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Kulturnachrichten

Samstag, 1. August 2015

Goldpokal aus Rheinland-Pfalz ins Ausland gebracht

Kulturstaatsministerium: Solche Fälle zeigen, wie wichtig das geplante Kulturgutschutzgesetz ist

Gegen den Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung hat ein Privateigentümer einen kostbaren Goldpokal aus dem 17. Jahrhundert ins Ausland gebracht. Nach der Anmeldung der Verkaufsabsicht von Seiten der Eigentümerfamilie habe eine Expertenkommission damit begonnen, das Kunstwerk zu begutachten, sagte ein Sprecher der Kulturstaatsministeriums. "Nach Auffassung unseres Hauses hätten wir zumindest versucht, das im Land zu behalten." Doch noch während der Prüfung durch die Experten habe der Anwalt des Eigentümers mitgeteilt, dass der Kunstgegenstand nach Großbritannien gebracht worden sei. Nach Informationen des Magazins hat der 1610 für Kaiser Rudolf II. angefertigte Goldpokal einen Schätzwert von zehn Millionen Euro.
"Solche Fälle zeigen eindrucksvoll, wie wichtig das geplante Kulturgutschutzgesetz ist", sagte ein Sprecher der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU). Der Entwurf für das Gesetz sieht vor, dass Kulturgegenstände ab einem Wert von etwa 500 000 Euro und einem Alter von mehr als 70 Jahren nur mit einer Ausfuhrgenehmigung ins Ausland gebracht werden dürfen.

Potsdamer OB kritisiert Kulturgutschutzgesetz

Mäzen Hasso Plattner droht Potsdam mit Abzug seiner Privatsammlung

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) befürchtet mit Blick auf das umstrittene Gesetz zum Schutz von Kulturgütern fatale Folgen für die Stadt. Hintergrund ist, dass der Mäzen Hasso Plattner davon absehen könnte, seine Privatsammlung dauerhaft in Potsdam ausstellen zu lassen. Ein "kulturpolitischer Skandal allerersten Ranges" bahne sich in Potsdam an, schreibt Jakobs in einem Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Laut "Potsdamer Neuesten Nachrichten" schreibt Plattner in einem Brief an Jakobs, sollte Grütters Gesetz Wirklichkeit werden, könne er eine Verlagerung seiner Bilder nach Deutschland "nicht mehr verantworten", weil die Sammlung auf einen Schlag die Hälfte ihres Wertes verlöre. Damit würde dem geplanten Kunstmuseum Barberini in Potsdam der Wegfall wertvoller Bestände drohen - der Sammlung aus Werken des Impressionismus und der Klassischen Moderne.

Wacken-Veranstalter ziehen positive Bilanz

75.000 Heavy-Metal-Fans feierten auf Kuhweide

Kurz vor Abschluss des 26. Wacken Open Airs haben die Veranstalter eine positive Bilanz des Heavy-Metal-Festivals gezogen. Der Rettungsdienst bezeichnete den Festivalverlauf als friedlich mit kleineren Zwischenfällen. Das Deutsche Rote Kreuz zählte rund 1600 Patienten, die seit Wochenanfang versorgt wurden, teilte ein Sprecher mit. In den vergangenen Tagen hatten mehr als 75.000 Menschen im 1800-Seelen-Dorf Wacken gefeiert. Es endet in der Nacht zum Sonntag. Das Festivalgelände wird anschließend wieder zur Kuhweide.

Steinzeit-Gräber in Stuttgart-21-Baustelle entdeckt

Funde haben keinen Einfluss auf die laufenden Bauarbeiten

Jahrtausende alte Skelette sind bei den Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 ans Tageslicht gekommen. Für die Stuttgarter Innenstadt könnten sie der erste steinzeitliche Fund sein, wie die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf Landesarchäologe Andreas Thiel berichtet. Die drei Gräber mit Skeletten könnten aus der Zeit zwischen 5500 und 2000 vor Christus stammen und damit aus der Endphase der Jungsteinzeit. Nun müssten Experten die Vermutung überprüfen. Es gebe keine Grabbeigaben oder weitere Funde, die auf das Alter der Gräber schließen ließen. Als Hinweis diene aber die Form der damals in Süddeutschland typischen Bestattung: "Die Toten waren auf der Seite liegend mit angewinkelten Armen und Beinen beigesetzt worden," berichtete eine Sprecherin des Regierungspräsidiums. Laut dem S-21-Kommunikationsbüro hatten die Funde und deren Bergung keinen Einfluss auf die Arbeiten am Durchgangsbahnhof, wie es in dem Bericht heißt.

