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Kulturnachrichten

Donnerstag, 28. Juli 2016

ARD verändert Profil der Senderfamilie

"Einsfestival" heißt künftig "One - Eins für Euch"

Die ARD arbeitet weiter am Profil ihres Angebots. Der vom WDR verantwortete Fernsehsender Einsfestival ändert ab 3. September seinen Namen und heißt künftig "One". Ergänzt wird der Name durch den Claim: "One - Eins für Euch", teilte der Sender in Köln mit. Wichtigste Zielgruppe von "One" sind die "jüngeren Zuschauer zwischen 30 und 49 Jahren", so der WDR. Ihnen sollten vor allem internationale Serien, Musikfestivals, Rote-Teppich-Events und Sport-Highlights geboten werden. Das Design von "One" soll "bunt und vielfältig" sein und an das erst vor einigen Monaten eingeführte Einsfestival-Design anknüpfen. Zu den aktuellen One-Programmhighlights zählen der amerikanische Late-Night-Hit "The Tonight Show Starring Jimmy Fallon", die australische Krimiserie "Miss Fishers mysteriöse Mordfälle", die Emmy-prämierte US-Serie "Nurse Jackie" und das eigenproduzierte Gossip-Magazin "Shuffle" mit Lena Liebkind.

Sibelius bleibt Theaterintendant in Trier

Im neuen Vertrag ist eine Doppelspitze vorgesehen

Trotz Budgetüberschreitungen in Millionenhöhe bleibt Karl Sibelius Theaterintendant in Trier. Ein entsprechender Vertrag mit einer Laufzeit bis Juli 2020 sei heute unterzeichnet worden, berichtete die Stadt. Der bisherige Vertrag wäre zum Monatsende ausgelaufen. In dem neuen Vertrag ist eine Doppelspitze mit Generalintendant und kaufmännischem Direktor vorgesehen. Der Steuerungsausschuss, ein städtisches Gremium, hatte das Vertragsangebot an Sibelius gestern abend mit großer Mehrheit beschlossen. Trier hatte dem Intendanten im Juni die kaufmännische Leitung entzogen. Das Theater hatte im vergangenen Jahr ein Minus von 1,3 Millionen Euro gemacht. Einer Prognose zufolge soll das Budget in diesem Jahr in gleicher Höhe überzogen werden. Sibelius ist seit August 2015 Intendant. Das Theater hatte zuletzt auch mit einem Besucherrückgang zu kämpfen, das Programm wurde daher überarbeitet.

Ein Dürer vom Flohmarkt

Rückgabe an Staatsgalerie Stuttgart

Auf einem Flohmarkt im französischen Sarrebourg hat ein Sammler einen echten Kupferstich von Albrecht Dürer (1471-1528) entdeckt und der Staatsgalerie Stuttgart zurückgegeben. Das Blatt mit der hoheitsvollen Mutter Gottes wurde in der Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste als Kriegsverlust geführt, wie die Staatsgalerie mitteilte. Vermutlich sei das auf 1520 datierte Werk bereits an seinem Auslagerungsort in der französischen Besatzungszone nach Kriegsende 1945 gestohlen worden. Der Kupferstich zeigt Maria mit dem Kind, gekrönt von einem Engel. Auf der Rückseite trägt es den Stempel der Staatsgalerie.

Wim Wenders mit neuem Film beim Festival in Venedig

Deutsche Beiträge für den Goldenen Löwen

Der deutsche Regisseur Wim Wenders geht mit seinem Film "Les beaux jours d'Aranjuez" ins Rennen um den Goldenen Löwen beim Filmfestival von Venedig. Die deutsch-französische Co-Produktion ist einer von fünf Filmen mit deutscher Beteiligung im Wettbewerb. Insgesamt wurden 20 Filme nominiert, wie aus dem heute in Rom vorgestellten Programm hervorgeht. 1982 hatte Wenders für seinen Film "Der Stand der Dinge" den Goldenen Löwen gewonnen. Eröffnet werden die 73. Filmfestspiele von Venedig von Damien Chazelles "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone. Das Festival auf dem Lido beginnt dieses Jahr am 31. August und endet am 10. September.

Klassischer finnischer Komponist Rautavaara ist tot

Rautavaara starb im Alter von 87 Jahren

Der international renommierte finnische Komponist Einojuhani Rautavaara ist im Alter von 87 Jahren gestern an den Komplikationen einer Operation gestorben, wie die Plattenfirma Ondine heute mitteilte. Rautavaara sei verdientermaßen der erste finnische Komponist nach dem 1957 verstorbenen Jean Sibelius gewesen, der den internationalen Durchbruch geschafft habe, heißt es weiter von der Plattenfirma. Rautavaara komponierte acht Sinfonien, sieben Opern, mehrere Concertos und viele andere Werke. Ein großer Erfolg wurde seine 1994 veröffentlichte siebte Sinfonie "Angel of Light". Aber auch viele seiner anderen Stücke wurden in vielen Ländern der Welt aufgeführt.

