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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. Juli 2020

Schauspielerin Olivia de Havilland ist tot

Im Alter von 104 Jahren ist die Schauspielerin und zweifache Oscar-Gewinnerin Olivia de Havilland in Paris gestorben. Sie gehörte zu den letzten großen Stars der Filmstudio-Ära in Hollywood. De Havilland war außerdem die letzte überlebende Darstellerin des Filmklassikers "Vom Winde verweht" aus dem Jahr 1939. Sie war auch bekannt dafür, gegen umstrittene Verträge mit Hollywood-Studios anzukämpfen. Ihr Produktionsstudio wollte sie in den 1940er Jahren nach Ablauf des Vertrags gegen ihren Willen zu mehr Filmen zwingen, dagegen zog De Havilland aber erfolgreich vor Gericht.

Schauspieler John Saxon gestorben

Der US-Schauspieler John Saxon ist tot. Er sei am Samstag durch eine Lungenentzündung zu Hause in Murfreesboro im US-Staat Tennessee im Alter von 83 Jahren gestorben, meldete der "Hollywood Reporter" unter Berufung auf Saxons Frau. Neben seinen Auftritten in mehreren "Nightmare on Elm Street"-Horrorfilmen ist er bekannt für seine Darstellung in "Der Mann mit der Todeskralle" an der Seite von Bruce Lee. Saxon wurde als Carmine Orrico, als Sohn italienisch-amerikanischer Eltern, geboren und wuchs in Brooklyn auf. Als Jugendlicher arbeitete er bereits als Model und wurde dabei für Hollywood entdeckt. Experten würdigten ihn dafür, anderen männlichen Stars wie Rock Hudson und Tab Hunter bei deren Karrieren geholfen zu haben. Saxon spielte fast 200 Rollen in Film und Fernsehen. In der Western-Kultserie "Bonanza" spielte er etwa einen Indianer-Häuptling.

Regisseur Petzold in der Jury der Filmfestspiele von Venedig

Der deutsche Regisseur Christian Petzold gehört der Jury der diesjährigen Filmfestspiele in Venedig an. Dies teilte das Festival am Sonntag mit. Der in Berlin lebende Petzold sei einer der bedeutendsten Regisseure und Drehbuchautoren in Deutschland, hieß es. Im Jahr 2008 war er mit dem Film "Jerichow" im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig vertreten. Neben Petzold sind dies die österreichische Regisseurin und Drehbuchautorin Veronika Franz, die britische Regisseurin Joanna Hogg, der italienische Schriftsteller Nicola Lagioia, der rumänische Regisseur Cristi Puiu und die französische Schauspielerin Ludivine Sagnier. Geleitet wird die Jury von der australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Die Jury vergibt unter anderem den Goldenen Löwen für den besten Film. Wegen der Corona-Pandemie werden diesmal in Venedig weniger Werke zu sehen sein als in den Vorjahren. Die Liste der Wettbewerbsfilme und das ganze Programm wird Ende Juli erwartet.

Hunderte Techno-Fans feiern in Tschechien trotz Corona

Trotz der Corona-Pandemie ist in Tschechien eine dreitägige Technoparty gefeiert worden. Zum Abschluss am Sonntag kamen rund 900 Menschen auf einem Feld rund 60 Kilometer südlich von Prag zusammen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Polizei ließ die Partygänger gewähren, obwohl die Aktion nicht bei den Behörden angemeldet war. "Niemand will ein zweites CzechTek", sagte Innenminister Jan Hamacek zur Begründung im Sender Prima. Im Jahr 2005 war die Technoparty CzechTek gewaltsam aufgelöst worden. Dabei wurden Dutzende Menschen verletzt. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war um 131 Fälle niedriger als an den Vortagen, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Bisher starben 368 Menschen. Unterdessen schloss Ministerpräsident Andrej Babis einen zweiten Lockdown aus. "In erster Linie müssen wir an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen appellieren", sagte er der Zeitung "Pravo".

Kinder sollen Minister befragen dürfen

Einmal im Jahr soll der Bundestag künftig für eine Stunde lang Schülern aus den 7. und 8. Klassen gehören. Die Kinderkommission des Bundestages hat auf Anregung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ein entsprechendes Eckpunktepapier beschlossen. Darin wird eine regelmäßige "Kinderfragestunde" vorgeschlagen, sagte der Vorsitzende der Kinderkommission Matthias Seestern-Pauly von der FDP der Deutschen Presseagentur. Die "Kinderfragestunde" soll so ablaufen wie im niederländischen Parlament. Kurz vor der Sommerpause sollen in Berlin Schülerinnen und Schüler im Plenum Fragen an Minister und Ministerinnen stellen dürfen. Insgesamt sollen zehn Schulklassen daran teilnehmen. Die Fragen sollen im Unterricht entwickelt und dann beim Bundestag eingereicht werden.

