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Kulturnachrichten

Dienstag, 6. Juli 2021

Millioneninvestition für Bremer Übersee-Museum

Mit Investitionen in Millionenhöhe und einem neuen Konzept zu zentralen Themen der Menschheit will sich das Bremer Übersee-Museum auf die Zukunft einstellen.

Kernstück sei die analoge und digitale Neugestaltung der Ozeanien-Ausstellung, an der sich Bund und Land mit 4,6 Millionen Euro beteiligten, sagte Museumsdirektorin Wiebke Ahrndt. Damit wolle sich das Haus zu einem "Third Place" entwickeln: "zu einem Ort, an den die Menschen gehen, weil er mehr als nur ein Museum ist". Das soll Ahrndt zufolge gestalterisch beispielsweise mit einem hängenden Garten und einem Wasserfall gelingen. Auch der Ausstellungsinhalt werde neu ausgerichtet. Parallel dazu entstehe eine virtuelle Ozeanien-Ausstellung, die mit 1,1 Millionen Euro gefördert werde.

Petra Reski bekommt Ricarda-Huch-Preis

Die Autorin Petra Reski erhält den mit 10 000 Euro dotierten Ricarda-Huch-Preis der Stadt Darmstadt. Oberbürgermeister und Juryvorsitzender Jochen Partsch (Grüne) würdigte Mut, Unerschrockenheit und den Blick auf gesellschaftliche Problembereiche der Autorin und Mafia-Expertin, die seit dreißig Jahren in Venedig lebt. Ihre Publikationen hätten Reski massive Drohungen der Mafia eingebracht, und sie habe phasenweise unter Polizeischutz gestanden, so Partsch. Der Preis werde am 3. Oktober in der Centralstation in Darmstadt verliehen. Dann werde Reski auch aus ihrem aktuellen Buch "Als ich einmal in den Canale Grande fiel. Vom Leben in Venedig" lesen. Reski ist Mitglied in der Schriftstellervereinigung PEN, die für die Freiheit des Wortes eintritt.

Grimmelshausen-Preis für Christoph Nußbaumeder

Der in Niederbayern geborene Autor Christoph Nußbaumeder erhält für seinen Debütroman "Die Unverhofften" den diesjährigen Grimmelshausen-Preis. Er wird von der südwestlich von Baden-Baden gelegenen Stadt Renchen, der osthessischen Stadt Gelnhausen und den Ländern Baden-Württemberg und Hessen alle zwei Jahre vergeben und ist mit 10 000 Euro dotiert. Der Schriftsteller Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen wurde 1622 in Gelnhausen geboren wurde und starb 1676 in Renchen. Dort findet auch im Herbst die Preisverleihung statt. Bisherige Preisträger sind unter anderem Brigitte Kronauer, Robert Menasse und Adolf Muschg.

Leonardo Da Vinci hat 14 lebende Nachfahren

Italienische Ahnenforscher haben den Stammbaum des Universalgelehrten Leonardo Da Vinci untersucht und 14 männliche noch lebende Nachfahren ausfindig gemacht. Im Fachblatt "Human Evolution" dokumentierten die Experten Alessandro Vezzosi und Agnese Sabato insgesamt 21 Generationen. Für die Studie befragten sie auch lebende Nachfahren des italienischen Malers, Architekten und Ingenieurs. Sie sind teils schon in Rente und arbeiteten mitunter als Büro-Angestellte, Stahlarbeiter und Handwerker. Insgesamt deckt die Familiengeschichte etwa 690 Jahre ab. Leonardo Da Vinci hatte mindestens 22 Halbbrüder, aber keine Kinder.

Gestohlenes Polke-Gemälde beschlagnahmt

In Rheinland-Pfalz ist ein vor mehreren Jahren gestohlenes Bild des verstorbenen Malers Sigmar Polke beschlagnahmt worden. Das Gemälde "Vasen Linsenbild" nach Ermittlungen gegen "organisierte Kunstdiebe" in den Privaträumen von drei Verdächtigen gefunden worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Mainz mit. Der Marktwert des Bildes beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro. Das Bild sei nach Polkes Tod 2010 zusammen mit weiteren seiner Werke aus einer Kölner Galerie gestohlen worden. Ein Verkaufsangebot, das Ende November 2020 bei der Mainzer Kriminalpolizei einging, habe die Ermittlungen ausgelöst. Sie führten zu zwei Männern und einer Frau im Alter zwischen 39 und 48 Jahren.

Gustaf-Gründgens-Preis für Volker Lechtenbrink

Der Schauspieler, Sänger und Regisseur Volker Lechtenbrink erhält den diesjährigen Gustaf-Gründgens-Preis. Volker Lechtenbrink habe die Theaterszene in Hamburg und im gesamten deutschsprachigen Raum geprägt und überzeuge mit herausragender künstlerischer Professionalität sowie mit großer Leidenschaft und Hingabe, erklärte die Jury. Lechtenbrink ist neben seiner Arbeit am Theater und als Musiker durch Fernsehfilme und -serien wie "Derrick" oder "Ein Fall für zwei" bekannt. Der mit 15 000 Euro dotierte Gustaf-Gründgens-Preis wird seit 2012 vom Hamburger Lions Club vergeben und von der Mercedes-Benz Niederlassung Hamburg gestiftet.

Berliner Nachkriegsmoderne soll Welterbe werden

In Berlin sollen Bauwerke der Nachkriegsmoderne künftig zum Welterbe gehören. Auf die Unesco-Liste will der Senat die früheren DDR-Wohngebiete an der Karl-Marx-Allee und das Hansa-Viertel im Westen bringen. Mit den seit Jahren diskutierten Plänen befasst sich heute die Berliner Landesregierung. Die Gebäude an der Karl-Marx-Allee unweit des Alexanderplatzes sind geprägt von sozialistischem Klassizismus und preußischer Architektur. Das Hansa-Viertel am Rand des Tiergartens steht für eine Dezentralisierung in der Nachkriegszeit mit entsprechender Infrastruktur für die alltägliche Versorgung. Die Nominierung allein auf deutscher Ebene nimmt etwa drei Jahre in Anspruch. Werden die strengen Vorgaben erfüllt, könnten die Projekte 2024 als Vorschläge bei der Unesco landen.

Kinoverband zufrieden mit Öffnungsstart

Nach der monatelangen Schließung der Kinos ist der Branchenverband HDF Kino zufrieden mit dem ersten Öffnungswochenende. Zwischen Donnerstag und Sonntag seien bundesweit rund 830 000 Besucherinnen und Besucher in den Lichtspielhäusern gewesen, teilte der Verband unter Berufung auf den Analysedienst Comscore in Berlin mit. Das sei ein unter den bestehenden Auflagen sehr gutes Ergebnis. Diese sind regional unterschiedlich. So müssen zum Abstandhalten Plätze freigelassen werden. In einigen Bundesländern könnten wegen der Abstände weiterhin nur etwa ein Viertel der Sitzplätze belegt werden, so der HDF Kino.

Der US-amerikanische Regisseur Richard Donner ist tot.

Donner starb nach Angaben seiner Assistentin im Alter von 91 Jahren. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren galt Donner als einer der führenden Regisseure von Hollywood-Blockbustern. Zu den bekanntesten Filmen des New Yorkers gehören "Superman", "Lethal Weapon" und "Die Goonies". Regisseur Steven Spielberg trauerte um seinen verstorbenen Kollegen: "In seinem Kreis zu sein, war so, als würde man mit seinem Lieblingstrainer, dem klügsten Professor, dem schärfsten Motivator, dem liebenswertesten Freund, dem treuesten Verbündeten ... abhängen", sagte Spielberg in einer von seiner Produktionsfirma auf Twitter veröffentlichten Erklärung. "Richard Donner hatte die größte, dröhnendste Stimme, die man sich vorstellen kann", schrieb "Goonies"-Star Sean Astin auf Twitter.

Neandertaler waren vor Jahrtausenden kreativ

Bereits Jahrtausende, bevor der moderne Mensch in Europa angekommen ist, sind Neandertaler dort kreativ gewesen. Darauf weist ein Knochenfund in einer Höhle in Niedersachsen hin, wie die Universität Göttingen mitteilte. Der unscheinbare Fußknochen eines Riesenhirsches, dessen Alter auf mehr als 50.000 Jahre datiert wurde, zeigt ein winkelartiges Muster aus sechs Kerben. Es müsse sich um eine Verzierung handeln, sagte Grabungsleiter Dirk Leder vom Landesamt für Denkmalpflege.

