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Kulturnachrichten

Freitag, 22. Juli 2016

Verfassung von Schleswig-Holstein bleibt ohne Gottesbezug

Änderung scheiterte an einer Stimme

Die Aufnahme eines Gottesbezugs in die Präambel der Landesverfassung Schleswig-Holsteins ist im Kieler Landtag an einer Stimme gescheitert. Für einen Antrag mit der Nennung von Gott stimmten am Freitag 45 der 68 anwesenden Abgeordneten und 23 dagegen. Damit bleibt die am 8. Oktober 2014 beschlossene Formulierung ohne Gottesbezug gültig. Drei Anträge standen zur Debatte, zwei mit und einer ohne Gottesbezug. Der Sprecher der Volksinitiative für einen Gottesbezug und ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) reagierte enttäuscht und kündigte an, über weitere Schritte zu entscheiden. Auch die beiden großen Kirchen äußerten sich enttäuscht. Von den Verfassungen der 16 Bundesländer enthalten sieben einen ausdrücklichen Gottesbezug. Auch das Grundgesetz, das der Parlamentarische Rat vorbereitete und das 1949 in Kraft trat, verweist in der Präambel auf die "Verantwortung vor Gott und den Menschen".

Millionenspende für Potsdamer Garnisonkirche

Von einem anonymen Spender

Das Projekt zum Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche in Potsdam hat eine Einzelspende in Millionenhöhe erhalten. Wie die Stiftung Garnisonkirche Potsdam mitteilte, habe eine "Potsdam verbundene Person", die vorerst anonym bleiben möchte, 1,5 Millionen Euro für die Aussichtsplattform im Turm zugesagt. Damit fehlten noch 10,65 Millionen Euro bis zur Fertigstellung, sagte Vorstandsmitglied Wieland Eschenburg. Die Garnisonkirche, die als Hauptwerk des preußischen Barock gilt, war 1968 gesprengt worden, obwohl sie nicht einsturzgefährdet war. Der Wiederaufbau ist in Potsdam umstritten.

Schweizer Architekten entwerfen Tower in Tempelhof neu

Dachterrasse und Café sollen Besucher anziehen

Der Tower des stillgelegten Flughafens in Berlin-Tempelhof soll für Besucher öffnen und Einblick in die Geschichte des historischen Gebäudes geben. Das Schweizer Architekturbüro :mlzd habe den Wettbewerb für die Gestaltung des Turmes gewonnen, teilte die Senatsbauverwaltung mit. Dazu gehören eine Dachterasse und ein Café im 6. Obergeschoss sowie Ausstellungsflächen im Empfangsbereich. Das Architekturbüro mit Sitz in Biel hat bereits Entwürfe für Museen, Privathäuser und Schulen gestaltet. 2002 gewann das Büro den Wettbewerb zur Neugestaltung einiger Räume im UN-Hauptgebäude in New York. Mit dem Vorhaben in Tempelhof soll 2017 begonnen werden. Die Eröffnung sei 2019 geplant.

Brecht wollte ursprünglich Musiker werden

Das fand eine Abiturientin heraus

Der Schriftsteller Bertolt Brecht (1898-1956) wollte ursprünglich Musiker werden. Das zeigt eine Forschungsarbeit der Augsburger Abiturientin Rita Romeo. Die Arbeit mit dem Titel "Der junge Brecht und die Musik" sei jetzt mit dem mit 2.500 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Augsburger Schulen im Bereich Geisteswissenschaft ausgezeichnet worden, teilte die Stadt Augsburg mit. Die junge Forscherin zeige darin auf, dass sich Brecht zunächst der Musik verschreiben wollte, damit aber scheiterte. Daher wandte er sich der Literatur zu. Das Werk des jungen Brecht erscheine aus dieser Sicht "zunächst als Surrogat, Dichten als Ersatzhandlung", so das Ergebnis der Arbeit. Romeo sichtete für ihre Arbeit unter anderem unveröffentlichte Quellen der Brecht-Forschungsstätte Augsburg.

Ex-Theaterintendant Latchinian klagt gegen Kündigung

Stadt Rostock hatte nach zwei Jahren fristlos gekündigt

Der frühere Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, hat, wie angekündigt, beim Landgericht Rostock Klage gegen seine fristlose Kündigung eingereicht. Das hat das Gericht heute bestätigt. Latchinian wird durch den Linken-Politiker Gregor Gysi vertreten. Die zweijährige Amtszeit von Latchinian war von Beginn an von Querelen und Streit gekennzeichnet. Dabei ging es hauptsächlich um die Zukunft des Volkstheaters als Vier-Sparten-Theater. Am Mittwoch war der frühere Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, Joachim Kümmritz, als neuer Intendant des Volkstheaters bestätigt worden.

Autorin Shida Bazyar erhält Ulla-Hahn-Preis

"Nicht nur ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion, sondern einfach großartige Literatur"

Der mit 10 000 Euro dotierte Ulla-Hahn-Preis geht an die Schriftstellerin Shida Bazyar für ihren Erstlingsroman "Nachts ist es leise in Teheran". Das Buch überzeugte die Jury unter Vorsitz der in Monheim aufgewachsenen Schriftstellerin Ulla Hahn. Die Stadt Monheim vergibt den Preis alle zwei Jahre an den Autor eines herausragenden Erstlingswerks. Der Roman handele von Flucht und Ankommen, von der Frage nach eigenen und fremden Wurzeln, von Eigen- und Fremdwahrnehmung. "Das Buch ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsdiskussion, sondern einfach ein Stück großartiger Literatur", befand die Jury.

Vivendi schließt deutschen Videodienst Watchever

Marktanteile blieben hinter Erwartungen zurück

Der französische Medienkonzern Vivendi schließt seinen deutschen Online-Videoanbieter Watchever zum Ende des Jahres. Das berichten die französische Wirtschaftszeitung "Les Échos" und die dpa. Betroffen seien etwas weniger als 20 Mitarbeiter in Berlin, die Sozialpartner seien bereits informiert. Vivendi hatte den Streamingdienst Watchever 2013 gegründet. Wie bei den Konkurrenten Netflix oder Maxdome werden Videoinhalte für eine monatliche Abo-Gebühr direkt aus dem Netz abgespielt. Die Technologie von Watchever soll nun für andere Angebote genutzt werden. Watchever konnte in Deutschland laut Branchenexperten nur geringe Marktanteile generieren.

Karl-Sczuka-Preis für Radiostück "Desert Bloom"

Ausgewählt wurde aus 70 Beiträgen aus 19 Ländern

Der mit 12 500 Euro dotierte Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst geht in diesem Jahr an die drei Macher des Radiostücks "Desert Bloom". Es sind die Klangkünstlerin Christina Kubisch, der österreichische Komponist und Produzent Peter Kutin und der österreichische Musiker und Tontechniker Florian Kindlinger, wie der Südwestrundfunk (SWR) mitteilte. "Desert Bloom" sei eine Expedition auf die akustische Rückseite der Wüstenstadt Las Vegas, schrieb die Jury in ihrer Begründung. Der Karl-Sczuka-Preis wird jährlich vom SWR vergeben und gilt als einer der wichtigsten Preise für akustische Kunst. In diesem Jahr wurden 70 Wettbewerbsbeiträge von 100 Bewerbern aus 19 Ländern eingereicht.

Kreuzworträtsel-Kunstwerk hängt wieder

Kugelschreiberspuren konnten rückstandsfrei entfernt werden

Nach der Beschädigung durch eine Seniorin ist das Kreuzworträtsel-Kunstwerk wieder im Neuen Museum Nürnberg zu sehen. Wie eine Sprecherin mitteilte, hängt das Werk "Reading/Work-Piece" von Arthur Köpcke aus dem Jahr 1965 wieder an seinem angestammten Platz. Eine 90-Jährige hatte bei einem Museumsbesuch am 13. Juli mit einem Kugelschreiber Buchstaben in das Kreuzworträtsel eingefügt. Die Schrift konnte mit Lösungsmitteln rückstandsfrei entfernt werden. Die Rentnerin hatte die Aufforderung "Insert words" ("Setze Wörter ein") am oberen Bildrand wörtlich genommen und noch offene Kästchen mit den Lösungswörtern versehen. Die 90-Jährige besuchte heute erneut das Museum und zeigte sich nach Angaben des Hauses ebenfalls froh darüber, dass die Kugelschreiberspuren getilgt werden konnten.

Fox-Chef Roger Ailes tritt zurück

Rupert Murdoch führt vorläufig die Geschäfte

Nach Vorwürfen über sexuelle Belästigung ist der Chef des amerikanischen Nachrichtensenders Fox News, Roger Ailes, von seinem Posten zurückgetreten. Das gab der Mutterkonzern des konservativen Senders, 21st Century Fox, bekannt. Konzernchef Rupert Murdoch erklärte, er werde die Geschäfte führen. Die Moderatorin Gretchen Carlson (50) hatte Ailes wegen sexueller Belästigung verklagt. Sie wirft ihm vor, ihre Karriere sabotiert zu haben, nachdem sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen und sich über andauernde sexuelle Belästigung beschwert hatte. Mehrere andere Frauen des Senders erhoben ähnliche Vorwürfe. Ailes wies das zurück.

Rabl-Stadler will Präsidentin in Salzburg bleiben

Präsidentin der Salzburger Festspiele bewirbt sich im Herbst für drei weitere Jahre

Zum Auftakt der diesjährigen Salzburger Festspiele hat sich Präsidentin Helga Rabl-Stadler zu einer neuen Kandidatur bis 2020 durchgerungen. Das Kuratorium der Festspiele habe sie einstimmig aufgefordert, sich im Herbst für weitere drei Jahre zu bewerben, sagte Rabl-Stadler in Salzburg. Auch der künftige Intendant Markus Hinterhäuser habe sie eindringlich darum gebeten. Besondere Motivation sei die Herausforderung, zum 100-Jahre-Jubiläum der Festspiele 2020 ein herausragendes Programm auf die Beine zu stellen. "Das bedarf besonderer Unterstützung durch öffentliche und private Geldgeber", meinte die 68-Jährige, die seit 1995 als Präsidentin viel Erfahrung im Werben um Sponsoren gesammelt hat.

Goethe-Institut sagt Jugendkurse in der Türkei ab

"Lage im Moment nicht berechenbar"

Nach dem Putschversuch in der Türkei hat das Goethe-Institut alle Jugendkurse dort abgesagt. Dabei geht es um Sprachkurse für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Man halte die Lage im Moment für nicht berechenbar, sagte der Regionalleiter Südosteuropa, Makowski. Er befürchtet auch Konsequenzen für weitere Programme. So würden im Fortbildungsprogramm für türkische Deutschlehrer diesen Sommer 3.000 Teilnehmer erwartet. Man wisse aber bereits, dass viele nicht anreisen würden, so Makowski. Stipendiaten mit akademischer Ausbildung seien von der Türkei bereits zurückbeordert worden.

Polizei: Keine Hinweise auf Gefährdung in Bayreuth

Polizeipräsident: "Wir wollen keine Polizeifestspiele - wir wollen Wagner."

Die Polizei in Oberfranken hat wenige Tage vor Beginn der Bayreuther Festspiele keine Hinweise darauf, dass die Sicherheit der Stadt oder der Veranstaltung gefährdet sind. "Das kann ich mit gutem Gewissen sagen", sagte der oberfränkische Polizeipräsident Reinhard Kunkel. Es gehe bei dem verschärften Sicherheitskonzept aber darum, Gefahr von außen abzuwehren - vom Publikum gehe keine aus. Die Maßnahmen schon in den Monaten vor Eröffnung der Festspiele am 25. Juli hatten viel Aufmerksamkeit erregt und auch Kritik ausgelöst. "Das ist ein Einsatz, in dem wir vom Auftreten der Polizei in Anzahl und Art in besonderer Form im Fokus stehen", sagte Kunkel. "Aber: Wir wollen keine Polizeifestspiele - wir wollen Wagner."

