Mittwoch, 19.06.2019
 

Kulturnachrichten

Dienstag, 11. August 2015

Ai Weiweis Berliner Gastprofessur startet im Oktober

Antrittsvorlesung soll öffentlich sein

Der regierungskritische chinesische Aktionskünstler Ai Weiwei wird voraussichtlich ab Oktober an der Berliner Universität der Künste als Gastprofessor unterrichten. Der 57-Jährige habe in einem Gespräch mit Rektor Martin Rennert bekräftigt, seine Lehrtätigkeit bereits zum Wintersemester aufzunehmen, teilte die Hochschule mit. Zum Auftakt soll der Regimekritiker demnach eine öffentliche Antrittsvorlesung halten. Sein Aufenthalt wird über die Berliner Einstein Stiftung finanziert. Der weltberühmte Künstler hatte erst am 22. Juli überraschend seinen Reisepass von den chinesischen Behörden zurückbekommen. Seine erste Auslandreise seit Jahren führte ihn am Donnerstag vergangener Woche zunächst nach München, wo er sich medizinischen Untersuchungen unterzog. Neben der Gastprofessur zieht es Ai Weiwei vor allem wegen seines sechsjährigen Sohnes nach Berlin.

Bestsellerautorin Utta Danella ist tot

Schriftstellerin im Alter von 95 Jahren gestorben

Die Bestsellerautorin Utta Danella ist tot. Sie starb bereits Anfang Juli im Alter von 95 Jahren in München, wie der Heyne-Verlag mitteilte. Der Abschied habe auf Wunsch der Autorin im engsten Familienkreis stattgefunden. Danella gehörte zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern mit mehr als 70 Millionen verkauften Büchern. Sie verfasste nach Angaben ihres Verlages insgesamt 43 Romane, von denen viele auch für das Fernsehen verfilmt wurden. Die in Leipzig geborene Autorin veröffentlichte 1956 ihren ersten Roman "Alle Sterne vom Himmel", der Durchbruch gelang ihr vier Jahre später mit ihrem vierten Werk "Stella Termogen". Im Jahr 1999 wurde ihr für ihre Verdienste um die deutsche Literatur das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen.

Streik bei National Gallery in London

Hunderte Angestellte im unbefristeten Ausstand

Die National Gallery in London wird erneut bestreikt. Rund ein Drittel der insgesamt 600 Angestellten soll sich an dem unbefristeten Ausstand beteiligen. Sie protestieren gegen Privatisierungspläne für das Museum. Die National Gallery soll dennoch für Besucher geöffnet bleiben. Der neue Museumsdirektor Gabriele Finaldi hatte Ende Juli einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Privatunternehmen Securitas angekündigt. Es soll für den Empfangsbereich und die Sicherheit zuständig sein, was rund 300 Arbeitsplätze betrifft. Die Verwaltung sieht durch die Reformpläne keine Jobs gefährdet. Die Gewerkschaft PCS befürchtet, dass eine Privatisierung dem "internationalen Renommee" des Museums schaden könnte. Die National Gallery ist an 361 Tagen im Jahr geöffnet. Sie beherbergt eine große Sammlung von Malerei des 13. bis 19. Jahrhunderts. Mit rund sechs Millionen Besuchern im Jahr ist die National Gallery eines der meistbesuchten Museen der Welt - bei freiem Eintritt.

Maler und Grafiker Armin Sandig gestorben

Entwicklung vom Expressionismus zur abstrakten Malerei

Der Maler und Grafiker Armin Sandig ist tot. Der langjährige Präsident der Freien Akademie der Künste in Hamburg starb am Freitag im Alter von 86 Jahren in der Hansestadt. "Die Freie Akademie der Künste verliert mit ihm ihre engagierteste Persönlichkeit - und die Kunst einen der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts", teilte die Akademie heute in Hamburg mit. Schon im Alter von 17 Jahren zeigte Sandig Bilder in einer Ausstellung in seiner Geburtsstadt Hof. Der Autodidakt war von Max Beckmann, Paul Klee und Wassily Kandinsky beeinflusst, wandte sich aber mehr und mehr der abstrakten Malerei zu. Seit 1951 lebte Sandig in Hamburg und war von 1980 bis 2011 Präsident der Freien Akademie der Künste.

Kölner Oper spielt im Staatenhaus

Sanierung von Oper und Schauspiel dauert ein Jahr länger

Das Staatenhaus in Köln soll bis zur Wiedereröffnung der Kölner Oper als Ersatzspielstätte genutzt werden. Das teilte Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach dem Betriebsausschuss Bühnen mit. Das Staatenhaus ist ein denkmalgeschütztes Veranstaltungsgebäude aus den 1920er Jahren, das an die Messehallen in Köln-Deutz angrenzt. Es soll künftig zum Musicaltheater umgebaut werden. Das Schauspiel bleibt weiter in seiner Übergangsspielstätte in einer ehemaligen Fabrik in Köln-Mülheim. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 6,8 Millionen Euro für die Verlängerung der Interimszeit. Der Rat muss den Plänen noch zustimmen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles im Zentrum der Stadt war ursprünglich auf 278 Millionen Euro veranschlagt. Die Eröffnung war für den 7. November 2015 geplant. Sie wurde Ende Juli von der Stadt um ein Jahr verschoben, weil die Sanierung länger dauert.

Juli Zeh erhält Hildegard von Bingen-Preis

Juristin und Schriftstellerin wird im September geehrt

Juli Zeh, deutsche Schriftstellerin und Juristin, erhält den Hildegard-von Bingen-Preis für Publizistik 2015. Das teilte die den Preis vergebende Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz in Mainz mit. Dort soll der 41-Jährigen Autorin die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am 19. September überreicht werden. Das Preis-Kuratorium betonte, Zeh beeindrucke mit ihrer schöpferischen Gestaltungskraft. Sie sei eine Publizistin mit zeitgeschichtlichem Anspruch. Zeh hatte 2013 Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem offenen Brief zu mehr Aufklärung und Transparenz in der NSA-Affäre aufgerufen. 2008 reichte die Juristin beim Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde gegen den biometrischen Reisepass ein. In ihrem 2009 erschienenen Roman "Corpus Delicti" beschreibt sie einen totalitären Staat, der seine Bürger zu gesundheitlicher Prävention zwingt.

Parzinger warnt vor Urlaubskauf antiker Kulturgüter

Archäologe verweist auf Strafen im Ausland

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, warnt Touristen vor dem Kauf antiker Kulturgüter im Ausland. "Man sollte gar nichts kaufen, denn in fast allen Ländern ist die Ausfuhr von Antiken schon seit langem grundsätzlich verboten", sagte Parzinger der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Jeder, der dabei überführt werde, quasi "unter dem Ladentisch" Antiken erworben zu haben und ausführen zu wollen, begehe eine Straftat und könne in dem jeweiligen Land auch strafrechtlich belangt werden. Leider sei auch Deutschland zu einem Umschlagplatz für den illegalen Handel geworden. Er hoffe sehr, so Parzinger, dass die geplante Gesetzesnovelle zum Schutz von Kulturgut dem Handel einen Riegel vorschiebe.

Neue Internet-Plattform für Klassik

"Idagio.com" soll Künstler stärker am Umsatz beteiligen

Mehrere große Orchester und Klassik-Solisten wollen über eine neue Internet-Plattform ihre eigenen Konzerte als Streaming-Angebot im Internet verbreiten. Mit "Idagio.com" sollen die Musiker stärker am Umsatz beteiligt werden als bei bisherigen Streaming-Portalen, teilte das Berliner Start-up mit. Zu den Partnern gehören die Wiener Philharmoniker, das Philharmonia Orchestra London, das Cleveland Orchestra, das Gustav Mahler Jugendorchester und der australische Geiger Ray Chen. Weitere Künstler sollen dazukommen. Idagio-Gründer und Musikmanager Till Janczukowicz erklärte, die Plattform biete bereits mehr als 1000 Stunden Musik an, speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Klassik-Liebhabern, etwa durch die Darstellung der Mitwirkenden und der Satzbezeichnungen.

"Dreigroschenoper" erstmals bei Salzburger Festspielen

Experimentalfassung hat heute Premiere

Bei den Salzburger Festspielen steht heute Abend in der Felsenreitschule erstmals die "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill auf dem Spielplan. Gezeigt wird eine eigens für die Festspiele geschaffene "Experimentalfassung" mit neu orchestrierten Songs. Deshalb lautet der Titel "Mackie Messer - eine Salzburger Dreigroschenoper" nach der Hauptperson des Stücks, einem Londoner Unterweltkönig. Für die Adaption verantwortlich ist der britische Komponist Martin Lowe, der schon die Theatermusik für die aktuelle Inszenierung des "Jedermann" schrieb.

