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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. Juli 2017

Welterbestätte Nationalpark Comoé außer Gefahr

Unesco streicht westafrikanischen Park von Roter Liste

Die Unesco-Welterbestätte des Nationalparks Comoé in der Elfenbeinküste ist außer Gefahr. Dies entschied das Welterbe-Komitee auf seiner Sitzung in Krakau und nahm die westafrikanische Stätte von seiner Roten Liste. Die Elfenbeinküste habe erfolgreiche Schutzmaßnahmen eingeführt, hieß es in der Begründung der Experten. Elefanten und Schimpansen würden sich dort nun wieder fortpflanzen. Der Comoé Nationalpark gehört laut Unesco zu den größten geschützten Gebieten Westafrikas und zeichnet sich insbesondere durch seine Pflanzenvielfalt aus. 1983 erhielt der Park den Unesco-Titel. Wegen Wilderei und Überweidung nahm ihn das Welterbe-Komitee 2003 in die Liste gefährdeter Stätten auf. Bis zum 12. Juli diskutiert das Gremium in Polen über gefährdete Orte sowie die Aufnahme neuer Natur- und Kulturstätten in die begehrte Unesco-Liste.

Aktion von Gruner+Jahr für Pressefreiheit

Riesenbanner gegenüber der Elbphilharmonie

Im Hamburg werden die Teilnehmer des G20-Gipfels mit einer Kampagne des Verlagshauses Gruner+Jahr  für die Meinungs- und Pressefreiheit begrüßt: Am Verlagsgebäude hängen fünf große Plakate gegenüber der Elbphilharmonie, wo die 20 Staatschefs, also auch die Herren Erdogan, Trump und Putin am Freitagabend ein Konzert besuchen werden. Auf den Riesenbannern sind fünf Chefredakteure von Gruner+Jahr eingesperrt hinter den Worten Fragen, Kritik, Meinung, Worte und Fakten. Die Botschaft von Geo-Chefredakteur Christoph Kucklick hinter Gittern lautet z.B.: „Fakten dürfen nicht vom Staat diktiert werden."

Ravensburg restauriert alte Theaterkulissen

Illusionsbauten über Jahrzehnte unentdeckt

Die Stadt Ravensburg will mehr als 340 historische Theaterkulissen restaurieren lassen und investiert rund eine Million Euro in den Erhaltung der Sammlung, die 135 Leinwände und rund 200 Stellbilder umfasst. Entdeckt wurden die Bühnenbilder, die etwa das mittelalterliche Heidelberg, einen antiken Tempel oder Neapel zeigen, erst vor einigen Jahren. Zuvor lagerten sie jahrzehntelang im Kulissenhaus der Stadt. Sie stammen aus den Jahren 1902 bis 1910 - nach einem Brand im Stuttgarter Hoftheater gastierten die Theatermacher damals für knapp zehn Jahre in Ravensburg. Gemalt wurden sie unter der Leitung des Künstlers Wilhelm Plappert, der von 1890 bis 1913 Hoftheatermaler in Stuttgart war.

Pro Quote fordert "die Hälfte der Macht" für Frauen

FAZ und SZ weiterhin fest in Männerhand

Der Verein Pro Quote fordert, die Hälfte der Führungspositionen in den deutschen Medien ab sofort mit Frauen zu besetzen. Bislang lag die Forderung bei 30 Prozent. Nur drei Leitmedien seien dieser Aufforderung aber bislang nachgekommen, die Mehrheit der Printmedien, darunter die FAZ und die SZ, lägen "beschämend weit unter dieser Minimalforderung", so die Pro-Quote-Vorsitzende Maren Weber. "Aus dem Sport wissen wir: Ein fauler Muskel muss trainiert werden, damit er sich kraftvoll bewegt". Aus diesem Grund laute das Ziel nun noch ambitionierter die "Hälfte der Macht". Der Verein hatte 2012 angekündigt, sich aufzulösen, sollte das Ziel erreicht werden. "Wir wären gerne überflüssig, aber wir sind es leider nicht", sagte Weber.

