Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Samstag, 07.12.2019
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Kulturnachrichten

Sonntag, 29. Juli 2018

Harvey Weinsteins Versicherungen wollen nicht zahlen

Gegenklage eingereicht

Harvey Weinsteins Versicherungen wollen nicht für seine Anwaltskosten aufkommen. Der Versicherungsgigant Chubb sowie weitere Versicherer argumentierten vor Gericht, dass die mit Weinstein abgeschlossenen Policen sexuelles Fehlverhalten nicht abdeckten. Weinsteins Anwälte hingegen erklärten, dass seine Versicherungen sich unfairerweise auf die Seite von Frauen geschlagen hätten, die zahlreiche Klagen wegen sexueller Nötigung gegen ihn eingereicht haben. Die Versicherungen versuchten nun, sich ihrer Zahlungspflicht zu entziehen. Der 66-Jährige hat Gegenklage gegen Chubb und ihre Zweigfirmen eingereicht, er wirft ihnen Vertragsbruch vor. Seine Anwälte fordern, dass die zivilrechtlichen Verfahren ruhen, bis die strafrechtliche Frage geklärt ist. Nach Zählung der Versicherungen wurden allein seit vergangenem Jahr 18 Klagen gegen Weinstein und seine frühere Firma eingereicht.

Polnischer Jazz-Trompeter Tomasz Stanko ist tot

Vater des europäischen Free Jazz starb im Alter von 76 Jahren

Der polnische Jazz-Trompeter und Komponist Tomasz Stanko ist am Sonntag im Alter von 76 Jahren gestorben, wie die Tochter des Künstlers mitteilte. Stanko stammte ursprünglich aus Rzeszow in Südostpolen. Ab Ende der 1950er Jahre war er zunächst in seinem Heimatland und dann auf der ganzen Welt auf der Suche nach neuen musikalischen Inspirationen und Ausdrückformen. Die Wochenzeitschrift "The New Yorker" nannte Stanko "einen der originellsten und innovativsten Jazztrompeter der Welt". Der Musiker war der erste Gewinner des Europäischen Jazzpreises des Österreichischen Musikamtes im Jahr 2002. Zwölf Jahre später verlieh ihm die Französische Jazzakademie den Europäischen Musikerpreis. Stanko nahm etwa 40 Platten auf, erhielt den Deutschen Schallplattenpreis und spielte beispielsweise mit Cecil Taylor oder Dave Holland.

Israelische Polizei nimmt Graffiti-Künstler fest

Neues Porträt der Palästinenser-Widerstandsikone Tamimi in Bethlehem

Israelische Grenzschützer haben im Westjordanland zwei italienische Graffiti-Künstler festgenommen. Diese waren dabei, ein Bild der Palästinenserin Ahed Tamimi auf die Grenzmauer in Bethlehem zu malen, wie palästinensische Behörden mitteilten. Die 17-Jährige gilt als Symbolfigur des palästinensischen Widerstands, seit sie im vergangenen Dezember einen israelischen Soldaten vor laufender Kamera geschlagen und getreten hatte. Nach fast acht Monaten Haft kam sie heute wieder auf freien Fuß. Eine Bestätigung der Festnahmen durch die israelische Polizei steht bislang aus.

Koskys "Meistersinger von Nürnberg" gefeiert

Bayreuther Festspiele hochpolitisch

Bei den Bayreuther Festspielen ist am Abend die Wiederaufnahme der "Meistersinger von Nürnberg" gefeiert worden. Es gab aber auch Buhrufe für Regisseur Barrie Kosky. "Was ist nun dieses Nürnberg?" - das sei seine zentrale Überlegung gewesen, schreibt er im Programmheft. Nürnberg sei für Wagner ein Paradies, eine Utopie, gewesen, die er im Kleinen in der Villa Wahnfried gefunden habe. Für viele andere sei Nürnberg aber die Stadt der großen Reichsparteitage der Nationalsozialisten. So stellte Kosky den viel diskutierten Antisemitismus Richard Wagners in den Mittelpunkt und brachte ein Plädoyer gegen Fremdenhass und für Toleranz auf die Bühne. Der Intendant der Komischen Oper Berlin hat als erster jüdischer Regisseur in Bayreuth inszeniert. Als weitere Wiederaufnahmen folgen dann noch morgen "Der fliegende Holländer" und am Dienstag "Die Walküre".

Stiftung Preußischer Kulturbesitz soll reformiert werden

Kulturstaatsministerin Grütters: "Unangenehme Fragen gefallen lassen"

Kulturstaatsministerin Grütters will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz schlanker und beweglicher machen. Dazu soll der Deutsche Wissenschaftsrat die Stiftung in den kommenden zwei Jahren kritisch unter die Lupe nehmen. Aufsichts- und Finanzstrukturen sowie interne Abläufe, vor allem aber auch den Publikumsbezug, sollten hinterfragt werden. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur appellierte Grütters an alle Beteiligten, diese Untersuchung unvoreingenommen zu akzeptieren. Dabei müsse man "sich auch unangenehme Fragen gefallen lassen", so Grütters weiter. Die CDU-Politikerin ist Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung. Mit einem Jahresetat von 363 Millionen Euro ist sie eine der größten Kultureinrichtungen der Welt.

Der Schriftsteller Wladimir Woinowitsch ist tot

Der Russe starb im Alter von 85 Jahren

Der Schriftsteller Wladimir Woinowitsch ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Woinowitsch wurde 1932 in Stalinabad (Duschanbe) geboren. Seine ersten Arbeiten wurden in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre veröffentlicht. In den 1960er Jahren erschien das Gedicht „Vierzehn Minuten vor dem Beginn“(„Ich glaube Freunde, Karawanen von Raketen …“), vertont und zur inoffiziellen Hymne der sowjetischen Kosmonautik. In den späten 1960er Jahren nahm Voinovich aktiv an der Menschenrechtsbewegung teil. Dadurch geriet er mit den Behörden in Konflikt. Im Jahr 1980 wurde er aus dem Schriftstellerverband geworfen und aus der UdSSR ausgewiesen. Im Jahr 1990 kehrte in seine Heimat zurück und wurde offiziell rehabilitiert. Woinowitsch wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem russischen Staatspreis für den Roman "Aglaja Rewkinas letzte Liebe". Seit der Rehabilitation pendelte er zeitweise zwischen München und Moskau. Seine Werke sind bislang in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. 2016 wurde er mit dem Lew-Kopelew-Preis ausgezeichnet.

Bildungsministerin Karliczek fordert Wertedebatte

Anlass ist der Rückzug Mesut Özils aus der Nationalmannschaft

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat angesichts der Diskussion um Rassismus und Integration in Deutschland nach dem Rückzug Mesut Özils aus der Nationalmannschaft eine Wertedebatte gefordert. "Wir müssen dringend eine ruhige und gründliche Diskussion darüber führen, wie wir miteinander leben wollen und was einem toleranten Umgang im Weg steht", sagte die CDU-Politikerin dem "Tagesspiegel" (Sonntag). Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping klagte, es gebe in Deutschland eine zunehmende Unmenschlichkeit. Zwar sei nicht das ganze Land rassistisch, doch habe es in den vergangenen Jahren "eine Rechtsverschiebung" gegeben. Was als sagbar und machbar gelte, sei "immer mehr ins Unmenschliche verschoben worden". So werde diskutiert, "ob man Flüchtlinge im Mittelmeer retten oder einfach ersaufen lassen soll", sagte Kipping.

Papst nimmt Rücktritt von US-Kardinal an

Nach Missbrauchsvorwurf ist Kardinal McCarrick zurück getreten

Papst Franziskus hat den Rücktritt eines prominenten US-Kardinals angenommen, dem der Missbrauch Minderjähriger vorgeworfen wird. Der emeritierte Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, dürfe auch keine öffentlichen Ämter mehr ausführen, teilte der Vatikan mit. McCarrick habe sein Rücktrittsgesuch am Freitag eingereicht. Der 88-Jährige muss nun laut Vatikan in einem Haus bleiben, wo er ein "Leben des Gebets und der Buße" führen solle, bis die Vorwürfe gegen ihn vor einem Kirchengericht geklärt seien. Dem Kardinal wird laut US-Medien unter anderem vorgeworfen, in seiner Laufbahn als Geistlicher in den letzten Jahrzehnten in den USA Minderjährige und Priesteranwärter missbraucht oder sexuell belästigt zu haben. Die Erzdiözese in New York hatte mitgeteilt, dass Anschuldigungen gegen ihn als "glaubwürdig" eingeschätzt würden.

Unveröffentlichtes Filmmaterial mit Carrie Fisher

Die Dreharbeiten für "Star Wars: Episode IX" sollen nächste Woche beginnen

Der nächste "Star Wars"-Film mit der Stammbesetzung um Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac und Adam Driver soll auch Szenen mit der 2016 gestorbenen Schauspielerin Carrie Fisher enthalten. Wie Lucasfilm bekannt gab, will Regisseur J. J. Abrams in Absprache mit der Familie bisher unveröffentlichtes Drehmaterial von Fisher in ihrer berühmten Rolle als Leia Organa verwenden. Fisher, die in den "Star Wars"-Filmen der 70er und 80er Jahre als Prinzessin Leia berühmt wurde und in den neueren Filmen als Generalin auftrat, war 2016 im Alter von 60 Jahren gestorben.

Kulturnachrichten hören

Juli 2018
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur