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Kulturnachrichten

Montag, 8. Juli 2019

Sting sagt aus gesundheitlichen Gründen Konzert ab

Der britische Sänger Sting hat ein Konzert im belgischen Gent aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Sein Auftritt beim Jazz-Festival in der flämischen Stadt müsse "auf Anweisung der Ärzte" leider ausfallen, erklärte der 67-Jährige am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Informationen zu eventuellen Rückerstattungen der Eintrittsgelder würden "bald" folgen. Der Tour-Kalender des Gründers der Band "The Police" ist diesen Sommer über gut gefüllt. Am Mittwoch soll Sting beim Tollwood-Festival in München auftreten, tags darauf beim Jazzopen in Stuttgart.

Britisches Museum will gestohlene Kunst zurückgeben

Das Britische Museum in London will gestohlene antike Kulturgüter an Afghanistan und den Irak zurückgeben. Das Museum habe unter anderem mit Zoll und Polizei zusammengearbeitet, um die ins Land geschmuggelten Antiquitäten den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben zu können, teilte das weltbekannte Museum in der britischen Hauptstadt mit. Es handelt sich unter anderem um 154 mesopotamische Tontafeln mit Keilschrift aus dem sechsten bis vierten Jahrhundert vor Christus. Diebe hatten die Tafeln entwendet und im Jahr 2011 nach Großbritannien geschmuggelt. Sie sollen nun dem Irakischen Museum in Bagdad übergeben werden. Unter ähnlichen Umständen gerieten im Jahr 2002 mehrere Skulpturen aus Afghanistan nach Großbritannien. Die Büsten aus der antiken Region Gandhara waren am Londoner Flughafen Heathrow entdeckt worden, als die Behörden auf zwei schlecht verarbeitete Holzkisten aufmerksam wurden und diese öffneten.

Düsseldorf gibt Nolde-Bild an Erben zurück

Die Stadt Düsseldorf gibt ein Gemälde des Malers Emil Nolde (1867-1956) an die Familie des rechtmäßigen Besitzers zurück. Dabei handelt es sich um ein zweiseitiges Werk aus dem Jahr 1919, wie die Landeshauptstadt mitteilte. Es zeige auf der einen Seite eine sizilianische Landschaft, auf der anderen Seite ein Frauenporträt mit dem Titel "Schauspielerin". Das Bild habe sich bislang im Kunstpalast befunden, hieß es. Es werde jetzt an die Erben des jüdischen Holzhändlers Curt Schueler (1877-1962) zurückgegeben. Mit ihrer Hilfe sei ermittelt worden, dass ihr Großvater das Gemälde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wegen bereits spürbarer Verfolgungen "zu einem nicht angemessenen Kaufpreis" habe veräußern müssen.1942 erhielten die Eheleute Hilda und Curt Schueler den Deportationsbefehl. Ihnen gelang jedoch die Flucht nach Schweden. Für das Bild erhielten sie beziehungsweise ihre Erben später laut Angaben von der Bundesrepublik eine Entschädigungszahlung.

Berlin stellt 24 Litfaßsäulen unter Denkmalschutz

Berlin hat 24 historische Litfaßsäulen unter Denkmalschutz gestellt. Das teilte die Senatskulturverwaltung mit. Sie gehörten meist zu größeren Denkmal-Bereichen. Die älteste der denkmalgeschützten Litfaßsäulen sei vermutlich die am Hackeschen Markt. Sie sei um 1900 entstanden. Im vergangenen Jahr hatte der Berliner Senat die Rechte für Werbung an Litfaßsäulen neu vergeben. Der bisherige Betreiber wurde vertraglich verpflichtet, die alten, teils asbestverseuchten Säulen zu entfernen. Das Landesdenkmalamt hatte ursprünglich geplant, 50 Litfaßsäulen unter Denkmalschutz zu stellen. Dann habe sich jedoch herausgestellt, dass einige der Säulen die Denkmal-Kriterien nicht erfüllten, so das Landesdenkmalamt. Der neue Betreiber will an mindestens 1500 der bisherigen 2500 Standorte neue Säulen errichten.

Uni Magdeburg untersucht Gender-Stereotype bei KI

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg untersucht, ob Künstlicher Intelligenz (KI) Geschlechterklischees reproduziert. Künstliche Intelligenz bestimme bereits intensiver den Alltag, als man wahrnehme, so die Magdeburger Informatikerin Sanaz Mostaghim. Aber nicht einmal jede vierte KI-Fachkraft sei eine Frau. Daraus könne man die Frage ableiten, ob sich männlich dominierte KI-Kompetenz auch in Denkmustern bei der KI widerspiegele. Die Unesco hatte kürzlich einen Bericht veröffentlicht, in dem kritisiert wird, dass Sprachassistenten wie Siri und Alexa Gender-Stereotype reproduzieren. Demnach seien sie unterwürfig, gehorsam und stets höflich. Vor dem Hintergrund, dass Kinder mit der Spracherkennungstechnologie aufwachsen und Sprache ein Geschlechtsmarker ist, bestehe die Gefahr, dass bestimmte Vorstellungen von Frauen als dienenden Maschinen transportiert und tradierte Rollenbilder überdauern würden. Die Idee einer Plattform für einen breiten öffentlichen Diskurs zum Thema ist eins von 19 ausgezeichneten Vorhaben zur Wissenschaftskommunikation, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 finanziert.

Malerin Sarah Schumann ist tot

Die Malerin Sarah Schuman ist tot. Sie starb am vergangenen Mittwoch in Berlin. Das hat ihr Management bestätigt. Schumann wurde1933 in Berlin geboren und gilt als eine der wichtigen Vertreterinnen der Nachkriegsmoderne. In ihren figurativen Arbeiten setzt sie sich mit den Begriffen "Schrecken und Schönheit" auseinander. Mitte der 70er-Jahre gehörte sie zur Frauengruppe „Brot und Rosen“ und organisierte die Ausstellung „Künstlerinnen international 1877–1977“. Bei dieser legendären und von Protesten begleiteten Ausstellung wurden erstmalig in Deutschland bedeutende Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts präsentiert, darunter Paula Modersohn-Becker, Frida Kahlo, Eva Hesse, Maria Lassnig, Mary Bauermeister, Ulrike Rosenbach und Diane Arbus. Filmisch wurde Schumanns Schaffen von Harun Farocki verewigt und literarisch von ihrer Lebensgefährtin Silvia Bovenschen. Werke von Sarah Schumann finden sich in deutschen und internationalen Privatsammlungen sowie in der Berlinischen Galerie, im Museum Wolfsburg, im Museum Morsbroich in Leverkusen sowie im Museum of Modern Art in New York.

Zentralrat der Juden würdigt Artur Brauner

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den verstorbenen Produzenten Artur Brauner als großen Filmemacher gewürdigt. Er habe die Filmlandschaft bereichert und geprägt, so Präsident Schuster. Brauner habe mit seinen Filmen nicht nur unterhalten wollen. Er habe das Medium auch genutzt, um Zuschauer über das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte aufzuklären und seine eigenen Erlebnisse zu verarbeiten. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat den im Alter von 100 Jahren verstorbenen Artur Brauner als "einen der wichtigsten Filmproduzenten der jungen Bundesrepublik" bezeichnet. Dass er als ehemals verfolgter polnischer Jude nach dem Zweiten Weltkrieg in das Land der Mörder seiner Familie ging, um Filme zu produzieren und sich auch für den demokratischen Wiederaufbau Deutschlands engagiert einsetzte, sei ein wahres, ein großes Geschenk für unser Land. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, schrieb bei Facebook: Artur Brauners Durchhaltewillen, seine Zielstrebigkeit und seine unbedingt lebensbejahende Einstellung beeindruckten jeden, der das Glück hatte, ihn kennenzulernen.

Deutscher Dialekt aus Brasilien wird erforscht

Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) erforscht eine einzigartige Spielform der deutschen Sprache in Brasilien. Beim Hunsrückisch handelt es sich um einen Dialekt, der sich seit 200 Jahren in dem lateinamerikanischen Land entwickelt. Entstanden sei er durch deutschsprachige Einwanderer aus dem Hunsrück, aus Böhmen und aus Westfalen, sagte der für das Projekt verantwortliche Germanist Sebastian Kürschner. Die größte Gruppe kam aus dem Hunsrück. Brasilien machte dort nach mehreren Missernten Werbung und lockte mit 'ewigem Sommer'. Brasilien habe Arbeitskräfte gewinnen und den bevölkerungsarmen äußersten Süden des Landes besiedeln wollen, auch um Territorialansprüche gegenüber Argentinien zu sichern. Heute habe Hunsrückisch 400.000 bis 1,3 Millionen Sprecher. Die Zukunft der Mundart sei jedoch ungewiss. Denn die brasilianische Regierung betreibe zurzeit eine Homogenisierungspolitik, die gesellschaftliche Minderheiten kritisch sehe.

