Seit 04:05 Uhr Tonart

Sonntag, 08.12.2019
 
Seit 04:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 10. August 2015

Centrum Judaicum bekommt neue Direktorin

Historikerin Anja Siegemund übernimmt am 1. September

Die Historikerin Anja Siegemund wird neue Direktorin des Centrum Judaicum in Berlin. Die bisherige Leiterin des Leo-Baeck-Instituts in Jerusalem wird zum 1. September Nachfolgerin von Hermann Simon an der Spitze des jüdischen Kultur- und Ausstellungshauses. Das teilten Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD) und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Gideon Joffe, am Nachmittag mit. Anja Siegemund hat zuletzt sechs Jahre das Leo Baeck Institut in Jerusalem geleitet, das sich mit der Geschichte der Juden Deutschlands und Zentraleuropas beschäftigt. Zuvor arbeitete sie an der Universität Haifa. Ihre Doktorarbeit hat sie 2005 über die deutschen Zionisten in Palästina in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschrieben.

Ermittlungen gegen netzpolitik.org eingestellt

Generalbundesanwalt sieht keinen Geheimnisverrat

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen gegen die Blogger von netzpolitik.org wegen der Bekanntgabe eines Staatsgeheimnisses eingestellt. Das teilte die Bundesanwaltschaft heute auf ihrer Internetseite mit. Generalbundesanwalt Gerhard Altvater gehe in Übereinstimmung mit dem Bundesjustizministerium davon aus, "dass es sich bei den veröffentlichten Inhalten nicht um ein Staatsgeheimnis" im Sinne des Strafgesetzbuches handele, heißt es in einer Erklärung der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Netzpolitik.org hatte berichtet, der Verfassungsschutz plane, Online-Netzwerke stärker zu überwachen. Dazu hatten die Journalisten vertrauliche Unterlagen ins Netz gestellt. Der Verfassungsschutz erstattete Anzeige. Der frühere Generalbundesanwalt Harald Range hatte das Ermittlungsverfahren gegen die beiden Blogger eingeleitet.

Keine "Akademikerschwemme" in Deutschland

Hochschulrektoren-Präsident weist Vorwurf zurück

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler, hat vor Beginn des Ausbildungsjahres Kritik an der Art und Weise der derzeitigen Debatte über eine angebliche Überakademisierung in Deutschland geübt. "Akademikerschwemme - so ein Quatsch", sagte Hippler der "Süddeutschen Zeitung". Studierende seien doch "kein Treibgut". "Das klingt, als würden wir massenhaft arbeitslose Akademiker produzieren, die nicht wissen, was sie tun sollen. Dem ist nicht so", sagte Hippler. Er halte gar nichts davon, "Ausbildung und Studium gegeneinander auszuspielen", sagte der HRK-Präsident. Wie und mit welcher Ausrichtung ein Abiturient am Ende lerne, müsse ihm überlassen bleiben.

Neue Matthus-Oper über Martin Luther

Uraufführung zum Reformationsjubiläum

Der Berliner Komponist Siegfried Matthus hat zum Reformationsgedenken 2017 eine Oper über Martin Luther geschrieben. Das sagte der 81jährige Matthus der "Berliner Morgenpost". Die Uraufführung der Oper solle voraussichtlich 2017 in der Dresdner Semperoper stattfinden. Die Texte des Librettos seien Originalzitate, sagte Matthus. Außerdem gebe es Worte aus der Bibel. Der aus Berlin stammende Dirigent Christian Thielemann wolle das Werk aufführen. Auch die antisemitischen Äußerungen des Reformators setzt Matthus musikalisch um. "Ich lasse ihn in der Oper seine furchtbaren Texte geifern, aber das Orchester schweigt. Und dann steigen alle Sänger aus der Rolle aus und sagen: Halt ein!"

Baden-Württemberg gibt Bild an jüdische Erben zurück

Gemälde gehörte Berliner Verleger Rudolf Mosse

Das Land Baden-Württemberg hat den Nachkommen des jüdischstämmigen Verlegers Rudolf Mosse aus Berlin ein Gemälde von Carl Blechen (1798-1840) zurückgegeben. Das Kunstwerk war kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zwangsversteigert worden. Es dürfe vorerst leihweise in der Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe bleiben, teilte das Kunstministerium in Stuttgart mit. Der Förderkreis der Kunsthalle versuche, Gelder für einen Rückkauf zusammenzubringen. Allerdings sei noch offen, ob die Erbengemeinschaft einem Verkauf oder einer weiteren Nutzung als Leihgabe zustimme, sagte Provenienzforscherin Tessa Rosebrock.

Uni Jena kämpft um Erhalt seiner Sammlungen

Thüringens größter Hochschule fehlt Geld

Die Universität Jena ringt um den Erhalt einiger ihrer weit über die Region hinaus geschätzten Sammlungen. Miserabel sei die Situation derzeit unter anderem für die Sammlung zur Ur- und Frühgeschichte, die teils in feuchten Kellern lagere, sowie beim Herbarium Haussknecht, einem der zehn größten Herbarien weltweit, sagte Universitätspräsident Walter Rosenthal. Auch der Universitätsrat hatte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Problem befasst und Alarm geschlagen. Das Land müsse hierfür dringend zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, mahnte dessen Vorsitzender Josef Lange. Thüringens größte Hochschule verfügt über mehr als 40 wissenschaftliche Sammlungen und gehört damit bundesweit zu den Spitzenreitern.

Musikstars feiern Jubiläum von legendärem Dylan-Album

Vor 50 Jahren wurde "Highway 61 Revisited" veröffentlicht

Zahlreiche Musikstars haben in New York das 50-Jahr-Jubiläum von Bob Dylans legendärem Album "Highway 61 Revisited" gefeiert. Gemeinsam mit einer Band spielten unter anderem die Sängerinnen Aimee Mann und Fiona Apple in der Nacht zum Sonntag am Lincoln Center in Manhattan alle Songs des Albums. Auch der 71 Jahre alte Keyboarder Al Kooper, der bei den Originalaufnahmen im Sommer 1965 mitwirkte, war dabei und erzählte zwischendurch immer wieder Anekdoten. So habe es drei Stunden gedauert, bis man den Groove für das Lied "Queen Jane Approximately" gefunden habe. "Highway 61 Revisited", mit dem Dylan die Wandlung vom Folk- zum Rocksänger vollzog, gilt als eines der besten Rockalben aller Zeiten.

Ausstellung zu tausendjährigem Merseburger Dom eröffnet

Exponante dokumentieren die einstige Bedeutung Merseburgs

Rund 1.000 Jahre nach der Grundsteinlegung ist am Sonntag im Merseburger Dom eine Ausstellung über die ersten Jahrhunderte der bedeutenden Kirche mit einem Festgottesdienst eröffnet worden. Im Mittelpunkt steht die politische Bedeutung der Saalestadt in der damaligen Zeit. Auf 600 Quadratmetern Fläche im Dom und im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg informiert die Ausstellung über die Zeit von der Gründung des Bistums im Jahr 968 bis kurz nach Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert. Merseburg diente im frühen elften Jahrhundert als Pfalz für den später heiliggesprochenen Kaiser Heinrich II. (um 978-1024). Während seiner Regentschaft von 1014 bis 1024 hielt er 29 Mal in Merseburg Hof. 1538 beauftragte Bischof Sigismund von Lindenau den Maler Lucas Cranach den Älteren mit der Schaffung eines Heinrichsaltars, der bis heute im Dom erhalten ist.

Verband warnt vor Gefahren digitaler Selbstvermessung

Fitness-Apps erfreuen sich wachsender Beliebtheit

Der Trend zur Erfassung der eigenen Körperdaten birgt nach Ansicht des Sozialverbands SoVD erhebliche Gefahren. Verbandspräsident Adolf Bauer warnte vor einem "arglosen Umgang mit Gesundheitsdaten". Das Potenzial der digitalen Selbstvermessung werde auch von den Krankenkassen erkannt, die um junge und gesunde Versicherte wetteiferten, sagte er. Der Sozialverband bewerte diese Entwicklung sehr kritisch und warne vor einem "Effizienz-Wahn", an dessen Ende höhere Versicherungsbeiträge für benachteiligte Menschen stehen könnten. So hätten chronisch Kranke kaum Chancen, sich an Fitness-Programmen zu beteiligen. "Im schlimmsten Fall entsteht ein Strafsystem für diejenigen, die nicht mithalten können", mahnte Bauer. Sein Verband beobachte die Entwicklung "sehr genau" und warne private wie gesetzliche Kassen davor, "die Versicherten gegeneinander auszuspielen".

Flüchtlings-Kurzfilm gewinnt Wettbewerb für YouTuber

Regisseur Christoph Peters erhielt den mit 5000 Euro dotierten Preis

Der Freiburger Filmemacher Christoph Peters hat mit seinem Kurzfilm "Upstairs" über das Schicksal eines Flüchtlings den YouTuber-Nachwuchswettbewerb "1'31" gewonnen. Der Kurzfilm habe mit seiner hochaktuellen Themenwahl und seiner Inszenierung als filmisches Kammerstück überzeugt, erklärte Jurypräsident Matthias Sellmann in Köln. Peters erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis während der VideoDays in der Kölner Lanxess-Arena. Matthias Sellman, der auch Pastoraltheologe an der Ruhr-Universität Bochum ist, hatte den Wettbewerb vor einem Jahr gemeinsam mit einem Netzwerk von kirchlichen Medienmachern angestoßen. Unter dem Motto "Wie glaubst Du? - Was liebst Du? - Worauf hoffst Du?" hatten den Angaben zufolge 500 Filmemacher zwischen 16 und 29 Jahren über 100 Videos eingereicht. Insgesamt wurden Geldpreise im Gesamtwert von 10.000 Euro vergeben.

Migrationspreis geht an Berliner Wissenschaftler

Preisträger ist das Institut für vergleichende Ethik der FU Berlin

Das Institut für vergleichende Ethik an der Freien Universität Berlin wird mit einem Migrationspreis ausgezeichnet. Der mit 10 000 Euro dotierte Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung ging an ein Projekt zur interkulturellen Verständigung in der Schule. Das Berliner Institut gab eine Publikation heraus, in der Lehrer konkrete Empfehlungen für religiös und kulturell bedingte Konfliktfälle erhalten. Die Auszeichnung wurde von der Stiftung Deutsches Auswandererhaus in Bremerhaven vergeben. Künftig soll der Preis alle zwei Jahre im Auswandererhaus verliehen werden. Ausgezeichnet werden universitäre Fachbereiche, deren Forschungsergebnisse Kultur- und Bildungseinrichtungen helfen, Migration weitsichtig zu vermitteln. Dabei sei es besonders wichtig, praxisnah zu arbeiten, teilte die Stiftung mit.

Kulturnachrichten hören

August 2015
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur