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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Juli 2020

Filmfest Venedig wegen Coronavirus kleiner als sonst

Die Filmfestspiele in Venedig sollen im September trotz der Corona-Pandemie stattfinden – allerdings kleiner als sonst. Statt 55 sollen 50 Filme in die Auswahl kommen, teilten die Organisatoren der 77. Ausgabe des Festivals mit. Gezeigt werden sollen die Werke in den traditionellen Veranstaltungsorten, aber auch in zwei Außenanlagen. Laut Filmfest-Direktor Alberto Barbera werden keine großen Kassenschlager aus den USA erwartet - entweder weil sie noch nicht fertig sind oder weil sie auch wegen des Oscar-Termins verschoben wurden. Aber die Welt werde gut vertreten sein, zum Beispiel mit Filmen aus China, Indien oder dem Nahen Osten. Die Liste der Wettbewerbsfilme und das ganze Programm werden für Ende Juli erwartet. Die Filmfestspiele in Venedig mit der australischen Schauspielerin Cate Blanchett als Jury-Chefin sind vom 2. bis zum 12. September geplant. Wird der Zeitplan eingehalten, wäre es das erste große Filmfestival, seit die Corona-Pandemie Mitte März die gesamte Branche praktisch zum Erliegen gebracht hat.

Schauspieler und Regisseur Pavel Fieber gestorben

Der Schauspieler und Regisseur Pavel Fieber ist tot. Der 78-Jährige starb in Würzburg, wie Fiebers Schauspielagentur aus Niederkassel bei Köln mitteilte. Fieber, der 1997 als Generalintendant nach Karlsruhe ans Badische Staatstheater kam und bis 2002 amtierte, arbeitete bundesweit sowie in Österreich an zahlreichen Theatern. 1941 in der früheren Tschechoslowakei geboren und in Österreich sowie Bayern aufgewachsen, begann Fieber seine Schauspiel-Ausbildung nach einem Psychologiestudium am Wiener Max-Reinhardt-Seminar. Nebenbei erhielt er an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien eine Gesangsausbildung.

Russischer Aktivist Wersilow erneut angeklagt

Unmittelbar nach seiner Haftentlassung bekommt der bekannte russische Aktivist Pjotr Wersilow erneut Probleme mit der Justiz. Er werde angeklagt, weil er seine kanadische Staatsbürgerschaft verschwiegen habe, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mit. Wersilow, der auch Herausgeber des kremlkritischen Internetportals Mediazona ist, macht immer wieder durch politische Aktionen mit der Künstlergruppe Woina und der Punkband Pussy Riot auf sich aufmerksam. Wersilow war im Juni wegen leichten Rowdytums zu einer kurzen Arreststrafe verurteilt worden. Bei einer Razzia in seiner Wohnung fanden die Ermittler nach eigenen Angaben seinen zweiten Pass. Wersilow drohen eine hohe Geldstrafe oder bis zu 400 Stunden Arbeitsdienst.

Wissenschaftsrat für Auflösung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Der Wissenschaftsrat empfiehlt eine Auflösung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Dachorganisation von Museen und anderen kulturellen Einrichtungen. Die Vielzahl der Institutionen führten zu einer "strukturellen Überforderung" der Stiftung, heißt es in einem Papier des Gremiums. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte es mit der Evaluation der Stiftung beauftragt. "Möglicherweise werden nicht alle Empfehlungen 1:1 umgesetzt werden können", sagte Grütters in Berlin, "aber ich sehe bei allen Beteiligten eine große Offenheit und Bereitschaft, sich gut begründeten, auch weitreichenden Veränderungen zu stellen". Der Wissenschaftsrat ist für Bund und Länder das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland. Zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit rund 2000 Mitarbeitern gehören die Staatlichen Museen Berlin, die Staatsbibliothek, das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung.

Kanada ein Jahr später Ehrengast bei Buchmesse

Der Auftritt Kanadas als Ehrengastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wird "physisch" auf 2021 verschoben. Bei der digitalen Buchmesse 2020 werde das nordamerikanische Land aber stark vertreten sein, teilten die Organisatoren mit. Aufgrund der durch die weltweite Covid-19-Pandemie veränderten Rahmenbedingungen habe das kanadische Organisationskomitee darum gebeten, den Auftritt um ein Jahr verschieben zu dürfen, hieß es. Die für die kommenden Jahre vorgesehenen Gastländer der Frankfurter Buchmesse - Spanien, Slowenien und Italien - hätten zugestimmt, ihren Auftritt ebenfalls um jeweils ein Jahr zu verschieben.

