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Kulturnachrichten

Freitag, 9. Juli 2021

Drehbuch-Förderpreis für DDR-Drama "Nahschuss"

Für ihr Drehbuch zum Polit-Drama "Nahschuss" mit Lars Eidinger und Luise Heyer hat die Filmemacherin Franziska Stünkel den Förderpreis Neues Deutsches Kino erhalten. Er ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden. "Es geht hier um eine wichtige deutsche Geschichte, die schockierend und irritierend das autoritäre Regime der DDR beschreibt", begründete die Jury am Freitagabend auf dem Filmfest München. Kinostart des von Stünkel auch inszenierten Films ist am 12. August. Der mit 30.000 Euro dotierte Förderpreis für die beste Regie ging an Nikias Chryssos für "A Pure Place" mit Sam Louwyk, in dem zwei Geschwister aus einer fanatischen Sekte fliehen wollen. Die Jury lobte insbesondere die eindrucksvollen Bilder, die vor Fantasie strotzten und mit filmischen Effekten aufgeladen seien.

Modeschöpfer Uli Richter gestorben

Der Modeschöpfer Uli Richter ist tot. Der Designer und frühere Professor für Experimentelle Gestaltfindung im Bekleidungsdesign an der Hochschule der Künste starb am Donnerstag im Alter von 94 Jahren in einem Krankenhaus in Berlin, wie sein langjähriger Anwalt am Freitag unter Berufung auf das engste Umfeld Richters mitteilte. Der in Potsdam geborene Richter begann nach Krieg und Gefangenschaft zunächst eine Ausbildung zum Textilkaufmann. Anschließend beschloss er, Modedesigner zu werden. Zu den Kundinnen gehörten Prominente wie Rut Brandt, Hildegard Knef, Lilli Palmer oder Fürstin Gracia Patricia. 2005 erwarben die Berliner Staatlichen Museen seine umfangreiche Sammlung, die bereits in Ausstellungen zu sehen war.

Frankreich erwirbt wichtigstes Werk von de Sade

Der bekannte Erotikroman "Die 120 Tage von Sodom" des Marquis de Sade gehört nun dem französischen Staat. Finanziert durch den ehemaligen Banker Emmanuel Boussard kaufte die Regierung das Werk aus dem Jahr 1785 für 4,55 Millionen Euro, wie das Kulturministerium am Freitag mitteilte. De Sades wichtigster Text soll in die Bibliothèque de l'Arsenal in Paris aufgenommen werden, die bereits eine bemerkenswerte Sammlung von Werken des 18. Jahrhunderts beherbergt. Donatien Alphonse François de Sade (1740-1814), der Namensgeber des "Sadismus", verfasste den Text "Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Libertinage" im Jahr 1785 während seiner Gefangenschaft in der Pariser Bastille. Das Kulturministerium rühmte den Roman als "wahres Kulturdenkmal, ein bedeutender Text der Kritik und der Fantasie, aufrührerisch und nun ein Klassiker", der zahlreiche Autoren tief geprägt habe.

Restitution eines Franz-Marc-Bildes vorerst gestoppt

Wegen einer Strafanzeige liegt die von der Stadt Düsseldorf beschlossene Rückgabe eines wertvollen Gemäldes von Franz Marc an die Erben des einstigen jüdischen Besitzers vorerst auf Eis. Wenige Tage nach dem Beschluss des Stadtrates zur Restitution des kubistischen Bildes "Die Füchse" von 1913 sei bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf Strafanzeige wegen versuchter Untreue gestellt worden. Das sagte eine Sprecherin der Stadt der Deutschen Presse-Agentur. Die Anzeige richte sich gegen Mitglieder des Stadtrates, die die Rückgabe des Bildes empfohlen und dieser zugstimmt hatten. Somit könne Düsseldorf die Rückgabe des Werkes noch nicht vollziehen. Der Anwalt der Erbengemeinschaft sieht in der Strafanzeige ein politischer Manöver. Bestimmte Gruppierungen seien gegen Restitution ihnen sei späte Wiedergutmachung ein Dorn im Auge.

