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Kulturnachrichten

Dienstag, 14. Juli 2020

Doch kein US-Visa-Entzug für ausländische Studenten

Die USA wollen nun doch keine ausländischen Studierenden ausweisen, die wegen der Coronavirus-Pandemie nur an Online-Kursen teilnehmen können. Die Regierung ziehe ihre Pläne für eine Aberkennung von Studentenvisa zurück, sagte Bundesrichterin Allison Burroughs. Gegen das umstrittene Vorhaben waren mehrere Bundesstaaten und Universitäten wie die Eliteuniversitäten Harvard und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) vor Gericht gezogen. Die US-Einwanderungsbehörde hatte vergangene Woche erklärt, ausländische Studenten dürften nicht in den USA bleiben, wenn sie vom Herbst an nur an Online-Kursen ihrer Hochschulen teilnähmen, oder müssten an eine Universität wechseln, an der Präsenz-Unterricht stattfinde. Wegen der Coronavirus-Pandemie haben viele Universitäten ihre Kurse ins Internet verlegt. Wie es im neuen Semester weitergehen soll, haben die meisten Hochschulen noch nicht entschieden.

Manon Bursian leitet weiter Kunststiftung Sachsen-Anhalt

Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt setzt für fünf weitere Jahre auf die Leitung von Manon Bursian. Der Stiftungsrat habe sich einstimmig entschieden, die Amtsinhaberin erneut für eine fünfjährige Amtszeit als Direktorin und Vorstand der Stiftung zu berufen, teilte die Kunststiftung des Landes mit. Hier sei Beachtliches aufgebaut worden, erklärte der Stiftungsratsvorsitzende Rainer Robra. Bursian war 2005 zum ersten Mal zum Vorstand der Kunststiftung berufen worden. Die neue Amtszeit soll am 1. August beginnen. Die Stiftung fördert in diesem Jahr 31 Künstler und Projekte mit rund 245 000 Euro.

Corona-Kunst: Banksy-Bilder werben fürs Maskentragen

Der Streetart-Künstler Banksy hat in einer Londoner U-Bahn mit Ratten-Bildern dafür geworben, in der Corona-Krise Masken zu tragen. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigem Video soll er selbst zu sehen sein - mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. Der Künstler malt mit Hilfe von Schablonen Ratten auf die inneren Wände und Fenster der Waggons. Ein Tier segelt zum Beispiel mit einem Mundschutz als Fallschirm herab, ein anderes - ohne Maske - niest viel Farbe an ein Fenster. Für seine Bilder benutzte Banksy auch Spraydosen und ein Drucksprühgerät. Als Kommentar hinterließ er wörtlich: "Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht." Das Video wurde bis Dienstagabend mehr als 1,7 Millionen Mal angeklickt.

Mehr Publikum bei Kulturveranstaltungen in Bayern erlaubt

In Bayern können ab dem 15. Juli wieder kulturelle Veranstaltungen mit bis zu 400 Gästen im Freien und mit bis zu 200 Gästen in geschlossenen Räumen stattfinden. Allerdings müssten Sitzplätze zugewiesen und gekennzeichnet sein. Das gab Kultusminister Bernd Sibler bekannt. Die erweiterten Besucherzahlen ermöglichten den Künstlern ihren Auftritt vor einem größeren Publikum und schafften zudem Perspektiven für Kulturschaffende in der Corona-Krise. Es sei wichtig, Gesundheitsschutz und kulturelle Freuden miteinander in Einklang zu bringen, hieß es weiter.

Italien gibt "Banksy-Tür" an Frankreich zurück

Italien hat die sogenannte "Banksy-Tür", die aus der Pariser Konzerthalle Bataclan gestohlen wurde, an Frankreich zurückgegeben. Auf der Ausgangstür des Clubs ist eine traurige Frau mit Schleier zu sehen. Der britische Streetart-Künstler Banksy soll das Bild nach dem Terroranschlag im Bataclan im November 2015 als Tribut für die Opfer gemalt haben. Die Tür war im Januar 2019 in Paris abmontiert worden. Erst im Juni 2020 hatten Ermittler das gestohlene Kunstwerk in einem Landhaus in der italienischen Region Abruzzen aufgespürt. Die Hintergründe des Kunst-Krimis sind noch nicht gänzlich bekannt. Ermittler wurden Ende Juni sechs Verdächtige in Frankreich festgenommen. Auch in Italien wird gegen zwei Personen ermittelt.

Gericht billigt Umbau der Berliner Hedwigskathedrale

Der Umbau der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale verstößt nach einer Gerichtsentscheidung nicht gegen das Urheberrecht ihres Architekten Hans Schwippert. Die katholische Kirche in Berlin habe das Recht, die Kirche nach ihren Wünschen umzugestalten - und zur Not in Teilen auch zu zerstören, entschied das Berliner Landgericht. Das Urheberrecht etwa des Architekten und der an dem Bau beteiligten Künstler könne nicht als Argument gegen eine Veränderung angeführt werden. Das Gericht wies damit eine Klage gegen die Neugestaltung ab. Bereits der Bundesgerichtshof habe in zwei Fällen entschieden, dass bei einem Kunstwerk die Interessen des Eigentümers den Vorrang hätten. Zur Not könne dann ein Kunstwerk auch zerstört werden. Geklagt hatten Rechtsnachfolger der an dem Bau beteiligten Künstler und des Architekten Hans Schwippert. Schwippert hatte die Kirche nach der Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg mit Künstlern aus Ost- und Westdeutschland wiedererrichtet.

Oper Halle hebt Vertrag mit Intendant Lutz auf

Der Vertrag von Halles Opernintendant Florian Lutz wird zum 31. Juli 2020 aufgehoben. Darauf habe man sich mit dem künstlerischen Leiter einvernehmlich geeinigt, berichtet das Musik-Nachrichten-Journal "Musik Heute" unter Berufung auf die Oper Halle. Florian Lutz bleibe dem Haus verbunden und stehe bei der Realisierung des angekündigten Spielplans beratend zur Seite, heißt es weiter. Der Aufsichtsrat der Bühnen Halle hatte im Februar 2019 entschieden, den Vertrag mit Lutz nicht über 2021 hinaus zu verlängern. Im Vorfeld hatte ein Streit zwischen Lutz und dem Geschäftsführer der Halleschen Theater GmbH, Stefan Rosinski, die internen Verhältnisse am Theater Halle zerrüttet. Im Juni hat der Aufsichtsrat Rosinski abberufen und als Nachfolgerin die Wirtschaftsprüferin Uta van den Broek bestellt. Neuer Intendant der Oper soll im Herbst 2021 der Brite Walter Sutcliffe werden.

Auszeichnungen für Historikerin und Literaturkritikerin

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung zeichnet die Historikerin Ute Frevert mit dem Sigmund-Freud-Preis und die Literaturkritikerin Iris Radisch mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis aus. Beide Preise sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. In einer Fülle von Studien habe Frevert gezeigt, "auf welche Weise Emotionen geschichtlich geprägt sind und ihrerseits geschichtsbildende Kraft entfalten", hieß es von der Jury. Bei der Feuilleton-Chefin der Wochenzeitung "Die Zeit", Radisch, lobte die Jury deren profunde Kenntnis der deutschsprachigen und internationalen Literatur. Die Auszeichnungen sollen zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 31. Oktober in Darmstadt verliehen werden.

Frankfurter Buchmesse stellt digitales Konzept vor

Die Frankfurter Buchmesse hat aufgrund der Corona-Pandemie ein umfassendes digitales Programm entwickelt. Neben den Veranstaltungen auf dem Messegelände und den Events in der Stadt soll die Webseite, das bieten, was "man sonst in den einzelnen Hallen der Messe" finde, erklärte Marketing-Chefin Katja Böhne. Die Internet-Seite der Buchmesse werde dafür in ein Online-Magazine umgestaltet. Zusätzlich soll das digitale Festival "Bookfest" Kultur- und Literaturfans in der ganzen Welt zusammenbringen. Hierzu ist 16-stündiges Online-Liveprogramm geplant. Unter dem Motto "All together now" sollen Verlage, Fachteilnehmer und Literaturfans im virtuellen Raum zusammengebracht werden. Die Buchmesse findet vom 14. bis 18. Oktober statt. Alle digitalen Angebote sind kostenfrei.

Autorin Nora Bossong erhält Joseph-Breitbach-Preis

Der mit 50 000 Euro dotierte Joseph-Breitbach-Preis geht in diesem Jahr an die Autorin Nora Bossong. Die 38-Jährige sei eine "Poetin", die sich "den großen Themen" stelle, teilte die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz mit. Ihr Werk sei zwar in jeder Zeile politisch, moralisiere aber nicht. Zu ihren Büchern zählen "Webers Protokoll" und "Schutzzone", welches für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Erst kürzlich erhielt die gebürtige Bremerin den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck.

