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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. Juli 2020

Übersetzerpreis für Lyrik an Richard Pietraß

Der diesjährige Übersetzerpreis Ginkgo-Biloba für Lyrik geht an den in Berlin lebenden Übersetzer, Lyriker und Herausgeber Richard Pietraß. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige das Lebenswerk von Pietraß, teilte der Freundeskreis Literaturhaus Heidelberg mit. Die Verleihung finde am 30. September in Heidelberg statt. In der Würdigung heißt es, Pietraß habe - oft in Zusammenarbeit mit Dichter-Kollegen, Fremdsprachen-Experten und engagierten Verlagsleuten - Lyrik aus 20 Sprachen ins Deutsche gebracht. Zu seinem seit den 1970er Jahren entstandenen Gesamtoeuvre gehörten Nachdichtungen der Werke der drei Nobelpreisträger Seamus Heaney, Boris Pasternak und Tomas Tranströmer.

Vatikan-Leitfaden zum Umgang mit Missbrauchsfällen

Der Vatikan hat ein Handbuch zum Umgang mit sexuellem Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche veröffentlicht. Es soll Kirchenvertretern dabei helfen, ordnungsgemäß auf Verdachtsfälle zu reagieren, teilte der Präfekt der Glaubenskongregation, Ladaria Ferrer, mit. Das Handbuch enthalte keine neuen Gesetze, sondern fasse die bestehenden Regeln in einer Handlungsanleitung zusammen. Papst Franziskus hat den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche und gegen die Vertuschung solcher Taten zu einer Priorität seines Pontifikats erklärt.

Kritik an Streichung des Musikunterrichts

Die Deutsche Orchestervereinigung kritisiert geplante Totalverbote für Musikunterricht und musikalische Arbeitsgemeinschaften an den Schulen in einigen Bundesländern. Entsprechende Unterrichtsverordnungen für das kommende Schuljahr seien vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unter anderem in Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein erlassen worden. Andere Bundesländer wie Rheinland-Pfalz und Berlin zeigten, dass es unter Einhaltung umsichtiger Hygienekonzepte auch anders gehe, sagte Jan-Christian Hübsch, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung.

Streaming aus dem Amphitheater von Epidauros

Erstmals wird eine Vorstellung aus dem monumentalen Amphitheater von Epidauros in Griechenland im Internet gestreamt. Weltweit werden Zuschauer am 25. Juli die Gelegenheit haben, die antike Tragödie "Die Perser" zu sehen. Damit solle den Menschen, die wegen der Coronapandemie dieses Jahr Griechenland nicht besuchen können, die Gelegenheit gegeben werden, die einmalige Atmosphäre des Theaters zu genießen, teilte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Staatsfernsehen mit. Die Tragödie "Die Perser" stammt von dem antiken Dramatiker Aischylos.

Deniz Yücel in Türkei zu Haftstrafe verurteilt

Der Journalist Deniz Yücel ist in der Türkei zu zwei Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt worden. Das Istanbuler Gericht befand ihn der Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK schuldig. Als Beweis dienten dem Gericht Artikel, die Yücel als Türkei Korrespondent der Zeitung "Die Welt" geschrieben hatte. Von anderen Anklagepunkten wie Volksverhetzung wurde Yücel freigesprochen. Allerdings haben die Richter angekündigt gegen ihn neue Ermittlungsverfahren wegen Präsidentenbeleidigung und Verunglimpfung des türkischen Volkes einzuleiten. Sein Anwalt, Veysel Oky, zeigte sich geschockt von dem Urteil. Er hatte immer wieder betont, die Vorwürfe seien haltlos, Yücel habe lediglich seine Arbeit als Journalist getan. Yücel hatte nicht an dem Prozess teilgenommen. Er saß von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklageschrift in Untersuchungshaft. Sein Fall hatte auch die deutsch-türkischen Beziehungen belastet.

EuGH kippt Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield"

Der Europäische Gerichtshof hat die Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield" zwischen der Europäischen Union und den USA gekippt. Die Vereinbarung ermöglichte es Unternehmen wie Facebook, uneingeschränkt personenbezogene Daten zur kommerziellen Nutzung in die USA zu übermitteln. Allerdings erklärten die Luxemburger Richter, dass Nutzerdaten von EU-Bürgern weiterhin auf Basis sogenannter Standardvertragsklauseln in die USA und andere Staaten übertragen werden dürfen. Der österreichische Datenschutzaktivist Schrems, der das Verfahren angestoßen hatte, äußerte sich zufrieden über das Urteil.

Podcast von Michelle Obama geht an den Start

Die frühere First Lady Michelle Obama wird ab dem 29. Juli in einem eigenen Podcast auf Spotify zu hören sein. Den Zuhörern verspricht der Streamingdienst persönliche Gespräche zwischen Obama und ihren Gästen. Mit ihrer Familie und Freunden wolle sie über die menschlichen Beziehungen diskutieren, die uns zu dem machten, was wir seien, sagte Obama in einem Video. Im Idealfall inspiriere dies die Zuhörer dazu, selbst mit ihren Angehörigen über diese Themen zu sprechen. Die Produktionsfirma der Obamas, Higher Ground, hatte bereits im vergangenen Sommer eine Partnerschaft mit Spotify bekanntgegeben.

