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Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. August 2015

Unesco droht Mittelrheintal mit Entzug von Welterbestatus

Kommission bemängelt geplante Windkraftanlagen

Die Unesco droht, dem Oberen Mittelrheintal wegen geplanter Windkraftanlagen den Welterbestatus zu entziehen. Die Deutsche Unesco-Kommission habe der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer mögliche Konsequenzen auf Baupläne der Verbandsgemeinde Loreley angekündigt, bestätigte die Staatskanzlei heute. Demnach will die Verbandsgemeinde am Rande des Welterbegebiets rund 40 Windräder aufstellen. Es reiche nicht aus, in der Kernzone des Welterbes auf Windkraftanlagen zu verzichten, heißt es in dem Schreiben des Generalsekretärs der Bonner Unesco-Kommission, Roland Bernecker. Windräder dürften auch dann nicht aufgestellt werden, wenn sie den Blick auf das Welterbegebiet stören. Jede Veränderung der "Flächenkulisse" müsse dem Welterbekomitee vorgelegt werden. Mögliche Folgen seien eine Eintragung auf der "Roten Liste" oder die Aberkennung des Welterbestatus, schreibt Bernecker.

Gestohlene Stradivari nach 35 Jahren wieder aufgetaucht

Tochter von Geiger erhält unbezahlbare Violine zurück

Dreieinhalb Jahrzehnte nach ihrem Diebstahl ist eine kostbare Stradivari in den USA wieder aufgetaucht. Die 1734 gebaute Violine sei in einem verschlossenen Kasten im Haus des verstorbenen Geigers Philip Johnson gefunden worden, teilte heute Nina Totenberg mit, die Tochter des eigentlichen Besitzers Roman Totenberg. Dem Konzertviolinisten und Musikprofessor war das unbezahlbare Instrument 1980 aus seinem Büro bei Boston gestohlen worden. Seine Tochter erklärte, ihr Vater habe immer schon Johnson im Verdacht gehabt, doch habe die Polizei die Spur nicht verfolgt. Der aus Polen stammende Konzertgeiger Totenberg war 1938 in die USA emigriert, wo er 2012 im Alter von 101 Jahren starb. Seine Tochter Nina erklärte nun, sie und ihre beiden Schwestern wollten das Instrument des italienischen Geigenbaumeisters Antonio Stradivari verkaufen. Stradivari-Geigen sind wegen ihres einmaligen Klangs nahezu unbezahlbar.

Schauspielerin Orna Porat gestorben

Porat war Trägerin des Israel-Preises

Die deutsch-israelische Schauspielerin Orna Porat ist heute im Alter von 91 Jahren gestorben. Das berichteten israelische Medien. Sie würdigten Porat als herausragende Theaterdiva und als Legende der israelischen Bühne. Porat wurde 1924 als Irene Klein in Köln geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verliebte sie sich in einen aus Deutschland stammenden jüdischen Offizier der britischen Armee. 1947 wanderten die beiden in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina ein. Porat konvertierte zum Judentum, lernte die hebräische Sprache und begann an Theatern in Israel zu arbeiten. Porat wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Israel-Preis, der höchsten Anerkennung des Landes. Sie soll am Freitag beigesetzt werden.

Menschenrechtsgruppen fordern Freilassung von Gao Yu

Gesundheitszustand der inhaftierten Journalistin hat sich verschlimmert

Mehrere Menschenrechtsgruppen haben den chinesischen Präsidenten Xi Jinping heute zur Freilassung der inhaftierten Journalistin Gao Yu aufgefordert. Grund ist die Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. Die 71-Jährige, die für die Deutsche Welle gearbeitet hatte, war im April wegen "Verrats von Staatsgeheimnissen" zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das hatte heftige Proteste unter anderem von der Regierung in Berlin und der Europäischen Union ausgelöst. Gao solle umgehend und ohne Auflagen freigelassen werden, forderten verschieden Gruppen, die sich für Menschenrechte und Pressefreiheit einsetzen, in einem gemeinsamen Brief, darunter auch Human Rights Watch. Die Journalistin, die bis 1999 wegen eines ähnlichen Vorwurfs sechs Jahre in Haft gesessen hatte, durfte in China schon lange nicht mehr publizieren. Gao schrieb aber für ausländische Medien. Ihr wurde vorgeworfen, ein "hoch vertrauliches Dokument" an Kräfte im Ausland weitergegeben zu haben.

Semperoper erhält nach 30 Jahren Verjüngungskur

Kosten belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro

Die Semperoper in Dresden erhält 30 Jahre nach ihrer Wiedereröffnung eine Verjüngungskur. Bis Anfang September wird der Innenraum des Hauses komplett renoviert und damit in den Zustand von 1985 zurückversetzt. Die Kosten belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro, wie der Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement heute mitteilte. Nach Angaben der Bauherren hat der Dauerbetrieb des Opernhauses Spuren hinterlassen. Deshalb werden nun Decken, Wände, Rangbrüstungen, Stuckelemente und Malereien restauratorisch gereinigt sowie Gebrauchsspuren und Schäden beseitigt. Auch das Parkett wird geschliffen und gewachst.