Auch Youtube sperrt Konten rechtsextremer Identitärer

Die Videoplattform Youtube hat drei Konten der rechtsextremen Identitären Bewegung gesperrt. Darunter befinde sich auch der persönliche Kanal des prominenten österreichischen Aktivisten Martin Sellner, sagte ein Unternehmenssprecher. Am Wochenende hatte bereits der Kurznachrichtendienst Twitter Sellners Konto geschlossen. Facebook und Instagram haben die Gruppierung schon lange von ihren Plattformen verbannt. Einen konkreten Anlass für die Sperrung nannte Youtube nicht. In Deutschland wird die Gruppe Identitäre vom Verfassungsschutz beobachtet.

"World Museum" in Liverpool gestaltet rassistische Ausstellung um

Das "World Museum" in Liverpool wird seine riesige Weltkulturenausstellung komplett neu gestalten. Die aktuelle Darstellung sei "rassistisch" und stelle "koloniales Denken" dar. Das berichtet die Online-Kunstzeitung "The Art Newspaper". Die Weltkulturenausstellung beinhaltet mehr als 1600 Objekte aus Afrika, Asien, Ozeanien sowie Nord- und Südamerika. Der Gründungsbestand des "World Museums" stammt aus dem Besitz des britischen Politikers und Kunstsammlers, Edward Smith-Stanley, dem 13. Earl of Derby. Darunter befinden sich über 10.000 Artefakte aus Afrika. Das Kuratorenteam arbeite nun unter anderem mit Filmemachern und Komikern daran, die Ausstellung diverser, inklusiver und toleranter zu gestalten.

Reste von Cortés-Haus in Mexiko entdeckt

In Mexikos Hauptstadt haben Archäologen auf den Fundamenten eines Palastes des Aztekenherrschers Axayácatl Überreste eines Hauses des spanischen Eroberers Hernán Cortés entdeckt. Das Haus, in dem Cortés den Angaben zufolge mehrere Jahre lang lebte, wurde zum Teil aus den Trümmern des Palastes gebaut, wie das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte mitteilte. Forscher hatten in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits Überreste des Palastes von Axayácatl im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt gefunden. Analysen hätten nun ergeben, dass es sich um das Zuhause des spanischen Befehlshabers nach der Eroberung Tenochtitlans handelte. Tenochtitlan gehörte mit mehr als 200.000 Einwohnern zu den größten Städten der Welt, als die Spanier unter Cortés im Jahr 1519 dort ankamen.

Die US-Schauspielerin Naya Rivera ist tot

Wie die kalifornische Polizei bestätigte, hatten Einsatzkräfte die Leiche der Frau in einem See nordwestlich von Los Angeles gefunden. Die Ermittler gehen von einem Unfall aus. Es gebe keine Anzeichen für ein Verbrechen und keine Anzeichen, dass es ein Suizid gewesen sei, hieß es weiter. Die 33-Jährige hatte laut Polizei am Mittwoch ein Boot gemietet, um mit ihrem Sohn im Lake Piru schwimmen zu gehen. Stunden später fanden Insassen eines anderen Bootes den Vierjährigen alleine schlafend an Bord, von der Mutter fehlte jede Spur. Rivera spielte unter anderem in der Musical-Fernsehserie "Glee" mit.

Publizistin Rachel Salamander erhält Heine-Preis

Die Publizistin Rachel Salamander (71) erhält den mit 50 000 Euro dotierten Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Die Literaturwissenschaftlerin habe couragiert maßgeblich zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen, erklärte die Jury zur Begründung. Mit ihren Buchhandlungen habe sie die jüdischen Autoren, deren Bücher einst verbrannt worden waren, in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt. Die in München lebende Salamander hatte dort 1982 unter dem Namen "Literaturhandlung" eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum eröffnet.
Mittlerweile gibt es Zweigstellen in mehreren deutschen Städten. Der seit 1972 vergebene Preis ist nach dem in Düsseldorf geborenen Dichter Heinrich Heine (1797-1856) benannt. Die Auszeichnung soll im Dezember überreicht werden.

Preis der Pressefreiheit an vier Journalisten

Als Anerkennung für ihre Arbeit erhalten vier Medienschaffende den diesjährigen Internationalen Preis der Pressefreiheit des US-Journalismusverbands "Committee to Protect Journalists". Die Auszeichnung geht an den Fotojournalisten Shahidul Alam aus Bangladesch, den freiberuflichen iranischen Reporter Mohammad Mosaed, die russische Journalistin Swetlana Prokopjewa sowie an den nigerianischen Zeitungsverleger Dapo Olorunyomi, wie die Nichtregierungsorganisation in New York mitteilte. Die vier seien wegen ihrer Tätigkeit zeitweilig inhaftiert oder vor Gericht gestellt worden. Das 1981 gegründete Komitee zum Schutz von Journalisten setzt sich für verfolgte und drangsalierte Journalisten ein.

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Fazit

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