Berliner Modewoche im Januar und Juli 2017

Fashion Week-Planungen

Berlin will auch im kommenden Jahr wieder Schaufenster für die Modebranche sein. Die traditionelle Fashion Week zum Jahresauftakt soll vom 17. bis 20. Januar 2017 stattfinden, für den Sommer ist der Termin 4. bis 7. Juli geplant. Das teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft mit. "Der Zusammenschluss der Veranstalter und die gemeinsamen Termine sind wichtige Signale für die Branche", erklärte Senatorin Cornelia Yzer (CDU). Neben den großen Laufsteg-Schauen gibt es rund ein Dutzend Einzelmessen und Modesalons.

Hermann-Kesten-Preis für türkische Journalisten

Dündar und Gül ausgezeichnet

Der diesjährige Hermann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums geht an die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielten "zwei mutige Kämpfer für die Meinungsfreiheit", lobte PEN-Vizepräsident Sascha Feuchert in Darmstadt. Sie stellten sich vehement gegen den Kurs von Präsident Recep Tayyip Erdogan, der die Türkei zu einem autokratischen System umbauen wolle. Der Journalist, Dokumentarfilmer, Buchautor und Chefredakteur der linksliberalen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar (55), wurde im Mai dieses Jahres zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, sein Kollege Erdem Gül (49), Leiter des Hauptstadtbüros der Zeitung, zu fünf Jahren. Als Grund für die Anklagen diente den Behörden ein Bericht der beiden über Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten. Zurzeit sind Dündar und Gül bis zu ihrem Berufungsprozess auf freiem Fuß. Der Preis wird am 17. November in Darmstadt verliehen.

Adolf Hitler im Kreis der Familie Wagner

Wiederaufgetauchte Filmaufnahmen sind zu Forschungszwecken einzusehen

Adolf Hitler privat - in wieder aufgetauchten Filmaufnahmen ist der Diktator in Bayreuth im Kreis der Familie Wagner zu sehen. Das Material ist nun auf CD für Forschungszwecke einzusehen, wie die Direktorin im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Sylvia Krauss heute sagte. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte zunächst über das Filmmaterial berichtet. Die Aufnahmen zeigen Hitler als Privatmenschen in ziviler Kleidung, aufgenommen wohl 1936 von Wolfgang Wagner, dem Enkel des Komponisten Richard Wagner und späteren Festspielleiter. Es handelt sich um zwei Filme. Der erste Streifen ist etwas mehr als vier Minuten lang, der zweite zehn Minuten und 40 Sekunden. Der breiten Öffentlichkeit können sie Krauss zufolge nicht zugänglich gemacht werden, weil auch eine Person zu sehen sei, die noch lebt. Ihre Persönlichkeitsrechte seien zu schützen. Den Nachlass ihres Vaters Wolfgang hatte Festspielleiterin Katharina Wagner dem Archiv 2013 übergeben.

"Pokémon Go"-Jäger auch in Friedensgedenktstätten

Japanische Stadtobere fordern den Betreiber zur Rücksichtsnahme auf

Im "Pokémon Go" Geburtsland Japan geht der Hype soweit, dass die Jagd auf die virtuellen Monster selbst vor den Gedenkstätten der Atombombenopfer in Nagasaki und Hiroshima nicht halt macht. Die Stadtoberen haben daher den Betreiber des Smartphone-Spiels aufgefordert, die Friedensgedenkstätten von den "Pokémon Go"-Jagdgründen auszunehmen. In wenigen Tage finden dort die Gedenkfeiern zum Jahrestag der US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima am 6. August und Nagasaki am 9. August statt. Auch Bahngesellschaften und Atomkraftwerke - so der Gouverneur von Fukushima - schlossen sich an. In Fukushima sind immer noch große Gebiete evakuiert.Es sei nicht gut, dass "Pokémon Go"-Spieler auf der Jagd nach ihren Monstern in solche Gebiete gelangen könnten. Zuvor hatte bereits die Zentralregierung in Tokio eine Kampagne gestartet, um die Bevölkerung zu Vorsicht und angemessenem Benehmen aufzurufen.

Produzent Sandy Pearlman gestorben

Er arbeitete mit The Clash und Patti Smith

Der Rockproduzent Sandy Pearlman ist im Alter von 72 Jahren gestorben. Bekannt wurde er mit der Band Blue Oyster Cult, er arbeitete aber auch mit The Clash, Patti Smith und anderen Punkkünstlern. Sein Bekannter Robert Duncan bestätigte gestern Pearlmans Tod in einem Krankenhaus in Novato in Kalifornien. Er sei seit einem Gehirnschlag voriges Jahr krank gewesen. Der New Yorker war in den 1960er Jahren an der State University of New York in Stony Brook mit Musikern zusammengekommen, die später Blue Oyster Cult gründeten. Für sie buchte er frühe Auftritte und stellte den Kontakt zu Columbia Records her. Pearlman produzierte auch mehrere Alben und den Hit "(Don't fear) the Reaper".

