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Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. August 2015

Messner bricht Yeti-Recherche in Pakistan ab

Angst vor Taliban-Anschlägen

Extrembergsteiger Reinhold Messner hat eine Yeti-Recherchereise nach Pakistan wegen möglicher Taliban-Anschläge abgebrochen. "Wir waren auf der Reise nach Pakistan, aber wurden wegen Taliban-Problemen zurückgerufen", sagte der 70-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die Reise sei in der Presse vorab durchgesickert, was zum Abbruch geführt hätte. Er sei mit einem englischen Forscherteam und einem Filmteam unterwegs gewesen, die an einem Yeti-Projekt arbeiteten. Nähere Details wollte Messner dazu nicht bekanntgeben. Der Südtiroler Bergsteiger beschäftigt sich seit langem mit dem Schneemenschen und seinen Hintergründen. In einem Buch hatte er den Yeti als Bärenart enttarnt.

Kunstsammlungen Chemnitz geben Zeichnungen zurück

Werke gehören rechtmäßig Erben des jüdischen Kunstsammlers Berolzheimer

Die Kunstsammlungen Chemnitz geben zwei Werke des Dresdner Romantikers Ernst Ferdinand Oehme (1797-1855) an die Erben des jüdischen Industriellen Michael Berolzheimer zurück. Die Herkunft der Bleistiftzeichnung "Aus dem großen Gehege Dresden" und des Aquarells "Bauerngehöft", die 1949 und 1980 aus Privatbesitz angekauft wurden, sei eindeutig geklärt, teilte das Museum mit. Der Jurist und Kunstsammler Berolzheimer war 1938 unter dem Druck der Nazis in die USA emigriert und musste große Teile seines Besitzes in Deutschland zurücklassen. Die Kunstsammlung wurde 1938 und 1939 bei von den Nazis initiierten Auktionen in München versteigert. Für die nun zu restituierenden Werke gab es dabei aber keinen Zuschlag, wie die Kunstsammlungen berichteten. Sie galten dann als verschollen, bis sie in Privatbesitz wieder auftauchten.

Die Band Laibach tritt in Nordkorea auf

Es ist der erste Auftritt einer westlichen Band

Als erste westliche Band hat die slowenische Gruppe Laibach ein Konzert in Nordkorea gegeben. Bei ihrem Auftritt in dem von der Außenwelt abgeschotteten Staat habe die provokativ auftretende Musikgruppe viel Beifall bekommen, berichtete das Nachrichtenportal 24ur.com. Einige Lieder seien noch kurz vorher von den Gastgebern gestrichen und Videoprojektionen geändert worden. Mitglieder der nordkoreanischen Regierung seien bei dem Konzert nicht anwesend gewesen, hieß es in dem Bericht. Die 1980 gegründete Band ist wegen ihrer zuweilen fragwürdig anmutenden Ästhetik - etwa ihrer Uniformen, die auf den NS-Faschismus anspielen - umstritten. Laibach ist auch der deutsche Name für die slowenische Hauptstadt Ljubljana. Die Band plant für morgen ein weiteres Konzert in Nordkorea.

Reggae-Festival nimmt Ausladung zurück

Veranstalter räumen Fehler ein

Ein Musik-Festival in Ostspanien hat die Ausladung des jüdischen US-Musikers Matisyahu zurückgenommen. Die Veranstalter des Reggae-Festivals Rototom Sunsplash in Benicàssim baten den Musiker öffentlich um Entschuldigung. Sie teilten mit, dass sie Matisyahu für den kommenden Samstag erneut eingeladen hätten. An diesem Tag hatte auch das Konzert stattfinden sollen, das dann aus dem Programm genommen wurde. Die Ausladung des Musikers hatte eine Welle von Protesten ausgelöst. Auch die spanische Regierung hatte die Ausladung missbilligt. Die Veranstalter räumten ein, dass ihre Entscheidung ein Fehler gewesen sei.

Orturd Westheider leitet künftig Museum Barberini

Die Kunsthistorikerin leitet zur Zeit das Bucerius Kunst Forum

Die Kunsthistorikerin Ortrud Westheider wird neue Direktorin des Museums Barberini in Potsdam. Die 50-Jährige Museumsmanagerin übernimmt den Posten zum 1. April 2016, wie das Haus mitteilte. Westheider leitet seit 2006 das Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Im Februar war überraschend bekanntgegeben worden, dass der Gründungsdirektor des Museums Barberini, Peter Joch, sein Amt verlässt. Ursprünglich wäre der Vertrag erst Ende 2015 ausgelaufen. Das Gebäude soll Ende 2016 fertiggestellt werden. Die Eröffnungsschau ist für Frühjahr 2017 geplant. Der Milliardär und Mäzen Hasso Plattner finanziert den Wiederaufbau.