Karl-Sczuka-Preis für schwedische Klangkünstlerin

Der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst geht an die schwedische Klangkünstlerin, Komponistin und Performerin Hanna Hartman. Die mit 12.500 Euro verbundene Auszeichnung für ihr Hörstück "Fog Factory" wird vom Südwestrundfunk (SWR) verliehen. Der Preis gilt als international wichtigste Auszeichnung für avancierte Werke der Radiokunst. Basierend auf Originaltonmaterial und Klängen eines Synthesizers habe die Künstlerin eine eigene akustische Sprache voller Poesie entwickelt, so die Jury. Die aus ihrem Kontext gelösten Klänge würden in dem Hörwerk eine besondere Intensität der Wahrnehmung bewirken. Insgesamt waren 77 Beiträge aus 21 Ländern eingereicht worden. Die Verleihung ist am 17. Oktober im Rahmen der Donaueschinger Musiktage vorgesehen.

Musikrat zeichnet Landmusikorte aus

Der Deutsche Musikrat zeichnet elf Kommunen als Landmusikorte aus. Das teilte die Organisation in Bonn mit. Der erste Preis geht an die Stadt Markneukirchen in Sachsen. Sie hat die Jury durch die Vernetzung der kulturellen Akteure beeindruckt. Der zweite Preis wird der Gemeinde Öhningen am Bodensee zuerkannt, der dritte Preis geht an die Gemeinde Kaufungen bei Kassel. Die Preise sind mit 30.000, 20.000 und 10.000 Euro dotiert. Die Jury-Vorsitzende Liedtke betonte die Bedeutung der Förderung der Landmusik. Sie finde stets vor Ort, vor der Haustür und auf dem Marktplatz statt. Dass Profis und Amateure gemeinsam gefördert würden, sei einzigartig. Die ausgezeichneten Orte hätten bewiesen, dass mit großem ehrenamtlichen Engagement eine lebendige Musikszene im ländlichen Raum möglich werde, wenn dies politisch gewollt sei, so Programmleiter Tilman Schlömp. Ein blühendes Musikleben sei auch für den Tourismus wertvoll.

Robert-Gernhardt-Preis für Fredy Gareis und Tanja Paar

Mit dem diesjährigen Robert-Gernhardt-Preis werden die Schriftsteller Fredy Gareis und Tanja Paar geehrt. Die Autoren teilen sich die mit insgesamt 24.000 Euro dotierte Auszeichnung. Das teilte die hessische Kulturministerin Dorn in Wiesbaden mit. Sie hoffe, dass der Preis helfe, die im Entstehen begriffenen Romane zu vollenden. Gareis erhält den Preis für sein Romanprojekt "Kindermund". Darin geht es um vier Kinder, deren Eltern als Arbeitsmigranten nach Rüsselsheim gekommen sind. Herkunft, Klasse und Ausbruchssehnsüchte verbänden sich auf schlüssige Weise zu einer Coming-of-Age-Geschichte, so die Jury. Paars Romanprojekt "Der Ziegenzirkus" im Kosmos eines Dorfes im Grenzgebiet zwischen Nordhessen und Thüringen zeige, welche Bedeutung der Begriff Heimat heute haben könne. Die Auszeichnung ist nach dem Schriftsteller Robert Gernhardt (1937-2006) benannt, der unter anderem die Satirikergruppe Neue Frankfurter Schule mitgründete.

Berliner Eiche "Dicke Marie" wird Nationalerbe-Baum

Einer der ältesten und bekanntesten Berliner Bäume, die rund 600 Jahre alte Stiel-Eiche "Dicke Marie" im Tegeler Forst, ist zum Nationalerbe-Baum erklärt worden. Es handele sich um den ersten Waldbaum, der dieses Prädikat erhalte, teilte die Senatsumweltverwaltung in Berlin mit. Ihren Namen erhielt die Stieleiche von den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt Ende des 18. Jahrhunderts und soll eine Anspielung auf eine wohlbeleibte Schloss-Köchin sein. Bislang stünden deutschlandweit neun Bäume auf der Nationalerbe-Liste. Die 15 Meter hohe "Dicke Marie" hat einen Umfang von rund sechseinhalb Metern und kann mehr als 1.000 Jahre alt werden. Nationalerbe-Bäume werden in Deutschland unter besonderen Schutz zu ihrer Erhaltung gestellt. Um ausgezeichnet zu werden, sollten die Bäume mehr als 400 Jahre alt sein und müssen einen Umfang von mindestens 4 Metern haben.

