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Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. Juli 2017

Der französische Schriftsteller Max Gallo ist tot

Er starb im Alter von 85 Jahren

Er wurde in Nizza geboren, schrieb über 100 Romane, historische Essays und Biografien. Er war Historiker und Politiker: Max Gallo. Der einstige Kommunist und spätere Sozialist. Der Regierungssprecher von François Mitterrand, der 2007 Mitglied der Académie française und einer ihrer 40 "Unsterblichen" wurde: Nach Angaben seiner Agentur verstarb er bereits Dienstagabend im Süden seines Heimatlandes.

Israelische Kunsstudentin stiehlt in Auschwitz

Gedenkstätte fordert Gegenstände zurück

Eine israelische Kunststudentin und Enkelin von Holocaust-Überlebenden hat den Diebstahl von Ausstellungsstücken aus dem früheren NS-Konzentrationslager Auschwitz gestanden. Das Museum werfe der 27-jährigen Rotem Bides vor, bei ihren wiederholten Besuchen Gegenstände für ein Kunstprojekt mitgenommen zu haben, berichtete der britische "Guardian" in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf israelische Medien. Die junge Israelin sagte, sie sei in Sorge gewesen, dass nach dem Tod der Überlebenden der "Holocaust sich immer mehr in einen Mythos wandelt und nicht mehr richtig wahrgenommen wird". Ihre Hochschulprofessorin, Michal Na'aman, erklärte, Kunst müsse manchmal Grenzen überschreiten. Dagegen fordert die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau vom israelischen Staat, er solle für die Rückgabe der Objekte sorgen. Der Diebstahl könne in keiner Weise gerechtfertigt werden.

Berlinische Galerie restituiert und erwirbt Raubkunst

"Tempeltanz der Seele" darf in Berlin bleiben

Die Berlinische Galerie hat einen als NS-Raubkunst ermittelten Werkzyklus des Jugendstil-Künstlers Fidus an die Erben zurückgegeben und dann für das Museum erworben. Das Museum erforscht seit Jahren in seinen Künstler-Archiven den Kunsthandel der Moderne, um Werke aufzuspüren, die NS-verfolgungsbedingt entzogen wurden. In der eigenen Sammlung fand sich der fünfteilige Gemäldezyklus "Tempeltanz der Seele" von Fidus, bürgerlich Hugo Höppener (1868-1948). Das Werk des Vertreters des Jugendstils und der Reformbewegung sei im Jahr 1910 vom Berliner Ehepaar Meta und Richard Neuhäuser für sein Musikzimmer in Auftrag gegeben worden, sagte Provenienzforscher Wolfgang Schöddert. An die in Australien und in den USA gefundenen Nachfahren der früheren Eigentümer wurde der Zyklus nun zunächst restituiert und dann für die Berlinische Galerie zu einem nicht genannten Preis erworben. Die Bilderfolge zeigt eine junge Frau, die Kleid und Gürtel von sich wirft und dann nackt und befreit im Farbenrausch tanzt.

Saudi-Araberin nach Minirock-Video verhaftet

Video hatte im Netz Ablehnung und Jubel provoziert

Eine Frau in Saudi-Arabien ist festgenommen worden, weil sie in einem Internet-Video im Minirock zu sehen sein soll. "Die Polizei in Riad hat eine Frau aufgegriffen, die in Uschaiger in freizügiger Kleidung aufgetaucht ist.", berichtete das staatliche Fernsehen via Twitter. Für Frauen sind in Saudi-Arabien lange Gewänder Pflicht. Nackte Schultern, Arme oder Beine sind in der Öffentlichkeit verboten. In Saudi-Arabien sorgte das nur wenige Sekunden lange Video, das laut Polizei und Berichten in der alten Stadt Uschaiger entstand, für Aufregung. Es verbreitete sich viral und löste viele Reaktionen zwischen Ablehnung und Jubel aus. Was mit der Frau nun geschieht, blieb zunächst unklar. Der Tweet des Staatsfernsehens endete allerdings mit dem Hashtag "Prozess für Model Cholud" und verwies damit auf den Namen des Snapchat-Profils, auf dem das Video Berichten zufolge zuerst hochgeladen wurde.

Humboldt Forum: MacGregor bleibt bis zur Eröffnung

Gründungsintendant hat seinen Vertrag verlängert

Der Brite Neil MacGregor hat seinen Vertrag als Gründungsintendant des Berliner Humboldt Forums verlängert. MacGregor bleibe nun bis zur Eröffnung des Humboldt Forums, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. MacGregor war im Mai 2015 von Grütters berufen worden. Das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss soll Ende 2019 eröffnet werden. "Ich freue mich sehr, dass Neil MacGregor uns bis zur Eröffnung des Humboldt Forums als Gründungsintendant weiterhin zur Verfügung steht", erklärte Grütters. "Er ist für mich ein Garant für den Erfolg dieser großartigen neuen Kulturinstitution im Herzen Berlins."

BBC veröffentlicht Spitzengehälter von Moderatoren

Männer verdienen deutlich mehr als Frauen

Die BBC hat erstmals die Gehälter ihrer Top-Moderatoren in Radio und Fernsehen veröffentlicht. Demnach verdienen 96 Mitarbeiter der öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Großbritannien mehr als 150 000 Britische Pfund (knapp 170 000 Euro) im Jahr. Für Kritik sorgte, dass Zweidrittel derjenigen, die bei der BBC am meisten verdienen, Männer sind. Auch Menschen mit Migrationshintergrund schneiden verhältnismäßig schlecht ab. Das höchste Gehalt bei der BBC bezieht demnach der TV-Moderator Chris Evans: Er bekam im vergangenen Jahr ein Gehalt von umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro. Die am besten verdienende Frau bei der BBC ist die TV-Moderatorin Claudia Winkleman - sie erhält ein jährliches Salär zwischen umgerechnet rund 509 000 und 565 000 Euro. Die hohen Gehälter für die BBC-Moderatoren verteidigte Generaldirektor Tony Hall. "Die große Mehrheit der Öffentlichkeit will, dass die BBC versucht, die besten Talente für ihre Programme zu haben."

Leichnam von Salvador Dalí wird exhumiert

DNA soll Vaterschaft klären

Der Leichnam des legendären spanischen Surrealismus-Künstlers Salvador Dalí wird exhumiert. Knapp drei Jahrzehnte nach seinem Tod werde Dalí (1904-1989) aus seiner letzten Ruhestätte in seinem "Theater-Museum Dalí" in Figueres geholt, teilte die Gala-Salvador-Dalí-Stiftung mit. Ein Richter in Madrid hatte im Juni die Exhumierung des Leichnams zur Klärung einer Vaterschaftsklage angeordnet. Die Klage war von einer Frau aus dem katalanischen Gerona eingereicht worden. Sie versichert, ihre Mutter habe Mitte der 1950er Jahre eine heimliche Liebesbeziehung zu Dalí gehabt. Ein DNA-Abstammungs-Gutachten soll klären, ob der Künstler wirklich der Vater ist.

Filmtrilogie über NSU-Terror erhält Kirchenpreis

Gabriela Sperl habe inhaltlich wie ästhetisch herausragende Filme produziert

Für ihr Großprojekt "Mitten in Deutschland: NSU" erhält die Produzentin Gabriela Sperl in diesem Jahr den Sonderpreis der Jury des Robert Geisendörfer Preises der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Damit würdigt die Jury unter dem Vorsitz von Kirchenpräsident Volker Jung das Engagement Sperls bei der Aufarbeitung rechter Gewalt. Das Ergebnis seien "drei inhaltlich wie ästhetisch hervorragende Filme, die nun den Maßstab setzen für die fiktionale Auseinandersetzung mit diesem Thema und seine Aufarbeitung". Der Robert Geisendörfer Preis wird für Hörfunk- und Fernsehsendungen aus allen Programmsparten verliehen, die das persönliche und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken und zur gegenseitigen Achtung der Geschlechter beitragen. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober beim Bayerischen Rundfunk in München statt.

Fall Yücel: WeltN24 legt Verfassungsbeschwerde ein

"Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen"

Die WeltN24 GmbH hat in der Türkei Verfassungsbeschwerde gegen die Untersuchungshaft für den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel eingelegt. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der fortdauernden Inhaftierung und der damit einhergehenden Verletzung der Pressefreiheit des Verlags. "Wir werden alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, die uns zur Verfügung stehen, um die Berichterstattungsfreiheit unseres Korrespondenten wie auch des Verlags zu verteidigen", sagte die Geschäftsführerin der WeltN24 GmbH, Stephanie Caspar. Die Vorwürfe gegen Yücel nannte sie abwegig. Der Journalist war im Februar unter Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft genommen worden. Auch die Bundesregierung fordert seine Freilassung und hat gestern angekündigt Deniz Yücels Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu unterstützen.

Bregenzer Festspiele beginnen mit "Carmen"

Karten sind bereits ausverkauft

Mit dem Opern-Klassiker "Carmen" starten die Bregenzer Festspiele am Abend in ihre 72. Saison. Das Werk von Georges Bizet wird auf der bekannten Seebühne gezeigt, inszeniert von dem aus Dänemark stammenden Regisseur Kasper Holten.
Rund vier Wochen lang ist die Oper um leidenschaftliche Liebe und spektakulären Stierkampf am österreichischen Bodenseeufer zu sehen - auf die Zuschauerränge passen pro Vorstellung 6980 Besucher. Die Karten sind nach Angaben der Veranstalter ausverkauft. Ein weiterer Höhepunkt des Festivals ist die Oper im Festspielhaus. Dort wird in diesem Jahr das selten gespielte Werk "Moses in Ägypten" von Gioachino Rossini gezeigt. Die Premiere ist am 20. Juli.

