne K. Rowling gestoppt, berichteten Medien. "Wir werden die Bücher nicht vor September bekommen", sagte Natalja Tschuprowa vom Buchladen Moskwa der Zeitung "Iswestija". Informationen, worauf sich der Extremismus-Verdacht stützen könnte, gab es nicht. Russland hat zuletzt seine Gesetze im Kampf gegen Extremisten und Terroristen verschärft. Auch Händler in St. Petersburg berichteten von Problemen mit dem Buch beim Zoll. Auf Russisch soll der Potter-Nachzügler im November erscheinen.

Kulturgutschutzgesetz tritt in Kraft

Erster Teil des Gesetzes führte zu teils massivem Widerstand bei Händlern und Sammlern

Das umstrittene Gesetz zum Schutz von Kulturgütern gilt von diesem Samstag an. Wie das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte, wurde es nun im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Zuvor hatte Bundespräsident Joachim Gauck die Neuregelung unterschrieben. Das Gesetz soll national wertvolles Kulturgut vor der Abwanderung ins Ausland bewahren. Zudem soll der Handel mit Raubgut aus Kriegs- und Krisengebieten eingedämmt werden. Gegen den ersten Teil hatte es teils massiven Widerstand bei Händlern und Sammlern gegeben. Sie fürchten, nicht mehr frei mit ihrem Besitz umgehen zu können. Der Bundestag hatte das Gesetz Ende Juni ohne Gegenstimmen beschlossen, Anfang Juli stimmte der Bundesrat mit großer Mehrheit zu. Für die Anwendung sind die Länder zuständig. Grütters' Haus steht nach eigenen Angaben für einen konstruktiven Austausch zur Verfügung.

Facebook will Clickbaits eindämmen

Algorithmus soll reißerische Überschriften reduzieren

Facebook will die Zahl von reißerischen, in die Irre führenden Überschriften reduzieren. Mit Hilfe eines Algorithmus sollen die sogenannten "Clickbaits" ausgemacht und in den News Feeds eingedämmt werden. "Die Leute sagen uns immer wieder, dass sie eindeutige Headlines bevorzugen", hieß es in einem Blogeintrag des Unternehmens. Demnach wurden Tausende Überschriften und Anreißer zu Artikeln oder Videos ausgewertet. Zu den "Klickködern", zählen Texte, die absichtlich Informationen zurückhalten oder mit übertriebenen Darstellungen und irreführenden Angaben möglichst viele Leser auf eine Seite locken wollen. Da der Inhalt dann aber meist nicht so spannend sei, wie suggeriert, sei es für Nutzer oft eine Zeitverschwendung. Als Beispiel nannte das Unternehmen Überschriften wie: "Der Hund bellte den Lieferboten an und dessen Reaktion war unbezahlbar" oder "Er legte Knoblauch in seine Schuhe, bevor er zu Bett ging. Was als nächstes geschah, war kaum zu glauben".

Börsenverein kritisiert türkische Regierung

Forderung an Bundesregierung "klare Haltung zu zeigen"

Das Vorgehen der türkischen Regierung gegen Verlage und Journalisten stößt beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels auf scharfe Kritik. "Wir verurteilen die Verhaftungen von Autoren und Journalisten sowie die Schließungen von Verlagen und anderen Medienhäusern aufs schärfste", sagte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis in Frankfurt am Main. "Die türkische Regierung greift die Meinungsfreiheit massiv an. Autoren, Verleger und Journalisten werden wie Verbrecher behandelt. Das ist untragbar." Die Freiheit des Wortes sei ein Menschenrecht, das unter allen Umständen geschützt werden müsse. Unabhängige Verlage, Medien und Buchhandlungen seien Grundlage einer freien und demokratischen Gesellschaft. Der Börsenverein forderte die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, "eine klare Haltung zur Situation in der Türkei zu zeigen und die Meinungsfreiheit kompromisslos zu verteidigen". Der Branchenverband stehe in engem Austausch mit Partnerorganisationen aus dem Medien- und Kulturbereich über die Situation in der Türkei und über "mögliche gemeinsame Maßnahmen", hieß es.

Verschollen geglaubtes Heine-Manuskript entdeckt

Sonettenkranz soll nach Restaurierung in Ausstellung zu sehen sein

Das Heinrich-Heine-Institut hat eine fast 200 Jahre alte Handschrift des Dichters erworben. Der sogenannte Sonettenkranz "Friederike" habe jahrzehntelang als verschollen gegolten und sei nun aus Privatbesitz bei einer Auktion in Berlin angeboten worden, teilte die Stadt Düsseldorf mit. Das Dokument sei eine Rarität, da aus der frühen Schaffensphase des Düsseldorfer Dichters kaum Handschriften erhalten geblieben seien. 32 000 Euro habe die Gesellschaft mit Unterstützung von zwei Förderern dafür bezahlt. Nach der Restaurierung soll das Manuskript regelmäßig in der Ausstellung des Instituts zu sehen sein.

Journalistenverbände gegen neues BND-Gesetz

Kritik an Möglichkeit zur Überwachung von Journalisten im Ausland

Ein internationales Bündnis unter der Führung der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen hat eine Kampagne gegen das geplante BND-Gesetz gestartet. "Der aktuelle Entwurf des BND-Gesetzes sieht vor, dass Journalisten und andere Berufsgeheimnisträger wie Ärzte, Anwälte und Seelsorger außerhalb der EU praktisch schrankenlos überwacht werden dürfen, wenn es im politischen Interesse Deutschlands ist", heißt es in der Erklärung. "Eine Ausnahme, wonach Journalisten oder ganze Redaktionen nicht großflächig überwacht werden dürften, findet sich hingegen nicht", kritisiert das Bündnis. Dadurch wolle die Bundesregierung das Ausspähen von EU-Ausländern im EU-Ausland legalisieren. Spionage gegen Journalisten sei, "egal wo auf der Welt", ein Angriff auf die Pressefreiheit. An dem Aufruf beteiligen sich unter anderem auch der Deutsche Journalisten-Verband, die Deutsche Journalisten Union, Amnesty International und die European Federation of Journalists. Sie appellieren an Bundesregierung und Bundestag, "die Pläne umgehend zu überdenken und Ausnahmeregeln für Journalisten und andere Berufsgeheimnisträger auch aus dem Ausland in den Gesetzesentwurf aufzunehmen".

Inseldom auf Herrenchiemsee wird wieder geöffnet

Land Bayern will 1,3 Millionen Euro investieren

Nach rund 100 Jahren soll der barocke Inseldom auf der Herreninsel im Chiemsee wieder geöffnet werden. Bayern wolle für notwendige Erschließungs- und Sanierungsmaßnahmen rund 1,3 Millionen Euro investieren, kündigte Finanz- und Heimatminister Markus Söder an. Künftig soll es Führungen für kleine Gruppen in dem ehemaligen Kirchengebäude geben. Es wurde nach der Säkularisation zu einer Brauerei umgebaut und steht seit 1917 leer. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen. Die Bayerische Schlösserverwaltung investierte den Angaben zufolge von 1995 bis 1997 rund zwei Millionen Euro, um Dachstuhl, Dacheindeckung und Außenfassaden in dem Gotteshaus instand zu setzen. Bis das Gebäude wieder öffentlich zugänglich ist, müssten nun Stahlsteg- und Plattformkonstruktionen eingebaut sowie Treppen instandgesetzt werden. Außerdem seien Brandschutzmaßnahmen zu tätigen. Für eine barrierefreie Erschließung sei auch ein Aufzug als frei stehende Stahlglaskonstruktion geplant.

Heise richtet Plattform für Whistleblower ein

Vollständig anonyme Kontaktaufnahme ermöglicht

Der Heise-Verlag richtet eine vertrauenswürdige Anlaufstelle für Whistleblower im deutschsprachigen Raum ein. "Wer Kenntnis von einem Missstand hat, von dem die Öffentlichkeit erfahren sollte, kann ab sofort anonym interne Papiere, Verträge, Fotos, Datenbankauszüge oder andere Daten übermitteln", teilte der Verlag in Hannover mit. Mit der Enthüllungsplattform "heise Tippgeber" ermögliche man eine vollständig anonyme Kontaktaufnahme und Informationsübergabe. Das Angebot sei über die Startseite von heise online oder direkt via https://heise.de/tipps erreichbar. Die Kontaktaufnahme erfolge über ein gut gesichertes Formular, bei dem die eingegebenen Informationen schon im Browser mit PGP verschlüsselt werden. Die Plattform kann nach Verlagsangaben auch als "sicherer Briefkasten" verwendet werden. Er basiert auf dem Open-Source-Projekt Secure Drop, das speziell für eine sichere Kommunikation zwischen Whistleblowern und Journalisten entwickelt wurde.

Basler Tourismuswerbung nutzt Pokémon-Hype

Marketing-Gag soll mehr Besucher in die Stadt locken

In Basel müssen Pokémon-Spieler neuerdings bei ihren Suchaktionen auf Angriffe aus dem Hinterhalt gefasst sein. Aus einem weißen Lieferwagen werfen oder schießen vier lebensgroße Pikachus mit einem Riesenkatapult überdimensionierte Gummibälle auf Spieler, die in ihre Mobilgeräte vertieft sind. Hinter der Aktion "Pokémon - the Revenge" steckt die Basler Tourismuswerbung. Sie will mit diesem Marketing-Gag mehr junge Leute in die malerisch am Rheinknie gelegenen Schweizer Großstadt locken. Scheinbar mit Erfolg: Der Werbeclip, der wie nebenbei auch Basler Sehenswürdigkeiten von der schönen Altstadt bis zum Tinguely-Brunnen zeigt, wurde rasch zum Internet-Hit.

Locarno-Ehrenpreise für Birkin und Adorf

Ehrenleopard ist Birkins erster Preis überhaupt

Jane Birkin ist beim 69. Internationalen Filmfestival Locarno mit einem "Pardo alla carriera", einem "Leoparden für ihre Karriere", geehrt worden. Mehr als 8000 Festivalgäste kamen, um Jane Birkin bei Blitz, Donner und Regen auf der pittoresken Piazza Grande von Locarno zu feiern. Die 69-Jährige überraschte mit einem Geständnis: "Ich habe in den all den Jahrzehnten noch nie eine Auszeichnung bekommen." Nach einer Pause der Rührung fügte sie mit leichtem Zittern in der Stimme hinzu: "Es ist mein erster Preis und ich nehme ihn voller Stolz und Freude mit nachhause." Am Sonntagabend wird auch Mario Adorf mit einem Ehrenleoparden ausgezeichnet. Adorf ("Die Blechtrommel", "Der große Bellheim") ist Ehrengast der Retrospektive des Festivals, die das bundesdeutsche Kino der Jahre 1949 bis 1963 feiert.

Flüchtlings-Youtuber plant zweite Video-Staffel

Filmemacher liegt Versöhnung von Flüchtlingsgegnern und -befürwortern am Herzen

Deutschlands bekanntester Flüchtlings-Youtuber plant eine zweite Staffel seiner beliebten "Zukar"-Serie. Mit den humorvollen Videoclips will der syrische Filmemacher Firas Alshater zur Versöhnung von Flüchtlingsgegnern und -befürwortern anregen. Über eine Crowdfunding-Kampagne wurden über 14.000 Euro gesammelt, das Geld soll nun in die Produktion neuer Youtube-Videos investiert werden, so das Management des Künstlers. Firas Alshater zählt derzeit zu Deutschlands bekanntesten Youtube-Stars. Seine humorvollen "Zukar"-Stückchen hatten ihn 2016 in die Top Ten der deutschen Ausgabe des Videoportals katapultiert. Zudem sei zur Frankfurter Buchmesser 2016 das erste Buch von Firas Alshater geplant. Unter dem Titel "Ich komm auf Deutschland zu: Ein Syrer über seine neue Heimat" erzählt der 25-Jährige von seinen Erlebnissen in Deutschland und Syrien auf witzige, offene und tragikomische Art.

