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Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. Juli 2017

Grütters kritisiert geplante Neuausrichtung der FFA

Verantwortung zur Förderung kulturell anspruchsvoller Filme gelte für alle Förderer

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hält die angestrebte zukünftig sehr viel stärkere Ausrichtung der Filmförderungsanstalt (FFA) an rein wirtschaftlichen Kriterien bei der Entscheidung über die Förderung eines Films für falsch. Das gab sie in einer Pressemitteilung bekannt. Anlass ist ein Beschluss der FFA zu veränderten Förderleitlinien, wonach unter anderem grundsätzlich nur noch Spielfilme gefördert werden sollen, die ein Potential von 250.000 Zuschauern erreichen und über 2,5 Millionen Euro Produktionskosten haben. Im Jahr 2016 hatten von 250 deutschen Filmen nur 21 Produktionen mehr als 250.000 Zuschauer. Ein solcher Förderansatz werde dem deutschen Kinofilm als Kultur- und Wirtschaftsgut in seiner Vielfalt nicht gerecht, so Grütters.

DuMont prüft Schritte gegen "Deutschland-Kurier"

Das Layout der AfD-nahen Wochenzeitung ähnele dem des "Berliner Kuriers"

Die DuMont-Mediengruppe prüft rechtliche Schritte gegen die AfD-nahe Wochenzeitung "Deutschland-Kurier". Grund dafür ist offenbar eine Ähnlichkeit zwischen dem Layout des Blattes und dem des "Berliner Kuriers". Der "Deutschland-Kurier" und sein Onlineauftritt stünden in keinerlei Verbindung zum "Berliner Kurier", erklärte die DuMont- Mediengruppe: "Es werden alle juristisch möglichen Schritte geprüft, um gegen diese offensichtlich rechtspopulistische Vereinnahmung des 'Berliner Kurier' vorzugehen." Der "Deutschland-Kurier" wies die Vorwürfe einem Medienbericht zufolge zurück. Die Wochenzeitung soll heute erstmals mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren erscheinen und zunächst kostenlos in Berlin verteilt werden. Folgen sollen Großstädte wie Stuttgart, Dresden und Köln. Herausgeber ist die rechtskonservative "Vereinigung zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten". Der Verein hatte im vergangenen Jahr bereits das kostenlose "Extrablatt" gedruckt und darin für die AfD geworben.

Deutsche Schauspielstars setzen Akzente in Locarno

Internationales Filmfestival findet zum 70. Mal statt

Deutsche Schauspielprominenz wird deutliche Akzente beim 70. Internationalen Filmfestival in Locarno setzen, das vom 2.-12.Augsut stattfinden wird. Johanna Wokalek spielt die Hauptrolle in "Freiheit", einem Familiendrama von Regisseur Jan Speckenbach. Er bewirbt sich neben 17 anderen Filmen aus aller Welt um den begehrten Goldenen Leoparden, den Hauptpreis des schweizerischen Festivals am Lago Maggiore. Es zählt nach Cannes, Venedig und Berlin zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Jürgen Vogel wird als "Iceman" zu sehen sein. Der Spielfilm erzählt eine frei erfundene Geschichte um den Tod der als Ötzi bekannt gewordenen Gletschermumie. Regisseur Felix Randau und sein Hauptdarsteller zeigen den Film außerhalb des Wettbewerbs auf der Piazza Grande von Locarno, wo auch Regisseur Jan Zabeil "Drei Zinnen" mit Alexander Fehling vorstellt. Die nächtlichen Freiluftaufführungen für jeweils etwa 8000 Zuschauer auf der Piazza Grande dürften auch in diesem Jahr zu den Höhepunkten in Locarno zählen. Der dort vergebene Publikumspreis ist nach dem Goldenen Leoparden der begehrteste des Filmfestivals.

Südafrikanischer Jazzmusiker Ray Phiri gestorben

Er starb im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung

Der südafrikanische Jazzmusiker Ray Phiri ist tot. Der Sänger und Gitarrist sei heute an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, teilte die Regierung mit. "Er war ein Musikgigant. Dies ist in der Tat ein gewaltiger Verlust für Südafrika und die Musikindustrie als Ganzes", erklärte Präsident Jacob Zuma. Auch andere Politiker und musikalische Weggefährten drückten ihr Bedauern über den Tod Phiris aus, der stilsicher Jazzfusion und ursprüngliche südafrikanische Rhythmen miteinander verwob. Besonders in Zeiten der Apartheid war seine Musik bei vielen Südafrikanern beliebt. Zu den bekanntesten Alben von Phiris Band Stimela gehörten "Fire, Passion and Ecstasy" und "Listen and Decide". Als Gitarrist war er mit Paul Simon während dessen "Graceland"-Tour in den 1980ern unterwegs. Phiri wurde 70 Jahre alt.