Greenaway-Ausstellung im Jüdischen Museum verlängert

"Gehorsam" ist noch bis Mitte November zu sehen

Die umstrittene Abraham-Ausstellung von Kultregisseur Peter Greenaway und seiner Frau Saskia Boddeke im Jüdischen Museum Berlin wird um zwei Monate bis zum 15. November verlängert. Wie das Museum mitteilte, gibt es im September zudem zwei hochkarätig besetzte Veranstaltungen zum Thema. Unter dem Titel "Gehorsam" setzt sich das Künstlerpaar in der Schau bildgewaltig mit der rätselhaften biblischen Geschichte auseinander, in der Gott von Abraham die Opferung seines Sohnes Isaak verlangt, sie aber im letzten Augenblick verhindert. Die Erzählung gehört auf unterschiedliche Weise sowohl im Christentum wie auch im Judentum und Islam zur religiösen Überlieferung. Für die 900 Quadratmeter große Installation in 15 Räumen haben Greenaway und Boddeke eine Mischung aus Filmspektakel und Panoptikum geschaffen. Sie setzen Messer und tropfendes Wasser in Szene, Grabsteine und die Thora, Schafe aus Pappmaché und Damien Hirsts konserviertes Schaf mit den goldenen Hörnern.

Nachwuchsschauspieler Fynn Henkel gestorben

Er wurde beim Campen von einem herabfallendem Ast getroffen

Der deutsche Kinder- und Jugendschauspieler Fynn Henkel ist tot. Der 18-Jährige war nach einem Bericht der Budapester Zeitung "Bors" von einem herabfallenden Ast erschlagen worden. Er hatte am Rande des Sziget-Festivals in Budapest campiert. Fynn Henkel verkörperte 2009 den Jonas Grieshaber in der von der ARD produzierten Serie "Tiere bis unters Dach". 2012 spielte er die Hauptrolle in der Verfilmung von Lisa Tetzners Kinderbuch "Die Schwarzen Brüder". Zuletzt war er als Kultur-Freiwilliger der deutschen Unesco-Kommission in der südungarischen Stadt Pecs (Fünfkirchen) tätig. Bereits am Montag hatten ungarische Medien berichtet, dass ein junger Deutscher am Rande des Sziget-Festivals ums Leben gekommen war. Ein herabfallender Ast hatte ihn erschlagen, als er in seinem Zelt schlief. Es hatte an einer Stelle in den Donau-Auen gestanden, die fürs Campieren gesperrt war. "Bors" hatte das Unfallopfer am Dienstag als "Fynn H." identifizert.

Köln plant neue "Historische Mitte" neben dem Dom

Projekt soll 100 bis 123 Millionen Euro kosten

Direkt neben dem Dom soll in den nächsten zehn Jahren die neue "Historische Mitte Kölns" entstehen. Die Stadt plant dort einen Neubau für das Kölnische Stadtmuseum, in dem auch die Verwaltung der Dombauhütte und des Römisch-Germanischen Museums unterkommen sollen. Das unmittelbar benachbarte Römisch-Germanische Museum selbst wird umfassend saniert und in das Konzept einbezogen. So soll auf engstem Raum und an denkbar prominenter Stelle die gesamte 2000-jährige Geschichte der viertgrößten deutschen Stadt lebendig werden. Die Kosten hat Oberbürgermeister Jürgen Roters auf 100 bis 123 Millionen Euro veranschlagt. Am 22. Oktober soll der Stadtrat über das Projekt abstimmen.

Longlist zum Deutschen Buchpreis steht fest

Die Longlist wird am 16. September auf eine Shortlist reduziert

Im Wettbewerb um den besten deutschsprachigen Roman des Jahres hat die Jury am Mittwoch in Frankfurt die Longlist nominiert. 20 Titel können sich Hoffnungen auf den Deutschen Buchpreis am 12. Oktober machen. Unter den Nominierten sind Alina Bronsky, Jenny Erpenbeck, Valerie Fritsch, Steffen Kopetzky, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Clemens J. Setz und Feridun Zaimoglu. Nicht dabei sind Ralf Rothmann ("Im Frühling sterben") und Klaus Modick ("Konzert ohne Dichter"), die beide seit Wochen auf der Bestsellerliste stehen. Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Er will den besten Roman in deutscher Sprache des Jahres küren. Eine siebenköpfige Jury, deren Besetzung jährlich wechselt, wählt zunächst 20 Titel für die Longlist aus. Später wird die Auswahl auf eine Shortlist von sechs Titeln verkürzt.

