Seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

Samstag, 17.08.2019
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

Kulturnachrichten

Dienstag, 12. Juli 2016

Geiger Arzberger will keinen Rummel bei seiner Rückkehr

Musiker war im März 2015 während einer Tournee in New York festgenommen worden

Der Geiger Stefan Arzberger wünscht sich für seine Rückkehr nach Deutschland eine möglichst stille und unaufgeregte Ankunft ohne Medienrummel. «Ich will kein großes Empfangskomitee», sagte Arzberger der Deutschen Presse-Agentur. Das genaue Datum seiner für Ende Juli geplanten Ankunft will er deshalb auch nicht verraten. Er wolle "heimlich, still und leise" seine Familie treffen und dann zu seinen Eltern ins Vogtland reisen. Der Musiker war im März 2015 während einer Tournee in New York festgenommen worden und durfte die Stadt bis Ende Juni 2016 nicht verlassen. Dem Geiger war vorgeworfen worden, nackt eine Amerikanerin in einem Hotelzimmer fast zu Tode gewürgt zu haben. Arzberger hatte sich zuletzt der fahrlässigen Körperverletzung ohne Vorsatz schuldig bekannt, worauf die Staatsanwaltschaft den Mordvorwurf fallen ließ. Eine Haft-, Bewährungs- oder Geldstrafe droht nicht mehr. Der frühere Violinist des Leipziger Streichquartetts hat schon einige Arbeitsangebote für den August, will über den weiteren Verlauf seiner Karriere aber erst in Deutschland entscheiden.

DJV-Vorsitzender: Dündar muss um sein Leben fürchten

Türkischer Journalist war im Mai zu einer Haftstrafe verurteilt worden

Der Chefredakteur der türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, muss anscheinend um sein Leben fürchten. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Frank Überall, habe das bei einem Besuch der Zeitung in Istanbul im Gespräch mit dem Interims-Chef Aydin Engin erfahren, berichtet die Tageszeitung "taz" in ihrer Mittwochausgabe. Engin habe ihm erzählt, dass Dündar aus Angst um sein Leben derzeit im Ausland sei, sagte Überall der Deutschen Presse-Agentur. Es habe einen entsprechenden Hinweis des Polizeipräsidenten in Istanbul gegeben - verbunden mit dem Rat an Dündar, für zwei Monate ins Ausland zu gehen. Dündar war im Mai wegen der Berichterstattung seiner Zeitung über Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten zu einer Haftstrafe von mehr als fünf Jahren verurteilt worden. Am vergangenen Freitag wurde Dündar von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche mit dem diesjährigen "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen" geehrt.

Kulturstaatsministerin will kleine Bibliotheken erhalten

Allein in Berlin sei die Zahl der Bibliotheken um ein Drittel gesunken

Kulturstaatsministerin Monika Grütters setzt sich für den Erhalt kleinerer, kommunaler Bibliotheken ein. "Wir brauchen Bibliotheken als kulturelle Begegnungsorte mehr denn je. Der Mehrwert für das soziale Gefüge in unserer Gesellschaft ist ungleich größer als die geringen Beiträge zum Erhalt dieser unverzichtbaren Angebote vor Ort", sagte Grütters anlässlich eines Besuchs zweier Bibliotheken in Berlin. Allein in der Bundeshauptstadt sei die Zahl der öffentlichen Büchereien in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel gesunken. Einen neuen "Boom" erlebten Stadtbüchereien aktuell durch den Zulauf vieler geflüchteter Menschen, die dort Kommunikation, Anregungen, gemeinsame Begegnungen oder auch Rückzugsmöglichkeiten suchten. "Diese Chance sollten wir alle füreinander nutzen", betonte Grütters. Die Kulturstaatsministerin lobte das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die den Erhalt so mancher Bücherei erst ermöglichten.

Suizid-Waffe Van Goghs erstmals öffentlich ausgestellt

Amsterdamer Museum thematisiert letzte Lebensmonate des Malers

Ein stark verrosteter Revolver ist das Glanzstück einer neuen Ausstellung über Vincent Van Gogh in Amsterdam - denn mit dieser Waffe soll der niederländische Maler seinen Tod herbeigeführt haben. "Der kleine, schlimm verrostete Revolver aus einer privaten Sammlung" werde zum ersten Mal öffentlich ausgestellt, erklärte das Van Gogh Museum in Amsterdam anlässlich seiner Ausstellung "Am Rande des Wahnsinns" über die letzten anderthalb Jahre von Van Gogh. Wahrscheinlich mit dieser Waffe habe sich Van Gogh am 27. Juli 1890 auf einem Feld im französischen Auvers-sur-Oise selbst in die Brust geschossen. Die Tatwaffe war damals nicht gefunden worden. Etwa 1960 fand aber ein Bauer in Auvers auf seinem Land eine rostige Waffe - einen Lefaucheux-Taschenrevolver Kaliber 7,0 Millimeter. "Der Grad der Korrosion legte nahe, dass die Waffe 50 bis 60 Jahre lang im Boden lag", erklärte das Museum. Ein weiteres interessantes Stück der Ausstellung ist eine Zeichnung, die der Arzt Felix Rey anfertigte, nachdem Van Gogh sich während seiner Zeit im südfranzösischen Arles das linke Ohr abgeschnitten hatte. Die Zeichnung belegt, dass der Maler sich das komplette Ohr abtrennte und nicht, wie lange angenommen, nur einen Teil davon, erläuterte das Museum. Die Ausstellung wird offiziell am Freitag eröffnet und soll bis zum 25. September gezeigt werden.

Knapp 90 Prozent Auslastung an der Komischen Oper

Unter Barrie Kosky seit 2012 stetig wachsende Besucherzahlen

Die Komische Oper Berlin hat in der vierten Spielzeit unter Intendant Barrie Kosky eine Auslastung von durchschnittlich fast 90 Prozent erreicht. Rund 214 000 Besucher seien in die 241 Vorstellungen der Saison 215/16 gekommen, teilte das Opernhaus mit. Zu den erfolgreichsten Produktionen mit Auslastungen von 97 Prozent oder mehr zählten die Neuproduktionen "Jewgeni Onegin", "Heute Nacht oder nie" und "My Fair Lady" sowie "Die Zauberflöte", "West Side Story" und "Xerxes". Kosky hatte die Komische Oper 2012 übernommen und erreicht seitdem wachsende Besucherzahlen. Am Ende seiner ersten Spielzeit wurde die Komische Oper zum "Opernhaus des Jahres" gewählt.

Großprojekt "Beethoven 2020" zum 250. Geburtstag

Das Jubiläum des Komponisten als deutschlandweites Kulturereignis

Mit dem Großprojekt "Beethoven 2020" feiern Bund, Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1770-1827). "Beethovens Musik ist Inbegriff der Menschlichkeit: Der letzte Satz aus Beethovens 9. Symphonie ist zur Europa-Hymne geworden. Die Handschrift zur 'Neunten' gehört zum Weltdokumentenerbe der Unesco", pries Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Auftaktpräsentation in Berlin die Leistungen des Komponisten. Seine Musik sei lebendig und verbinde, da sie weltweit gespielt werde. Auftakt des Jubiläums ist am 16. Dezember 2019. Ein Jahr lang soll durch künstlerische und interdisziplinäre Projekte ein neuer Blick auf Beethoven eröffnet werden. Über das Internetportal BTHVN2020.de können Interessierte, Vereinigungen, Institutionen und Unternehmen die aktuellen Entwicklungen verfolgen und diskutieren sowie eigene Ideen einbringen.