Franziskus: "Nutzt die Fantasie im Kontakt zu alten Menschen"

Papst Franziskus hat Jugendliche aufgefordert, sich mit mehr Kreativität um Kontakt zu alten Menschen zu bemühen. In den vergangenen Monaten seien viele Alte in ihrer Wohnung oder in Heimen allein geblieben, oft ohne Kontakt zu Angehörigen, so das Kirchenoberhaupt beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. "Lasst sie nicht allein, nutzt die Fantasie, telefoniert, macht Videoanrufe, schreibt Textnachrichten, hört ihnen zu und besucht sie unter Einhaltung der Gesundheitsvorschriften", so der Papst. Abschließend bat er um einen spontanen Beifall für alle Großeltern dieser Welt.

Frankfurt soll mehrere Pop-up-Tanzböden im Freien bekommen

Nach illegalen Parties in Frankfurt am Main sollen jetzt mehrere große "Pop Up-Tanzböden" im Stadtgebiet verteilt werden. Darauf haben sich die Stadt und die örtlichen Club-Betreiber geeinigt, meldet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Diese großen Freiluft-Sommergärten sollen von Clubbesitzern und Gastronomen betrieben werden. Künstler sollen dort auftreten können und Tanzböden ausgelegt werden. Bis zu eintausend Menschen sollen dort jeweils im Freien konform zu den Corona-Regeln gemeinsam feiern können.

Der Spielleiter der Passionsspiele ist mit dem Abraham-Geiger-Preis ausgezeichnet worden

Der Spielleiter der Passionsspiele in Oberammergau, Christian Stückl, ist
mit dem Abraham-Geiger-Preis ausgezeichnet werden. In der Begründung der Jury heißt es, Stückl habe die international bekannten Passionsspiele erneuert - weg von christlichem Judenhass hin zu einer ausgewogenen Darstellung innerjüdischer Konflikte. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Persönlichkeiten, die sich um den Pluralismus verdient gemacht haben und sich für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit einsetzen.

Städtebund: Mehr Alkoholverbote könnten gegen Krawalle helfen

Nach den nächtlichen Ausschreitungen in Stuttgart und Frankfurt am Main mehren sich Forderungen nach Alkohol-Sperrgebieten in Städten, um Krawalle zu verhindern. "Die Kommunen sollten in größerem Umfang ermächtigt werden, für bestimmte Bereiche Alkoholverbote auszusprechen oder auch öffentliche Bereiche für bestimmte Zeiten zu sperren", sagte Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Landsberg verzeichnet einen "zunehmenden Autoritätsverlust des Staates und seiner Repräsentanten". Treiber dieser Entwicklung seien soziale Netzwerke und vielfach auch Alkohol. "Die überwiegend männlichen Randalierer (...) haben ein hohes Aggressionspotenzial, das sie dann unter Alkoholeinfluss ausleben." Landsberg kündigte an, dass die Kommunen "ihre Gefahrenanalysen noch stärker auf diese neue Lage ausrichten". Dazu gehörten eine deutlichere Polizeipräsenz und eine konsequente Verfolgung der Straftäter, aber auch der Einsatz von Streetworkern.

U-Haft nach Kathedralen-Brand von Nantes

Eine Woche nach dem Brand in der Kathedrale von Nantes in Westfrankreich sitzt ein zunächst vorübergehend freigelassener Verdächtiger in Haft. Ein Richter ordnete in der Nacht Untersuchungshaft für den 39-jährigen freiwilligen Gemeindediener an. Er war am Vorabend des Brandes für die Schließung der Kathedrale verantwortlich. Die Ermittler werfen dem Mann Brandstiftung vor. Das Feuer war an drei weit voneinander entfernten Stellen in der Kirche ausgebrochen. Die große Orgel der gotischen Sankt-Peter-und-Paul-Kathedrale verbrannte vollständig. Auch ein großes Buntglasfenster in der Fassade sowie Gemälde wurden zerstört oder beschädigt. Eine Schätzung zu den Restaurierungskosten gibt es noch nicht.

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