"Despacito" ist meistgestreamter Song aller Zeiten

Lateinamerikanischer Hit führt seit Wochen die US-Singlecharts an

Mehr als 4,6 Milliarden Mal weltweit haben Nutzer von Streaming-Plattformen den Song "Despacito" abgespielt - der lateinamerikanische Hit ist damit das neue meistgestreamte Lied aller Zeiten. Der Song der puerto-ricanischen Künstler Luis Fonsi und Daddy Yankee überholte gemeinsam mit dem von Justin Bieber begleiteten Remis den Hit "Sorry". Diesen hatte Bieber 2015 herausgebracht, er wurde 4,38 Milliarden Mal gestreamt. "Despacito" wurde im Januar veröffentlicht und führt seit Wochen die US-Singlecharts an. Streaming-Plattformen hätten dabei geholfen, dass seine Musik jede Ecke der Welt erreiche, sagte Fonsi in einer Mitteilung.

Reporter ohne Grenzen eröffnet Büro in Taipeh

Nichtregierungsorganisation hat erstes Büro in Asien eröffnet

Als Grund für die Standortwahl Taiwan gab die Organisation Reporter ohne Grenzen die selbst erstellte jährliche Rangliste der Pressefreiheit an. Demnach ist Taiwan für Journalisten das freieste Land des Kontinents. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für das Asienbüro stand zunächst Hongkong im Fokus. Die Situation für Journalisten in Hongkong habe sich aber aufgrund der zunehmenden Einflussnahme Pekings in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert. "Die Lage ist in Taipeh für unsere Mitarbeiter viel sicherer", sagte der Generalsekretär der Organisation. Taiwan liegt in der Rangliste für Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 45 von 180 Ländern, Hongkong auf Platz 73 und China auf dem fünftletzten Platz

Spaenle: Haus der Kunst ist schwieriges Erbe

Bayerns Kultusminister eröffnete ein Symposium zur Architektur des Gebäudes

Der CSU-Politiker hat das Haus der Kunst in München zwar als eines der "wichtigsten
Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst weltweit" bezeichnet. Gleichzeitig sehe er die Herausforderungen, so Spaenle. Das Gebäude, das vor 80 Jahren als "Haus der Deutschen Kunst" von Adolf Hitler eröffnet worden war, sei sich seines "schwierigen Erbes" bewusst und stelle sich seiner Verantwortung offensiv. Vor diesem Hintergrund müsse auch die Herausforderung gesehen werden, das Gebäude zu sanieren und neu zu positionieren, sagte der Minister. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Sanierung und die Neuausrichtung für München und die ganze internationale Kunstwelt einen hohen Mehrwert erbringen werden. Parallel gehe es darum, die Organisationsstruktur zukunftsfest zu machen.

Ehren-Leopard für Todd Haynes

Filmfestival Locarno zeichnet US-Regisseur für sein "einzigartiges Universum" aus

Der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Todd Haynes wird beim diesjährigen Internationalen Filmfestival Locarno mit einem Ehren-Leoparden ausgezeichnet. Der 56-Jährige erhält im Rahmen der 70. Ausgabe des Schweizer Festivals den "Pardo d'onore Manor" für sein Werk. In seinen Figuren lebe "die Magie des großen Kinos" wieder auf, begründete der künstlerische Direktor Carlo Chatrian die Entscheidung. Haynes schaffe es, ein "einzigartiges Universum" mit seinen Filmen entstehen zu lassen und dabei die amerikanische sowie die europäische Kinokultur zu vereinen. Filmemacher und Produzent Haynes wurde bereits mehrfach bei großen Festivals ausgezeichnet. Mit der fiktiven Bob-Dylan-Biografie "I'm Not There" gewann Haynes 2007 den Großen Preis der Jury der Filmfestspiele von Venedig. Die Romanverfilmung "Carol" mit Cate Blanchett in der Hauptrolle war für sechs Oscars nominiert. Das Festival von Locarno findet vom 2. bis zum 12. August statt.

Audrey Hepburn bekommt Denkmal in Brüssel

Statue der belgischen Schauspielerin zieht aus der Schweiz nach Brüssel um

Eine Statue, die sich derzeit im schweizerischen Dorf Tolochenaz befinde, soll in den Brüsseler Stadtteil Ixelles umziehen, berichtet die belgische Zeitung "Grenzecho". Hepburn, gebürtig Audrey Kathleen Ruston, wurde im Brüsseler Stadtteil Ixelles geboren und verbrachte dort die ersten neun Jahre ihres Lebens. Das Denkmal soll in Ixelles einige Straßen von Hepburns Wohnhaus aufgestellt werden. Hepburn wurde wurde durch Filme wie "Ein Herz und eine Krone", bei dem sie 1953 mit Gregory Peck auf einer Vespa durch Rom rauschte, oder "Ein süßer Fratz", in dem sie 1957 mit Fred Astaire durch Paris tanzte, berühmt.

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