Schauspieler David Huddleston gestorben

"The Big Lebowski"-Darsteller Huddleston wirkte in zahlreichen TV-Serien und Kinoproduktionen mit

Der US-Schauspieler David Huddleston, bekannt aus der Komödie "The Big Lebowski", ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren in Santa Fe, wie seine Frau Sarah Koeppe der "Los Angeles Times" sagte. Huddleston sei bereits am Dienstag einer Herz- und Nierenerkrankung erlegen. In dem Kultfilm "The Big Lebowski" aus dem Jahr 1998 spielte er an der Seite von Hautdarsteller Jeff Bridges die titelgebende Rolle des Millionärs Lebowski. Huddleston wirkte auch in Fernsehserien wie "The West Wing", "Gilmore Girls" und "Wunderbare Jahre" mit. Auf der Kinoleinwand war er unter anderem in Mel Brooks' "Der wilde wilde Westen" oder im Weihnachtsfilm "Santa Claus" zu sehen. Huddleston hatte zunächst in der US-Luftwaffe gedient, bevor er in New York ein Schauspielstudium absolvierte.

PEN-Zentrum reagiert auf Jelinek-Kritik

Präsident Haslinger: Seit Wochen mit der Lage in der Türkei befasst

Der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, hat Kritik an der vermeintlichen Untätigkeit der Schriftstellerverbände angesichts der Situation in der Türkei zurückgewiesen. Er reagierte im Deutschlandradio Kultur auf Vorwürfe der österreichischen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek: "Sie hat insofern recht, dass es gut ist, sich möglichst viel zu diesen Dingen zu Wort zu melden", sagte Haslinger. "Aber ich bin natürlich nicht einverstanden mit dem, was sie sagt, weil ich seit drei Wochen mit nichts anderem befasst bin als mit der Türkei." Jelinek hatte in einem Gastkommentar in der Wiener Tageszeitung "Der Standard" vom Donnerstag geschrieben: "Ich höre nichts von meinen (Schriftsteller-)Vereinigungen. Vielleicht stecken sie derzeit ja im Gefängnis ihrer Badehosen oder Bikinis an irgendeinem Strand fest." Dabei sprach Jelinek den PEN direkt an: "Ich höre nichts vom Internationalen PEN." Wütend sei er nicht auf Jelinek sagte Haslinger. Der österreichische Schriftsteller fügte seiner Entgegnung auf Jelineks Text ironisch mit einem bitteren Lachen hinzu: "Ich würde gerne in der Badehose feststecken - aber das geht leider nicht." Der Internationale PEN gebe jeden zweiten oder dritten Tag eine Resolution heraus, "ein Update über den neuesten Stand der Dinge, der leider jeden Tag trauriger wird".

Erster Superman-Comic für fast eine Million Dollar versteigert

Von Erstauflage von 1938 nur etwa hundert Exemplare vorhanden

Ein 78 Jahre altes Heftchen mit dem ersten Superman-Cover der Comic-Geschichte hat bei einer Versteigerung knapp eine Million Dollar erzielt. Wie das Auktionshaus Heritage Auctions im texanischen Dallas mitteilte, lag das "Action Comics #1"-Heft damit weit über seinem Schätzwert von 750 000 Dollar. Das gut erhaltene Comic-Heft aus dem Jahr 1938 zeigt auf dem Cover Superman in Spandexhosen mit einem roten Cape, der ein grünes Auto in die Luft hebt. Von den Heften der Erstauflage sind nach Angaben des Auktionshauses heute nur noch etwa hundert Exemplare erhalten.

