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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. August 2015

Nike Wagner kritisiert  Bayreuther Museum

Komponisten-Urenkelin: "Tödliche Fehler"

Nike Wagner hat dem neuen Bayreuther Museum für ihren Urgroßvater, den Komponisten Richard Wagner, "tödliche Fehler" vorgeworfen. Die Einrichtung im Wohnhaus des Künstlers sei zu dessen Lebzeiten "stickig, historisch, übervoll" gewesen, sagte die Intendantin des Bonner Beethovenfestivals der "Stuttgarter Zeitung". Nun habe man "Leichentücher und die Leere", ergänzte die 70-Jährige. Das sei sehr unwagnerisch. Richard Wagner lebte von 1874 bis zu seinem Tod 1883 im Bayreuther Haus Wahnfried, das er nach seinen Plänen erbauen ließ. Jüngst wurde in der Villa eine neue Dauerausstellung eröffnet, für die im Garten zusätzlich ein Anbau errichtet wurde.

"Verlorene Klänge der Arbeit" gehen online

Zwei Jahre haben sechs Museen Geräusche gesammelt

Sechs europäische Museen haben in dem zweijährigen EU-Projekt "Work with Sounds" Geräusche aus dem Arbeits- und Alltagsleben gesammelt und frei zugänglich gemacht. Mehr als 600 Klänge aus Bergwerken, Industriehallen und Büros haben die Experten mit Mikrofonen und Kameras aufgezeichnet. "Wir dokumentieren in unserem Projekt sowohl die typischen 'sounds' der jeweiligen regionalen Arbeitswelten als auch die Gemeinsamkeiten der europäischen Industriegeschichte", sagte Torsten Nilsson vom schwedischen Arbeitsmuseum Norrköping während einer Fachtagung in Dortmund. Herausgekommen sind Aufnahmen von Werkssirenen, Melkmaschinen im Stall, Dampfloks, Registrierkassen, Haushaltsgeräten oder einem Zahnarztbohrer. Noch kann man sie auf www.workwithsounds.eu hören, bevor sie der virtuellen Bibliothek "Europeana" übergeben werden.

Ärger um ausländische Museumsdirektoren

Italiens Kulturminister: "Die Ausländer-Debatte zeugt von einem fürchterlichen Provinzialismus."

Nach der Ernennung ausländischer Direktoren für angesehene italienische Museen muss sich der italienische Kulturminister gegen Kritik verteidigen. "Die Ausländer-Debatte zeugt von einem fürchterlichen Provinzialismus", sagte Dario Franceschini der Zeitung "La Stampa". "Als Gabriele Finaldi zum neuen Leiter der National Gallery ernannt wurde, hat niemand geschrieben: 'Was für ein Horror, ein Italiener in London'." Das Kulturministerium hatte diese Woche unter 20 neuen Leitern für Museen und Kultureinrichtungen in Italien sieben Ausländer ernannt, darunter auch drei Deutsche.

Kluge-Archiv geht an die Akademie der Künste

Am 15. September werden Alexander Kluges Unterlagen der Öffentlichkeit präsentiert

Alexander Kluge hat der Akademie der Künste in Berlin erste Teile seines umfangreichen Archivs übergeben. Inzwischen sind die Unterlagen erschlossen und können ab Mitte September für Forschungszwecke eingesehen werden. Als Autor innovativer Filme, bedeutender literarischer Texte und Mitautor theoretischer Schriften, gilt Alexander Kluge als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films. Seit 1972 ist er selber Mitglied der Akademie der Künste. Sein Archiv enthält Dokumente zu seinem umfangreichen Werk, darunter Notizen zu frühen Projekten, Produktionsunterlagen zu seinen Filmen, Manuskripte seiner literarischen Arbeiten und Korrespondenz, zum Beispiel mit Theodor W. Adorno und Siegfried Unseld. Mit einer Lesung und Filmbeiträgen wird es am 15. September 2015 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Otto-Hahn-Preis 2015 an Jürgen Troe

Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert

Die Stadt Frankfurt, die Gesellschaft Deutscher Chemiker und die Deutsche Physikalische Gesellschaft ehren den Physikochemiker Jürgen Troe mit dem Otto-Hahn-Preis 2015. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird am 24. November in der Frankfurter Paulskirche überreicht.
Der 75 Jahre alte Jürgen Troe ist Emeritus am Institut für physikalische Chemie der Georg-August-Universität und emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Mit dem Otto-Hahn-Preis würden vor allem Troes grundlegende Arbeiten zur Reaktionskinetik gewürdigt, die unter anderem helfen, chemische Prozesse in der Atmosphäre und Verbrennungsvorgänge besser zu verstehen, erläuterte die Stadt. Seine Erkenntnisse leisteten einen wichtigen Beitrag für die Energieforschung und das Wissen um die Luftqualität.

