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Montag, 20.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. Juli 2021

Belarus will Journalistenverband schließen

Die belarussischen Behörden wollen den größten Journalistenverband des Landes schließen. Das Justizministerium beantragte am Mittwoch beim höchsten Gericht von Belarus, dass der Belarussische Verband der Journalisten, BAJ, wegen angeblicher Fehler in Dokumenten für die Pachtung von Büroräumlichkeiten schließen muss. Der Verband argumentierte, er habe die nötigen Unterlagen nicht liefern können, weil seine Zentrale seit einer Polizeirazzia in der vergangenen Woche abgeriegelt sei. "Das Justizministerium versucht nicht einmal, den Anstand zu achten", sagte der Chef des Verbands, Andrej Bastunets. "Obwohl die Situation verzweifelt wirkt, werden wir BAJ mit allen rechtlichen Mitteln verteidigen." Der Verband wurde 1995 gegründet. Ihm gehören 1204 Journalisten an. Der Journalistenverband ist der am meisten respektierte Medienverband in Belarus.

Rückgabe der "Füchse" von Franz Marc

Die Stadt Düsseldorf will das Gemälde "Die Füchse" des Malers Franz Marc zurückgeben. Vorher hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen die Restitution des wertvollen Gemäldes zu den Akten gelegt. Die Rückgabe beendet einen jahrelangen Raubkunst-Streit. Der Düsseldorfer Stadtrat hatte schon Ende April beschlossen, das auf einen Wert von mindestens 14 Millionen Euro geschätzte Gemälde an die Erben des von den Nationalsozialisten verfolgten Kurt Grawi zurückzugeben. Gegen diesen Beschluss war aber Anzeige wegen Untreue gestellt worden. Da die Staatsanwaltschaft nun erklärte, kein Ermittlungsverfahren einzuleiten, kann der Restitutionsbeschluss umgesetzt werden.

Liverpool empört über Verlust von Weltkulturerbe-Status

Liverpools Bürgermeisterin Joanne Anderson bezeichnete den Beschluss des Welterbekomitees, Liverpool den Kulturerbetitel zu entziehen, als "unbegreiflich". Sie sei zutiefst enttäuscht über diese Entscheidung. Liverpool werde Einspruch einlegen. Das zuständige Komitee der Unesco hatte mehrheitlich in geheimer Abstimmung befunden, dass Neubauten - darunter ein geplantes Stadion für den Fußballverein Everton - der "Authentizität und Integrität" des Viertels abträglich seien und zu "unumkehrbaren Verlust von Eigenschaften" führten. Der Bürgermeister der Liverpool City Region, Steve Rotheram, sagte, die Aberkennung des Status sei ein Rückschritt, der die Wirklichkeit vor Ort nicht berücksichtige.

Oscargewinnerin Zhao in Jury vom Filmfest Venedig

Die Regisseurin und diesjährige Oscarpreisträgerin Chloé Zhao wird Mitglied der internationalen Jury der 78. Filmfestspiele in Venedig. Das gaben die Organisatoren bekannt. Die gebürtige Chinesin war im vergangenen Jahr mit ihrem Road-Movie "Nomadland" auch in Venedig ausgezeichnet worden. Das Filmfest soll vom 1. bis zum 11. September laufen. Es ist neben Cannes und Berlin eines der wichtigsten der Welt. Geleitet wird die diesjährige Jury von dem südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho ("Parasite").

Künstlerin Karamustafa erhält europäischen Preis

Einer der höchstdotierten europäischen Kunstpreise geht in diesem Jahr an die türkische Künstlerin Gülsün Karamustafa. Sie erhält den mit 150.000 Franken, umgerechnet rund 138.000 Euro dotierten Roswitha Haftmann-Preis. Das teilte die gleichnamige Stiftung in Zürich mit. Die 1946 geborene Karamustafa beschäftigt sich schon seit den 1970er-Jahren in ihren Bildern, Installationen und Videos mit Themen wie Migration, Feminismus, Gender und der Aufarbeitung des Kolonialismus, so die Stiftung. Renommierte Institutionen wie die Tate Modern in London, das Guggenheim-Museum in New York oder das Museum Ludwig in Köln hätten Werke von ihr erworben.