Italienische Sängerin Raffaella Carrà gestorben

Die italienische Sängerin, Schauspielerin und Entertainerin Raffaella Carrà ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Montagabend unter Berufung auf Sergio Japino, mit dem Carrà lange zusammengearbeitet hatte. Die in Bologna geborene Künstlerin war über Jahrzehnte eine feste Größe im italienischen Showgeschäft. So saß sie noch mit 71 Jahren in der Jury der Talentshow "The Voice of Italy". In den 1960er Jahren hatte Carrà ihre Karriere gestartet. In Deutschland wurde Carrà dem Schlagerpublikum unter anderem mit ihrem Lied "A far l'amore comincia tu (Liebelei)" bekannt, das Ende der 1970er Jahre für mehrere Wochen auf den vorderen Plätzen der Hitparade stand.

Entertainer Bill Ramsey ist tot

Der Sänger, Schauspieler und Entertainer Bill Ramsey ist tot. Er starb im Alter von 90 Jahren in Hamburg, wie seine Familie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ramsey, der als junger US-Amerikaner nach Deutschland kam, wurde mit Schlager- und Jazzmusik bekannt und tourte für unzählige Fernseh- und Bühnenauftritte durch Europa, die USA und Nordafrika. Außerdem spielte er in über 30 Filmen mit, war Hörfunkmoderator und viele Jahre Dozent an der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst.

Stella Roberts erhält Barbara-Kisseler-Theaterpreis

Der mit 50 000 Euro dotierte Barbara-Kisseler-Theaterpreis geht in diesem Jahr an die Hamburger Schauspielerin Stella Roberts. Die Auszeichnung wird in der Regel auf Vorschlag eines anonymen Jurors für eine gelungene Spielzeit oder herausragende Inszenierungen vergeben, teilte die Kulturbehörde mit. Da die Spielzeit 2020/21 pandemiebedingt weitgehend ausfallen musste, werde für diese Spielzeit eine Idee prämiert, die mit dem Preisgeld möglichst noch in diesem Herbst umgesetzt werden könne. Mit ihrem Projekt "Der fröhliche Fischer" will Stella Roberts einen Leuchtturm am Elbstrand in Szene setzen. Inhaltlich verknüpfe sie die Isolation eines Menschen mit diesem außergewöhnlichen Ort. Der Preis wird im Andenken an die im Oktober 2016 gestorbene Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler verliehen.

Preußische Schlösserstiftung erlaubt Fotos & Filme

Denkmäler und Kunstschätze der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten dürfen künftig weitgehend ohne Genehmigung fotografiert und gefilmt werden. Der Stiftungsrat habe eine Änderung der bisherigen Regelungen beschlossen, teilte die Stiftung mit. Der bisherigen Richtlinie von 1998 zufolge waren das Fotografieren und Filmen in den Schlössern und Parkanlagen sowie die spätere Veröffentlichung und Nutzung der Aufnahmen nur mit einer vorherigen schriftlichen Zustimmung der Stiftung gestattet. Zu den Denkmälern der Stiftung gehören unter anderem die Schlösser Sanssouci, Neues Palais, Cecilienhof und Babelsberg in Potsdam sowie das Berliner Schloss Charlottenburg. Der neuen Richtlinie zufolge bleiben das Fotografieren in den Schlössern während der Schließzeiten sowie Fotoshootings mit Models und Filmaufnahmen mit zusätzlichem Personal und Technik jedoch weiter genehmigungs- und kostenpflichtig.

Ausstellung über Nachkriegskarrieren

Das Deutsche Historische Museum in Berlin thematisiert die Nachkriegskarrieren populärer Künstler der NS-Zeit. Die Ausstellung "Die Liste der 'Gottbegnadeten'. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik" zeigt ab 27. August, wie präsent diese Akteure im öffentlichen Raum, aber auch in Einrichtungen des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens waren, wie das Museum ankündigte. Ziel der Schau sei es auch, die Vorstellung eines vermeintlich radikalen kunstpolitischen Neuanfangs in der jungen Bundesrepublik zu revidieren, denn noch immer sind zahlreiche Spuren im öffentlichen Raum präsent. Ausgangspunkt bildet eine im August 1944 im Auftrag von Adolf Hitler und Joseph Goebbels zusammengestellte Liste mit 378 Künstlerinnen und Künstler, die als "unabkömmlich" galten und vom Front- und Arbeitseinsatz verschont blieben. Zu ihnen zählten etwa Arno Breker, Hermann Kaspar, Willy Meller, Werner Peiner, Richard Scheibe und Adolf Wamper.

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