Seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

Samstag, 17.08.2019
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

Kulturnachrichten

Montag, 16. Juli 2018

Nach Protest: Haft für Pussy-Riot-Aktivisten

Urteil für den Fall einer weiteren Aktivistin steht noch aus

Für ihre Protestaktion beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Moskau sind drei Mitglieder der russischen Frauen-Punkband Pussy Riot zu jeweils zwei Wochen Haft verurteilt worden. Veronika Nikulschina, Olga Kuratscheva und Pjotr Wersilow müssten 15 Tage in Polizeigewahrsam bleiben, entschied ein Moskauer Gericht wie das Nachrichtenportal "Mediazona" am Montag berichtet. Das Gericht warf den Aktivisten dem Bericht zufolge vor, "die Regeln für das Verhalten von Zuschauern grob verletzt" zu haben. Daher seien sie zu der Höchststrafe für dieses Vergehen verurteilt worden. Der Fall der ebenfalls beteiligten Aktivistin Olga Pachtusowa sollte später verhandelt werden. Nikulschina, Kuratscheva, Wersilow und Pachtusowa waren bei dem Finale am Sonntag während des WM-Endspiels in Polizeiuniformen auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Pussy Riot bekannte sich in sozialen Online-Medien zu der Flitzer-Aktion und stellte zugleich mehrere politische Forderungen. Unter anderem sollten alle politischen Gefangenen freigelassen werden. Zudem forderte die Gruppe ein Ende von Festnahmen bei friedlichen Protesten.

Firma von Harvey Weinstein verkauft

Company hatte zuletzt finanzielle Probleme

Nach langem, zähem Ringen ist der Verkauf der Filmfirma des früheren Hollywood-Moguls Harvey Weinstein endgültig abgeschlossen. Die Kapitalgesellschaft Lantern Capital aus Texas zahlte rund 289 Millionen Dollar (etwa 247 Millionen Euro) für das Filmstudio, wie US-Medien berichteten. Weinstein hatte die Firma The Weinstein Company (TWC) 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Bob gegründet. TWC konnte zahlreiche Erfolge verbuchen, etwa Oscars für die Filme "The King's Speech" und "The Artist", hatte zuletzt aber finanzielle Probleme. Nach dem Skandal um Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Harvey Weinstein hatte die Firma im März Bankrott anmelden müssen. Der Verkauf der Firma an eine andere Investorengruppe war mehrfach geplatzt, unter anderem wegen nachträglich aufgetauchter Schulden in Millionenhöhe.

Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis verliehen

Kulturstaatsministerin Grütters überreichte den Preis in Jerusalem

Die in Jerusalem lebende Übersetzerin Anne Birkenhauer ist mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis ausgezeichnet worden. Birkenhauer erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Preis für die Übersetzung von David Grossmans Roman "Kommt ein Pferd in die Bar" aus dem Hebräischen ins Deutsche, wie das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilte. Der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte Preis für die Übersetzung ins Hebräische ging posthum an die im Januar gestorbene israelische Thomas-Mann-Übersetzerin Nili Mirsky für ihre Übertragung der "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull".

Tschechischer Opernfilm-Regisseur Weigl gestorben

Er arbeitete mit Rostropowitsch und Pavarotti

Der tschechische Film- und Fernsehregisseur Petr Weigl ist tot. Er starb bereits am Samstag im Alter von 79 Jahren, wie die Zeitung "MF Dnes" aus Prag berichtete. Weigl machte sich einen Namen mit Opern- und Musikverfilmungen wie "Rusalka" nach Dvorak von 1977 und der "Winterreise" nach Schubert von 1994 mit der deutschen Sängerin Brigitte Fassbaender. Für seine Filme arbeitete Weigl mit weiteren namhaften Künstlern wie dem Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch und dem Tenor Luciano Pavarotti zusammen. Kritiker lobten seinen unkonventionellen, eigenen Stil. Weigl kooperierte dabei auch mit deutschen Fernsehsendern wie ARD und ZDF sowie mit der britischen BBC. Er gewann zweimal den Prix Italia, für "Das Labyrinth der Macht" von 1969 sowie die Filmadaption des Prokofjew-Balletts "Romeo und Julia" von 1972. Vor zehn Jahren wurde er mit dem Vladislav-Vancura-Preis des tschechischen Fernseh-Branchenverbands FITES ausgezeichnet. Im Jahr 2016 erhielt er für sein Lebenswerk den Theaterpreis Thalie des tschechischen Schauspielerverbands.