Katholischer Kulturpreis geht an Lia Rodrigues

Die brasilianische Tänzerin und Sozialarbeiterin Lia Rodrigues erhält in diesem Jahr den Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken in der Kategorie Tanz. Lia Rodrigues und ihre aus den Favelas in Rio de Janeiro gecastete "Companhia de Danças" tanzten mit "Zorn und mit Zärtlichkeit gegen Totalitarismus und für Humanität", so die Deutsche Bischofskonferenz. Die 1956 geborene Preisträgerin verstehe sich als künstlerische Dissidentin und Aktivistin gegen die alltägliche Diskriminierung in Brasilien, hieß es weiter. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert und wird für herausragende Leistungen im Schnittfeld von Kultur und Religion vergeben. Der Architekt Peter Zumthor und der Maler Gerhard Richter sind frühere Preisträger.

Abschied von ermordetem Reporter de Vries

Die Niederländer nehmen gut zwei Wochen nach dem Mordanschlag auf den Kriminalreporter Peter R. de Vries Abschied von ihm. Hunderte warteten vor dem Theater, in dem der prominente Journalist aufgebahrt ist. Der 64-Jährige wurde am Abend des 6. Juli niedergeschossen, nachdem er ein TV-Studio verlassen hatte. Neun Tage später erlag er seinen Verletzungen. Zwei mutmaßliche Täter wurden kurz nach der Tat auf der Flucht gefasst. Sie befinden sich in Untersuchungshaft. Über die Hintergründe der Tat ist wenig bekannt, die Ermittler gehen aber davon aus, dass das organisierte Verbrechen für die Tat verantwortlich ist. Peter R. de Vries war zuletzt Vertrauensperson des Kronzeugen in einem großen Prozess gegen eine Drogenbande. Zuvor waren bereits der Bruder des Kronzeugen und sein Verteidiger ermordet worden.

Sichere Spielstätten in Salzburg

Lukas Crepaz ist vom Corona-Sicherheitskonzept der Salzburger Festspiele überzeugt. Der kaufmännische Direktor der Festspiele sagte gegenüber dem österreichischen „STANDARD", es gäbe kaum „öffentliche Orte, die sicherer sind als die Festspielhäuser". Einen Tag nach der Premiere des „Jedermann" bei den Salzburger Festspielen am vergangenen Samstag, war ein geimpfter Besucher positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin wurde wieder eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske in allen Spielstätten eingeführt. Wegen der personalisierten Eintrittskarten seien 44 Kontaktpersonen des Infizierten ermittelt worden.

Unesco entzieht Liverpool den Welterbe-Titel

Die Unesco hat der Hafenstadt Liverpool die Auszeichnung als Weltkulturerbe entzogen. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation traf die Entscheidung auf seiner laufenden 44.
Sitzung im chinesischen Fuzhou. Seit 2012 steht Liverpool als maritime Handelsstadt bereits auf der Liste gefährdeter Stätten. In einem Unesco-Dokument heißt es, es habe längst seinen Charakter verloren, der zur Einstufung als Welterbe geführt habe. Es ist erst das dritte Mal in der Geschichte der Welterbekonvention von 1972, dass einer Kultur- oder Naturstätte der angesehene Titel entzogen wird. Zuletzt war 2009 das Dresdner Elbtal wegen der Errichtung der Waldschlößchenbrücke von der Welterbeliste genommen worden. Die erste Streichung gab es 2007 für Oman wegen der Verkleinerung des Wildschutzgebiets für die seltenen Arabischen Oryx-Antilopen.

Baden-Württemberg will Benin-Bronzen zurückgeben

Baden-Württemberg will aus dem ehemaligen Königreich Benin geraubte Bronzen an Nigeria zurückgeben. Das Stuttgarter Linden-Museum soll konkrete Skulpturen und Reliefs für eine Rückgabe identifizieren und in Gespräche mit der nigerianischen Seite eintreten, teilte das Kunstministerium mit. Damit soll die in der Benin-Erklärung getroffene Verabredung zum Umgang mit Benin-Bronzen in deutschen Museen umgesetzt werden. Im Bestand des Linden-Museums befinden sich 78 Objekte aus dem ehemaligen Königreich Benin, darunter 64 Bronzen. Die Herkunft dieser Objekte ist laut Ministerium nicht in allen Fällen vollumfänglich aufklärbar. Aber man müsse davon ausgehen, dass diese zumindest weit überwiegend im Jahr 1897 während einer brutalen britischen Strafexpedition aus dem Palast des Königshauses Benin geraubt und anschließend zur Refinanzierung der Militäraktion versteigert wurden.

Humboldt Forum bereits bis Monatsende ausgebucht

Das Humboldt Forum in Berlin ist direkt nach der Eröffnung bereits bis Ende Juli ausgebucht. Die coronabedingt reduzierten Tickets für die sechs Ausstellungen seien vergeben, hieß es bei der Stiftung Humboldt Forum. Das 680 Millionen Euro teure Zentrum für Kunst, Kultur und Wissenschaft war am Dienstag nach jahrelangen Diskussionen und einigen Verzögerungen eröffnet worden. Alle Ausstellungen sind in den ersten 100 Tagen kostenfrei. Aktuell können allerdings coronabedingt nur etwa 2.400 Tickets pro Tag gebucht werden. Das Humboldt Forum geht ansonsten von einer Kapazität von rund 10.000 Besucherinnen und Besucher täglich aus.

Erneut Hongkonger Journalist festgenommen 

Wegen angeblicher Verstöße gegen das Hongkonger Sicherheitsgesetz ist ein weiterer früherer Mitarbeiter der mittlerweile eingestellten prodemokratischen Tageszeitung "Apple Daily" festgenommen worden. Lam Man-chung, ein ehemaliges Mitglied der Chefredaktion, wurde Medienberichten zufolge von Beamten der nationalen Sicherheitspolizei in Gewahrsam genommen. Lam ist bereits der achte leitende Angestellte der Zeitung, der seit dem vergangenen Monat festgenommen wurde. Die "Apple Daily" hatte im Juni nach 26 Jahren ihre letzte Ausgabe veröffentlicht. Die Behörden hatten dem Blatt "Verschwörung mit dem Ausland" vorgeworfen.

Harvey Weinstein für Prozess nach LA überstellt

Der wegen Sexualverbrechen in New York unter anderem wegen Vergewaltigung zu 23 Jahren Haft verurteilte frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist am Dienstag nach Los Angeles überstellt worden. Dort erwartet den 69-Jährigen ein weiterer Prozess, der ihm eine Haftstrafe von bis zu 140 Jahren einbringen könnte. Fünf Frauen werfen ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor. Seine Anwälte hatten im Vorfeld versucht, eine Überstellung ihres Mandanten zu verhindern, und unter anderem gesundheitliche Gründe angeführt. Ein Richter im Bundesstaat New York hatte jedoch im Juni angeordnet, Weinstein an die kalifornischen Behörden zu übergeben. Nach kalifornischem Recht muss der Prozess gegen ihn innerhalb von 120 Tagen nach dessen Überstellung beginnen, also spätestens Mitte November. Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Weinstein hatte im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung ausgelöst.

Altes Fußballregelbuch für fast 66.000 Euro verkauft

Eines der ältesten noch existierenden Regelbücher für den Fußball ist für rund 66.000 Euro versteigert worden. Das teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Das Buch wurde 1859 gedruckt und enthält zahlreiche handschriftliche Ergänzungen, mit denen unter anderem die Handspielregel nachträglich verschärft wurde. Es sei "nicht nur ein wichtiges Artefakt an sich, es gibt uns durch die handschriftlichen Anmerkungen auch einen einzigartigen Einblick in die Entwicklung der Spielregeln", teilte das Auktionshaus mit: "Dieses Stück Sportgeschichte bringt uns zurück zu den Ursprüngen des Spiels vor mehr als 160 Jahren."