Theater und Orchester: Steigende Zuschauerzahlen

In der Spielzeit 2013/2014 gab es 35,5 Millionen Besucher

Die Theater und Orchester in Deutschland haben verstärkten Zulauf. Zugleich konnten sie ihre Eigeneinnahmen deutlich steigern.In der Spielzeit 2013/2014 besuchten rund 35,5 Millionen oder 2,3 Prozent mehr Zuschauer als in der vorangegangenen Spielzeit die öffentlich getragenen Theater, Kulturorchester, Privattheater und Festivals, wie der Deutsche Bühnenverein in Köln mitteilte. Im Vorjahr waren es 34,7 Millionen. Auch die Zahl der Veranstaltungen um rund 2,8 Prozent erhöht: von 65.797 auf 67.695. Vor allem im Kinder- und Jugendtheater gab es mehr Angebote (plus 6,5 Prozent). Die Orchester und die Privattheater boten ebenfalls mehr Veranstaltungen an (1,1 Prozent beziehungsweise 3 Prozent mehr). Für die Statistik wurden die Zahlen von 142 Staatstheatern, Stadttheatern und Landesbühnen sowie von 130 Orchestern, 225 Privattheatern und 76 Festspielen ausgewertet.

Schweizer gewinnt Dirigentenwettbewerb in Salzburg

Nachwuchswettbewerb bei Festspielen

Der Schweizer Dirigent Lorenzo Viotti (25) ist Sieger des Young Conductors Award 2015 der Salzburger Festspiele. Der Sohn des 2005 gestorbenen Dirigenten Marcello Viotti setzte sich gegen zwei Mitbewerber in der Endrunde durch. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Viotti wuchs in Lausanne auf, studierte Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon und Dirigieren in Wien und Weimar. In der Saison 2014/2015 leitet Viotti namhafte Orchester wie das Netherland Symphony Orchestra, das Orchester von La Fenice in Venedig und das Münchner Rundfunkorchester.

Polizei holt Picasso-Gemälde nach Spanien zurück

"Kopf einer jungen Frau" sei nationales Kulturgut Spaniens

Ein auf Korsika beschlagnahmtes Gemälde des Malers Pablo Picasso ist von der französischen Mittelmeerinsel zurück nach Spanien gebracht worden. Beamte der Guardia Civil holten das Gemälde "Kopf einer jungen Frau" mit einem Schätzwert von mehr als 25 Millionen Euro auf Korsika ab, wie die spanische Polizei mitteilte. Ihr Flugzeug verließ am Mittag den Flughafen der korsischen Stadt Bastia. Das Gemälde soll in einem Lager des Reina-Sofia-Museums in Madrid aufbewahrt werden, bis eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen wird. Das Bild gehört dem spanischen Bankier Jaime Botin, der es in die Schweiz bringen wollte. Spanien sieht das Gemälde aber als nationales Kulturgut an und hat eine Ausfuhrgenehmigung verweigert. Botins Anwälte argumentieren dagegen, das Bild unterliege gar nicht spanischem Recht: Es sei 1906 im Ausland gemalt worden, Botin habe es 1977 in London gekauft und seit Jahren auf der Jacht "Adix" aufbewahrt. Die liege zwar in der Regel im Hafen von Valencia, fahre aber unter britischer Flagge - und stelle deswegen nicht spanisches Territorium dar.

Hollywood-Stars drehen in Berlin

Superhelden-Film "Captain America" entsteht auch in Leipzig

In Berlin wird zurzeit der US-Film "Captain America: Civil War" gedreht. Vor der Kamera für den Superhelden-Film stehen unter anderen Chris Evans als Titelheld sowie Scarlett Johansson, auch Daniel Brühl hat eine Rolle. Am Wochenende wurde das Sony Center am Potsdamer Platz für den Action-Film in ein UN-Gebäude verwandelt. Nach dpa-Informationen wird danach auch in Leipzig gedreht. In Deutschland ist das Studio Babelsberg in Potsdam ausführende Produktionsfirma für das US-Filmstudio Marvel. Die Dreharbeiten starteten in Atlanta und finden auch in Puerto Rico und Island statt. Der dritte "Captain America"-Film soll im Mai 2016 in den US-Kinos anlaufen.

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Fazit

Kultursymposium WeimarDie Route wird neu berechnet
Auf dem Festivalgelände des E-Werks beim Kultursymposium in Weimar stehen Zelte, auf die Bilder und Schriften projiziert sind. (Joerg Glaescher/Goethe-Institut)

Die Welt wird komplexer, Orientungslosigkeit macht sich breit allenthalben. Dem setzt das Goethe-Institut in Weimar sein Kultur-Symposium entgegen, bei dem Experten aus allen Bereichen mit Künstlern nach Antworten auf die Fragen der Zukunft suchen.Mehr

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