Soziale Netzwerke: Nutzer erkennen oft keine Werbung

Studie bescheinigt Probleme bei der Unterscheidung zwischen Inhalt und Werbung

Nutzer sozialer Netzwerke können oft nicht zwischen inhaltlichen Beiträgen und Werbung unterscheiden. In einer vom Branchenverband Bitkom verbreiteten Umfrage gab fast jeder zweite (48 Prozent) an, die über Banner, Werbe-Videos, Pop-Ups oder von sogenannten Influencern in die Kamera gehaltenen Produkte und Inhalte nicht trennen zu können. Besonders stark sei diese Schwierigkeit bei den jüngeren Nutzern zwischen 14 und 29 Jahren verbreitet, wo sogar 56 Prozent Probleme mit der Trennung zwischen Werbung und Inhalt haben. Unter den 50- bis 64-Jährigen und bei der Generation 65 Plus seien es dagegen nur jeweils 40 Prozent. An der repräsentativen Studie nahmen 1212 Internetnutzer ab 14 Jahren teil, darunter 1011 Nutzer von sozialen Netzwerken.

WDR und Henke einigen sich außergerichtlich

Ehemaliger Fernsehfilmchef war wegen sexueller Belästigung gekündigt worden

Der Westdeutsche Rundfunk und der ehemalige Fernsehfilmchef Gebhard Henke haben sich außergerichtlich auf eine Trennung geeinigt. "Nachdem das Vertrauensverhältnis zwischen dem WDR und Prof. Henke nicht mehr herzustellen ist, haben die Parteien entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden", teilte der WDR in Köln mit. Die Parteien hätten sich auf eine gütliche Beilegung des Arbeitsrechtsstreits geeinigt. Über den genauen Inhalt der Vereinbarung wurde nichts mitgeteilt. Der WDR hatte Henke, der auch als "Tatort"-Koordinator fungierte, vor rund einem Monat gekündigt. Als Grund nannte der größte ARD-Sender damals "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs". Sein Anwalt hatte daraufhin erklärt, Henke werde gegen die Kündigung Rechtsschutz beim Arbeitsgericht nachsuchen.

"Lohengrin" und Kanzlerin zum Auftakt in Bayreuth

Bayreuther Festspiele beginnen am 25. Juli

Mit der Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper "Lohengrin" beginnen in diesem Jahr die Bayreuther Festspiele. Am 25. Juli werden auch wieder zahlreiche Prominente am Grünen Hügel erwartet - angeführt wird die Riege von Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie die Stadt Bayreuth mitteilte. Dazu haben sich zahlreiche Kabinettsmitglieder angekündigt ebenso wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Aus den Nachbarländern kommen der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. Die Neuauflage des «Lohengrin» inszeniert der israelisch-amerikanische Regisseur Yuval Sharon, die musikalische Leitung hat Christian Thielemann inne - er macht damit sein Bayreuth-Programm komplett und wird dann alle im Festspielhaus aufgeführten Werke Wagners dirigiert haben. Besonders in den Blick dürften Bühnenbild und Kostüme rücken, niemand Geringeres als das bekannte Künstlerpaar Neo Rauch und Rosa Loy haben sie gestaltet. Aufregung gab es um die Besetzung der Titelpartie: Nachdem Ende Juni Roberto Alagna abgesagt hatte, weil er sich dem Text nicht gewachsen sah, sprang Piotr Beczala ein.

Kunstinstallation gegen Tod der Tante-Emma-Läden

Attrappe eines "Mom-and-Pops store" in New York aufgestellt

Sie verkaufen Getränke, Lebensmittel und Süßigkeiten und gelten als Treffpunkt in der Nachbarschaft, aber kleine Tante-Emma-Läden sterben in New York aus. Die Attrappe eines solchen "Mom-and-Pops store" hat ein Fotografenpaar jetzt in einem Park aufgestellt. Das knapp drei Meter hohe Häuschen wirkt aus der Entfernung wie eine Ladenfront, die sich aus der Nähe aber als fast lebensgroßes Foto eines solchen Ladens entpuppt. Das Paar aus James und Karla Murray dokumentiert das Aussterben kleiner Familienbetriebe in der Metropole seit den 1990er Jahren. Das Häuschen im Seward-Park in der Lower East Side zeigt auf jeder seiner vier Seiten einen anderen Tante-Emma-Laden. Betrachter stehen beim Gang um die Skulptur im Wechsel vor einem Imbiss, einem kleinen Supermarkt, einem Kiosk und dem traditionsreichen Restaurant Katz's Delicatessen.

Musikbeauftragte: Clubs sollen barrierefrei werden

"Alle sollten (...) feiern können, ganz egal, wer sie sind"

Geschäftsführerin Katja Lucker hat anlässlich der neuen Förderrunde des Musicboards Berlin zu mehr Barrierefreiheit in den Clubs und Konzerträumen der Stadt aufgerufen. "Bietet etwas an, damit Menschen mit Behinderung zu Euch kommen können. Alle sollten in Berlin feiern können, ganz egal, wer sie sind", erklärte Lucker. Diversität und Inklusion, auch in Bezug auf Geschlecht, sexuelle Orientierung und Herkunft, seien in Deutschland leider immer noch Ausnahme und nicht Normalität, sagte Lucker. Die Förderung von Künstlern mit Behinderung und Projekten, die sich für Inklusion einsetzen, zählt zu den Schwerpunkten des Musicboards Berlin in diesem Jahr.

Künstlerdorf Worpswede wird 800 Jahre alt

Freiluft-Ausstellung präsentiert Ortsgeschichte

Unter dem Motto "800 Jahre Worpswede - mit Brief und Siegel" feiert das Künstlerdorf Worpswede bei Bremen am kommenden Wochenende sein 800-jähriges Bestehen. "Worpensweede" hieß ursprünglich der Name der lange Zeit weltabgeschiedenen Gemeinschaft aus acht großen Bauernhöfen, die 1218 erstmals urkundlich erwähnt wurden. Das soll vor allem im alten Ortskern rund um das reetgedeckte Rathaus gefeiert werden. Inszenierungen von professionellen Darstellern in historischen Kostümen sollen die historische Urkunden-Übergabe noch einmal lebendig werden lassen. Vorführungen mit originalgetreuem Gerät beleuchten die mittelalterliche Welt, wie sie für das Leben der Worpsweder vor Jahrhunderten typisch war. Demonstriert werden unter anderem Fischfang, Viehhaltung und Textilherstellung. Eine Freiluft-Ausstellung präsentiert die Meilensteine der Ortsgeschichte.

Kinder bewerten Kunstsammlung

Zu kleine Schrift und unbequeme Sitze bemängelt

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf fragt im Rahmen eines Museumsprojekts Schulkinder nach ihrer Meinung und ihren Eindrücken. Ein halbes Jahr war die vierte Klasse der Paul-Klee-Grundschule in Düsseldorf regelmäßig im Haus. Im nächsten Schuljahr kommt eine weitere Klasse als "Museumsmacher" in die Landesgalerie. "Das eine oder andere können wir sicher übernehmen", sagte die Direktorin des Museums, Susanne Gaensheimer, als die Kinder ihre Vorschläge vorstellten. Die Schüler bemängelten unter anderem Schilder mit zu kleiner Schrift neben den Gemälden, zu hohe Tresen und unbequeme Sitze im Eingangsbereich.

Kulturnachrichten hören

Juli 2018
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur