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Mittwoch, 22.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 13. Juli 2021

Kandidaten für Emmy Awards nominiert

Das Geschichtsdrama "The Crown", die Kostümserie "Bridgerton" und die Serie "Pose" über New York in den 1980er Jahren können sich Hoffnungen auf den bedeutendsten Fernsehpreis der Welt machen. Alle drei haben Nominierungen für den Emmy Award in der Königskategorie "Beste Dramaserie" erhalten. Aus "The Crown" sind auch Olivia Colman, Emma Corrin und Josh O'Connor für ihre Rollen als Queen Elizabeth, Lady Di und Prinz Charles in den Hauptdarsteller-Kategorien nominiert. In den Comedy-Kategorien gelten die Fußball-Serie "Ted Lasso" und ihr Hauptdarsteller Jason Sudeikis als Top-Favoriten auf den Emmy. Auch "The Kominsky Method" mit Michael Douglas in der Hauptrolle wurde in beiden Kategorien nominiert. Die Emmys werden am 19. September vergeben und vom Schauspieler und Komiker Cedric the Entertainer moderiert.

Akademie für Sprache und Dichtung mit neuem Domizil

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bekommt mit dem Haus Olbrich in der Künstlerkolonie Mathildenhöhe ein neues Domizil in Darmstadt. Nach dem Abschluss der rund 1,7 Millionen Euro teuren Sanierungsarbeiten werde die Akademie nun vom jetzigen Sitz, dem Großen Haus Glückert, umziehen, teilte die Stadt am Dienstag mit. Auch der alte Sitz werde nun saniert und nach Abschluss der Arbeiten würde die Akademie beide Häuser beziehen. Das Haus Olbrich und das Große Haus Glückert gehören zum Jugendstil-Ensemble Mathildenhöhe, das in diesem Jahr auf der Bewerberliste für das Unesco-Welterbe steht. Die Tagung des Unesco-Welterbekomitees beginnt an diesem Freitag.

Clemens-Brentano-Preis geht an Simon Sailer

Der österreichische Schriftsteller Simon Sailer erhält in diesem Jahr den Clemens-Brentano-Preis für Literatur der Stadt Heidelberg. Er bekommt die Auszeichnung für seinen Erzählband "Die Schrift", der sich um einen Ägyptologen dreht, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Laut Jury verhandelt die Erzählung die Macht der Zeichen und ist Thriller und Novelle zugleich. Der Clemens-Brentano-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, die Verleihung findet am 21. Juli statt. Sailer wurde 1984 in Wien geboren und hat unter anderem Philosophie studiert.

ARD-Autoren protestieren gegen Kürzungen

Mehr als 80 Autorinnen und Autoren protestieren gegen die Pläne der ARD-Programmdirektion für die Fernseh-Politikmagazine und die "Story im Ersten". Die Rolle von Politikmagazinen und Formaten wie der "Story im Ersten" sei heute wichtiger denn je, schreiben sie in einem Brief. Die Angebote bildeten "mit ihren Recherchen in einer Zeit der Desinformation und Fake-News ein wichtiges Gegengewicht". Und sie seien "ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks". Die ARD-Programmdirektion plant, die Zahl der Ausgaben der Politikmagazine von 90 auf 66 zu kürzen. Das Investigativ-Format "Die Story im Ersten" soll wegfallen. Die ARD-Programmdirektoren wollen in ihrer Sitzung am Dienstag und Mittwoch über die Pläne beraten.

Kinderbuch-Redakteur verlässt Ungarn

Der Redakteur des Kinderbuchs "Märchenland für alle" verlässt wegen anhaltender Drohungen gegen seine Person seine Heimat Ungarn. Die Entscheidung sei schon früher gefallen, sagte der Literaturwissenschaftler und Übersetzer Boldizsar Nagy am Dienstag dem Nachrichtenportal "24.hu". Die Kampagne gegen sein Buch sowie das Gesetz zur Unterdrückung von Informationen über Homosexualität für Jugendliche hätten ihn darin bekräftigt, für sich und seinen Lebenspartner keine Zukunft in Ungarn zu sehen. In "Märchenland für alle" werden bekannte Märchen neu erzählt, indem die Heldenfiguren Minderheiten angehören. Darunter sind in tiefer Armut lebende Kinder, Kinder mit Behinderung, Opfer von häuslicher Gewalt, Homosexuelle und Transgender. Die Autorinnen und Autoren wollen damit mehr Akzeptanz für benachteiligte Menschen schaffen.

Neues Besucher Zentrum für Schloss Charlottenburg

Das Schloss Charlottenburg soll ein neues Besucherzentrum bekommen. Am Dienstag wurden die Ergebnisse eines Architekturwettbewerbs veröffentlicht. Angedacht ist ein Neubau westlich des Ehrenhofvorplatzes, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte. "Neben dem Ticketverkauf und einem Museumsshop ist hier ein umfangreiches Informationsangebot für die Gäste vorgesehen." Der erste Platz im Architekturwettbewerb geht an das Stuttgarter Büro bez+kock architekten bda - es schlägt in seinem Entwurf einen gläsernen Pavillon mit bepflanzten Dachterrassen vor. Das neue Besucherzentrum könnte bis voraussichtlich 2026 fertig sein, wie ein Sprecher der Stiftung sagte. Nach jetziger Planung sind dafür 11,3 Millionen Euro aus einem Sonderinvestitionsprogramm vorgesehen.

Russischer Musiker gewinnt Orgelwettbewerb

Der Moskauer Organist Denis Pisarevskiy hat den 1. Internationalen Orgelwettbewerb "Faszination Orgel" in Mannheim gewonnen. Die zweiten Preise gingen an die jungen Organisten Adrian Brech aus Herxheim und Hannes von Bargen aus Stuttgart, teilte der Landesmusikrat Baden-Württemberg als Veranstalter am Dienstag mit. Der erste Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, die zwei zweiten Preise jeweils mit 2.500 Euro. Der Präsident des Landesmusikrates und Juryvorsitzende Hermann Wilske betonte, dass er alles daran setzen wolle, dass die Veranstaltung in Mannheim kein Einmal-Ereignis im laufenden Jahr war, in dem die Orgel das "Instrument des Jahres" ist.

Biermann Tagebücher an Staatsbibliothek übergeben

Der DDR-Regimekritiker und Liedermacher Wolf Biermann hat am Dienstag bei einem Festakt sein Archiv und seine Tagebücher der Berliner Staatsbibliothek übergeben. Die Staatsbibliothek hatte sie mit Hilfe des Bundes sowie der Kulturstiftung der Länder erworben. Biermann sagte im Deutschlandfunk Kultur, die Übergabe der persönlichen Tagebücher fühle sich an, als ob er seine "Haut" in der Bibliothek abgebe und nicht seine "Garderobe". Er wolle aber die private Seite seines Lebens "im Streit der Welt" zur Erscheinung bringen. "Denn vom Dichter will man wissen, wie diese Welt sich in seinem Gemüt abbildet. Damit man vergleichen kann, mit dem Eigenen natürlich", erklärte Biermann. Der in Hamburg geborene Künstler war 1953 in die DDR gezogen. Dauerhafte Auseinandersetzungen mit Staat und SED gipfelten 1976 in seiner Ausbürgerung.

Internationale Razzia gegen Oldtimer-Diebe

Die Polizei hat eine internationale Razzia gegen Oldtimer-Diebe gestartet. Die Bande soll alte Wagen der Marken Mercedes und Porsche sowie Motorräder im Wert von fast vier Millionen Euro gestohlen haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Düsseldorf mitteilten. Polizisten durchsuchten in Deutschland, den Niederlanden und Belgien zahlreiche Objekte - vor allem im Dreiländereck bei Aachen. Hintergrund des Großeinsatzes sind Ermittlungen gegen die Verdächtigen wegen gewerbs- und bandenmäßigen Diebstahls. Fünf Haftbefehle seien vollstreckt worden: drei in den Niederlanden und zwei in Belgien. 700.000 Euro Vermögenswerte sollten sichergestellt werden.