IS-Dschihadisten töten Chef-Archäologen von Palmyra

82-Jähriger in antiker syrischer Stadt öffentlich exekutiert

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den früheren Chef-Archäologen der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra getötet. Wie der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdelkarim, mitteilte, wurde der 82-jährige Chaled al-Assaad gestern abend enthauptet und in den Ruinen von Palmyra aufgehängt. Der IS verbreitete Fotos im Internet, welche die an einen Pfeiler gefesselte Leiche zeigen sollen. Der Archäologe sei bereits vor einem Monat von IS-Kämpfern gefangen genommen worden, die in Palmyra auf der Suche nach Gold gewesen seien, sagte Abdelkarim der Nachrichtenagentur AFP. Mit al-Assaad hätten die Dschihadisten einen der wichtigsten Experten für die Antike in Syrien ermordet. Die IS-Kämpfer hatten Palmyra im Mai erobert. Die antiken Stätten in der Oasenstadt gehören zum Weltkulturerbe der Unesco. Mehrere Mausoleen und Skulpturen wurden zerstört.

Hamburger Beatles-Sammlung wird versteigert

Mehr als 300 Exponate kommen in Manhattan unter den Hammer

Der Kern des vor drei Jahren geschlossenen Hamburger Beatles-Museums wird in New York versteigert. Heritage Auctions will am 19. September die mehr als 300 Exponate des legendären Sammlers Uwe Blaschke in Manhattan unter den Hammer bringen, wie die Deutsche Presse-Agentur von dem Kunsthändler in Dallas erfuhr. Allein für den Vertrag für die erste Platte der Beatles, "My Bonnie" erwarten die Texaner 150 000 Dollar (135 000 Euro). Blaschke hatte seine über Jahrzehnte gesammelten Stücke in das Museum "Beatlemania Hamburg" eingebracht. Nach seinem unerwarteten Tod 2012 und ausbleibenden Fördergeldern schloss die Ausstellung aber nach nur drei Jahren wieder. Blaschke galt als Experte für die legendäre Band in der Stadt, in der für die Liverpooler alles anfing. Zur Sammlung gehören Dokumente, seltene Fotos, Autogramme und Artefakte der einsetzenden Beatlemanie. Sie umspannt zwar die ganze Karriere der vier, konzentriert sich aber auf die Anfangszeit in Hamburg, als die hoffnungsvollen, aber unbekannten Engländer für ein paar Mark auftraten. Zur Sammlung gehören auch eine Postkarte von Ringo Starr an seine Großmutter ("Lots of Love, Richy xxxxx"), ein Brief Brian Epsteins an einen Hamburger Club und eine von dem Quartett signierte Speisekarte.

Barenboim feiert in London sein Bühnenjubiläum

Heute vor 65 Jahren gab er sein Debut

Stardirigent und Pianist Daniel Barenboim (72) hat bei einem Konzert in London an sein 65-jähriges Bühnenjubiläum erinnert. Es sei ein besonderer Tag für ihn, sagte er gestern abend nach einem Auftritt mit seinem West-Eastern Divan Orchestra. Heute vor 65 Jahren habe er sein erstes Konzert gegeben. Barenboim und sein Orchester rissen mit der 4. Symphonie von Tschaikowski die Zuhörer zu Beifallsstürmen hin. Sie spielten in der Royal Albert Hall im Rahmen der Konzertreihe Proms. Die Arbeit mit dem West-Eastern Divan Orchestra sei musikalisch und menschlich die erfüllendste Aufgabe seines Lebens, sagte der Dirigent. Er hatte das Ensemble aus israelischen und arabischen Musikern 1999 gemeinsam mit dem Palästinenser Edward Said in Weimar gegründet, um ein Zeichen zu setzen für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts.

US-Filmemacher Bud Yorkin gestorben

Der 89-Jährige drehte unter anderem "Inspektor Closeau"

Der US-Regisseur und Produzent Bud Yorkin ist gestern im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Los Angeles gestorben. Dies berichteten US-Medien unter Berufung auf seine Familie. Yorkin hatte in den 70er Jahren die erfolgreiche TV-Serie "All in the Family" produziert. Sie handelte von einem besserwisserischen Patriarchen, der seiner Familie das Leben schwer machte. In Deutschland war mit diesem Konzept Wolfgang Menges "Ein Herz und eine Seele" ein großer Erfolg. Für die Kinoleinwand drehte er unter anderem "Inspektor Closeau" und "Scheidung auf Amerikanisch".

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