Regisseur verteidigt Verpflichtung von Matt Damon

Kritik sieht Fortschreibung des rassistischen Mythos

Der renommierte chinesische Regisseur Zhang Yimou hat die Verpflichtung des Oscar-Preisträgers Matt Damon für eine Hauptrolle in seinem Film über die chinesische Mauer verteidigt. Die asiatisch-amerikanische Schauspielerin Constanze Wu hatte kritisiert, die Hauptrolle für Damon in einem solchen Film setze "den rassistischen Mythos" endlos fort, dass nur ein weißer Mann die Welt retten könne. "The Great Wall" ist ein von Hollywood und China koproduziertes Fantasy-Projekt mit einem Etat von 150 Millionen Dollar. Zhang sagte der Zeitschrift "Entertainment Weekly", die Ankunft von Damons Figur sei ein wichtiger Handlungsstrang in dem Film und es sei nie die Absicht gewesen, dass sie ein Chinese sein sollte. Zhang wies darauf hin, dass die anderen vier Hauptfiguren des Films Chinesen seien. Bei den diesjährigen Oscar-Preisverleihung hatte es eine heftige Dikussion über die Tatsache gegeben, dass die meisten Nominierungen für die begehrte Auszeichnung an weiße Künstler gingen.

Trump bekommt Schützenhilfe von Clint Eastwood

Filmstar nennt Kritiker des Republikaners "Waschlappen"

Regisseur und Schauspieler Clint Eastwood bezeichnete die Kritik an dem Kandidaten der Republikaner in einem Interview des Magazins "Esquire" als überzogen und nahm Trump insbesondere gegen den Vorwurf des Rassismus in Schutz. Eastwood räumte ein, dass manche Äußerungen Trumps "dumm" gewesen seien. Doch beklagte er zugleich, dass um diese Äußerungen zu viel Aufhebens gemacht werde. Der Filmstar war früher für die Republikaner Bürgermeister seiner kalifornischen Heimatstadt Carmel. Vor vier Jahren unterstützte er den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney. In dem "Esquire"-Interview stellte sich Eastwood nun zwar nicht voll und ganz hinter die Kandidatur Trumps, machte aber deutlich, dass er diesem zuneige. Vor vier Jahren hatte Eastwood mit einem bizarren Auftritt beim Parteitag der Republikaner für Aufsehen gesorgt. Der Schauspieler führte ein Gespräch mit einem leeren Stuhl und tat so, als ob dort Präsident Barack Obama säße. Im Internet erntete er dafür Spott.

Wölfe aus Bronze vor dem Berliner Reichstag

Skulpturen gegen Fremdenhass

Mit einem Rudel von Wolfsmenschen aus Bronze und Eisen ruft der Brandenburger Künstler Rainer Opolka jetzt auch in Berlin zum Widerstand gegen Rassismus und Gewalt. Die 66 bedrohlichen Skulpturen sind vor dem Hauptbahnhof zu sehen - den Blick auf den Reichstag gerichtet. Unter dem Titel "Die Wölfe sind zurück" sollen die gut zwei Meter großen Figuren Hass und Gewalt symbolisieren und die Menschen darüber ins Gespräch bringen. Sie haben Namen wie "NSU Mann", "Mitläufer" oder "Anführer". In Dresden und Potsdam hatte die spektakuläre Aktion bereits großen Zulauf. Als nächstes will Opolka Genehmigungen in Hamburg, Bremen, Düsseldorf und Köln bekommen.

