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Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. Juli 2021

Opernregisseur Graham Vick an Corona gestorben

Der britische Opernregisseur Graham Vick ist im Alter von 67 Jahren an Corona gestorben. In den 1980er Jahren hatte er das Opernhaus in Birmingham gegründet. In Birmingham wirkte er mit seinen Aufführungen in die Stadtgesellschaft hinein, als andere von so etwas noch nicht einmal träumten, spielte im Kraftwerk, im Nachtclub und im Flugzeughangar. Vick war bekannt für experimentelle Inszenierungen traditioneller Opern. Später inszenierte er für führende Häuser wie die Metropolitan Opera in New York und die Royal Opera in London. Regie führte Vick aber auch an der Bayerischen Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin. Die Mailänder Scala würdigte den Verstorbenen als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Opernregie.

Neue 3-D-App zur Panzerkonfrontation am "Checkpoint Charlie"

Eine neue App mit dem Namen "Cold War Berlin" macht die Geschichte der Panzerkonfrontation am Berliner Checkpoint Charlie im Oktober 1961 dreidimensional erfahrbar. Mit dem Smartphone oder Tablet könne so ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Grenzübergangs an jedem beliebigen Ort visualisiert werden, teilte die Stiftung Berliner Mauer mit. Vom Mauerbau am 13. August 1961 bis zur Konfrontation am 27. Oktober 1961, bei der sich us-amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden, könne der historische Ort aus verschiedenen Blickwinkeln angezeigt werden. Die Augmented-Reality-App ist nach Angaben der Stiftung kostenlos auf Deutsch und Englisch in den App Stores verfügbar. Sie sei auch für den Einsatz im Unterricht geeignet. Das Projekt wurde mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Landes Berlin gefördert.

KZ-Überlebende Esther Bejarano beigesetzt

Die KZ-Überlebende Esther Bejarano ist heute in Hamburg beigesetzt worden. Die Musikerin und Aktivistin war vor einer Woche im Alter von 96 Jahren in ihrer gestorben. Unter den Trauergästen auf dem Jüdischen Friedhof im Stadtteil Ohlsdorf waren die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Veit, und der Erste Bürgermeister Tschentscher. Bejarano hatte das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt. Nach dem Krieg lebte sie zunächst in Israel, ehe sie 1960 nach Deutschland zurückkehrte. Sie widmete ihr Leben dem Kampf gegen das Vergessen und gegen ein Wiedererstarken des Rechtsextremismus.

Aktivistin von Pussy Riot verlässt Russland

Ein Band-Mitglied von Pussy-Riot hat nach mehreren Festnahmen Russland verlassen. Sie sei zum Flughafen gefahren, unmittelbar nachdem sie aus einem Gefängnis entlassen worden sei, sagte Veronika Nikulschina dem kremlkritischen Internetsender Doschd heute. Zuvor hatte sie zweimal hintereinander eine jeweils 15-tägige Haftstrafe wegen angeblichen Ungehorsams gegenüber der Polizei verbüßt. In der Vergangenheit waren wiederholt Mitglieder der Punkband in Polizeigewahrsam genommen und zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Gruppe sorgt immer wieder mit radikalen politischen Proteste-Aktionen für Aufsehen.

Papst will Filmarchiv gründen und outet sich als Cineast

Papst Franziskus möchte im Vatikan ein eigenes Filmarchiv einrichten lassen. Ihm schwebe eine Art Mediathek für audiovisuelles Erbe von hohem religiösen, künstlerischem und menschlichen Rang vor, sagt er in einem neuen Interviewbuch, aus dem die Zeitung "Il Messaggero" am Sonntag Vorabauszüge veröffentlichte. Dieses Filmarchiv könne neben Apostolischer Bibliothek und Archiv errichtet werden. Die Filmbegeisterung verdankt das Kirchenoberhaupt seinen Eltern. Sie hätten ihn und seine Geschwister oft mit ins Kino genommen, so Franziskus.

Filmfest Dresden vergibt Preise im Wert von 70.500 Euro

Beim Filmfest Dresden sind am Samstag die Auszeichnungen für die von Jurys und Publikum ausgewählten besten Produktionen vergeben worden. Den Goldenen Reiter für den besten Animationsfilm im internationalen Wettbewerb erhielt die deutsch-bulgarische Produktion "Aiva»" von Veneta Androva. Als bester Kurzspielfilm im internationalen Wettbewerb wurde "A Lack Of Clarity" des Dänen Stefan Kruse Jørgensen ausgezeichnet. Beide Ehrungen sind mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro verbunden. Den mit 20.000 Euro am höchsten dotierten Preis, den Filmförderpreis der sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus, erhielt die deutsche Produktion "Doom Cruise" von Hannah Stragholz und Simon Steinhorst.

Great Barrier Reef soll auf Liste gefährdeter Naturstätten kommen

Ungeachtet des Widerstands in Australien will das Unesco-Welterbekomitee das Great Barrier Reef als gefährdete Naturstätte einstufen. Die Arbeit in Australien werde sehr geschätzt, aber der Entwurf für die Entscheidung sei ein Vorschlag, die Stätte auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen, sagte die Direktorin des Komitees, Rössler, am Sonntag auf einer Pressekonferenz während der Sitzung des Gremiums der UN-Kulturorganisation in der chinesischen Stadt Fuzhou. Der Vorschlag stehe in der kommenden Woche auf der Tagesordnung. Als Folge des Klimawandels ist das größte Riff der Welt durch warmes Wasser und Korallenbleiche bedroht. Das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens dehnt sich über mehr als 344 000 Quadratkilometer aus - damit ist es größer als Italien. Es kann mit bloßem Auge vom Weltraum aus gesehen werden.