Filmfest Cannes fordert Einhaltung der Corona-Regeln

Beim Filmfest von Cannes hat Festivaldirektor Fremaux auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen gedrungen. Hintergrund sind zahlreiche Verstöße gegen die Regeln, auch von Stars. Masken seien die Vorschrift, das Gesetz und die Garantie, dass das Festival bis zum vorgesehenen Ende laufe, sagte Fremaux vor Journalisten. In zahlreichen Online-Netzwerken hatte es zuvor Aufnahmen aus den Kinosälen gegeben, wo Stars und Zuschauer die Maske fallen ließen. Das Festival von Cannes hat strikte Vorschriften erlassen. Unter anderem darf nur dabei sein, wer vollständig geimpft ist oder sich alle 48 Stunden testen lässt.

Französischer Dom in Berlin öffnet Aussichtsplattform

Der Französische Dom am Berliner Gendarmenmarkt öffnet seine Aussichtsplattform wieder für Besucherinnen und Besucher. Nach fast vier Jahren sanierungsbedingter Schließung der evangelischen Kirche sei ab Samstag wieder der Aufstieg über die rund 250 Stufen in eine Höhe von 40 Metern möglich. Das teilte die Betreiberin, die Berliner Agentur "Besondere Orte" mit. Die Agentur arbeitet auch mit der Französische Friedrichstadtkirche zusammen, die direkt hinter dem Französischen Dom liegt. Gemeinsam habe man ein Konzept erarbeitet, mit dem die Gebäude "wieder zu lebendigen Orten im Herzen Berlins" werden sollen, hieß es. Die Eröffnung der Aussichtsplattform sei der erste Schritt dazu. Ende Juli solle auch ein neues Restaurant, im September das Hugenottenmuseum und die Französische Friedrichstadtkirche wieder geöffnet werden.

Theaterpreis des Bundes vergeben

Kulturstaatsministerin Grütters hat den Theaterpreis des Bundes an kleine und mittlere Theater vergeben. Am Donnerstagabend zeichnete sie die Preisträger in der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg aus. Die ausgezeichneten Theater hätten alle ihre gesellschaftliche Relevanz bewiesen, indem sie mit Fantasie und Ideenreichtum auf den gesellschaftlichen Ausnahmezustand reagiert und selbst im Lockdown Dialog und Diskussion ermöglicht hätten, so Grütters. Aus 76 Bewerbungen hatte eine Fachjury 11 Theater ausgewählt. Sie erhalten nun jeweils 75.000 Euro, die für künstlerische Programmarbeit oder die Weiterentwicklung der Produktions-Bedingungen verwendet werden können.

Berliner U-Bahn-Station "Museumsinsel" öffnet

Die Berliner Museumsinsel mit ihren zahlreichen Museen - wie dem Bode- und Pergamon-Museum - kann ab sofort auch mit der U-Bahn erreicht werden. Heute haben die Berliner Verkehrsbetriebe BVG die neue Haltestelle "Museumsinsel" in Betrieb genommen. Damit werde auch die letzte Lücke der seit Dezember verlängerten Linie U5 geschlossen, teilte das Unternehmen mit. Berlins Wirtschaftssenatorin Pop und BVG-Chefin Kreienkamp nahmen die Station am Vormittag offiziell in Betrieb. Die Haltestelle an der Museumsinsel ist Berlins 175. U-Bahnhof.

Da-Vinci-Zeichnung für zehn Millionen Euro versteigert

Für mehr als zehn Millionen Euro ist die Zeichnung eines Bärenkopfs von Leonardo da Vinci in London versteigert worden. Wie das Auktionshaus Christie's am Donnerstag mitteilte, war ein Bieter bereit, rund 8,9 Millionen Pfund zu zahlen - den höchsten Preis, den eine Zeichnung des italienischen Künstlers und Universalgelehrten (1452-1519) je erzielte. Bei dem Bärenkopf handelt es sich nach Angaben des Auktionshauses um eine von nur acht Zeichnungen da Vincis, die sich in Privatbesitz befinden.

Pläne für Rückgabe der Benin-Bronzen werden konkret

Die Pläne für Rückgaben von den als Raubgut geltenden Benin-Bronzen aus deutschen Museen an Nigeria werden konkreter. Nach dem Besuch einer Delegation aus Nigeria zeigte sich Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zuversichtlich. Mit jedem Gespräch komme man dem Ziel näher, substanzielle Rückgaben von Objekten aus Benin schon im Jahre 2022 zu ermöglichen. Das sagte er am Donnerstag nach Angaben der Stiftung. In Berlin hatte die Delegation Gelegenheit Kunstobjekte direkt in Augenschein zu nehmen. Das zur Stiftung gehörende Ethnologische Museum Berlin verfügt über rund 500 Objekte aus Benin, darunter etwa 400 Bronzen. Die Objekte aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin sind in zahlreichen deutschen Museen zu finden. Auch im Berliner Humboldt Forum sollen sie ausgestellt werden. Die Kunstwerke stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen im Jahr 1897.

Preis der "LiteraTour Nord" vergeben

Die Schriftstellerinnen Iris Wolff und Ulrike Draesner haben die Preise der "LiteraTour Nord" erhalten. Die jeweils mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnungen wurden im Hermannshof in Springe bei Hannover überreicht. Die in Freiburg im Breisgau lebende Wolff ist Preisträgerin der Tour 2021, die coronabedingt überwiegend digital veranstaltet werden musste. Gewürdigt wurde ihr bisheriges Werk sowie ihr zuletzt erschienener Roman "Die Unschärfe der Welt". Die in Berlin und Leipzig lebende Ulrike Draesner ist Preisträgerin des Jahres 2020 - die Jury lobte insbesondere ihre Novelle "Kanalschwimmer". Die "LiteraTour Nord" ist eine Lese-Tournee mit Wettbewerbscharakter, an der jedes Jahr mehrere Autorinnen und Autoren teilnehmen.

Teurer Vandalismus im Park Sanssouci

Nach dem schweren Vandalismus-Fall an Bauwerken im Potsdamer Unesco-Weltkulturerbe hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten eine erste Schadensbilanz vorgelegt. Bei den Einbrüchen in die Neuen Kammern, das Orangerieschloss und ein weiteres Gebäude im Park Sanssouci in der Nacht zu Mittwoch sei nach vorläufiger Einschätzung rund 170.000 Euro Sachschaden entstanden, teilte die Stiftung am Donnerstag in Potsdam mit. Unter anderem seien mehrere Ornamentvasen zerstört worden.

Grünes Gewölbe: Polizei ermittelt vier Verdächtige

Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden hat die Polizei vier weitere Tatverdächtige ermittelt. Damals waren wertvolle historische Schmuckstücke des 17. und 18. Jahrhunderts entwendet worden. Gegen die Männer zwischen 24 und 37 Jahren bestehe ein Anfangsverdacht der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl, teilte die Staatsanwaltschaft in Dresden mit. Die vier Verdächtigen sollen den Diebstahl aus der historischen Schatzkammer Ende 2019 vorbereitet haben. Dazu spähten sie laut Polizeiangaben den Tatort aus und gaben ihre dabei gewonnenen Erkenntnisse an die unmittelbaren Täter weiter. Nach den vier Männern war öffentlich gefahndet worden. Fünf Hauptverdächtige, die direkt an dem Coup beteiligt gewesen sein sollen, sitzen bereits in Untersuchungshaft.

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