Schriftstellerin Elke Erb erhält Georg-Büchner-Preis

Die Schriftstellerin Elke Erb bekommt den Georg-Büchner-Preis 2020. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Mit Elke Erb ehre die Akademie ein unverwechselbares und eigenständiges schriftstellerisches Lebenswerk, dessen Anfänge 1975 in der DDR lägen und das sich nach deren Ende unbeirrt bis in die Gegenwart fortgesetzt habe, hieß es zur begründung. "Für die unverdrossene Aufklärerin ist Poesie eine politische und höchstlebendige Erkenntnisform", urteilte die Jury. Die 82 Jahre alte Erb lebt in Berlin. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Sie ist seit 1951 die elfte Frau, die den Preis bekommt. Die Verleihung ist für den 31. Oktober in Darmstadt geplant.

Bündnis aus Kulturszene sorgt sich um Standort Berlin

Ein Bündnis aus der Kulturszene sorgt sich um die Zukunft des Szenestandorts Berlin nach der Corona-Krise. In einem offenen Brief an Senat und Abgeordnete macht es sich stark für "strukturelle Änderungen und Erleichterungen, die das urbane Leben Berlins nach der Pandemie aus einem tödlichen Eindämmungsschlaf erwecken". So sollte die Umsatzsteuer auf sieben Prozent gesenkt und die Gewerbesteuer halbiert werden. Schankvorgärten sollten bis zwei Uhr öffnen können, Gaststätten öffentliche Straßen für besondere Gelegenheit nutzen dürfen. Unter den rund 30 Erstunterzeichnern sind etwa Sternekoch Tim Raue, der Club "Watergate" oder der Fotograf und neue Besitzer der Gaststätte "Clärchens Ballhaus", Yoram Roth.

Internationalen Studierenden droht Ausweisung aus USA

Internationale Studierende in den USA müssen das Land verlassen, wenn ihre Universitäten im Wintersemester ausschließlich Online-Unterricht anbieten. Das gab die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE bekannt. Einige Universitäten, darunter auch die Harvard University, hatten bekanntgegeben, Vorlesungen lediglich online abzuhalten. Nach den neuen Regeln müssen Studierende zumindest an einem Teil ihres Unterrichts persönlich teilnehmen. Für Tausende internationale Studierende ist dies ein Dilemma. Viele sind im Frühjahr in den USA gestrandet, als das Coronavirus ihre Ausbildungsstätten zwang, den Unterricht ins Internet zu verlegen. Sie müssen nun entweder "das Land verlassen oder andere Maßnahmen ergreifen, wie einen Transfer an eine Schule mit persönlichem Unterricht", heißt es in der neuen Regelung.

US-Countrymusiker Charlie Daniels gestorben

Der US-Countrymusiker Charlie Daniels ist tot. Er starb gestern im Alter von 83 Jahren im US-Bundesstaat Tennessee, wie auf Daniels' offizieller Website mitgeteilt wurde. Der Sänger, Gitarrist und Geiger sowie seine "Charlie Daniels Band" vereinten Countrymusik mit Südstaaten-Rock. Er war unter anderem für seine virtuosen Solodarbietungen auf der Geige berühmt. Daniels' bekanntester Song war "The Devil Went Down to Georgia", für den er 1979 mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Daniels spielte mit Legenden wie Bob Dylan, Ringo Starr und Leonard Cohen zusammen.

TikTok kündigt Rückzug aus Hongkong an

Die Video-App TikTok des chinesischen Konzerns ByteDance soll in den kommenden Tagen vom Markt in Hongkong genommen werden. Dies geschehe "angesichts der jüngsten Ereignisse", sagte ein TikTok-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der US-Konzern Facebook als Reaktion auf das umstrittene neue Sicherheitsgesetz angekündigt, keine WhatsApp-Daten mehr an die Justizbehörden in Hongkong herauszugeben. TikTok hat in der Vergangenheit erklärt, man werde Zensurgesuche oder Bitten um Nutzer-Daten der chinesischen Regierung nicht Folge leisten.

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