Muslimische Bundeswehr-Seelsorger gefordert

Nach der Einführung eines Militärrabbiners wird auch die Einsetzung eines muslimischen Seelsorgers für die Bundeswehr gefordert. Wer dem Land diene und dabei seine Gesundheit und gegebenenfalls sein Leben einsetze, dürfe erwarten, dass sich der Staat um dessen seelsorgliche Betreuung kümmere, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mathias Middelberg, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Seiner Ansicht nach müsse dafür religiöses Personal eingesetzt werden, das Deutsch spricht und das hiesige Verständnis von Meinungsfreiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilt. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayman Mazyek, erklärte, es müsse zügig eine Lösung für die 3.000 muslimischen Soldatinnen und Soldaten gefunden werden. Er forderte die Bundesregierung auf, Lösungen für die muslimische Seelsorge in der Bundeswehr zu finden "und nicht ständig auf die fehlende Anerkennung oder Heterogenität der muslimischen Religionsgemeinschaften zu verweisen".

Lutherstädte ehren weißrussische Oppositionelle

Die drei weißrussischen Oppositionspolitikerinnen Maria Kolesnikowa, Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo sind am Dienstag in Worms mit dem Preis der 16 deutschen Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" ausgezeichnet worden. Die drei Frauen seien das "Gesicht des Freiheitskampfes" in der ehemaligen Sowjetrepublik Belarus, erklärte der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert in seiner Laudatio. Mit Zepkalo konnte lediglich eine der Preisträgerinnen vor Ort sein. Maria Kolesnikowa wurde im Zuge der Massenproteste in ihrer Heimat inhaftiert. Tichanowskaja befindet sich zurzeit in den USA, wo sie um weitere Unterstützung für einen Regimewechsel in ihrer Heimat wirbt. Zepkalo erinnerte an die mittlerweile über 500 politischen Gefangenen in Belarus, die oft unter unwürdigen Umständen gefangen gehalten würden. Sie bat um Hilfe, diese letzte Diktatur in Europa zu überwinden.

Eschenbach bleibt länger Chefdirigent in Berlin

Dirigent Christoph Eschenbach wird noch ein weiteres Jahr das Konzerthausorchester in Berlin leiten. Sein Vertrag wird für die Spielzeit 2022/2023 verlängert, beschloss die Landesregierung am Dienstag. "Ich freue mich sehr, dass Herr Eschenbach der einjährigen Vertragsverlängerung zugestimmt hat, auch um Zeit für seine Nachfolgeregelung zu gewinnen", teilte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit. Ursprünglich war Eschenbach für drei Jahre als Chefdirigent engagiert worden. Er hatte den Posten mit Beginn der Saison 2019/2020 übernommen. Wenige Monate später bremste die Pandemie das öffentliche Leben aus. Sie hätten Eschenbach gebeten, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern, "um die vielen Programme, die aufgrund der Pandemiemaßnahmen abgesagt werden mussten, nachholen zu können", erklärte Intendant Sebastian Nordmann.

Büchnerpreis für Clemens J. Setz

Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz erhält in diesem Jahr den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der 1982 in Graz geborene Setz wurde nach seinem Debütroman "Söhne und Planeten" 2008 zum Bachmann-Wettbewerb eingeladen. Seitdem hat er 13 Romane, Erzählbände und Theaterstücke veröffentlicht und wurde zuletzt mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Mit dem Büchner-Preis erhält er nun die wichtigste literarische Auszeichnung Deutschlands. Setz verbinde Menschenfreundlichkeit mit einem enzyklopädischen Wissen und einem Reichtum der poetischen und sprachschöpferischen Imagination, heißt es zur Begründung. Seine bisweilen verstörende Drastik steche ins Herz unserer Gegenwart, weil sie einem zutiefst humanistischen Impuls folge. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 6. November verliehen.

Humboldt-Forum offiziell eröffnet

Viele Jahre wurde gebaut und verschoben. Nun ist das Humboldt Forum in Berlin mit einem Festakt feierlich eröffnet worden. Mit dem fast 700 Millionen Euro teuren Bau empfehle sich Deutschland - sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters - als "Partner in der Welt, wenn es darum gehe, dem Fremden mit Neugier zu begegnen. Für Besucher sind jetzt historische Keller, Erdgeschoss und erste Etage zugänglich. Dort sind sechs Ausstellungen zu sehen. Der Besuch in den ersten 100 Tagen ist kostenfrei.

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