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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. August 2014

"Die geliebten Schwestern" ist deutscher Oscar-Beitrag

Die Verleihung der Oscars findet am 22. Februar in Hollywood statt

Die Dreiecksgeschichte «Die geliebten Schwestern» von Dominik Graf geht für Deutschland ins Rennen um die Oscars. Das teilte die Auslandsvertretung des deutschen Films, German Films, heute in München mit. Für diese Entscheidung hatten neun Juroren seit Dienstag 17 deutsche Filme gesichtet. Für Grafs Film über die Liebesgeschichte rund um Friedrich Schiller und zwei Schwestern ist dies allerdings nur die erste Hürde. Nur fünf Filme werden am Ende für den besten nicht-englischsprachigen Film nominiert. Welche das sein werden, soll am 15. Januar 2015 feststehen.

Kultur-Staatsministerin will Buchhandlungen mit Preis unterstützen

Preis soll symbolische Untersützung für inhabergeführte Buchhandlungen sein

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will den stationären Buchhandel angesichts des Streits zwischen dem Internet-Konzern Amazon und Verlagen unterstützen. In einem Interview mit der "Welt" kündigte Grütters an, sie wolle im kommenden Jahr erstmals einen "Preis für unabhängige, inhabergeführte Buchhandlungen" verleihen. Damit solle ein Zeichen "für engagierte und innovative Buchhandlungen" gesetzt werden, zudem sollten Verbraucher sensibilisiert werden. Mit einem Preisgeld von gut einer Million Euro könnten viele einzelne Buchhandlungen ausgezeichnet werden. Gleichzeitig sollten die Verbraucher sensibilisiert werden, sagte Grütters der "Welt". Sie könne es "natürlich verstehen, wenn jemand den Vertriebsweg Amazon nutzt". Aber gerade im digitalen Zeitalter sei es wichtig, "dass sich der mündige Verbraucher ein Bild machen kann".

New Yorker Guggenheim Museum widmet Künstlergruppe Zero große Schau

Erste große Schau über die Avantgarde-Gruppe in einem US-Museum

Das New Yorker Guggenheim Museum widmet der vor allem in den 1960er Jahren aktiven Düsseldorfer Künstlergruppe Zero eine umfassende Ausstellung. Vom 10. Oktober an sollen unter anderem Werke von Heinz Mack, Günther Uecker, dem Mitte Juli gestorbenen Otto Piene und etlichen anderen Künstlern zu sehen sein. Piene und Mack hatten die Avantgarde-Gruppe 1957 in Düsseldorf gegründet, weil sie einen Neuanfang in der zeitgenössischen Kunst wollten. Knapp zehn Jahre später löste sich die Zero-Gruppe wieder auf, aber Künstler auf der ganzen Welt verfolgten ihren avantgardistischen Ansatz weiter. Die Zero-Werke sollen bis zum 7. Januar in dem renommierten Guggenheim Museum am New Yorker Central Park zu sehen sein.

Millionenklage wegen Rehberger-Kunstwerk abgewiesen

Zwei Diskotheken-Betreiber hatten die Deka-Bank auf Zahlung von 2,95 Millionen Euro verklagt

Eine Millionenklage wegen eines verschwundenen Kunstwerks des Installationskünstlers Tobias Rehberger ist heute vom Landgericht Frankfurt abgewiesen worden. Die Kläger machten geltend, dass das begehbare Kunstwerk des Biennale-Teilnehmers und Städel-Professors Rehberger, eine Sitzgruppe als Raucher-Lounge, nach der Räumung des Clubs Anfang 2012 abmontiert und weggebracht worden sei. Dem Gericht zufolge hatte die Bank zum Zeitpunkt der Übernahme der Räumlichkeiten keine Kenntnis davon, wer Eigentümer des Kunstwerks gewesen sei. Auch aus dem Schriftwechsel der Bank mit dem Künstler hätten sich keine hinreichenden Anhaltspunkte ergeben, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Kläger hatten vor Gericht behauptet, ihnen sei der Zutritt zu den Räumen verweigert worden, weshalb sie das Kunstwerk nicht selbst ausbauen konnten.

Verlag Gruner + Jahr streicht 400 Stellen in Deutschland

Auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Angesichts schrumpfender Zeitschriftengeschäfte plant der Verlag Gruner + Jahr in Deutschland seinen größten Stellenabbau seit Jahren. Bis zu 400 der 2400 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, wie die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann heute mitteilte. Der Verlag, zu dessen Flaggschiffen die Magazine "Geo", "Stern" und "Brigitte" zählen, ist im Heimatmarkt seit Jahresbeginn bereits um rund 200 Mitarbeiter geschrumpft, großteils durch den Verkauf eines Unternehmensteils. Vorstandschefin Julia Jäkel schloss betriebsbedingte Kündigungen nicht aus, kündigte aber an, zunächst frei werdende Stellen nicht nachzubesetzen und Mitarbeiter in Altersteilzeit zu schicken. Mit dem Stellenabbau will das Unternehmen seine Kosten um 75 Millionen Euro senken. Nicht betroffen seien die deutschen Tochterunternehmen Motor Presse Stuttgart ("auto motor und sport", "Men's Health") und Dresdner Druck- und Verlagshaus ("Sächsische Zeitung").