Erdogan legt gegen Schmähgedicht Berufung ein

Der türkische Präsident will auch die sechs erlaubten Gedichtzeilen verbieten lassen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts im Fall um das Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann Berufung eingelegt. Das geht laut Medienberichten aus einem Antrag von Erdogans Anwalt Mustafa Kaplan hervor, der dem "Spiegel" vorliegt. Das Gericht erklärte im Februar die meisten Passagen des Gedichts für unzulässig. Lediglich sechs Zeilen gelten als von der Meinungsfreiheit gedeckt. Erdogan will jetzt auch diese letzten Zeilen verbieten lassen. Böhmermann trug das Gedicht im März 2016 in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" vor. Es unterstellt Erdogan dem Wortlaut zufolge sadistische und perverse Züge. Auch Böhmermann ging gegen das LG-Urteil bereits beim Oberlandesgericht Hamburg in Berufung. Es handele sich um Satire, die von der Kunstfreiheit gedeckt sei und es sei nicht zulässig, das Gesamtkunstwerk in erlaubte und nicht erlaubte Passagen zu zerstückeln. Auf diesen Schritt reagierte Erdogan nun mit der sogenannten Anschlussberufung.

Femen stört Woody Allen-Konzert in Elbphilharmonie

Aktivistinnen verweisen mit barbusigem Protest auf Missbrauchsvorwürfe gegen Allen

Zwei Aktivistinnen der Frauenrechtsorganisation Femen haben am Dienstagabend kurzzeitig ein Konzert des berühmten US-Regisseurs Woody Allen in der Hamburger Elbphilharmonie gestört. Femen veröffentlichte im sozialen Netzwerk Facebook ein Video der Aktion, auf dem eine der Frauen mit nacktem Oberkörper auf der Bühne zu sehen war. Auch ein Sprecher des Konzerthauses bestätigte den Vorfall. Auf der kurzen Filmaufnahme war zu sehen, wie die Aktivistin die Arme in die Höhe reckte und etwas rief, bevor sie von der Bühne geführt wurde. Der dazu von Femen veröffentlichten Erklärung zufolge wollten die Frauen mit ihrer Aktion auf die gegen Allen erhobenen Missbrauchsvorwürfe hinweisen. "Femen missbilligt, dass die Elbphilharmonie einem Pädophilen eine Bühne bietet." Allens Adoptivtochter Dylan Farrow war vor mehr als drei Jahren mit entsprechenden Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen und hatte ihn beschuldigt, sie als Kind sexuell missbraucht zu haben. Der Filmemacher wies die Anschuldigungen vehement zurück. In der Elbphilharmonie spielte der US-Starregisseur mit seiner Band.

Japanischer YouTube-Star wirbt für UN

"PPAP" mit neuem Text für Armutsbekämpfung, Gesundheit und Bildung

Mit einem Klamauk-Song über einen fiktiven Ananas-Apfel-Stift wurde der japanische Künstler Piko Taro zum YouTube-Star - jetzt steht er im Dienste des Außenministeriums seines Landes. In einem neuen Video singt Piko Taro zur Melodie seines Hits "Pen Pineapple Apple Pen", kurz "PPAP" einen neuen Text, der auf die globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aufmerksam machen soll: Armutsbekämpfung, Gesundheit und Bildung. In dem neuen Promotion-Video im Dienste des japanischen Außenministeriums steht PPAP diesmal für "Public-Private Action for Partnership". Mitte des Monats wird der Komiker an der Seite von Außenminister Fumio Kishida bei einem Treffen zu dem Thema am UN-Hauptsitz in New York erscheinen, wie japanische Medien berichteten. Das Original wurde inzwischen mehr als 122 Millionen mal aufgerufen. Das 45-Sekunden-Lied hält auch den Rekord für den kürzesten Song, der es jemals in die US-Hitparade geschafft hat.