Millionenstrafe für Google in Frankreich

Die französische Kartellbehörde hat Google im Streit mit französischen Medienunternehmen über die Vergütung von Nachrichteninhalten eine Strafe von 500 Millionen Euro auferlegt. Sollte das US-Internetunternehmen nicht innerhalb von zwei Monaten Vorschläge zur Kompensation von Nachrichtenproduzenten vorlegen, würden zudem täglich 900.000 Euro Strafe erhoben, teilte das Kartellamt am Dienstag mit. Google äußerte sich in einer Reaktion "sehr enttäuscht" über die Strafe, die nicht bereits ergriffene Maßnahmen reflektiere, wie "Nachrichteninhalte auf unserer Plattform genutzt werden". Verhandlungen, eine Lösung zu finden, seien im Gange und mit einigen Verlagen bereits weit fortgeschritten.

Zsa Zsa Gabors Urne in Budapest beigesetzt

Mehr als vier Jahre nach ihrem Tod ist die aus Ungarn stammende Hollywood-Legende Zsa Zsa Gabor am Dienstag in Budapest beigesetzt worden. Die Urne mit ihrer Asche hatte ihr letzter Ehemann, Prinz Frédéric von Anhalt, aus den USA mitgebracht. Gabor erhielt ein Ehrengrab auf dem Budapester Kerepescher Friedhof. Die in Budapest geborene, für ihren glamourösen Lebensstil berühmte Schauspielerin war im Dezember 2016 im Alter von 99 Jahren in Los Angeles gestorben.

Urteile im Goldmünzen-Raub rechtskräftig

Knapp viereinhalb Jahre nach dem Diebstahl einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum sind die Gerichtsurteile rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof verwarf die Revisionen von zwei Tätern. Die Karlsruher Richter erklärten, im Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr seien keine Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten gefunden worden. Die 18 und 20 Jahre alten Männer waren jeweils zu mehrjährigen Jugendstrafen verurteilt worden. Das Landgericht hatte noch einen dritten jungen Mann verurteilt, der allerdings keine Revision beim BGH einreichte. Die Männer hatten nach Überzeugung der Richter im März 2017 eine im Bode-Museum ausgestellte große Goldmünze im Wert von rund 3,3 Millionen Euro gestohlen. Ihr Verbleib ist ungeklärt.

Posthume Ehrung für Poesie-Mäzenin Ursula Haeusgen

Die Poesie-Mäzenin Ursula Haeusgen ist knapp sechs Monate nach ihrem Tod mit der Auszeichnung "Pro meritis scientiae et litterarum" des bayerischen Wissenschafts- und Kunstministeriums geehrt worden. Minister Bernd Sibler (CSU) sagte am Montagabend beim Festakt in München, der Freistaat würdige damit Haeusgens große Verdienste mit besonderer Betonung des Brückenschlags zwischen Kunst und Wissenschaft, den das von ihr gegründete "Lyrik-Kabinett" leiste. Haeusgen hatte das "Lyrik-Kabinett" 1989 als Buchhandlung gegründet.
2003 errichtete sie dann die "Stiftung Lyrik-Kabinett". Die international anerkannte literarische Einrichtung enthält eine wissenschaftlich bedeutsame Spezialbibliothek mit einem 45.000 Bände starken Bestand an Primär- und Sekundärliteratur. Sibler ergänzte, Bayern werde die Spezialbibliothek in diesem Jahr erstmals mit einer Summe von 40.000 Euro fördern.

Sensationsfund im Schuhkarton

Bei Renovierungsarbeiten an der Katholischen Universität in Washington ist eines der Originalkleider aufgetaucht, das Judy Garland 1939 in dem Hollywoodfilm "Wizard of Oz" trug. Das blauweiß-karierte Schürzenkleid, in dem die junge Schauspielerin als Dorothy "Somewhere over the Rainbow" gesungen hat, galt seit Jahrzehnten als verschollen. Nun hat es ein Dozent zufällig in einem Schuhkarton gefunden, der auf einem Schrank lagerte. Experten bestätigten, dass das Kleid echt ist und tatsächlich von Judy Garland getragen wurde.

Kulturforum Görlitzer Synagoge feierlich eröffnet

Nach jahrzehntelangem Verfall und jahrelanger Sanierung ist die ehemalige Görlitzer Synagoge als Kulturzentrum wiedereröffnet worden. Kulturstaatsministerin Grütters rief dabei dazu auf, gegen Judenhass aufzustehen. Antisemitismus sei ein Angriff auf Menschlichkeit, Demokratie und damit auf uns alle. Die Görlitzer Synagoge hatte als einzige auf dem Gebiet des heutigen Freistaats Sachsen die NS-Pogromnacht vom 9. November 1938 überstanden. Der Jugendstilbau war seit 1991 in mehreren Etappen saniert worden.

Bund unterstützt Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau soll für weitere vier Jahre gemeinsam vom Bund und von Sachsen gefördert werden. Kulturstaatsministerin Grütters und Sachsens Ministerpräsident Kretschmer unterzeichneten dazu ein Abkommen. Es gilt bis Ende 2024. Der Bund und der Freistaat Sachsen beteiligen sich damit jeweils zur Hälfte an den laufenden und investiven Kosten der Stiftung in Höhe von mehr als vier Millionen Euro pro Jahr. Die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau gehöre zu den kulturellen Leuchttürmen, die für die Vielfalt der deutschen, aber auch der europäischen Kultur stünden, sagte Grütters. Sie freue sich, dass die Stiftung nun von Bundesmitteln profitiere, mit denen Kohleregionen gezielt gestärkt werden sollen.

Thielemann: Muss nicht mehr Orchesterchef sein

Dirigent Christian Thielemann sieht seinen bevorstehenden Abschied als Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden auch als Chance. Das sei jetzt eine neu gewonnene Freiheit, die man zur Qualitätssicherung nutzen könne, sagte er der "Passauer Neuen Presse". Dass sein Vertrag nicht verlängert wurde, sei in Ordnung, sagte Thielemann. Er habe während seiner Jahre in Leitungspositionen viele andere Anfragen renommierter Häuser und Orchester aus Zeitgründen absagen müssen. Orchesterchef zu sein sei für ihn kein Muss. "Wenn ich mir überlege, um wie viele Dinge ich mich als Chef kümmern muss, die mit Musik gar nichts zu tun haben, ist es auch schön, zu ausgewählten Orchestern zu reisen." Die sächsische Staatsregierung hatte die Entscheidung zu Thielemann im Mai bekanntgegeben.

Georgien: Protest nach Tod eines Kameramannes

Im georgischen Parlament ist es nach dem Tod eines Kameramannes, der bei Protesten von schwulenfeindlichen Demonstranten schwer verletzt worden war, zu Tumulten gekommen. Abgeordnete der Opposition forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Garibaschwili. Dabei kam es zu tumultartigen Szenen. Die Opposition macht die Regierungspartei Georgischer Traum für die Attacke auf den Kameramann und weitere Journalisten verantwortlich. Der 37-jährige Alexander Laschkarawa hatte für einen unabhängigen Sender TV gearbeitet und war- wie mehr als 50 andere Journalisten- am vergangenen Montag von Demonstranten angegriffen worden. Gestern war Laschkarawa tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Daraufhin hatten rund 8000 Menschen vor dem Parlament in Tiflis demonstriert. Ministerpräsident Garibaschwili bezeichnete die Protestbewegung als eine gegen die Kirche gerichtete Verschwörung, die von dem im Exil lebenden Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili angeführt werde.

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