Nike Wagner beklagt Uniformität von Kunstfestivals

Wagner: "Ohne Promi-Name geht nichts"

Die Leiterin des Bonner Beethovenfestes, Nike Wagner, hat die Uniformität der Kunstfestivals in Deutschland beklagt. Kein Veranstalter entkomme bei der verzweifelten Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal "den Gleichmachereien, wie sie durch die Kulturindustrie einerseits und die Folgen öffentlicher Sparpolitik andererseits gegeben sind", sagte Wagner der in Weimar erscheinenden "Thüringischen Landeszeitung" (Mittwochausgabe). Die Intendantin leitete von 2004 bis 2013 das Kunstfest Weimar.
Wagner sagte, alle bemühten sich um "Promi-Künstler", weil ohne sie die Häuser leer blieben. Diese Künstler lieferten jedoch "häufig Routine, sind halt auf Tournee". Werden sie nicht engagiert, "drohen Quote und Rotstift". Dennoch gebe es andere Wege um aufzufallen, stellte Wagner fest. Als Beispiele nannte sie eine "stringente Programm-Dramaturgie" sowie das Einbeziehen von Raritäten und Unbekanntem. Aber ohne Fantasie und Mut sowie ohne "Ausdauer und Schwung beim Einwerben von Geldern geht da nichts", fügte sie hinzu.

Preußen-Schloss in Babelsberg 2015 fertig saniert

50 Jahre verbrachten der preußischen Kaiser Wilhelm I. und seine Gattin Augusta jeden Sommer in Schloss Babelsberg und gestalteten es immer wieder um

Heute gehört der Bau zum Unesco-Kulturerbe und wird gerade von außen saniert. Der erste Bauabschnitt bei der Fassaden-Sanierung des mehr als 135-jährigen Preußen-Schlosses im Park von Potsdam-Babelsberg ist beendet. "Wir blieben im Zeit- und im Kostenrahmen", sagte der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, am Mittwoch. Für die Wiederherstellung der äußeren Hülle und der umliegenden Terrassen stehen rund 9,7 Millionen Euro bereit. Das Projekt ist Bestandteil des Sonderinvestitionsprogramms für die Berliner und Brandenburger Schlösserlandschaft. Insgesamt können bis 2017 rund 155 Millionen Euro verwendet werden, getragen vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg. In dem im neugotischen Stil errichteten Bau, der an ein englisches Tudor-Schloss erinnert, verbrachten Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) und seine Gattin Augusta 50 Jahre lang die Sommermonate. Erbaut wurde es nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel. Seine Schüler erweiterten den ursprünglichen Entwurf.

Steinmeier sagt Prager Literaturhaus Unterstützung zu

Das Literaturhaus ermöglicht jährlich mehreren Stipendiaten einen mehrwöchigen Aufenthalt in Prag

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat dem Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren seine Unterstützung zugesagt. Das Literaturhaus bewahre das reiche Erbe der deutschsprachigen Literatur dieser Stadt und trage diese fruchtbare Verknüpfung der tschechischen, deutschen und jüdischen Kultur in die Öffentlichkeit, sagte Steinmeier heute bei einem Besuch des Hauses. Das Auswärtige Amt werde die Arbeit der Kulturinstitution mit Laptops unterstützen und die Finanzierung eines Jubiläumskalenders übernehmen, hieß es. Die inzwischen gestorbene Schriftstellerin Lenka Reinerova und der ehemalige tschechische Botschafter in Berlin, Frantisek Cerny, hatten das Literaturhaus vor zehn Jahren gegründet.

Bulgariens Shakespeare-Übersetzer Waleri Petrow gestorben

Petrow hatte 2013 den Bürgerpreis des Europäischen Parlaments für seinen Beitrag zur bulgarischen Kultur und Verständigung zwischen den Völkern erhalten

Der große bulgarische Übersetzer der Werke von William Shakespeare, Waleri Petrow, ist tot. Der geschätzte Dichter und Schriftsteller starb heute im Alter von 94 Jahren in einem Krankenhaus in Sofia, wie seine Familie mitteilte. Der unter dem Künstlernamen Petrow bekannte Waleri Nissim Meworach gehörte zu den besten Dramatikern und Drehbuchautoren des Balkanlandes und schrieb auch Gedichte für Kinder.

Festspiele in Bayreuth enden mit "Tannhäuser"

Weniger Übernachtungen als in den vergangenen Jahren

Es war ein Novum in Bayreuth: Während der Richard-Wagner-Festspiele sind Hotelzimmer in diesem Jahr leer geblieben. "Wie es aussieht, haben wir einen Rückgang der Übernachtungszahlen zu verzeichnen", sagte der Geschäftsführer der Marketing und Tourismus GmbH, Manuel Becher, der Nachrichtenagentur dpa. Er schiebt das auch auf den Online-Verkauf und darauf, dass dadurch vor allem Einheimische Tickets bekommen hätten. Im Raum Bayreuth habe die Möglichkeit der Online-Bestellung Schlagzeilen gemacht. Viele Festspiel-Besucher würden außerdem nach kürzeren Aufführungen wie dem "Fliegenden Holländer" oder dem "Rheingold" noch zurück nach Hause fahren - nach München oder Frankfurt.
Mit der umstrittenen "Tannhäuser"-Inszenierung von Sebastian Baumgarten gehen morgen Abend die 103. Richard-Wagner-Festspiele zu Ende. Zum Abschluss des Opern-Spektakels auf dem Grünen Hügel gibt es bereits einen Ausblick auf die kommende Spielzeit: Der gefeierte Ratten-"Lohengrin" von Hans Neuenfels muss 2015 Abschied nehmen. Im letzten Jahr der Inszenierung übernimmt Alain Altinoglu das Dirigat von Andris Nelsons. Und auch beim "Fliegenden Holländer" gibt es einen Wechsel am Pult: Axel Kober löst Christian Thielemann ab. Der dirigiert die mit Spannung erwartete Neu-Inszenierung von "Tristan und Isolde". Regie führt Festspielleiterin Katharina Wagner selbst. Die Titelpartien übernehmen Stephen Gould und Eva-Maria Westbroek. Außerdem kehrt Georg Zeppenfeld als König Marke zurück nach Bayreuth; Iain Paterson gibt sein Bayreuth-Debüt als Kurwenal.

China will Filmwirtschaft auf Regierungskurs bringen

Fernsehdokumentionen werden für die staatlichen Sender verpflichtend

Mit neuen Dokumentarfilmen will die chinesische Regierung das Image des Landes verbessern und zugleich einheimische Regisseure fördern. Seit Oktober müssen alle nationalen Satellitensender mindestens 30 Minuten im Land produzierte Dokumentationen zeigen. Darüber hinaus starten demnächst landesweit zwei neue landesweite Dokumentationskanäle, die bislang nur in Peking und Schanghai zu empfangen waren. Damit bekommen auch unabhängige Filmemacher eine Chance, dass ihre Werke im TV gezeigt werden. Doch trotz all propagierter künstlerischer Freiheit lässt die Kommunistische Partei inhaltlich keine Offenheit zu. Trauriger Höhepunkt: Ein unabhängiges Filmfestival wurde am Wochenende kurz vor der Eröffnung abgesagt. Hunderte Filme wurden beschlagnahmt, zwei Organisatoren verhaftet.

Filmfest Venedig startet

Heute Abend beginnen die 71. Filmfestspiele in Venedig mit der Komödie "Birdman"

Zur Premiere werden am Abend neben dem mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu die Hauptdarsteller von "Birdman" erwartet, darunter Michael Keaton und Edward Norton. Im Wettbewerb dieser 71. Filmfestspiele sind 20 Beiträge zu sehen. Dazu gehört auch das mit Spannung erwartete neue Werk des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin: "The Cut" spielt im Jahr 1915 und thematisiert das Schicksal Hunderttausender Armenier im Osmanischen Reich. Das Filmfest Venedig ist das älteste der Welt. Es zählt neben Berlin und Cannes zu den wichtigsten der Branche. Die Wettbewerbs-Preise werden von einer internationalen Jury unter Vorsitz des französischen Komponisten Alexandre Desplat am 6. September verliehen. Die höchste Auszeichnung ist der Goldene Löwe.

Tausende Menschen feiern Tomatenschlacht im spanischen Buñol

Traditionelle Tomatina zieht jährlich Besucher aus aller Welt an

Tausende Menschen haben im ostspanischen Buñol die traditionelle Tomatenschlacht gefeiert. Halbnackte begeisterte Besucher aus aller Welt bewarfen sich heute in den Straßen des Ortes mit dem roten Gemüse oder suhlten sich in zerquetschten Tomaten und dem Saft. Zuvor hatten die Feierwütigen bereits in freudiger Erwartung der etwa einstündigen Schlacht etliche Bierhumpen und Sangriagläser geleert. Johlend empfingen sie dann die Lastwagen, von deren Ladeflächen aus Jugendliche insgesamt 125 Tonnen Tomaten auf die Menge warfen. Nachdem die verschuldete Stadt im vergangenen Jahr erstmals Eintritt kassiert hatte, wurde das weltberühmte Fest in diesem Jahr privatisiert. Die Stadtverwaltung begründete das neben den willkommenen Einnahmen auch mit Sorgen um die Sicherheit. Zuletzt waren rund 40.000 Menschen zur Tomatina gekommen, und die Massen waren kaum noch zu kontrollieren gewesen. Mittlerweile ist die Teilnehmerzahl auf 22.000 beschränkt.

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