Kunstpreis "Hannes Malte Mahler" erstmals vergeben

Der Performance-Künstler Simon Pfeffel erhält als erster Preisträger den international ausgeschriebenen Kunstpreis "Hannes Malte Mahler - it is art". Die neue Auszeichnung erinnert an den am 18. Juli 2016 tödlich verunglückten Künstler Hannes Malte Mahler. Wie der Verein feinkunst am Sonntag in Hannover mitteilte, erhält der 1985 in Nürnberg geborene Pfeffel 15.000 Euro Preisgeld sowie ein Budget von bis zu 105.000 Euro für seinen Projektentwurf. Pfeffel will 100 interaktive Performances an 100 Tagen im Stadtgebiet von Hannover realisieren. Wegen der Originalität seines Vorhabens habe sich Pfeffel unter 266 Einreichungen durchgesetzt, erklärte die Jury. Umgesetzt wird das Projekt vom 8. Juli bis zum 15. Oktober 2022.

Goldene Palme in Cannes geht an "Titane"

Die Goldene Palme in Cannes geht in diesem Jahr an den französischen Film "Titane". Die Jury kürte das Fantasy-Drama der Französin Julia Ducournau am Samstagabend zum besten Film des diesjährigen Wettbewerbs. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Filmfestivals geht die Goldene Palme damit an eine Frau - 1993 hatte die Neuseeländerin Jane Campion für "Das Piano" die Auszeichnung erhalten. Der Preis für den besten männlichen Darsteller geht an den US-Schauspieler Caleb Landry Jones für seine Rolle als junger Mann mit Borderlinesyndrom in dem australischen Film "Nitram" über das schlimmste Massaker in der Geschichte Australiens. Als beste weibliche Darstellerin wurde die Norwegerin Renate Reinsve für ihre Rolle in "The Worst Person in the World" des norwegischen Regisseurs Joachim Trier ausgezeichnet. Mit der Goldenen Ehrenpalme war bereits zu Beginn des Festivals die zweifache Oscar-Gewinnerin Jodie Foster aus den USA geehrt worden.

Gläubige strömen zu Hadsch-Pilgerfahrt nach Mekka

Am ersten Tag der islamischen Pilgerfahrt Hadsch sind zahlreiche Gläubige nach Mekka geströmt. Zum zweiten Mal in Folge findet sie unter Corona-Bedingungen statt. Das Saudi-Arabien erlaubte nur 60.000 geimpften Staatsbürgern zwischen 18 und 65 Jahren, die nicht an chronischen Krankheiten leiden, die Teilnahme. Sie wurden per Lotterie ausgewählt. Im drei-Stunden-Rhythmus dürfen jeweils 6-tausend Gläubige die Kaaba umrunden, das würfelförmigen Heiligtum im Zentrum der Moschee. Morgen reisen die Pilger weiter nach Mina, wo sie den Berg Arafat besteigen und sich dort zum Gebet versammeln.

Festnahmen nach homophoben Angriffen in Georgien

Nach den Angriffen homophober Aktivisten auf Journalisten in Georgien sind 120 Menschen festgenommen worden. Regierungschef Garibaschwili kündigte an, die Umstände würden so schnell wie möglich untersucht und die Täter angemessen bestraft. Vor rund zwei Wochen war es im Streit um eine Demonstration für die Rechte von homo-, bi- und transsexuellen Menschen zu Ausschreitungen in der Hauptstadt Tiflis gekommen. Dabei wurden auch mehrere Medienvertreter attackiert. Ein Fernsehjournalist erlag seinen Verletzungen. Die Gewaltexzesse lösten auch im Ausland Entsetzen aus.

Österreichischer Musiktheaterpreis für Jonas Kaufmann

Der deutsche Startenor Jonas Kaufmann ist im Rahmen des Österreichischen Musiktheaterpreises für seinen internationalen Verdienst um das Musiktheater mit dem Medien-Sonderpreis ausgezeichnet worden. Mit seinen Auftritten in TV-Sendungen und Streaming-Aufführungen habe er "maßgeblich dazu beigetragen, dass das Musiktheater auch in Zeiten der Pandemie im Scheinwerferlicht erstrahlt", so die Jury. Der Preis wird im Rahmen der Gala am 2. August auf Schloss Lamberg in Oberösterreich verliehen. "Meine Begeisterung und Leidenschaft für Musik mit anderen teilen zu dürfen, betrachte ich als großes Geschenk. Dass ich hierfür nun mit dem Medien-Sonderpreis des Österreichischen Musiktheaterpreises ausgezeichnet werde, erfüllt mich mit Stolz", wurde Kaufmann zitiert. Der Medien-Sonderpreis wird zum sechsten Mal verliehen. Die bisherigen Preisträger sind Günther Groissböck (2020), Herbert Lippert (2019), René Pape (2017), der inzwischen verstorbene Dmitri Hvorostovsky (2016) und Piotr Beczala (2015).

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