Seit 23:05 Uhr Fazit
Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 30. Juli 2021

Alexander Prior wird Generalmusikdirektor in Erfurt

Der Dirigent und Komponist Alexander Prior wird ab der Spielzeit 2022 / 23 neuer Generalmusikdirektor des Erfurter Theaters. Der 28-Jährige folgt auf Myron Michailidis, dessen Vertrag ausläuft, wie das Theater Erfurt am Freitag mitteilte. Der 52-jährige Michailidis steht seit der Spielzeit 2018/19 an der Spitze des mehr als 60 Musiker umfassenden Orchesters. Prior ist seit 2018 Chefdirigent des kanadischen Edmonton Symphony Orchestra. Er dirigierte zudem bereits zahlreiche Orchester wie das NDR Elbphilharmonie Orchester, das Bayerische Staatsorchester, die Hamburger Symphoniker sowie weitere Orchester im Ausland.

Bayerische Staatsoper siegt in Kritikerumfrage

Die Bayerische Staatsoper in München ist in einer Kritiker-Umfrage zum Gewinner der Saison 2020 / 2021 gekürt worden. Sie siegte in der Kategorie "Gesamtleistung" mit sieben Stimmen, wie das Theatermagazin "Die Deutsche Bühne" am Freitag mitteilte. Das Haus habe unter seinem scheidenden Intendanten Nikolaus Bachler "den pandemischen Behinderungen neue digitale Formate und eine kluge Programmdramaturgie entgegengesetzt", hieß es. Zweiter wurden die Münchner Kammerspiele mit vier Stimmen. Mehr als 50 Fachjournalistinnen und -journalisten hatten ihr Votum abgegeben. Das Magazin "Die Deutsche Bühne" wird vom Deutschen Bühnenverein herausgegeben.

Gedenkgottesdienst für Hochwasser-Opfer im ZDF

Der Gedenkgottesdienst für die Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland wird im Fernsehen übertragen. Das ZDF teilte heute mit, es sende an diesem Samstag ab 10 Uhr aus dem Dom zu Aachen. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Radu Constantin Miron, werden gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst gestalten. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werden Vertreter der jüdischen und islamischen Religionen anwesend sein. Aachen soll als zentraler Ort in Europa daran erinnern, dass auch die Nachbarländer Belgien, Luxemburg und die Niederlande von den schweren Überschwemmungen betroffen sind. In dem 60-minütigen Gottesdienst werden auch Überlebende der Katastrophe zu Wort kommen.

Berlin öffnet Clubs im Rahmen von Pilotprojekt

Mehrere Berliner Clubs werden für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen. Das Projekt soll unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Diskotheken "auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können", wie die Senats-Kulturverwaltung am Freitag mitteilte. Vom 6. bis zum 8. August wird das Projekt in sechs verschiedenen Clubs stattfinden. Rund 2 000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR-Tests anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden. Dabei soll nicht unterschieden werden, ob Menschen geimpft sind oder nicht. Alle müssten die vorgeschlagene Teststrategie durchlaufen, hieß es. Die Berliner Clubs hatten vor anderthalb Jahren pandemiebedingt schließen müssen. Mittlerweile darf auf Außenflächen wieder getanzt werden.

Kaputtes Dach der Stuttgarter Oper wird Mahnmal

Das bei einem Unwetter Ende Juni demolierte Kupferdach der Stuttgarter Oper soll als Mahnmal erhalten bleiben. Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) sagte am Freitag in einem Videobeitrag auf Twitter, mit dem zerknüllten Dach wolle man an den fortschreitenden Klimawandel erinnern. Das Kupferknäuel soll nach seinen Worten als Skulptur neben dem Opernhaus aufgestellt werden. Bei dem Unwetter war ein Teil des Dachs durch die heftigen Böen abgedeckt worden. Kupferteile waren auf den Vorplatz des Opernhauses gestürzt. In einem offenen Brief hatten SPD-Politiker das Kupferknäuel als "Erinnerungsort für dieses in vielerlei Hinsicht schwierige Jahr" ins Spiel gebracht. Das Dach stammt aus dem Jahr 1911 und galt bereits vor dem Sturm als marode.

Klimawandel: Krimiautorin Vargas schilt Regierende

Frankreichs berühmteste Krimiautorin Fred Vargas hat die "unglaubliche Tatenlosigkeit unserer Regierenden" beim Klimaschutz angeprangert. In einem neuen Buch über den Klimawandel schreibt die 64jährige, die Regierungen seien seit 40 Jahren genauestens über die drohende Katastrophe informiert. Dabei spart Vargas auch nicht mit Kritik an den Weltklimakonferenzen und -Gipfeln. Es seien dort eine Menge Versprechen geleistet und unverbindliche Verpflichtungen eingegangen worden, während die Temperatur weiter unaufhörlich stieg und die Lebensbedingungen von Tier- und Pflanzenwelt sich immer weiter verschlechterten. Vargas ist nicht nur Krimiautorin, sondern auch Archäozoologin und Historikerin. Sie wirbt dafür, dass jeder und jede selbst zur Rettung der Umwelt beitragen könne - und dass es noch nicht zu spät sei.

Zahl der Theateraufführungen wegen Corona gesunken

In der ersten von der Corona-Pandemie betroffenen Spielzeit ist die Zahl der Aufführungen an deutschen Bühnen drastisch gesunken. Aus der am Freitag veröffentlichten Werk-Statistik des Deutschen Bühnenvereins geht hervor, dass es in der Spielzeit 2019-20 knapp über 56 000 Aufführungen gab. Das ist ein Rückgang um rund 33 Prozent gegenüber der Vorsaison. Der Direktor des Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, wollte jedoch nicht nur von einem Verlust sprechen, sondern hob neue künstlerische Entwicklungen hervor. Aufgrund der Lockdowns hätten viele Theater mit experimentellen Produktionen innovative Wege zum Publikum gesucht. Die Theater hätten fast 600 Streams versendet, 15 Prozent davon waren neue digitale Inszenierungen.

Brauchtums-Verein will Urteil zu Frauen akzeptieren

Der Streit um den Ausschluss von Frauen von einem Brauchtums-Fischen im Allgäu wird nicht weiter vor Gericht ausgetragen. Wie der beklagte Fischertagsverein am Freitag mitteilte, beschlossen seine Delegierten "mit deutlicher Mehrheit", keine weiteren Rechtsmittel einzulegen. Das Landgericht Memmingen hatte geurteilt, der Verein müsse beim Höhepunkt des jährlichen Fischertags Frauen am Ausfischen des Stadtbachs teilnehmen lassen. Bislang war dies Männern vorbehalten. Gegen diesen Ausschluss hatte ein weibliches Vereinsmitglied geklagt - und gewonnen. Der Verein hatte daraufhin Berufung eingelegt und erneut verloren. Es wird erwartet, dass die Urteile wegweisend für die Gleichberechtigung von Frauen in Brauchtums-Vereinen sind. Beim Fischertag springen die Teilnehmer jedes Jahr im Sommer in den Memminger Stadtbach und holen Forellen aus dem Wasser. Wer den größten Fisch fängt, wird Fischerkönig*in.

Donaulimes wird UNESCO-Welterbe

Die UNESCO hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet. Das zuständige Komitee gab die Entscheidung am Freitag bei seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou bekannt. In seinem bayerischen Abschnitt erstreckt sich der Donaulimes von Bad Gögging über Regensburg und Straubing bis nach Passau. Die Enscheidung war mit besonderer Spannung erwartet worden, weil Ungarn kurzfristig aus dem gemeinsamen Antrag mit Deutschland, Österreich und der Slowakei ausgestiegen war. Das Komitee hatte daraufhin die eigentlich für vergangenen Montag geplante Entscheidung verschoben und eine Arbeitsgruppe für weitere Beratungen eingerichtet. Mit der Aufnahme des Donaulimes in das Welterbe hat Deutschland bei der laufenden UNESCO-Sitzung seine fünfte Auszeichnung erhalten.

Ältester Kardinal der katholischen Kirche gestorben

Der älteste Kardinal der katholischen Weltkirche ist tot. Der französische Theologe und Jesuit Albert Vanhoye starb im Alter von 98 Jahren, wie die französische Zentrale der Jesuiten am Freitag in Paris mitteilte. Seit einem halben Jahrhundert gehörte Vanhoye dem Päpstlichen Bibelinstitut in Rom an. Im März 2006 erhielt der Bibelwissenschaftler überraschend von Papst Benedikt XVI. für seine theologischen Verdienste die Kardinalswürde - als einer von wenigen Nichtbischöfen. Ältestes Mitglied des Kardinalskollegiums ist nun der emeritierte slowakische Kurienkardinal Jozef Tomko (97).

Brand in einem Depot von Brasiliens Filminstitut

Ein Feuer hat in der brasilianischen Metropole São Paulo ein Lager des Filminstitut erfasst. Medienberichten zufolge brachte die Feuerwehr den Brand inzwischen unter Kontrolle. Das Gebäude beherbergt Teile des Archivs des Filminstituts und eine von Südamerikas größten Sammlungen mit Filmen aus leicht entflammbarem Material. In den vergangenen Jahren wurden auch andere wichtige brasilianische Kultureinrichtungen Opfer der Flammen, oftmals hervorgerufen durch Mängel bei der Instandhaltung. 2018 ging das Nationalmuseum in Rio de Janeiro bei einem Großbrand in Flammen auf. 2015 brannte das "Museu da Língua Portuguesa" in São Paulo.

Scarlett Johansson verklagt Disney

Die US-Schauspielerin Scarlett Johansson geht offenbar juristisch gegen den Filmkonzern Disney vor. Medienberichten zufolge reichte sie in Los Angeles eine Klage ein. Dabei geht es um die Veröffentlichung des Marvel-Films „Black Widow“, in dem sie die Hauptrolle spielt. Johansson wirft Disney Vertragsbruch vor, weil der Konzern den Film gleichzeitig im Kino und auf der eigenen Streamingplattform Disney+ veröffentlicht hatte. Ihr sei aber eine exklusive Veröffentlichung im Kino zugesagt worden, ihr Verdienst basiere auf den Kinoeinnahmen, hieß es. Der Disney-Konzern wies die Vorwürfe mit scharfen Worten zurück. Diese Klage sei unbegründet und zudem "ausgesprochen traurig und bedauerlich", weil sie die weltweiten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie "herzlos" außer Acht lasse. In der Mitteilung führte Disney weiter aus, man habe den Vertrag eingehalten. Johansson hätte durch die Streaming-Veröffentlichung ihre Einkommensmöglichkeiten noch verbessert - zusätzlich zu den 20 Millionen Dollar, die sie bereits erhalten habe.

Weinstein scheitert mit Anträgen auf Klageeinstellung

Der wegen Sexualverbrechen bereits in New York verurteilte frühere US-Filmproduzent Harvey Weinstein ist in zwei weiteren Fällen mit Anträgen auf Klageeinstellung gescheitert. Die Anwälte des 69-Jährigen hatten vor Gericht in Los Angeles beantragt, dass drei Anklagepunkte wegen Verjährung gestrichen werden, doch die zuständige Richterin kam dem nur in einem Fall nach. Dabei ging es um einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff in einem Hotel in Beverly Hills im Mai 2010. Weinsteins Anwalt Mark Werksman sprach nach der Anhörung von einem Sieg für seinen Mandanten. Damit sei nun eines der fünf angeblichen Opfer von dem Verfahren ausgeschlossen worden. "Wir erwarten, dass auch die übrigen Punkte im Verlauf des Verfahrens abgewiesen werden", erklärte Werksman. "Herr Weinstein ist unschuldig, und wir sind zuversichtlich, dass er freigesprochen wird." Im Rahmen des Verfahrens in Los Angeles werfen mehrere Frauen Weinstein Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung vor. Er plädiert auf nicht schuldig.

Schauspielpreis für Claudia Michelsen

Die mehrfache Grimme-Preis-Trägerin Claudia Michelsen wird in diesem Jahr neben Ulrich Matthes mit dem Preis für Schauspielkunst des Festivals des deutschen Films in Ludwigshafen ausgezeichnet. Die 52-Jährige sei "eine der großen Darstellerinnen des deutschen Films, eine Meisterin ihres Faches", erklärte Intendant Michael Kötz. Die Festival-Gesellschaft hatte diese Woche bereits mitgeteilt, dass Ulrich Matthes einer der Preisträger ist.

Italienischer Schriftsteller Roberto Calasso gestorben

Der italienische Schriftsteller und Verleger Roberto Calasso ist im Alter von 80 Jahren in Mailand gestorben. Vor knapp zwei Monaten hatte der Essayist und Kulturphilosoph seinen 80. Geburtstag gefeiert. Calasso war Geschäftsführer des italienischen Literaturverlags Adelphi Edizioni. Er beschäftigte sich unter anderem in Essays und Büchern mit den Werken von Charles Baudelaire und Friedrich Nietzsche. Für seine Nietzsche-Edition erhielt er 1989 den Preis Premio Internazionale Federico Nietzsche. 2008 bekam er den Wissenschaftspreis der Aby-Warburg-Stiftung. Calassos Bücher und Texte wurden in viele europäische Sprachen übersetzt. Italiens Kulturminister Dario Franceschini sprach vom Verlust einer Säule des italienischen Verlagswesens und bezeichnete Calasso als "außergewöhnlichen Intellektuellen".

Wertvolle Glasobjekte wieder im Kunstpalast Düsseldorf

Mehr als 20 Jahre nach einem Diebstahl aus einem Düsseldorfer Kunstmuseum sind sechs wertvolle Glasobjekte wieder an den Kunstpalast zurückgegeben worden. Wegen der Pandemie habe sich die Übergabe der Gläser und ihre Rückkehr in die Heimat verzögert, teilte der Kunstpalast mit. Die italienische Polizei hatte die wertvollen Kunstobjekte im vergangenen Jahr bei einem arrangierten Treffen mit einem deutschen Paar in der Nähe von Turin sichergestellt und Anfang Juli 2021 an die deutsche Botschaft in Rom übergeben. Seit Freitag befinden sich die historischen Krüge, Gläser und Becher mit Verzierungen wieder im Museum. Eine Kunstspedition habe die wertvollen Objekte angeliefert. Sie waren Anfang Februar 2000 aus dem Glasmuseum Hentrich gestohlen worden. Laut Homepage des Kunstpalasts werden seit dem damaligen Diebstahl noch sechs weitere Objekte vermisst.

BGH nennt Facebook-AGB zu Löschungen unwirksam

Der Bundesgerichtshof hat die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook zur Löschung von Beiträgen und zur Sperrung von Nutzern für unwirksam erklärt. Der Dritte Zivilsenat des BGH begründete dies heute in Karlsruhe mit fehlenden Anhörungsrechten der betroffenen Nutzer. Zwar dürfe Facebook bei Verstößen gegen die eigenen Plattform-Regeln in Deutschland grundsätzlich weiterhin Beiträge löschen und Nutzerinnen und Nutzer sperren. Die Betroffenen sind künftig aber zwingend vor einer drohenden Sperrung zu informieren und müssen die Möglichkeit bekommen, sich zu erklären. Über die Entfernung eines Beitrags muss zumindest nachträglich informiert werden. Die Entscheidung bezieht sich auf die weltweit geltenden "Gemeinschaftsstandards", mit denen Facebook zum Beispiel diskriminierende oder anstößige Inhalte verhindern will. Nicht alle Äußerungen, die Facebook verbietet, sind nach deutschem Recht strafbar.

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