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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. Juli 2018

Theaterprogramm der Salzburger Festspiele gestartet

"Jedermann" läuft seit fast einem Jahrhundert

Mit einem stürmisch gefeierten "Jedermann" hat das Theaterprogramm der Salzburger Festspiele 2018 begonnen. Besonders Tobias Moretti in der Titelrolle und Stefanie Reinsperger in der Rolle der "Buhlschaft" - der Geliebten des "Jedermanns" - wurden mit Ovationen bedacht. Wie schon im vergangenen Jahr musste die Vorstellung wegen Regens vom Domplatz in das Große Festspielhaus verlegt werden. Die Inszenierung kommt fast ohne historische Bezüge aus und löst die Rolle des Glaubens aus einem rein christlichen Kontext. Es ist die bislang modernste Version des Salzburger Dauerbrenners von Festspielmitgründer Hugo von Hofmannsthal. Das Stück läuft nun schon seit fast einem Jahrhundert mit mehr als 680 Vorstellungen und ist fast immer ausverkauft.

Barley: Nutzer sollen digitales Erbe rechtzeitig regeln

Digitale Profile seien ein Bereich, der besonders geschützt werden müsse

Bundesjustizministerin Katarina Barley fordert von Internetkonzernen und Betreibern Sozialer Netzwerke, ihre Nutzer möglichst zügig besser darüber aufzuklären, wie sie ihren eigenen digitalen Nachlass rechtzeitig regeln können. "Die Identität in sozialen Netzwerken ist untrennbar mit einer Person verbunden, und unsere Daten gehören zu unserem Vermögen", sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gehe bei den digitalen Profilen um einen "höchstpersönlichen Bereich, der besonders geschützt werden muss". Wichtig seien leicht zugängliche und verständliche Einstellungen. Gleichzeitig müsse auch gewährleistet sein, "dass Angehörige in einer schwierigen Phase der Trauer und des Verlust an ihr digitales Erbe gelangen".

Stuttgarter Ballett verabschiedet Anderson mit Gala

Bisheriger Stellvertreter Tamas Detrich übernimmt das Ballett

Das Stuttgarter Ballett hat sich mit einer großen Gala von Reid Anderson nach dessen 22-jähriger Intendanz verabschiedet. Zum Abschied verlieh Ministerpräsident Kretschmann Anderson die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg: die Große Staufermedaille in Gold. Unter dem Intendanten habe sich die Compagnie zur Weltspitze entwickelt, meinte der Regierungschef. Anderson hatte vor fast 50 Jahren seine Karriere als Tänzer begonnen. Nach einer längeren Station als Ballettdirektor in seiner kanadischen Heimat kehrte er 1996 als Chef der international gefeierten Stuttgarter Compagnie zurück. Auch Opernintendant Jossi Wieler und Schauspielintendant Armin Petras verlassen das Theater.

München: Tausende demonstrieren gegen Rechtsruck

Zu den Initiatoren gehören auch Münchner Volkstheater und Kammerspiele

Gegen eine "Politik der Angst" sind bei der Demonstration #ausgehetzt in München nach Veranstalterangaben rund 18.000 Menschen auf die Straße gegangen. Zu den rund 130 Unterstützern von #ausgehetzt gehören neben Organisationen wie Pro Asyl, ver.di und Attac auch das Münchner Volkstheater und die Münchner Kammerspiele. Das Bündnis forderte wahlkämpfende Politiker und insbesondere die bayerische Regierung auf, die Gesellschaft nicht weiter "durch eine eskalierende und verrohende Sprache" zu verunsichern. Eine Politik der Angst komme allein Rechtspopulisten zu Gute und löse mit ihren Scheindebatten keinerlei Probleme. Zur Schlusskundgebung werden auch die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner sowie Luise Kinseher erwartet.

Karlheinz-Böhm-Preis für Schlingensiefs Operndorf

Den Preis nahm Schlingensiefs Witwe Aino Laberenz entgegen

Mit dem Karlheinz-Böhm-Preis 2018 wurde das "Operndorf Afrika" ausgezeichnet. Den Preis nahm Aino Laberenz, die Witwe des verstorbenen Theaterregisseurs Christoph Schlingensief entgegen, der die Idee für das Operndorf in Burkina Faso hatte. Die Stiftung will das "Operndorf Afrika" bei der Ausarbeitung eines Projektplanes im Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung unterstützen. Man habe sich bewusst nicht für eine einzelne Person entschieden, sondern für ein soziales Projekt. Besonders überzeugt habe der integrative Ansatz, der Mittel der Kunst und der Kultur als wesentlichen Baustein der Brücke und Partnerschaft zwischen Afrika und Europa einsetze. Der Schauspieler Karlheinz Böhm (1928-2014) hatte die Stiftung 1981 ins Leben gerufen. Seither konnten den Angaben zufolge vor allem in Äthiopien unter anderem 433 Schulen und mehr als 20.000 Brunnen gebaut werden.

Twitterhype: Kunstgeschichte als Brotbelag

Twitternutzer imitieren berühmte Kunstwerke

Platz eins der deutschen Twittertrends belegt diese Woche #KunstGeschichteAlsBrotBelag. Unter diesem Hashtag haben Twitternutzer in den vergangenen Tagen berühmte Kunstwerke kopiert. Als Brotbelag. Gestartet hatte den Trend die 30-jährige Twitter-Nutzerin Marie Sophie Hings mit einem Vollkornbrot, auf dem sie Käse, Tomaten und Heidelbeeren so drapierte, dass es sie an die rechtwinklig aufgeteilten Bilder in den Primärfarben Gelb, Rot und Blau von Piet Mondrian erinnerte. Andere Nutzer antworteten mit dem Selbstbildnis von Paula Modersohn-Becker aus Käse, Wurst und Schmalz sowie Vermeers "Mädchen mit dem Perlenohrring" aus Aubergine, Birne und Fleischwurst. Bald kamen Dürers Feldhase aus Toast und Aufstrich und Franz Marcs Katze aus Marmelade und Quark.

Abba-Musiker fanden Wiedervereinigung "wunderbar"

Vorerst aber keine weiteren neuen Songs geplant

Die Abba-Musiker Björn Ulvaeus und Benny Andersson haben sich höchst zufrieden über die kurze Wiedervereinigung der schwedischen Kultband gezeigt. "Es war wunderbar", sagte Andersson der "Welt am Sonntag" über die Aufnahme von zwei neuen Songs. Ulvaeus fügte hinzu: "Ja, es hat sich gut angefühlt. Da waren wir uns alle einig." Ulvaeus, Andersson und die beiden Sängerinnen Anni-Frid Lyngstad und Agnetha Fältskog waren rund 35 Jahre nach ihrer Trennung wieder ins Studio gegangen, um zwei neue Lieder aufzunehmen. Anlass war eine internationale Abba-Erinnerungsshow. Weitere neue Lieder seien allerdings vorerst nicht geplant. Mit mehr als 400 Millionen verkauften Alben ist Abba eine der erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Die schwedische Gruppe hatte in den 1970er Jahren mit Hits wie "Waterloo", "Dancing Queen", "Money, Money, Money" und "The Winner Takes It All" Weltruhm erlangt.

Tausende Jahre alte "Worfschale" entdeckt

Schon vor 7000 Jahren wurde damit die Spreu vom Weizen getrennt

Eine rund 7000 Jahre alte "Worfschale" haben Archäologen in Halle in monatelanger Kleinarbeit im Füllmaterial eines Brunnens freigelegt. Das Teil ist vermutlich aus Birkenholz. "Das ist die älteste bekannte 'Worfschale'", sagte Archäologin Susanne Friederich. "Das beweist, dass bereits die ersten Bauern in der Steinzeit die 'Worfschale', welche die Spreu von den Getreidekörnern trennte, kannten." Das Wort "worf" komme von werfen, erklärte Friederich. Der Bauer habe etwas Getreide in die "Worfschale" gelegt und es bei Wind in die Luft geworfen. Dabei sei die leichte Spreu samt Spelzen fortgeflogen, die schwereren Körner seien gereinigt zurück in die Schale gefallen. "Der Vorgang wurde mehrere Male wiederholt, bis nur noch Körner in der Schale lagen." Seitliche Griffe und eine spezielle Schaufelausformung hätten dem Bauer die Arbeit erleichtert.

Jodie Foster: Job als Filmregisseur "beste Therapie"

Bei der Arbeit als Regisseur lerne man dauernd, findet Foster

Jodie Foster sieht in ihrer Arbeit als Filmregisseurin auch einen therapeutischen Nutzen. "Ich glaube, die beste Therapie auf der Welt ist, Filmregisseur zu sein", sagte die 55 Jahre alte US-Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Man müsse sich darüber klar werden, wer man sei, so Foster. Was für eine Führungspersönlichkeit man sei, wie man mit Menschen kommuniziere und wie man sie inspiriere. Foster spielt aktuell im Film "Hotel Artemis" mit, der ab Donnerstag im Kino läuft.

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