"Mad Magazine"-Comiczeichner gestorben

Jack Davis Porträt von Alfred E.Neumann prägten das Magazin

Der für seine Arbeit für das US-Satiremagazin "Mad" bekannte Comiczeichner Jack Davis ist gestern gestorben, wie sein Schwiegersohn mitteilte. Er wurde 91 Jahre alt. Als junger Künstler verschlug es ihn nach New York, wo er es nach eigenem Bekunden am Anfang nicht leicht hatte.1950, gelang es ihm erstmals, seine Arbeiten an den Verlag EC Comics zu verkaufen. Den Redakteuren im Haus blieb Davis verbunden, als das Trio das Satiremagazin "Mad" aus der Taufe hob. Für sechs weitere Dekaden sollte der Cartoonist Mitglied der "Ungewöhnlichen Gang von Idioten" sein wie es das Blatt selbst ausdrückte. Davis' ausgefallene Karikaturen sowie unzählige Porträts des stets grinsenden "Mad"-Coverboys Alfred E. Neuman prägten die US-Ausgabe des Magazins. Im Laufe seiner Karriere schuf Davis u.a. auch zahlreiche Coverbilder für das "Time"-Magazin, Grafiken und Filmposter, etwa für "American Graffiti" oder "Bananas" von Woody Allen.

Opernprogramm der Salzburger Festspiele wird eröffnet

Auftakt macht heute die Uraufführung "The Exterminating Angel"

Der Komponist der Oper, der Brite Thomas Adès, übernahm selbst die musikalische Leitung. Regie führt Tom Cairns. Die Oper ist ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele. Sie basiert auf dem Drehbuch zu dem Film „Der Würgeengel des spanisch-mexikanischen Filmemachers Luis Buñuel. Es geht um eine Gruppe vornehmer Herrschaften, die nicht in der Lage ist, einen Raum zu verlassen. Eine unsichtbare Grenze scheint sie einzuschließen. Wasser und Nahrung werden knapp, während sich die Gemüter erhitzen und gesellschaftliche Normen nach und nach wegfallen. Die Salzburger Festspiele dauern noch bis zum 31. August. Sie zeigen knapp 200 Aufführungen der Sparten Oper, Schauspiel und Konzert.

Zwei geraubte Gemälde wieder aufgetaucht

Werke von Dalí und Tamara de Lempicka waren sieben Jahren verschollen

Sieben Jahre nach ihrem Raub aus einem niederländischen Museum sind zwei Gemälde des spanischen Künstlers Salvador Dalí und der polnischen Malerin Tamara de Lempicka wieder aufgetaucht. "Wir haben sie wiederbekommen", teilte der renommierte Kunst-Detektiv Arthur Brand heute über Twitter mit. Dalís Gemälde "Jugend" und Lempickas Bild "Die Musikerin" waren am 1. Mai 2009 bei einem bewaffneten Überfall geraubt worden. Wie Brand nun berichtete, dienten die beiden Gemälde später als Bezahlung einer kriminellen Bande - der sei der Besitz jedoch zu heiß geworden, deshalb habe sie sich über einen Mittelsmann an ihn gewandt, sagte der Detektiv der Zeitung "De Telegraaf". Er habe die beiden Kunstwerke inzwischen der britischen Polizei übergeben, die mit den eigentlichen Besitzern Kontakt aufgenommen habe.

Longlist des Man Booker Prize vorgestellt

Nobelpreisträger J.M.Coetzee abermals für wichtigsten englischen Literaturpreis nominiert

Auf die Longlist des Man Booker Prize haben es 13 Buchtitel geschafft. Darunter Romane von A.L. Kennedy, Deborah Levy und Elizabeth Strout. Die nominierten Autoren stammen aus den USA, Großbritannien, Südafrika und Kanada. Überraschend auf diese erste Auswahlliste geschafft hat es der Krimi "His Bloody Project" von Graeme Macrae Burnet, der in dem kleinen unabhängigen schottischen Krimiverlag Contraband erschienen ist. Ebenfalls nominiert ist der südamerikanische Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee, der die Auszeichnung bereits zweimal gewonnen hat. Am 13. September wird die Shortlist bekanntgegeben, der Gewinner des Man Booker Prize steht am 25. Oktober fest. Dotiert ist die Auszeichnung mit 50.000 Pfund, etwa 60.000 Euro.

Französische Medien verzichten auf Terroristenfotos

Eine "posthume Glorifikation" solle verhindert werden

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich verzichten französische Medien bewusst auf Bilder von den Attentätern. Man wolle damit eine "posthume Glorifikation" der Attentäter verhindern, schrieb der Chefredakteur der Tageszeitung "Le Monde", Jérôme Fenoglio, in einem Leitartikel. Der Nachrichtensender BFMTV schloss sich dem an: "Wir wollen kein Terroristen-Album erstellen", hieß es in einem Artikel auf der Internetseite. Insbesondere Fotos, auf denen die Täter lachten, seien unangebracht neben den Bildern der Opfer. Eine tiefgründige Berichterstattung über das Profil und den Werdegang der Täter verhindere dies nicht. "Le Monde"-Chef Fenoglio forderte zudem zu einer weiteren Debatte über die Terror-Berichterstattung auf. Dies sei unerlässlich, um die "Strategie des Hasses" der Terroristen zu zerbrechen.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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