Ulla Lenze wird Bonner Stadtschreiberin

Die Berliner Schriftstellerin Ulla Lenze wird Stadtschreiberin in Bonn. Die 46-jährige Romanautorin werde mit dem Literaturstipendium drei Monate in Bonn leben und arbeiten, teilte der ausrichtende Verein Lese-Kultur Godesberg mit. Ulla Lenze wurde durch Romane wie "Schwester und Bruder" und "Die endlose Stadt" bekannt. Im September wird Lenze der Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld verliehen. Zudem ist ihr neuester Roman "Der Empfänger" für den Uwe-Johnson-Preis nominiert.

Bristol entfernt Statue von Antirassismus-Demonstrantin

In Bristol ist die Skulptur einer Black-Lives-Matter-Demonstrantin abgebaut worden. Diese hatte seit Juni das vorherige Denkmal eines Sklavenhändlers aus dem 17. Jahrhundert ersetzt. Die neue Skulptur werde im Museum aufbewahrt, bis der Künstler Marc Quinn sie abhole oder stifte, teilte der Stadtrat mit. Es gehe nicht darum, das Abbild der Demonstrantin zu entfernen, erklärte Bürgermeister Marvin Rees. Die Statue des in London lebenden Künstlers sei aber ohne Erlaubnis aufgestellt worden. Die Anwohner müssten entscheiden, was künftig auf den leeren Denkmal-Sockel komme. Anfang Juni hatte Bristol Schlagzeilen gemacht, als Demonstranten die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel holten und in den Stadthafen warfen. Am Mittwochmorgen hatten Aktivisten eine Skulptur des Bildhauers Quinn auf den vakanten Sockel gestellt, die das Abbild der Demonstrantin Jen Reid darstellte.

Australischer Literaturpreis für Tara June Winch

Die Australierin Tara June Winch hat den Miles Franklin-Literaturpreis gewonnen. Die 36-Jährige gehört zur indigenen Bevölkerungsgruppe der Wiradjuri. Sie bekommt die mit 60.000 Australischen Dollar (rund 37.000 Euro) dotierte Auszeichnung für ihr Werk "The Yield". Darin geht es in drei Erzählungen um die Geschichte der indigenen Bevölkerung, koloniale Gewalt, Schmerz und Trauer über die Generationen hinweg und um die Zerstörung der Umwelt. Winch ist die vierte Angehörige der australischen Indigenen, die den Literaturpreis erhielt. Dieser wird seit 1957 ausgelobt. Die Autorin lebt derzeit in der französischen Stadt Nantes.

Hongkong sperrt "New York Times" Journalisten aus

Hongkongs Behörden verweigern einem Korrespondenten und China-Experten der "New York Times" die Arbeitserlaubnis. Dem Australier Chris Buckley sei keine Erklärung gegeben worden, berichtete die Zeitung. Die in New York ansässige Journalistenorganisation Committee to Protect Journalists (CPJ) sieht einen Verstoß gegen die wiederholt zugesagte Pressefreiheit in Hongkong. Das Arbeitsverbot folgt auf den Erlass des Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Als Konsequenz der neuen Vorschriften wird eine stärkere Kontrolle ausländischer Medien erwartet. Die "New York Times" will als Reaktion einen Teil ihres in Hongkong ansässigen Nachrichtenbetriebs nach Seoul verlegen. Auch das "Wall Street Journal" und die "Washington Post" erwägen Mitarbeiter aus Hongkong auf andere Büros in der Region zu verteilen.

Metropolitan Museum macht Ende August wieder auf

Das seit Mitte März wegen der Corona-Pandemie geschlossene Metropolitan Museum in New York will ab Ende August wieder Besucher empfangen. "Die Türen des Met zu öffnen, ist ein wichtiges Signal für New York und uns alle", sagte der in Wien geborene Direktor Max Hollein. Abstands- und Hygieneregeln müssten aber eingehalten werden. Zudem dürfe die Auslastung nur ein Viertel der normalen Kapazität betragen. Normalerweise besuchen jedes Jahr mehr als sieben Millionen Menschen die drei Häuser des Metropolitan Museum. Die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen im April mussten wegen Corona ausfallen.

Twitter-Accounts von US-Prominenten gehackt

Zahlreiche Prominente in den USA sind gestern Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Betroffen waren unter anderem die Twitter-Accounts von Präsidentschaftskandidat Biden, Amazon-Chef Bezos und Microsoft-Gründer Gates. Unbekannte hatten in den Tweets versprochen, wer seine Digitalwährung Bitcoin an den jeweiligen Prominenten schicke, erhalte die doppelte Menge zurück. Viele der Accounts wurden zeitweise von Twitter gesperrt und waren kurze Zeit später wieder online - offensichtlich ohne die betrügerischen Nachrichten. Wie der Hacker-Angriff gelingen konnte, ist noch unklar. Twitter-Gründer Dorsey versprach schnelle Aufklärung.

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Fazit

Neu im Kino: "Bohnenstange"Bruch mit dem Heldenmythos
In einem Filmstill aus "Bohnenstange" ist eine Schauspielerin mit Kopftuch zu sehen. (Eksystent Distribution / Liana Mukhamedzyanova)

Leningrad nach dem Zweiten Weltkrieg: Zwei traumatisierte Frauen schlagen sich durch die zerstörte Stadt. "Bohnenstange" von Regisseur Kantemir Balagow ist kraftvolles Kino mit herausragenden Darstellerinnen und setzt auch politisch neue Akzente.Mehr

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