Jelinek fordert Freilassung von türkischen Kollegen

Literaturnobelpreisträgerin kritisiert Schweigen

Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek kritisiert die Untätigkeit der Schriftstellerverbände angesichts der Massenverhaftungen von Autoren in der Türkei. "Ich höre nichts von meinen (Schriftsteller-)Vereinigungen. Vielleicht stecken sie derzeit ja im Gefängnis ihrer Badehosen oder Bikinis an irgendeinem Strand fest", schreibt Jelinek in einem Gastkommentar der Wiener Tageszeitung "Der Standard" (Donnerstagsausgabe). "In der Türkei findet derzeit offenbar ein umfassendes Wissen statt, wer weg soll, wer verhaftet wird, wer wieder freigelassen wird, wer gefoltert wird, wer ein Geständnis macht und wer nicht", so Jelinek. Sie fordere die Freilassung von allen willkürlich Inhaftierten in der Türkei, denen man keine Schuld am Putsch nachweisen könne. Besonders am Herzen lägen ihr zwei ältere Herren, der Politikwissenschaftler und Journalist Sahin Alpay sowie der Schriftsteller Hilmi Yavuz, die im Gefängnis ihres Wissens nach nicht einmal ihre Medikamente bekämen.

Erster Moschee-Bau in Athen

Lang diskutiertes Projekt wird endlich realisiert

Nach langen, kontroversen Diskussionen hat das griechische Parlament mit großer Mehrheit dem Bau einer Moschee in der Nähe des Athener Flüchtlingslagers "Eleonas" zugestimmt. Damit genehmigten die Abgeordneten erstmals ein offizielles islamisches Gotteshaus in der Hauptstadt, berichtet die Tageszeitung "Kathimerini". Am Bau will sich der Staat mit knapp einer Million Euro beteiligen. Befürworter des Projekts argumentierten während der Debatte, eine Moschee sei der beste Weg, der Radikalisierung von Flüchtlingen vorzubeugen. Auch sei es eine Schande, dass Muslime in provisorischen Räumen beten müssten. Scharfe Kritik kam von der rechtsextremistischen Partei Goldene Morgenröte (Chrysi Avgi), die eine Islamisierung des Landes befürchtet. In Griechenland leben nach aktuellen Angaben des Flüchtlingskrisenstabes rund 60 000 Flüchtlinge und Migranten, die vornehmlich aus muslimisch geprägten Ländern stammen. In Griechenland hingegen ist Orthodoxie die offizielle Religion - das ist sogar in der Verfassung verankert. Fast 97 Prozent der Griechen bekennen sich als orthodoxe Christen.

Gedenkstätte für "Weiße Rose" wird umgestaltet

Neukonzeption bis Anfang 2017

Die Münchner Ausstellung über die NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" erhält vorübergehend ein neues Domizil. Sie ist in den nächsten Wochen statt im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in der Thomas-Mann-Halle im 1. Stock des LMU-Hauptgebäudes zu sehen. Hintergrund ist die Umgestaltung der "DenkStätte" für die Widerstandsgruppe. In diesem Zuge soll auch die Schau mit ihren mehreren Dutzend großformatigen Text-Bild-Tafeln überarbeitet werden. Die Neukonzeption soll bis Anfang 2017 abgeschlossen sein. Hinter dem Namen "Weiße Rose" standen Münchner Studenten wie die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Christoph Probst, Alexander Schmorell und der Hochschulprofessor Kurt Huber. Zwischen Juni 1942 und Februar 1943 riefen sie auf Flugblättern die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen die Diktatur und zur Beendigung des Krieges auf. Sieben Menschen wurden zum Tod verurteilt und auch hingerichtet, über 20 erhielten zum Teil lange Haftstrafen.

Denkmalschutzförderung für Arp-Schnitger-Orgel

Arbeit am Originalklang

Mit 20.000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Sanierung der Arp-Schnitger-Orgel in der Sankt-Johannis-Kirche in Oederquart (Kreis Stade). Das zwischen 1678 und 1682 entstande Instrument wird seit drei Jahren mit Unterstützung durch EU-Mittel und der evangelischen Landeskirche Hannovers umfassend restauriert. Nach ihrer Fertigstellung soll die Orgel wieder so klingen, wie sie geschaffen wurde. Arp Schnitger (1648-1719) war einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit. Er wirkte vor allem in Norddeutschland. Mehr als 100 Orgeln baute er neu, etwa 30 sind heute noch erhalten.

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