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Kulturnachrichten

Montag, 25. Juli 2016

Schärfere Kontrollen bei Konzerten

Deutlich längere Wartezeiten einplanen

Nach den jüngsten Gewalttaten in Bayern werden die Kontrollen bei Popkonzerten verschärft. Bei den Veranstaltungen der Live Nation GmbH würden nun zusätzliche Einlasskontrollen durchgeführt, erklärte Geschäftsführer Marek Lieberberg. Dadurch entstünden deutlich längere Wartezeiten. Besucher sollten keine größeren Taschen, Rucksäcke und Helme mitbringen, um den Sicherheitskräften die Arbeit zu erleichtern. Demnächst veranstaltet die Agentur unter anderem Konzerte von Rihanna in Köln und Berlin, Beyoncé in Frankfurt und Sting in Wiesbaden und Berlin.

Hollywood-Sängerin Marni Nixon gestorben

Synchronstimme von Audrey Hepburn und Marilyn Monroe

Mit Filmklassikern wie "My Fair Lady" oder "West Side Story" wurde ihre Stimme weltbekannt - der Name Marni Nixon war dagegen nur wenigen ein Begriff. Am Sonntag ist Hollywoods große "Ghost-Sängerin" im Alter von 86 Jahren an Brustkrebs gestorben. Das berichtet die "New York Times". Ihre Stimme borgte Nixon neben Audrey Hepburn und Natalie Wood auch Deborah Kerr für die Gesangseinlage im Film "The King and I". In Marilyn Monroes "Diamonds Are a Girl's Best Friend" übernahm sie die schwierigen hohen Töne."Man musste immer einen Vertrag unterzeichnen, damit nichts an die Öffentlichkeit dringt", erzählte Nixon 2007 dem Sender ABC News. Das Filmstudio Twentieth Century Fox habe ihr gedroht: "Wenn irgendwer jemals erfährt, dass du teilweise Deborah Kerr synchronisiert hast, sorgen wir dafür, dass du in dieser Stadt keinen Job mehr kriegst." Als Schauspielerin stand sie selten vor der Kamera. Dem Broadway blieb die Sopransängerin dagegen bis ins hohe Alter erhalten.

Antike ägyptische Statue in Israel geborgen

Über 4000 Jahre alte Fragmente

Archäologen haben im Norden Israels einen Sockel mit den Füßen einer antiken ägyptischen Statue gefunden. Das circa 45 mal 40 Zentimeter große Fragment aus Kalkstein sei bei Ausgrabungen in Hazor nördlich des Sees Genezareth entdeckt worden, teilte die Hebräische Universität in Jerusalem mit. Das Überbleibsel zeige die Füße eines sitzenden Mannes. Das Werk stamme aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Auf dem viereckigen Sockel seien ägyptische Hieroglyphen eingeritzt. An demselben Ort waren vor drei Jahren bereits steinerne Pranken gefunden worden, Fragmente einer rund 4500 Jahre alten ägyptischen Sphinx. Hazor, Israels wichtigste Ausgrabungsstätte aus biblischen Zeiten, ist als Unesco-Welterbestätte anerkannt. Die Bruchstücke der Statuen seien in den Überresten eines Gebäudes entdeckt worden, das vermutlich als Verwaltungspalast des damaligen Herrschers von Hazor gedient habe.

Haftbefehle gegen Dutzende Journalisten in der Türkei

Auch 41 Akademiker festgenommen

Türkische Behörden haben Haftbefehl gegen 42 Journalisten erlassen und 31 Akademiker festgenommen. Das berichteten mehrere staatliche Medien. Der Fernsehsender TRT und die Nachrichtenagentur Anadolu berichteten, unter den Betroffenen sei die prominente Journalistin Nazli Ilicak, die der Regierung von Erdogan kritisch gegenübersteht und das Vorgehen gegen die Gülen-Bewegung kritisiert. Von den zur Fahndung ausgeschriebenen Journalisten wurden laut Anadolu zunächst fünf festgenommen. Unter den 31 Akademikern befinden sich laut Anadolu etliche Professoren. Damit setzt die Regierung die die Verfolgung von mutmaßlichen Anhängern der Bewegung des in den USA lebenden türkisch-muslimischen Predigers Fethulla Gülen fort. Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht in ihm die treibende Kraft hinter dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli. Gülen hat das dementiert.

Bayreuth startet ohne Staatsempfang und roten Teppich

Festspiele widmen "Parsifal"-Premiere den Amok-Opfern

Nach dem Amoklauf in München wollen die Bayreuther Festspiele ein Zeichen der Solidarität setzen. Die Premierenvorstellung der Oper "Parsifal" am Montag sei den Opfern und ihren Angehörigen gewidmet. Außerdem starten die Festspiele ohne Staatsempfang und roten Teppich. "Die Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele trauern um alle Menschen, die am 22. Juli in München auf so tragische Weise ums Leben kamen. Den Angehörigen und Hinterbliebenen gehört unser tiefes Mitgefühl", heißt es auf der Internetseite der Festspiele. Das 1882 in Bayreuth uraufgeführte "Bühnenweihfestspiel" Richard Wagners, das Mitleid und Erlösung als zentrale Themen hat, wird in diesem Jahr neu inszeniert. Regie führt Uwe Eric Laufenberg, die musikalische Leitung hat Hartmut Haenchen.