Rodin-Büste aus Kopenhagener Museum gestohlen

Die Bronzeskulptur war 270.000 Euro wert

Als Touristen getarnt haben zwei Kunstdiebe eine wertvolle Bronzebüste aus einem Kopenhagener Museum gestohlen. Sie seien in der Öffnungszeit in die Ny Carlsberg Glyptotek hereinspaziert. Dann hätten sie das Werk "Der Mann mit der gebrochenen Nase" des französischen Bildhauers Auguste Rodin vom Sockel genommen und in eine Tüte gepackt, bestätigte ein Museumssprecher. Weder die Sicherheits-Mitarbeiter noch andere Besucher bemerkten den Raub.
Die Büste von 1863, die in mehreren Versionen exisiert, war seit 95 Jahren Teil der Sammlung in dem dänischen Museum. Laut "Politiken" soll diese Version umgerechnet knapp 270 000 Euro wert sein.

WDR verleiht Kleinkunstpreis "Salzburger Stier"

Die Gala findet 2016 in Paderborn statt

Der Westdeutsche Rundfunk ist im kommenden Jahr Gastgeber des Kleinkunstpreises "Salzburger Stier" und lädt nach Ostwestfalen ein. Die renommierte Kabarett-Auszeichnung wird am 20.
und 21. Mai 2016 in der Paderhalle vergeben. Das teilte der WDR am Donnerstag mit. Gäste der Eröffnungsgala sind der ehemalige Preisträger Olaf Schubert und Freunde. Wer 2016 den "Stier" bekommt, wird im November bekanntgegeben. Seit 1982 geht der "Salzburger Stier" an Künstler aus jeweils Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählen Urban Priol, Georg Schramm, Harald Schmidt, die Missfits, Rainald Grebe, Martina Schwarzmann, Olaf Schubert und Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig. 2015 ging der Preis an die Kabarettistin Simone Solga.

Falscher Twitter-Account narrt Bayreuther Festspiele

Eine Bloggerin hatte ihn eingerichtet

Wochenlang schienen die Verantwortlichen der Bayreuther Festspiele im Kurznachrichtendienst Twitter aktiv - doch wie sich jetzt herausstellte, war es ein falscher Account. Die Bloggerin Juana Zimmermann hatte ihn eingerichtet. "Das war spontan, ich hätte nicht gedacht, dass es so einfach geht", sagte sie und bestätigte damit Medienberichte. "BayreuthFest" sahen viele Twitter-Nutzer und auch viele Social-Media-Redakteure als offiziellen Account der Richard-Wagner-Festspiele an und banden ihn in ihre Kurznachrichten ein. Zimmermann versicherte, man habe niemanden Schaden zufügen wollen. In ihrem Blog schrieb sie: "Liebe Bayreuther Festspiele, Twitter ist toll, es gibt viele Menschen die uns/euch vermissen würden. Daher bieten wir euch an, den Account zu übernehmen. Wir haben unser Bestes gegeben ihn vernünftig zu führen." Auch Kritik an den Medien formulierte sie: "Kam keiner mal auf die Idee nachzufragen, ob die Bayreuther Festspiele bei Twitter sind? Ein Anruf hätte sicher genügt." Der Account hatte am Donnerstag mehr als 750 Follower.

Letztes Buch von Günter Grass kommt in den Handel

Ende August erscheint "Vonne Endlichkait"

Das letzte Buch von Günter Grass kommt am 28. August in den Handel. Das Werk "Vonne Endlichkait" beschäftigt sich nach Angaben des Göttinger Steidl Verlages mit den Dingen und Gedanken am Schluss des Lebens. "Es geht um Verlust, ums Altern, um Endlichkeit", sagte Sprecherin Claudia Glenewinkel. Der Autor habe in dem Buch längere und kürzere Prosatexte, sogenannte Miniaturen, mit Gedichten und Zeichnungen gemischt. "Ein Gedanke, ein Satz, ein Motiv setzt sich fort in einem Gedicht, wird variiert und zurückgespiegelt in einen anderen Prosatext", sagte Glenewinkel. Grass war am 13. April im Alter von 87 Jahren gestorben. Er hatte das Manuskript und die Zeichnungen für das Buch in den letzten Wochen vor seinem Tod fertiggestellt.

Ballett am Rhein ist Kompanie des Jahres

Ein Ensemble aus erlesenen Körperinstrumenten

Das Ballett am Rhein ist zum dritten Mal in Folge zur Kompanie des Jahres gewählt geworden. In der jährlichen Umfrage der Zeitschrift "tanz" gaben fünf von insgesamt 50 Tanzkritikern ihre Stimme für das von Martin Schläpfer geleitete Ensemble (Düsseldorf/Duisburg) ab. Das reichte für den ersten Platz. Die Kritiker konnten bei der offenen Wahl Kompanien aus der ganzen Welt als Favoriten nennen. Schläpfers Ensemble pflege keinen altbackenen Corps-Geist, sondern setze sich aus erlesenen Körperinstrumenten zusammen - "die wunderbar klingen, einzeln wie im Kollektiv". Tänzer des Jahres wurde der Moskauer Bolschoi-Star Vladislav Lantratov. Zur Tänzerin des Jahres wurde die Rumänin Alina Cojocaru gewählt. Choreograph des Jahres ist Marco Goecke, Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts. Mit seiner eigenwilligen Tanzsprache biete Goecke seit zehn Jahren Ballett-Erneuerern wie William Forsythe und Mats Ek die Stirn, heißt es in der veröffentlichen "tanz"-Umfrage. Mit seinen überbordenden, auch albtraumhaften Tanzfantasien errege Goecke international Aufmerksamkeit.

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