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Kulturnachrichten

Samstag, 10. Juli 2021

Bundespräsident würdigt Esther Bejarano

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Tod der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano ihrer Familie sein Mitgefühl ausgesprochen. "Wir verlieren mit ihr eine mutige Persönlichkeit, die sich bis zuletzt für die Verfolgten des Naziregimes eingesetzt hat", schrieb Steinmeier in einer Kondolenznote an Bejaranos Kinder. Die deutsch-jüdische Auschwitz-Überlebende starb am Samstag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 96 Jahren, wie die Familie und das "Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland" in Hamburg mitteilten. Bejarano engagierte sich bis ins hohe Alter gegen Antisemitismus und Rassismus und suchte dabei vor allem das Gespräch mit Jugendlichen, um ihnen von den Verbrechen der Nazizeit zu berichten. Steinmeier erinnerte daran, dass Bejarano das Auschwitz-Komitee gründete und damit viele Bildungsreisen in Konzentrationslager sowie Veranstaltungen gegen das Vergessen ermöglichte. Die 1924 in Saarlouis als Tochter eines jüdischen Kantors geborene Esther Loewy wurde 1943 von den Nazis nach Auschwitz deportiert. Sie überlebte als Akkordeonspielerin im Mädchenorchester, kam dann ins KZ Ravensbrück und konnte schließlich von einem Todesmarsch fliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Esther Bejarano in Israel, bevor sie 1960 mit ihrer Familie nach Deutschland zurückkehrte.

Förderpreise "Neues Deutsches Kino" vergeben

Beim Münchner Filmfest sind die Förderpreise "Neues Deutsches Kino 2021" vergeben worden. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung für die beste Regie ging an Nikias Chryssos für seinen Film "A Pure Place", teilte das Internationale Filmfest München mit. Die Jury würdigte "eindrucksvolle Bilder, die vor Phantasie strotzen und Bilder, die mit filmischen Effekten aufgeladen sind". Diese Ausdruckskraft habe nach den monatelangen Kino-Schließungen wegen der Pandemie klargemacht, "was man vom Kino erwarten darf", so die Jury weiter. Der mit 20.000 Euro dotierte Förderpreis für die beste Produktion ging an Miriam Düssel für den Film "Mein Sohn", der eine "psychologisch sehr fundierte Geschichte über eine extreme Mutter-Sohn-Beziehung" erzähle. Der Film sei "modern, zeitgemäß und besonders berührend". Der Förderpreis für das beste Drehbuch (10.000 Euro) ging an Franziska Stünkel für "Nahschuss". Der Film thematisiert, dass in der DDR bis in die Mitte der 1980er Jahre Todesstrafen verhängt wurden. Den Förderpreis für Schauspiel (10.000 Euro) erhielt Martin Rohde für seine darstellerische Leistung in "Heikos Welt".

Pariser Nachtclubs nach 16 Monaten wieder geöffnet

Nach 16 Monaten Corona-Sperre haben die Pariser Nachtclubs wieder geöffnet. Besucher mussten in der Nacht zu Samstag per QR-Code nachweisen, dass sie entweder vollständig geimpft sind oder vor kurzem negativ auf Corona getestet wurden. Die Zahl der Gäste war auf 75 Prozent der Kapazität beschränkt. Die Öffnung der seit März 2020 geschlossenen Pariser Nachtclubs war der letzte Schritt beim Aufheben der Corona-Beschränkungen und sollte eigentlich den Sieg über das Virus markieren. Doch die Deltavariante des Erregers hat auch in Frankreich dafür gesorgt, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder zunimmt. Die Regierung könnte deswegen neue Restriktionen verhängen. Zur aktuellen Lage soll am Montag Präsident Emmanuel Macron sprechen.

Forscher entwickeln Vorhersage-App für Quallen

Mit Modellberechnungen wollen Forscher des Projekts "Go Jelly" künftig Vorhersagen für Quallen-Aufkommen in der Ostsee treffen. "Ziel ist eine interaktive Karte, wo Vorhersagen für die Eckernförder Bucht, die Lübecker Bucht und auch andere Küstenabschnitte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern möglich sind", sagte Jamileh Javidpour, Professorin der Süddänischen Universität in Odense der Deutschen Presse-Agentur. An dem EU-Forschungsprojekt ist neben der dänischen Universität unter anderem das Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung beteiligt. Über die Smartphone-App Jelly Spotter können Badende und Spaziergänger bereits jetzt Bilder von Quallen übermitteln. Die Forscher wollen Modelle entwickeln, wie sich Quallenvorkommen künftig vorhersagen lassen.

Videospielkassette für Rekordsumme versteigert

Eine versiegelte Videospielkassette des Nintendo-Klassikers "The Legend of Zelda" ist für eine Rekordsumme von 870.000 Dollar (umgerechnet 732.000 Euro) versteigert worden. Das Auktionshaus Heritage Auctions in Dallas machte zum Käufer keine Angaben. Die versteigerte Videospielkassette befindet sich noch in ihrer Originalverpackung aus dem Jahr 1987. Den bisherigen Verkaufsrekord für ein Videospiel hielt eine Kassette von "Super Mario" aus dem Jahr 1986. Sie wurde im April für 660.000 Dollar ersteigert.

Modeschöpfer Uli Richter gestorben

Der Modeschöpfer Uli Richter ist tot. Der Designer und frühere Professor für Experimentelle Gestaltfindung im Bekleidungsdesign an der Hochschule der Künste starb am Donnerstag im Alter von 94 Jahren in einem Krankenhaus in Berlin, wie sein langjähriger Anwalt am Freitag unter Berufung auf das engste Umfeld Richters mitteilte. Der in Potsdam geborene Richter begann nach Krieg und Gefangenschaft zunächst eine Ausbildung zum Textilkaufmann. Anschließend beschloss er, Modedesigner zu werden. Zu den Kundinnen gehörten Prominente wie Rut Brandt, Hildegard Knef, Lilli Palmer oder Fürstin Gracia Patricia. 2005 erwarben die Berliner Staatlichen Museen seine umfangreiche Sammlung, die bereits in Ausstellungen zu sehen war.

Frankreich erwirbt wichtigstes Werk von de Sade

Der bekannte Erotikroman "Die 120 Tage von Sodom" des Marquis de Sade gehört nun dem französischen Staat. Finanziert durch den ehemaligen Banker Emmanuel Boussard kaufte die Regierung das Werk aus dem Jahr 1785 für 4,55 Millionen Euro, wie das Kulturministerium am Freitag mitteilte. De Sades wichtigster Text soll in die Bibliothèque de l'Arsenal in Paris aufgenommen werden, die bereits eine bemerkenswerte Sammlung von Werken des 18. Jahrhunderts beherbergt. Donatien Alphonse François de Sade (1740-1814), der Namensgeber des "Sadismus", verfasste den Text "Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Libertinage" im Jahr 1785 während seiner Gefangenschaft in der Pariser Bastille. Das Kulturministerium rühmte den Roman als "wahres Kulturdenkmal, ein bedeutender Text der Kritik und der Fantasie, aufrührerisch und nun ein Klassiker", der zahlreiche Autoren tief geprägt habe.

Restitution eines Franz Marc Bildes vorerst gestoppt

Wegen einer Strafanzeige liegt die von der Stadt Düsseldorf beschlossene Rückgabe eines wertvollen Gemäldes von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers vorerst auf Eis. Wenige Tage nach dem Beschluss des Stadtrates zur Restitution des kubistischen Bildes "Die Füchse" von 1913 sei bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Strafanzeige wegen versuchter Untreue gestellt worden. Das sagte eine Sprecherin der Stadt der Deutschen Presse-Agentur. Die Anzeige richte sich gegen Mitglieder des Stadtrates, die die Rückgabe des Bildes empfohlen und dieser zugstimmt hatten. Somit könne Düsseldorf die Rückgabe des Werkes noch nicht vollziehen. Der Anwalt der Erbengemeinschaft sieht in der Strafanzeige ein politischer Manöver. Bestimmte Gruppierungen seien gegen Restitution ihnen sei späte Wiedergutmachung ein Dorn im Auge.

Karl-Sczuka-Preis für schwedische Klangkünstlerin

Der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst geht an die schwedische Klangkünstlerin, Komponistin und Performerin Hanna Hartman. Die mit 12.500 Euro verbundene Auszeichnung für ihr Hörstück "Fog Factory" wird vom Südwestrundfunk (SWR) verliehen. Der Preis gilt als international wichtigste Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst. Basierend auf Originaltonmaterial und Klängen eines Synthesizers habe die Künstlerin eine eigene akustische Sprache voller Poesie entwickelt, so die Jury. Die aus ihrem Kontext gelösten Klänge würden in dem Hörwerk eine besondere Intensität der Wahrnehmung bewirken. Insgesamt waren 77 Beiträge aus 21 Ländern eingereicht worden. Die Verleihung ist am 17. Oktober im Rahmen der Donaueschinger Musiktage vorgesehen.

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