Stiftung Denkmalschutz fördert historisches Grabmal

Epitaph für Sachsenherzog Johann Friedrich II. in Coburg

Mit 25.000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Restaurierung des historischen Grabmals für den Sachsenkönig Johann Friedrich II. in der Coburger Moritzkirche. Das Epitaph gehöre zu den inhaltlich und künstlerisch interessantesten und wertvollsten aus der Zeit um 1600, teilte die Stiftung in Bonn mit. Mit seinen 13,66 Metern wird es auch zu den größten Kunstwerken seiner Art gerechnet. Der Fördervertrag soll am Mittwoch an Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) überreicht werden.

Letzte Saison: Cornelius Obonya beendet "Jedermann"

Wiener Schauspieler gibt Abschied bekannt

Nach vier Spielzeiten wird der Schauspieler Cornelius Obonya die Titelpartie des "Jedermann" abgeben. "Das ist meine letzte Saison", unterstrich der 47-jährige Sohn der Burgtheater-Doyenne Elisabeth Orth. Der Hofmannsthal-Klassiker hatte am vergangenen Samstag Premiere. Obonya nimmt damit das Ende der Festspiel-Leitung von Sven-Eric Bechtolf mit Ende der laufenden Saison zum Anlass für seinen Rückzug. Schließlich wolle die neue Intendanz -Markus Hinterhäuser übernimmt ab kommendem Jahr die Leitung des Festivals- auch neue Akzente setzen. "Es ist gut, genau dann aufzuhören, wenn es fein ist", resümierte der Schauspieler. Intendant Bechtolf würdigte seinen Kollegen zum vorausgenommenen Abschied als Schauspieler "ohne Zicken und divaeske Anwandlungen", der das ganze Ensemble zusammenhalte. Bis zum 28. August ist Cornelius Obonya noch 12 Mal auf dem Salzburger Domplatz als "Jedermann" zu sehen.

Nicolas-Born-Preis für Draesner und Meyerhoff

Literaturpreis für herausragende deutschsprachige Schriftsteller

Der Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen geht in diesem Jahr an Ulrike Draesner und Joachim Meyerhoff. Die 54-jährige Draesner, die in Oxford lebt, wird für ihr vielfältiges schriftstellerisches Werk ausgezeichnet. In ihrem jüngsten Roman "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" nutze die Autorin sämtliche sprachlichen Register, um das Gefühl der Heimatlosigkeit zu erfassen, teilte die Jury in Hannover mit. Draesner wird der mit 20 000 Euro dotierte Hauptpreis am 28. September in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin übergeben. Den mit 10 000 Euro dotierten Nicolas-Born-Debütpreis erhält am gleichen Tag der in Wien lebende Autor, Schauspieler und Regisseur Joachim Meyerhoff. Die Jury lobte die feine Balance zwischen Tragik und Komik in Meyerhoffs inzwischen dreibändigem autobiografischen Romanprojekt. Zuletzt erschien "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke". Der Literaturpreis wurde 2015 neu gestaltet und berücksichtigt jetzt herausragende deutschsprachige Schriftsteller. Zuvor waren nur Autoren mit Niedersachsen-Bezug ausgewählt worden.

NS-Raubgut in Mainzer Uni-Bibliothek

Wahrscheinlicher Fund in der Johannes Gutenberg-Universität

Es gibt Indizien dafür, dass einige der Kunstgeschichts-Bücher im Bestand der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universitäts-Bibliothek von den Nationalsozialisten unrechtmäßig entzogen wurden, teilte die Universität mit. Ein neues Projekt unter der Leitung der Mainzer Kunsthistorikerin Elisabeth Oy-Marra solle die Herkunft der Bücher klären. Die fraglichen Werke stammen aus der Kunsthistorischen Forschungsstätte Paris (KHF), die 1942 von den NS-Besatzern in Paris gegründet wurde. Nach der Schließung des Instituts gingen 3080 Bücher- vor allem Auktionskataloge sowie kunstgeschichtliche Fachpublikationen - an die Universität Mainz über. Mit dem Forschungsprojekt soll auch der Aufbau der KHF-Bibliothek geklärt werden. "Wir sehen es als Auftrag und Verpflichtung an, die Herkunft uns anvertrauter Bestände zu klären und Provenienzforschung aktiv zu unterstützen", erklärte Bibliothek-Direktor Andreas Brandtner. Gefördert wird die Aufarbeitung vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Das Projekt soll in zweieinhalb Jahren abgeschlossen sein. Dann können die Ergebnisse in einer Online-Publikation eingesehen werden.