Jüdisches Museum Berlin baut Kindermuseum

Jury empfiehlt Entwurf von US-Architekt Olson Kundig

Das Jüdische Museum Berlin will ein Museum für Kinder bauen lassen. Eine Jury habe dafür den Entwurf des amerikanischen Architekturbüros Olson Kundig in Seattle empfohlen. Die neue Abteilung soll innerhalb der Akademie des Jüdischen Museums an der Lindenstraße gegenüber dem Libeskind-Bau entstehen und sich an Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren richten. Die Eröffnung sei für 2019 geplant, teilte das Museum mit. Die Dauerausstellung soll um die biblische Erzählung der Arche Noah kreisen. Die Geschichte der Sintflut ist in Judentum, Christentum und Islam verankert.

Grafiker Werner Schinko beigesetzt

Bedeutender Kinder- und Jugenbuchillustrator

Der Anfang Juli gestorbene Grafiker und Illustrator Werner Schinko ist in Röbel in Mecklenburg beigesetzt worden. Die Trauerfeier für den in Ostdeutschland bekannten Zeichner fand in der Kirche im Nachbarort Bollewick statt. Der aus Böhmen stammende Schinko lebte nach der Vertreibung seit 1946 in Röbel. Schinko malte bis ins hohe Alter. Bekannt wurde er vor allem mit Illustrationen in Kinder- und Jugendbüchern sowie für Werke des niederdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter (1810-1874). Der Aufbau-Verlag hatte Schinko als "einen der bekanntesten Buchgestalter und Grafiker der DDR" gewürdigt. Schinko starb im Alter von 86 Jahren.

Russischer Journalist getötet

Kameramann arbeitete für das Staatsfernsehen

Die russische Polizei ermittelt wegen Mordes an einem Journalisten. Der Kameramann Andrej Nasarenko sei mit mehreren Schusswunden tot in seiner Moskauer Wohnung gefunden worden, teilte der TV-Sender Rossija 24 mit. Der 43-Jährige arbeitete für den staatlichen Nachrichtensender. Über die Hintergründe gibt es noch keine Details. Angehörige wussten nach eigener Darstellung nichts über mögliche Feinde oder Drohungen gegen Nasarenko.

Wagner kann keine Islamkritik erkennen

Leiterin der Bayreuther Festspiele weist Gerüchte über "Parsifal"-Inszenierung zurück

In der Debatte um die Eröffnung der Bayreuther Festspiele hat Leiterin Katharina Wagner Gerüchte zurückgewiesen. Sie könne keine Islamkritik in der Inszenierung des "Parsifal" erkennen, sagte sie der Deutschen Presse Agentur. Der Diskussion wegen veranstalte die Festspielleitung die jährliche Pressekonferenz bewusst nach der Premiere, erst am 28. August. Erst einmal solle jeder sehen, was auf der Bühne stattfinde, so Wagner. Danach könne man über Inhalte reden, nicht über Gerüchte.

Bochumer Studierende testen Wohnblase

Studentisches Wohnen soll neu gedacht werden

Studentinnen und Studenten aus Bochum starten heute ein Experiment: Sie wollen in eine etwa drei Meter schmale Baulücke in der Stadt eine sogenannte «Wohnblase» aus Kunststoff klemmen. Anschließend wollen sie abwechselnd eine Woche lang in der Blase übernachten, die man per Leiter über eine zur Dusche umgebaute Telefonzelle betritt. Das Projekt ist nach ihren Angaben die Konsequenz aus einer Befragung zu Wohnvorlieben von Bochumer Studierenden. Demnach können viele der Befragten auf eine Küche verzichten und halten das Bett für den wichtigsten Ort ihres Zimmers.

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