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Kulturnachrichten

Montag, 18. August 2014

Opernsängerin Licia Albanese gestorben

Die italienisch-amerikanische Opernsängerin wurde 105 Jahre alt

Licia Albanese ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb die Sopranistin bereits am vergangenen Freitag in New York. Albanese began ihre Karriere vor 80 Jahren in Italien. Kurz darauf wurde sie in New York zum Star. In den fünfziger und sechziger Jahren gehörte sie zu den bekanntesten Sopranistinnen der Opernwelt. Albanese arbeitete mit Künstlern wie dem Dirigenten Arturo Toscanini oder dem Tenor Luciano Pavarotti zusammen. Zudem war sie eine Pionierin der Fernsehoper: Sie war 1940 bei der ersten Übertragung aus der Metropolitan Opera dabei. Ihre Paraderollen waren Madame Butterfly und die Violetta aus Verdis "La Traviata".

75. Jahrestag des Euthanasie-Runderlasses

Götz Aly: "Die Beteiligten wussten Bescheid"

Der Historiker und Publizist Götz Aly ist überzeugt, dass die "Euthanasie"-Morde der Nazis nur durch ein schweigendes Einverständnis der Angehörigen möglich waren. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, der Druck auf die Eltern sei zu der Zeit sehr groß gewesen. Die Eltern "haben keinerlei öffentliche Unterstützung gekriegt, kein Geld, und es ist den Eltern sogar das Geld für die gesunden Kinder entzogen worden, weil sie nun als eine erbkranke Sippe galten." Der Staat habe mit der Euthanasie ein Angebot gemacht, die Behinderten abzunehmen. Die Familien hätten dabei weggucken können. Wenn Eltern verhindern wollten, dass ihre Kinder getötet werden, habe das in fast allen Fällen geklappt, so Aly. Bis heute sei die Euthanasie in den betroffenen Familien kein Thema. Heute vor 75 Jahren verschickte das Reichsministerium einen Euthanasie-Runderlass - Ärzte, Hebammen, Kinderkrankenhäuser und Entbindungsanstalten mussten ab sofort Neugeborene mit bestimmten Auffälligkeiten melden. Ungefähr 100.000 Meldungen kamen laut Aly durch diesen Erlass zusammen – vor allem von Hebammen. Diese hätten für jede Meldung zwei Reichsmark bekommen, was heute umgerechnet 25 Euro entspräche.

Hendricks warnt vor Spenden-Risiko beim Berliner Schloss

Von zugesagten 80 Millionen Euro Spendengeld für Fassaden seien bisher erst etwa 20 Millionen an die Stiftung gezahlt worden

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hat vor einem möglichen Spendenloch bei der Finanzierung des Berliner Schlosses gewarnt. "Risiken bestehen hinsichtlich der rechtzeitigen Verfügbarkeit von Spenden", schreibt Hendricks in einem auf der Internetseite ihres Hauses veröffentlichten Papier an den Bauausschuss des Bundestags. Der Vorsitzende des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, betonte, dieser Betrag sei inzwischen auf fast 24 Millionen Euro gestiegen.
Zudem habe der Verein für weitere 10 Millionen Euro Sachleistungen erbracht. "Wir sind optimistisch, dass wir unsere Vorgabe bis 2019 schaffen", so Boddien. Insgesamt soll das Mammutprojekt 590 Millionen Euro kosten und bis 2019 abgeschlossen sein.

Gedruckter Brockhaus ist Geschichte - Redaktion macht weiter

Lexika nur noch digital oder antiquarisch

Der Brockhaus werde ab sofort nur noch digital herausgegeben, sagte ein Sprecher der Bertelsmann-Tochter "wissenmedia". Die redaktionelle Aktualisierung durch ein Netzwerk aus zahlreichen Experten und Wissenschaftlern sei noch einige Jahre sichergestellt. Der Medienkonzern hatte die Einstellung der gedruckten Ausgabe bereits vor einem Jahr angekündigt. Jetzt wurden das Buchhandels- und Direktvertriebsgeschäft eingestellt.

NS-Raubgut: Staatsbibliothek gibt Bücher an jüdische Nachfahren zurück

Die in der Abteilung für Historische Drucke entdeckten Werke stammten aus dem Besitz eines Berliner Apothekers

Die Berliner Staatsbibliothek hat drei Bücher aus dem ehemaligen Eigentum des jüdischen Apothekers Leopold Scheyer an dessen Nachkommen zurückgegeben. Um Deutschland 1939 verlassen zu können, hatte Scheyer seinen Hausrat und seine Privatbibliothek unter Wert veräußert. Er emigrierte den Angaben zufolge in die Niederlande, wo er sich angesichts der drohenden Deportation am 9. März 1943 das Leben nahm. Die Staatsbibliothek übergab jetzt die drei Bücher an Scheyers in London lebende Enkelin Edith Rosenberger. Wie die nun restituierten Exemplare in die Staatsbibliothek gelangt sind, ist ungewiss. Entdeckt wurden die Bücher im Rahmen der systematischen Überprüfung einschlägiger Verdachtsfälle.

Berlin kauft Kunstwerke für viertel Million Euro

Mittel stammen aus der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Der Berliner Senat hat für eine viertel Million Euro zeitgenössische Kunst eingekauft. Die Werke von 16 Künstlern stehen jetzt Berliner Museen und Sammlungen zur Verfügung, die über keine eigenen Ankaufsetats verfügen, teilte die Senatskulturverwaltung am Montag mit. Die Ankäufe gehen auf Vorschläge der Förderkommission Bildende Kunst zurück. Ziel sei es, einen repräsentativen Querschnitt über das aktuelle Berliner Kunstschaffen auf hohem künstlerischem Niveau zu erreichen, hieß es.

Stiftung Händel-Haus kauft Händel-Notendrucke und Bücher

Neuerwerbungen ergänzen Schwerpunktsammlung der frühen Händel-Notenausgaben

Mit Ankäufen aus einem englischen Antiquariat ergänzt die Stiftung Händel-Haus in Halle ihre Sammlung. Die Stiftung habe eine Gruppe früher Händel-Notendrucke und -Bücher erworben, hieß es am Montag in einer Mitteilung. Herausragendes Stück sei eine 1739 erschienene Erstausgabe von Georg Friedrich Händels "Ode for St. Cecilias's Day" mit einem aufwendig gestalteten Titelkupferstich. Zudem wurden Varianten der Erstausgaben verschiedener Oratorien aus der Zeit zwischen 1733 und 1750 erworben.

Young Euro Classic mit mehr als 23 000 Besuchern

Usbekische Künstlern gewinnt Komponistenpreis

Mit der Verleihung des Europäischen Komponistenpreises an die usbekische Künstlerin Aziza Sadikova ist am Sonntag in Berlin das Musikfestival Young Euro Classic zu Ende gegangen. Sadikova erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) für ihr Werk "Brief Scherben", eine von sechs Uraufführungen und vier Deutschen Erstaufführungen im diesjährigen Wettbewerb. Die Auszeichnung überreichte die Europabeauftragte des Landes Berlin, Hella Dunger-Löper (SPD), wie die Veranstalter mitteilten.
Insgesamt wurden bei Young Euro Classic mehr als 23.500 Zuhörer an 15 Tagen gezählt. Eingeladen waren Jugendorchester und junge Musikstars aus Europa, Afrika und Asien. Insgesamt nahmen mehr als 1.000 junge Musiker teil.

Objekte der Reiss-Engelhorn-Museen ziehen in neues Depot

Alte Lagerstätte ist zu klein und weist drastische Mängel auf

Rund 400 000 Objekte der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim sollen in ein neues Depot umziehen. "Wir müssen wirklich schnell handeln, sonst ist die Gefährdung der Bestände unglaublich groß." sagte Leiter Alfred Wiezorek. Die Reiss-Engelhorn-Museen bestehen aus vier Häusern und zeigen Völkerkunde, Kunst- und Kulturgeschichte, aber auch Fotografie. Das alte Depot leidet unter einem Schädlingsbefall, außerdem dringt durch undichte Fenster Schmutz ein und das Dach ist undicht, weshalb es Wasserschäden gibt. Besonders Exponate aus Leder und Holz hätten gelitten. Derzeit wird das neue Depot für die Exponate umgebaut. Mitte 2015 sollen die ersten Objekte umziehen. Der Umzug soll bis 2016 dauern.

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