Klassik Stiftung entdeckt von Nazis geraubte Bücher

600 Bücher von Nazi-Gegnern gefunden

Die Klassik Stiftung Weimar ist bei den Forschungen zur Herkunft von in der Nazi-Zeit erworbenen Kunstgütern aus jüdischem Besitz auch auf geraubten Besitz anderer NS-Opfer gestoßen. Bei den Recherchen wurden rund 600 Bücher aus Bibliotheken politischer Nazi-Gegner wie Sozialdemokraten und Gewerkschaften entdeckt, wie der MDR berichtete. Die Staatskanzlei bestätigte dies. Die Stiftung untersucht seit mehreren Jahren die Herkunft von Kunstgütern in ihrem Bestand, die während des Nationalsozialismus etwa in das Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv gelangten. Nach früheren Angaben hat sie in ihren Beständen mehrere tausend Kunstgüter, bei denen der Verdacht auf NS-Raubkunst besteht.

"Star Trek Beyond" räumt an US-Kinokassen ab

Zeichentrickfilm über Haustiere auf dem zweiten Platz

"Star Trek Beyond", der dritte Film der neuen Weltraum-Saga, hat am Wochenende an den nordamerikanischen Kinokassen abgeräumt. Mit knapp 60 Millionen Dollar (rund 55 Millionen Euro) Einnahmen von Freitag bis Sonntag belegte der Film von Regisseur Justin Lin auf Anhieb den ersten Platz der Kinocharts. Allerdings blieb er hinter dem sensationellen 70-Millionen-Dollar-Debüt seines Vorgängers "Star Trek into Darkness" im Jahr 2013 zurück. Den zweiten Platz nahmen die animierten Helden von "The Secret Life of Pets" mit gut 29 Millionen Dollar in Beschlag. Der Zeichentrickfilm über die Abenteuer von Haustieren, wenn ihre Besitzer nicht Zuhause sind, verdiente in drei Wochen schon über 270 Millionen Dollar. Um den dritten Platz zeichnete sich ein Kopf-an-Kopfrennen zwischen "Ghostbusters" und "Lights Out" ab. Nach Schätzungen des Branchendienstes "Box Office Mojo" vom Sonntag spielten beide Filme rund 21,6 Millionen Dollar ein.

Kretschmann würdigt Ballettintendanten Anderson

Gala-zur 20jährigen Tätigkeit Andersons in Stuttgart

Als großen Talentsucher hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Stuttgarter Ballettintendanten Reid Anderson gewürdigt. Der 67jährige Anderson habe die "große Gabe, junge und begabte Talente aufzuspüren und zu fördern. Er wirkt damit in die Zukunft", sagte Kretschmann am Sonntag bei einer Gala zur 20-jährigen Tätigkeit Andersons in Stuttgart. Die Compagnie sei ein "Juwel in unserem Land". Bei dem vierstündigen Spektakel im Opernhaus traten auch Starsolisten aus der Pariser Oper und vom Moskauer Bolschoi Theater auf. Den Abend mit vier Uraufführungen verfolgten Tausende Zuschauer live im Schlosspark- unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag in München.Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) verlieh dem Kanadier Anderson unter tosendem Applaus die deutsche Staatsbürgerschaftsurkunde.

Flüchtlinge und Cottbuser legen Mosaike

Kunstwerke sind nach Fertigstellung dauerhaft zu sehen

Kunst als Brücke zwischen den Kulturen: Flüchtlinge legen gemeinsam mit Cottbusern in einem Integrationsprojekt Mosaike. Diese sollen danach in der Stadt dauerhaft zu sehen sein - etwa als Bodenmosaik, wie der Verein Kulturforum Cottbus mitteilte. Das Projekt läuft zunächst mehrere Monate und ist als offener Workshop konzipiert. Ziel ist es, dass Cottbuser Bürger mit Flüchtlingen ins Gespräch kommen. Das erste Mosaik mit einer Größe von vier Quadratmetern soll an einer Galerie montiert werden.

Solarflieger auf der letzten Etappe der Weltumrundung

Noch 2800 Kilometer bis zum Ziel

Der Sonnenflieger "Solar Impulse 2" ist zur letzten Etappe seiner Weltumrundung gestartet. Der Abenteurer Bertrand Piccard machte sich am frühen Morgen auf den Weg von Kairo Richtung Abu Dhabi, wie sein Team über Twitter mitteilte. In dem Emirat war die "Solar Impulse 2" vor mehr als einem Jahr abgehoben. Die letzte Etappe der 16-monatigen Reise sollte ursprünglich schon früher beginnen, doch wegen ungünstiger Wetterbedingungen in Kairo und einer Magenverstimmung Piccards musste der Abflug verschoben werden. Doch nun ging zu Beginn des etwa 2800 Kilometer langen Schlussabschnitts alles glatt, wie das Team mitteilte.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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