Ai Weiweis Berliner Gastprofessur wird konkreter

Das Amt ist auf drei Jahre angelegt

Nach der Ankunft Ai Weiweis in Berlin sollen in der kommenden Woche die Weichen für die Gastprofessur des regierungskritischen chinesische Aktionskünstler an der Universität der Künste (UdK) gestellt werden. Eine UdK-Sprecherin sagte heute, Präsident Martin Rennert wolle mit dem 57-Jährigen über den Zeitplan sprechen. Das von der Einstein-Stiftung finanzierte Amt ist auf drei Jahre angelegt. Die UdK sei mit dem Umfeld des Künstlers in Kontakt, um einen Termin in der nächsten Woche festzumachen, hieß es. Ai Weiwei war nach einigen Tagen Aufenthalt in München gestern in Berlin gelandet. Nachdem er kürzlich von den chinesischen Behörden überraschend seinen Reisepass zurückerhalten hatte, führte seine erste Auslandsreise nach Deutschland.

NRW-Staatspreis für Günther Uecker

Reliefartige Nagelbilder sind das Markenzeichen des Künstlers

Der Nagelkünstler Günther Uecker erhält den diesjährigen Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Der 85-Jährige habe "mit seinem Lebenswerk Generationen von jungen Künstlern beeinflusst und die zeitgenössische Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich mitgeprägt", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei der Bekanntgabe des Preisträgers in Düsseldorf. "Sein künstlerisches Schaffen hat in großem Maß dazu beigetragen, das internationale Ansehen des Kulturlandes Nordrhein-Westfalen zu steigern." Der Staatspreis ist die höchste Auszeichnung die das Land NRW vergibt. Verliehen wird der Preis am 22. Oktober in Düsseldorf.

Buchladen erstattet Geld für Harper-Lee-Buch

Kritiker nahmen Harper Lees Zweitwerk eher negativ auf

Viele feiern Harper Lees neues Buch, doch ein Buchhändler in den USA hat offenbar ein schlechtes Gewissen gegenüber seinen Kunden. Der Buchladen "Brillant Books" in Traverse City in Michigan erstattet den Käufern des neuen Romans "Gehe hin, stelle einen Wächter" den Kaufpreis, wenn sie das Buch zurückbringen. Auf seiner Website veröffentlichte der Buchladen eine Stellungnahme, wonach der Roman weder eine Vor- oder Nachgeschichte zu Lees Welterfolg ´"Wer die Nachtigall stört" noch ein ganz neues Buch sei. Man fühle sich den Kunden gegenüber verantwortlich, die vom Marketing in die Irre geführt worden seien. Die Kritik hatte das langerwartete Zweitwerk Harper Lees zwiegespalten und insgesamt eher negativ aufgenommen.

Stiftung bedauert Ende der Andechser Carl-Orff-Festspiele

Nach 17 Jahren wird Festival nicht weitergeführt

Die Carl-Orff-Stiftung hat sich mit Bedauern über das Ende der gleichnamigen Festspiele in Kloster Andechs geäußert. Man respektiere die Entscheidung der Veranstalter, "da künstlerische Vorstellungen unterschiedlich bewertet werden können". Das Kloster als Trägerin hatte beschlossen, das seit 1998 bestehende Festival nicht weiterzuführen. Vor rund zwei Wochen endeten die letzten Orff-Festspiele. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung zwischen Festspielleiter Marcus Everding und der Stiftung.Trotz intensiver Bemühungen war keine gemeinsame Basis für die künftige Zusammenarbeit gefunden worden. Die Stiftung zog jedoch eine positive Gesamtbilanz: Aufführungen wie jüngst Orffs "Der Mond" seien Zeugnis eines erfolgreichen gemeinsamen Wirkens gewesen. Durch die letzte Ruhestätte des Stifters in Andechs werde auch "auf Dauer eine geistige Verbindung bestehen bleiben". Carl Orff zählt zu den wichtigsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhundertist und ist in der Schmerzhaften Kapelle der Andechser Wallfahrtskirche begraben.

Oper über Apple Gründer Steve Jobs

US Premiere für 2017 geplant

Das Leben des Apple-Mitgründer Steve Jobs soll als Oper auf die Bühne kommen. Das Opernhaus von Santa Fe kündigte an, dass die Premiere des Werks mit dem Titel "The (R)evolution of Steve Jobs" für 2017 vorgesehen ist. Im Werk des Komponisten Mason Bates werde es um die Einflüsse gehen, die Jobs geprägt haben. Dazu zählten der Buddhismus, der schnellen Aufstieg und Fall in seiner ersten Zeit bei Apple oder seine Frau Laurene, erklärte die Santa Fe Opera. Die Produktion "elektro-akustischer" Musik werde "so innovativ wie der Mann selbst" sein. Der Technik-Visionär Steve Jobs war im Herbst 2011 mit 56 Jahren an den Folgen einer langjährigen Krebserkrankung gestorben.

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