Country-Sängerin Lynn Anderson gestorben

"(I Never Promised You A) Rose Garden" war ihr größter Erfolg

Die amerikanische Country-Sängerin Lynn Anderson ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Nach Angaben ihres Publizisten erlag sie am Donnerstag in einem Krankenhaus von Nashville einem Herzleiden. In einer Zeit, als die Charts von Rock- und Popsongs dominiert wurden, hatte sie einen weltweiten Soft-Hit 1971; "Rose Garden" habe dann einfach den Nerv der Zeit getroffen: "Dieser Song sagte, dass du Etwas aus Nichts machen kannst", sagte sie 1987. "Es hat gut zu mir gepasst und ich bin stolz darauf, damit bis zu meinem Tod verbunden zu sein..." Ende der 1960er Jahre war Anderson die einzige Country-Musikerin, die in den USA wöchentlich in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehshow auftrat. Country-Stars wie Reba McEntire und Dolly Parton würdigten die Verdienste Andersons für ihr Genre.

Museum der Moderne bis 2021 möglich - Zeitplan steht

Kulturstaatsministerin Monika Grütters möchte im Herbst Ideenwettbewerb starten

Seit Jahren lagern in Berlin wertvolle Kunstschätze im Depot, weil es zu wenig Ausstellungsfläche gibt. Ein neues Museum soll Abhilfe schaffen. Das in Berlin geplante Museum der Moderne kann nach Einschätzung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bis zum Jahr 2021 fertig sein. "Wir streben diesen Termin an, Voraussetzung ist natürlich, dass alles glattgeht", sagte die CDU-Politikerin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Bis Mitte nächsten Jahres startet dann der Realisierungswettbewerb. Wir sind jetzt auf einem guten Weg."
Das ambitionierte Projekt soll die Kunst des 20. Jahrhunderts und drei hochkarätige Sammlungen von privaten Mäzenen aufnehmen. Der auf 200 Millionen Euro veranschlagte Bau ist zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Berliner Philharmonie geplant. Grütters verteidigte die Entscheidung, sich schon jetzt auf einen Standort festzulegen. Das war unter anderem bei der Architektenkammer auf Kritik gestoßen. Die Potsdamer Straße biete eine höhere städtebauliche Qualität und ein größeres Baufeld, sagte sie. Es habe deshalb von Anfang an eine deutliche Mehrheit für diesen Standort gegeben.

Neuer Intendant tritt Posten in Dessau an

Das Anhaltinische Theater möchte mit 20 Neuproduktionen künstlerische Akzente setzen

Das Anhaltische Theater Dessau hat seit Samstag einen neuen Generalintendanten. Johannes Weigand beerbt André Bücker, wie das Haus mitteilte. Am Montag tritt der neue Chef seinen Posten offiziell an. Nach heftigen Debatten um Kürzungen und drohende Spartenschließungen will Weigand wieder verstärkt künstlerische Akzente setzen. In der kommenden Spielzeit werden den Angaben zufolge unter anderem mehr als 20 Neuproduktionen geboten. Neben neuen Opern erwartet das Publikum unter anderem auch ein Schauspiel der Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Eröffnet wird die Saison 2015/2016 am 5. September mit einem Festkonzert.

Italienische Foo Fighters Fans landen Internet-Hit

Foo Fighter Frontmann Dave Grohl beantwortet Einladung auf italienisch

Eine eindrucksvolle Video-Einladung aus Italien an die Foo Fighters ist im Internet zum Klick-Hit geworden. Innerhalb von nur zwei Tagen wurde der Clip allein bei YouTube mehr als zehn Millionen Mal angesehen. Die amerikanische Rockband reagierte prompt: Frontmann Dave Grohl (46) postete ein Video bei Facebook, in dem er den Musik-Clip lobte und auf Italienisch versprach, bald zu kommen. Der "The Rockin'Thousand"-Aktivist Fabio Zaffagnini (39) versammelte nach eigenen Angaben mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne Ende Juli knapp 1000 Musiker im norditalienischen Cesena, um die Foo Fighters mit einem Cover von "Learn To Fly" zu einem Auftritt in der Stadt zu bewegen.

Ai Weiwei bekommt doch 6-Monats-Visum

Britisches Innenministerium entschuldigt sich

Der chinesische Künstler Ai Weiwei wird nun doch ein sechsmonatiges Geschäftsvisum für Großbritannien bekommen. Er möchte im September zu seiner Ausstellung in der Royal Academy of Arts nach London reisen. Das britische Innenministerium wollte ihm zunächst nur ein dreiwöchiges Visum gewähren, bat aber nun um Entschuldigung. Innenministerin Theresa May sei bei der ursprünglichen Entscheidung nicht zurate gezogen worden.
Derzeit reist Ai Weiwei mit neuem Pass durch Deutschland - nach München folgt Berlin, wo seit drei Jahren eine Gastprofessur an der Universität der Künste auf ihn wartet. Der deutsche Freundeskreis des chinesischen Künstlers hat derweil um Rücksichtnahme auf die prekäre politische Situation des 57-jährigen Regimekritikers gebeten. "Wir appellieren an die deutsche Öffentlichkeit, ihn in Zukunft als herausragenden Künstler wahrzunehmen und nicht als politischen Aktivisten", sagte der Berliner Galerist und Sprecher der Initiative, Alexander Ochs. "Man könnte ihn sonst in eine Situation bringen, die die chinesische Regierung veranlasst, ihn nicht wieder einreisen zu lassen."

Bühnenbildner Bert Neumann gestorben

Neumann gilt als stilprägend für die Bühnenästhetik der Nachwendezeit

Bert Neumann starb bereits am Donnerstag "plötzlich und unerwartet" im Alter von 54 Jahren, wie eine Sprecherin der Berliner Volksbühne bestätigte. Jahrzehnte lang arbeitete Neumann mit Volksbühnen Intendant Frank Castorf zusammen. Gemeinsam entwickelten sie eine Bühnenästhetik, die prägend für die Nachwendezeit werden sollte. Mit teils mehrstöckigen Wohncontainern entwarf Neumann bewegliche
Stadtlandschaften. Den Theaterzuschauern gewährte er so geschickt Einblicke in fremde Schlafzimmer und Wohnstuben. "Mir gefällt es, wenn sich die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum auflöst", sagte der mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte Neumann einmal.
Außerdem arbeitete Neumann auch mit Regisseuren wie René Pollesch, Leander Haußmann und Johan Simons zusammen.
Neumann wurde in Magdeburg geboren. Er wuchs in Ost-Berlin auf. Nach einem Bühnenbildstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee arbeitete er am Hans-Otto-Theater in Potsdam. 1990 war er Mitbegründer des Grafikbüros LSD in Berlin. Seit 1988 arbeiteten Neumann und Castorf zusammen.

Antike griechische Stadt kommt unter Moskauer Kontrolle

Streit um Zuständigkeiten für antike Stätte auf der Krim

Der historische Ort Chersones nahe der Hafenstadt Sewastopol werde künftig vom russischen Kultusministerium verwaltet, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Samstag einen Berater von Präsident Wladimir Putin. Das Ministerium werde auch einen neuen Museumsdirektor ernennen. Zuvor hatte der Gouverneur von Sewastopol einen russischen orthodoxen Priester zum neuen Direktor des Chersones-Museum ernannt. Das rief viel Kritik unter den Denkmalpflegern der Stätte und in der Öffentlichkeit hervor.
Russland annektierte die Krim im März 2014, nachdem der damalige prorussische Präsident der Ukraine - Viktor Janukowitsch - im Februar gestürzt worden war und Moskau ein Referendum auf der Halbinsel über die künftige Zugehörigkeit abgehalten hatte.

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