Alice Schwarzer: Satire hat keine Grenzen

Satire hat aus Sicht von "Emma»-Herausgeberin Alice Schwarzer keine Grenzen. Und sie dürfe auch keine haben, betonte Schwarzer in Köln. Die überspitzte Wiedergabe der Realität sei nötig, um den Menschen die Augen zu öffnen. Das sei die Aufgabe eines Satirikers. Anlass war die Kritik an "Emma"-Hauscartoonistin Franziska Becker, die die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes für ihr Lebenswerk verliehen bekommen hatte. Die kurdische Autorin Sibel Schick, die in der Türkei geboren wurde und seit 2009 in Deutschland wohnt, hatte Becker die Diskriminierung Kopftuch tragender Musliminnen vorgeworden, die sie mit IS-Kämpferinnen gleichsetze. Tabus für Satire dürfe es nach Überzeugung von Schwarzer auch bei Mohammed nicht geben. Selbstverständlich müssten auch die Fanatiker und ihre Gottesbilder verspottet werden dürfen. Das gelte für den Islam wie für das Christentum und die Juden.

Kritik an Bolsonaro wegen Reaktion auf Gilbertos Tod

Wegen seiner verhaltenen Reaktion auf den Tod der brasilianischen Musik-Legende João Gilberto regt sich massive Kritik an Präsident Jair Bolsonaro. Vor Reportern hatte der Staatschef über den verstorbenen Sänger und Gitarristen gesagt, dieser sei "eine bekannte Person" gewesen. "Beileid an die Familie, okay?" Die brasilianische Sängerin Leoni warf Bolsonaro daraufhin auf Twitter vor, "keinen Schimmer von der Bedeutung der Kultiviertheit João Gilbertos zu haben." Der linke Abgeordnete Marcelo Freixo twitterte: "Heute haben wir eine echte brasilianische Legende verloren" - eine Anspielung auf eine Beschreibung, die Anhänger Bolsonaros für den Präsidenten verwenden. Gilberto starb am Samstag im Alter von 88 Jahren. Er galt als einer der Väter des Bossa Nova. Zwar galt Gilberto als relativ unpolitisch, doch wandten sich etliche seiner Musikkollegen in der Bossa-Nova-Bewegung offen gegen die mehr als 20 Jahre lange Militärdiktatur, die 1964 begann. Diese Ära hat Bolsonaro wiederum wiederholt gelobt. Zudem gilt sein Verhältnis zu Brasiliens Künstlerszene als gespannt. Hintergrund sind Pläne seiner Regierung, staatliche Ausgaben für Kunst und Kultur drastisch zusammenzustreichen.

Archäologen finden möglicherweise biblisches Ziklag

Forscher haben nahe der südisraelischen Stadt Kirjat Gat Überreste einer antiken Siedlung freigelegt. Funde sowohl aus der Zeit des biblischen Königs David als auch Überreste einer Besiedlung durch die Philister legten eine Identifizierung mit dem biblischen Ziklag nahe. In der Bibel wird Ziklag unter anderem als Zufluchtsort Davids vor Saul genannt. Bei den seit 2015 andauernden Grabungen wurden den Angaben zufolge rund 1.000 Quadratmeter Fläche freigelegt. Unter anderem wurden zahlreiche intakte Keramiken gefunden, deren Alter die Archäologen auf etwa 3.000 Jahre datierten. Zudem fanden die Ausgräber für die Philister typische massive Steinbauten aus dem 12. und 11. Jahrhundert vor Christus. Auf den Überresten der Philisterstadt fanden die Forscher Reste einer Siedlung aus dem frühen 10. Jahrhundert vor Christus, der Zeit von König David. Die Siedlung wurde demnach durch ein Feuer zerstört.

Tony-Preisträger Martin Charnin ist tot

Der amerikanische Theaterregisseur und Lyriker Martin Charnin ist tot. Er starb nach Angaben seiner Tochter bereits vorgestern im Alter von 84 Jahren in New York an den Folgen eines Herzinfarkts. Charmin schrieb die Gesangstexte zu zahlreichen Bühnenproduktionen, darunter "Mata Hari" und "Two by Two" und führte auch Regie. Sein größter Erfolg war das 1977 uraufgeführte Musical "Annie" mit den Songs "Tomorrow" und "It's a Hard Knock Life". Die Original-Produktion über das Waisenkind Annie wurde am New Yorker Broadway mehr als 2.300 Mal aufgeführt. Sie gewann sieben Tony-Awards, den wichtigsten US-Theater- und Musical-Preis, darunter den Preis für die "Beste Musik" für Charnin und den Komponisten Charles Strouse.

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