Raub im Bode-Museum: Kameramitschnitt veröffentlicht

Drei Gestalten auf dem Weg zur Gleisbrücke

Auf der Suche nach den Dieben einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze hat die Berliner Polizei Aufnahmen von Überwachungskameras veröffentlicht und eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Die Bilder zeigen drei schwarz gekleidete Menschen mit verhüllten Gesichtern am S-Bahnhof Hackescher Markt. Die Diebe waren von der Gleisbrücke aus in das Bode-Museum eingebrochen. Die Polizei hofft, dass jemand die Gezeigten erkennt oder weiß, wer die Tatwerkzeuge - Axt, Schubkarre, Türkeil und ein Brett mit Rollen - kaufte. Die kanadische Goldmünze "Big Maple Leaf" gehört zur Sammlung des Münzkabinetts und hat einen Nennwert von einer Million in kanadischen Dollar (rund 675.000 Euro). Der Materialwert des Golds liegt um ein Vielfaches höher.

Frankreich öffnet Archive zum Barbie-Prozess

Ministerien: Für die "Erinnerungsarbeit", gegen das "Vergessen"

30 Jahre nach der Verurteilung des Lyoner Gestapo-Chefs Klaus Barbie öffnet Frankreich die Archive zu dem Prozess. Damit solle die "Erinnerungsarbeit" gefördert und gegen "Revisionismus und Vergessen" gekämpft werden, erklärten die französischen Ministerien für Justiz und Kultur. Auch solle das "Verständnis des Prozesses" vorangebracht werden. Der Prozess gegen den "Schlächter von Lyon" ist einer der wenigen in Frankreich, die gefilmt wurden. Ein Gericht in Lyon hatte Barbie in der Nacht auf den 4. Juli 1987 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Gestapo-Chef wurde wegen Massenverhaftungen von Juden und wegen der Deportation von Juden in das NS-Vernichtungslager Auschwitz schuldig gesprochen. Er starb vier Jahre später im Alter von 77 Jahren im Gefängnis.

Ehrenpreis für US-Schauspieler Brody in Locarno

Filmfestival: Einer der "vielseitigsten Schauspieler der Gegenwart"

US-Schauspieler Adrien Brody (44) wird beim Filmfestival in Locarno in der Schweiz geehrt. Er erhält am 4. August den "Leopard Club Award 2017". Brody ("Der Pianist") sei einer der brillantesten Darsteller des amerikanischen Kinos und weit über Hollywood hinaus einer der vielseitigsten Schauspieler der Gegenwart. Er werde den Preis persönlich entgegennehmen. Der Preis wird vom Leopard Club Award-Verein zur Unterstützung des Festivals vergeben. In den vergangenen Jahren ging er an Faye Dunaway, Mia Farrow, Andy García und zuletzt an Stefania Sandrelli.

Jay-Z prangert Diskriminierung von Schwarzen an

Auch andere Prominente kritisieren auf Video Rassismus in den USA

Rapper Jay-Z (47) hat ein Video veröffentlicht, in dem mehrere Prominente Diskriminierung schwarzer Menschen in den USA kritisieren. "Schwarz zu sein in Amerika ist so, als ob man sich in einer engen, zusammengepressten Box befindet, die auf dem Grund eines Ozeans verankert ist und auf die permanent 10 000 Pfund Gewicht drücken", sagt etwa Schauspieler Michael B. Jordan (30) in dem knapp neunminütigen Clip, der seit Montag auf Jay-Zs eigenem Streamingdienst Tidal zu sehen ist. Das Video mit dem Titel "Footnotes for 'The Story of O.J.'", ist offensichtlich eine Ergänzung zu Jay-Zs Song, der auf den des Mordes beschuldigten Ex-Footballstar O.J. Simpson anspielt. Das neue Album "4:44" gilt als bisher persönlichste Platte des Rappers Jay-Z.

Filmdiva Gina Lollobrigida feiert 90. Geburtstag

"La Lollo" arbeitete auch als Fotografin und Bildhauerin

In ihrer langen Karriere hat sich die Schauspielerin Gina Lollobrigida nie auf ein Metier festlegen lassen - ob als Kino-Ikone, Sexsymbol, Fotojournalistin, Bildhauerin oder UN-Botschafterin. Am 4. Juli 1927 in dem Örtchen Subiaco östlich von Rom geboren, gewann sie schon als Dreijährige einen Wettbewerb als schönstes Kleinkind. Nach dem Zweiten Weltkrieg geht sie in die Hauptstadt, will Malerei und Bildhauerei studieren und schlägt sich mit Statistenrollen und Kohlezeichnungen von Gästen in den Lokalen durch. Zum Film kommt sie eher zufällig: 1946 wird sie auf der Straße entdeckt, 1947 vom Produzenten Mario Costa für den Film "Opernrausch" engagiert. In über 60 Filmen hat sie mitgewirkt und später noch mit der Fotokamera und dem Bildhauerspachtel eine zweite und dritte Karriere gemacht. Nebenbei engagierte sie sich für eine bessere Welt und wurde zur Unicef- und FAO-Botschafterin berufen.

Mexikanischer Künstler José Luis Cuevas ist tot

Maler, Bildhauer und Schriftsteller wurde 83 Jahre alt

Woran er starb, wurde nicht bekannt gegeben. Als Künstler Mexikos und der Welt werde José Luis Cuevas immer als Sinnbild für Freiheit, Schaffenskraft und Universalismus in Erinnerung bleiben, teilte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Cuevas galt als bekanntester Vertreter der "Generation des Bruchs" in den 1950er Jahren, die sich vom Muralismus und der politischen und nationalistischen Kunst dieser Epoche lossagte. Unter anderem stellte er im Kunstzentrum Königin Sofia in Madrid sowie im Pariser Museum für Moderne Kunst aus und erhielt zahlreiche internationale Preise.

US-Dramatiker Neil Simon wird 90

"König des Broadway" wurde von älterem Bruder entdeckt

Einer der erfolgreichsten Dramatiker der Welt, der New Yorker Neil Simon, wird heute 90 Jahre alt. Er hat Dutzende Theaterstücke und Filme geschrieben. Das Komikerduo Jack Lemmon und Walter Matthau verhalf Neil Simon schließlich zum Welterfolg. In der Verfilmung von "Ein seltsames Paar" von 1968 spielen beide Schauspieler ein Ehepaar. Simon sammelte mehr Nominierungen für Oscars und Tonys als jeder andere Dramatiker. 1983 wurde sogar ein ganzes Broadway-Theater nach ihm benannt. Sein älterer Bruder Danny hatte ihn früh als Autor entdeckt. Gemeinsam schrieben die beiden Sketche für Radio und Fernsehen. Auch in Deutschland gehören Simons Werke zum beliebten Repertoire von Theater und Film.

Schlagerstar Chris Roberts gestorben

Sänger war kurz vor seinem Tod noch staatenlos

Der Schlagerstar Chris Roberts ist tot. Er starb bereits am Sonntag im Alter von 73 Jahren in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen einer Krebserkrankung. Chris Roberts, ein studierter Ingenieur, der eigentlich Christian Klusacek hieß, feierte in den 70er Jahren einen Erfolg nach dem anderen. Bekannt wurde er unter anderem durch die Hits "Du kannst nicht immer 17 sein" und "Ich bin verliebt in die Liebe". Roberts wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, insgesamt verkaufte er rund elf Millionen Schallplatten. Mehr als 20 seiner Titel landeten in den Charts. Der gebürtige Münchner hatte erst seit wenigen Monaten einen deutschen Pass. Er war staatenlos, weil er 1944 in Nazi-Deutschland als Sohn einer deutschen Mutter und eines jugoslawischen Vater zur Welt gekommen war. Die Eltern durften in der NS-Zeit nicht heiraten, so dass in Roberts' Geburtsurkunde der Vermerk "ungeklärte Staatsangehörigkeit" eingetragen wurde.

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