Festnahmen nach Goldmünzen-Diebstahl in Berlin

Razzia im Stadtteil Neukölln war erfolgreich - Verbleib der Münze bislang unklar

Dreieinhalb Monate nach dem spektakulären Diebstahl einer 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Es gebe deutliche Anhaltspunkte, dass die beiden Festgenommenen identisch mit zwei Personen auf den Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras seien, sagte ein Polizeisprecher. Ein Spezialeinsatzkommando war ausgerückt und durchsuchte mehrere Wohnungen im Stadtteil Neukölln. Außerdem wurde ein Auto sichergestellt. Zum Verbleib der Münze konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Diebe hatten im März eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. aus dem Museum gestohlen, indem sie am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen waren. Eine Leiter und eine Schubkarre ließen sie in der Nähe stehen. Das gestohlene Stück namens "Big Maple Leaf", 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Allein das Material - reinstes Gold - ist geschätzt etwa 3,7 Millionen Euro wert. Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, waren nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

Einziges Deutschlandkonzert von U2 in Berlin

Irische Rockmusiker im Olympiastadion

Die Rockband "U2" gastiert im Rahmen ihrer "The Joshua Tree"-Tour heute Abend (20.40 Uhr) in Berlin. Es ist das einzige Deutschlandkonzert der Band um Frontmann Bono (57). Im Berliner Olympiastadion fühlen sich die irischen Musiker anscheinend wohl: Es ist nach 1993, 2005 und 2009 bereits ihr vierter Open-Air-Auftritt dort. Mit der Welttournee feiern U2 das 30-jährige Jubiläum ihres legendären Albums "The Joshua Tree" mit Hits wie "With Or Without You" und "Where The Streets Have No Name". Die mehr als 70 000 Besucher im ausverkauften Olympiastadion bekommen auch eine ganz besondere Vorgruppe zu sehen: Der ehemalige Oasis-Sänger Noel Gallagher (50) spielt mit seiner neuen Formation Hits aus den beiden Alben "Noel Gallagher's High Flying Birds" und "Chasing Yesterday".

Eastwood castet echte "Thalys-Helden"

Verfilmung der Terrorattacke im Schnellzug Amsterdam-Paris

Clint Eastwood (87) heuert für seinen Film über eine vereitelte Terrorattacke keine Schauspieler, sondern die drei als "Thalys-Helden" gefeierten Amerikaner an. Die Soldaten Spencer Stone und Alek Skarlatos sowie der Student Anthony Sadler werden sich in dem Film "The 15:17 To Paris" selbst spielen, wie das Studio Warner Bros. mitteilte. Es geht um einen Vorfall im August 2015 an Bord eines Hochgeschwindigkeitszuges auf dem Weg von Amsterdam nach Paris. Den amerikanischen Freunden war es mit Hilfe anderer Passagiere gelungen, einen schwer bewaffneten Angreifer zu überwältigen, als dieser auf Reisende schießen wollte. Der Film handelt demnach von der langen Freundschaft des Trios und ihrem mutigen Eingreifen in dem Zug. Als weitere Darsteller wirken unter anderem die Schauspieler Jenna Fischer, Judy Greer und Ray Corasani mit. Oscar-Preisträger Eastwood hatte zuletzt mit dem Drama "Sully" die wahre Geschichte eines Piloten (Tom Hanks) erzählt, dem 2009 auf dem New Yorker Hudson River eine spektakuläre Notwasserung gelungen war. Davor drehte er das Drama "American Sniper" über den hochdekorierten US-Scharfschützen Chris Kyle.

Wim Wenders erhält Hans-Ehrenberg-Preis

Auszeichnung der evangelischen Kirche für seinen künstlerischen Stil

Der Regisseur Wim Wenders erhält den Hans-Ehrenberg-Preis der evangelischen Kirche in Bochum. Der 71-Jährige werde für einen künstlerischen Stil geehrt, "der Freiraum lässt für das, was unverfügbar ist", erklärte der Superintendent des Kirchenkreises Bochum, Gerald Hagmann, in Bochum zur Begründung. Die Bilder, die Wenders schaffe, laden nach seine Worten "dazu ein, das Bilderlose mitzudenken, das Heilige im Weltlichen".Die Laudatio auf den Regisseur, Autor, Produzenten und Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg hält der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm. Die Verleihung der mit 5.000 Euro dotierten Auszeichnung findet am 17. September in der Christuskirche in Bochum statt. Der Hans-Ehrenberg-Preis wird an Persönlichkeiten und Organisationen vergeben, "die protestantische Positionen in öffentlicher Auseinandersetzung vertreten".

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Fazit

Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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