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Kulturnachrichten

Dienstag, 12. August 2014

Der traurige Komiker: Zum Tod von Robin Williams

"Robin Williams war ein Gefreiter, ein Arzt, ein Genie, ein Kindermädchen, ein Präsident, ein Professor, ein Peter Pan und alles dazwischen. Er kam als Alien in unsere Leben - und berührte doch am Ende jede Faser des menschlichen Geistes."

Mit diesen Worten hat US-Präsident Barack Obama auf den Tod des Oscar-Preisträgers reagiert. Der 63jährige Schauspieler mit dem übersprühenden Witz und den traurigen Augen hat sich vermutlich das Leben genommen.
Schon kurz nachdem bekannt geworden war, dass der unter schweren Depressionen leidende Williams tot in seinem Haus in Kalifornien gefunden worden war, kondolierten viele seiner Kollegen. "Unser Gelächter war der Donner, der ihn am Leben erhielt", twitterte Regisseur Steven Spielberg. "Eine echte Seele", schrieb Comedian Steve Martin und sein Kollege Steve Carell betonte: "Robin Williams hat die Welt ein bisschen besser gemacht."
Bekannt geworden war Robin Williams Ende der 70er Jahre in der TV-Serie "Mork vom Ork". 1998 erhielt er den Oscar für die beste Nebenrolle in dem Film "Good Will Hunting". Dreimal wurde er als bester Hauptdarsteller für den begehrten Filmpreis nominiert. Für "Good Morning, Vietnam", "Der Club der toten Dichter" und "König der Fischer".
Williams war bekennender Alkoholiker. Im Jahr 2006 war er nach 20 Jahren rückfällig geworden.

Experten mahnen zur Vorsicht bei Berichten über Suizid

Mögliche Nachahmer sollen nicht ermuntert werden

Zu einer umsichtigen Berichterstattung über den vermuteten Suizid von US-Schauspieler Robin Williams hat das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro) aufgerufen. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass Suizide von Prominenten weitere Selbsttötungen nach sich zögen, teilten die Experten heute in Hamburg mit. Dabei wendeten die Opfer häufig auch dieselbe Methode an. Der Oscar-Preisträger Williams war laut US-Medienberichten am Montag leblos in seinem Haus bei San Francisco aufgefunden worden. Die Experten riefen zur Beachtung der zusammen mit der Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) entwickelten Medienempfehlungen auf.
Danach sollten Journalisten in ihren Berichten detaillierte Angaben zum Ort und zur Methode der Selbsttötung vermeiden. Auch sollten mögliche Abschiedsbriefe nicht veröffentlicht werden. "Vermeiden Sie bitte einfache Erklärungen", heißt es weiter in den Ratschlägen für Medienschaffende. "Vermeiden Sie bitte, den Suizid als nachvollziehbar oder positiv und billigend darzustellen."

Jüdisches Museum in Brüssel wird abgerissen

Das Museum soll an gleicher Stelle einen Neubau erhalten

Das Jüdische Museum von Brüssel, das im Mai zum Schauplatz eines Mordanschlages mit vier Toten wurde, soll im kommenden Jahr abgerissen werden. Der Abriss ist wegen der Baufälligkeit des Gebäudes nötig und hat mit dem Anschlag nichts zu tun. Architekten prüfen allerdings, inwiefern sich mit einem Neubau schärfere Sicherheitsmaßnahmen verbinden lassen.
Am 24. Mai 2014 war ein schwer bewaffneter Täter in das Museum eingedrungen und hatte ein Touristenpaar aus Israel und eine ehrenamtliche Helferin aus Frankreich erschossen. Ein junger Techniker aus Belgien starb wenige Tage später an seinen Verletzungen. Der Verdächtige, ein Franzose algerischer Abstammung, sitzt in Belgien in Untersuchungshaft. Er war kurz vor der Tat aus Syrien zurückgekehrt, wo er an der Seite radikaler Islamisten gekämpft hatte.

Regisseur Polanski sagt Teilnahme in Locarno ab

Der polnisch-französische Regisseur sollte in Locarno mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt werden

Regisseur Roman Polanski (80) hat seine Teilnahme am Filmfestival von Locarno abgesagt. Polanski schrieb in einer Mitteilung, die die Festivalleitung heute veröffentlichte: "Ich habe festgestellt, dass mein geplantes Erscheinen bei gewissen Personen, deren Haltung ich respektiere, zu Spannungen und Kontroversen führt. Ich bedaure, dass ich Euch damit enttäuschen muss." Die Festivalleitung sprach von einem Rückschlag.
Grund für die Absage sind Anwürfe einiger konservativer Politiker des Schweizer Kantons Tessin, in dem Locarno liegt. Die Politiker opponierten gegen die Einladung wegen eines Gerichtsverfahrens gegen Polanski in den USA aufgrund außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen.

Erhalt von Denkmälern wird mit 7,5 Millionen Euro gefördert

Bund sichert Pflege von Kirchen und Gebäuden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fördert den Erhalt von Denkmälern in diesem Jahr mit rund 7,5 Millionen Euro. Die Bundesmittel gehen unter anderem an die Dreieinigkeitskirche in Regensburg, den Dom zu Aachen, das Lüneburger Rathaus, die Kirche St. Marien in Greifswald, die ehemalige Synagoge in Görlitz und die Benediktinerabtei St. Matthias in Trier, teilte Grütters heute in Berlin mit. Auch die stillgelegte Braunkohle-Förderbrücke F60 im brandenburgischen Lichterfeld erhält Geld aus dem Bundeshaushalt.
Grütters betonte, es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kulturdenkmäler für künftige Generationen zu erhalten. Dort spiegele sich der kulturelle Reichtum des Landes wider. Das Denkmalpflegeprogramm National, für das die Mittel zur Verfügung gestellt werden, besteht den Angaben zufolge seit 1950. Bis 2013 sei damit der Erhalt von 600 Denkmälern mit rund 350 Millionen Euro gefördert worden.

Bundeszentrale warnt zur Gamescom vor exzessivem Computerspielen

3,2 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren spielen zu viel

Vor der weltweit größten Messe für Computerspiele, der Gamescom in Köln, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) vor den Gefahren exzessiven Computerspielens. Die Internetangebote, die für Jugendliche besonders attraktiv und durch Smartphones und Tablets überall und jederzeit verfügbar seien, könnten zu übermäßiger Nutzung verleiten, warnt BzgA-Direktorin Elisabeth Pott am Dienstag in Köln. Daraus könnten massive persönliche Probleme entstehen.
Laut Zahlen der BzgA gibt es in Deutschland bei etwa 150.000 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren eine exzessive Internet- und Spiele-Nutzung. Unterschiede bei den Geschlechtern gebe es nicht. Eine exzessive Nutzung liegt laut BzgA vor, wenn Betroffene Probleme haben, ihr Nutzungsverhalten zu kontrollieren, sich gedanklich übermäßig stark mit den Angeboten beschäftigen und unruhig oder gereizt reagieren, wenn sie nicht online sein können.
Die Gamescom findet von Mittwoch bis Sonntag in Köln statt. Sie ist, gemessen an Ausstellungsfläche und Besucheranzahl, die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik, insbesondere für Video- und Computerspiele. Zahlreiche Hersteller aus aller Welt präsentieren dort neue Unterhaltungssoft- und -hardware.

Thomas Köhler bleibt Direktor der Berlinischen Galerie

Amtszeit beginnt am 1. September

Thomas Köhler ist für die nächsten 5 Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Dies teilte heute der Berliner Senat im Anschluss an seine wöchentliche Sitzung mit. Das Landesmuseum sammelt in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute. 1975 wurde sie als privater Verein gegründet und 1995 in eine Stiftung öffentlichen Rechts umgewandelt.
Der 48-jährige Köhler ist seit 2008 Direktor des Museums und gleichzeitig Vorstand der Stiftung Berlinische Galerie.

Mehr Rassismus und Gewalt in sozialen Netzwerken

Viele Anbieter unternehmen zu wenig gegen anstößige Inhalte

Rassismus, Hass und Gewalt gegen Minderheiten und Andersgläubige werden immer unverhohlener auf Internetplattformen propagiert. Zu diesem Ergebnis kommt die länderübergreifende Beratungsplattform jugendschutz.net in ihrem heute in Berlin vorgestellten Bericht "Rechtsextremismus online 2013". "Während in den vergangenen Jahren subtile Propaganda vorherrschte, stoßen wir mittlerweile regelmäßig auf Darstellungen, in denen Juden, Muslime, Sinti und Roma oder Homosexuelle ohne Umschweife zu Menschen zweiter Klasse degradiert werden", erklärte Stefan Glaser, stellvertretender Leiter von jugendschutz.net.
Vor allem das russische Netzwerk VK oder der US-Dienst Tumblr würden zu wenig unternehmen, um diese Inhalte von ihren Plattformen zu verbannen, betonte Glaser. Dabei gelte die Regel: "Je anstößiger, provokanter und poppiger ein Beitrag ist, desto eher verbreitet er sich schneeballartig und auch über rechtsextreme Kreise hinaus", heißt es in dem Bericht. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, sprach sich deshalb für eine kontinuierliche internationale Zusammenarbeit aus. "Das Gros der Inhalte wird über ausländische Dienste eingestellt, daher müssen Strategien gegen Hass im Netz auch international ansetzen." Initiativen wie das International Network Against Cyber Hate böten hier einen guten Ansatzpunkt.

Sensationeller Archäologischer Fund in Griechenland

Möglicherweise Königsgrab von Mitgliedern der Familie Alexander des Großen entdeckt

Die Entdeckung eines knapp 500 Meter langen Erdwalls rund um eine Grabstätte hat in Griechenland Spekulationen ausgelöst. Am Fundort nahe der Ortschaft erklärte der griechische Premierminister Samaras. Nun soll es sich um das Grab von Roxane, der Frau Alexanders, handeln. Viele griechische Medien berichteten heute, der Fund sei "sensationell".
Die zuständige Archäologin des Kulturministeriums in der Region, Katerina Peristeri, riet abzuwarten. Man könne nicht ohne genaue Beweise sagen, wem das Grab gehöre, sagte sie im griechischen Fernsehen. Der Fund sei jedoch wichtig und stamme aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert, hieß es. Der griechische Premier erklärte, es handele sich offenbar um ein Grab-Monument aus den Jahren 325 bis 300 v. Ch.. Jetzt komme die Frage auf, was die Ausgrabungen noch ans Tageslicht bringen werden,meinte Samaras weiter. Dann werde man nämlich auch die Identität des Toten in diesem Grab feststellen, hieß es.

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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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