Albrecht Koschorke erhält Philosophischen Buchpreis

Preis wird am 9. September in der Hildesheimer Dombibliothek überreicht

Der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke erhält den Philosophischen Buchpreis 2016. Sein Werk "Hegel und wir" sei "ein wichtiges Buch in dürftiger Zeit", urteilte die Jury in Hannover. Die Auszeichnung zum Thema "Sehnsuchtsort Europa" ist mit 3.000 Euro dotiert. Der Preis wird dem Professor der Universität Konstanz am 9. September in der Hildesheimer Dombibliothek überreicht. In seinem 2015 erschienenen Buch vergleiche Koschorke Preußen um 1800 mit dem Europa zur Jahrtausendwende. Dabei lege er den Blick auf die Aufgabe für das heutige Europa frei, hieß es. Koschorke zufolge biete der kulturelle Reichtum Europas das Potenzial, sich als weltoffenes Zukunftsprojekt neu zu erfinden. Der Buchpreis wird alle zwei Jahre vom Forschungsinstitut für Philosophie Hannover vergeben. Prämiert wird jeweils die beste Neuerscheinung der letzten drei Jahre zu einem aktuellen Themenbereich der praktischen Philosophie.

2016 blutiges Jahr für Journalisten in Afghanistan

Im ersten Halbjahr seien zehn Journalisten getötet worden

Für afghanische Journalisten ist 2016 bisher ein besonders blutiges Jahr. Das geht aus einer in Kabul veröffentlichten Statistik einer Medienorganisation hervor. In den ersten sechs Monaten des Jahres seien allein zehn Journalisten getötet worden, sagte der Leiter des Sicherheitskomittees für afghanische Journalisten, Nadschib Scharifi. Insgesamt habe die Organisation 54 Vorfälle registriert, Einschüchterungen, Haftstrafen und physische Angriffe auf Journalisten eingeschlossen. Davon ließen sich 21 der Regierung zuordnen, 16 den Taliban. Einen besonders schlimmen Anschlag gab es im Januar auf einen Bus mit Mitarbeitern des Fernsehsenders Tolo. Sieben Menschen starben dabei. Erst Anfang Juni waren in der umkämpften Südprovinz Helmand zwei Reporter des US-Senders National Public Radio getötet worden, Sabiullah Tamana und David Gilkey.

Pakistaner droht Todesstrafe wegen Gotteslästerung

Ein Freund hatte Strafanzeige erstattet

Wegen eines "gotteslästerlichen Gedichts" ist ein pakistanischer Christ der Blasphemie angeklagt worden. Er habe es an einen muslimischen Freund geschickt, der Strafanzeige erstattet habe, sagte ein Polizeibeamter. Den Inhalt des Gedichts wollte er nicht wiedergeben. Der Absender ist auf der Flucht. Für Blasphemie kann in Pakistan die Todesstrafe verhängt werden. Die umstrittenen Blasphemiegesetze des Landes waren in den 1980er Jahren von Militärdiktator Zia ul Haq verschärft worden. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Nationales Komitee für Gerechtigkeit und Frieden sind zwischen 1987 und Ende 2015 mindestens 1481 Menschen wegen Gotteslästerung angeklagt worden. Die meisten waren Muslime.

"Parsifal" per Satellit auf der großen Leinwand

Die Bayreuther Eröffnung wird live übertragen

Klassikfans, die keine Karten für die Bayreuther Festspiele bekommen haben, können die Eröffnung jetzt im Kino erleben. Die Kinokette Cinemaxx überträgt am 25. Juli die Neuinszenierung von Richard Wagners Oper "Parsifal" unter der musikalischen Leitung von Hartmut Haenchen per Satellit auf die große Leinwand, teilte Cinemaxx mit. Vor Beginn und in den beiden Pausen des dreiaktigen Werks sollen Interviews und Reportagen einen Einblick hinter die Kulissen geben.

Agentin: Götz George wurde in Berlin beigesetzt

Einige Medien hatten über Beisetzung in Hamburg berichtet

Gut drei Wochen nach dem Tod des Schauspielers Götz George hat dessen Agentin die zunächst geheim gehaltene Grabstätte des Film- und Fernsehstars verraten. "Götz George wurde in seiner Heimatstadt Berlin auf dem Friedhof Zehlendorf im George-Familiengrab beigesetzt - die Trauerfeier fand auf seinen Wunsch im engen Kreis statt", teilte die Agentur Ute Nicolai der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Grab befinde sich ganz in der Nähe des Grabes von Heinrich George, Götz Georges Vater. Einige Medien hatten berichtet, George sei in Hamburg beigesetzt worden. Der gebürtige Berliner Götz George, den Millionen vor allem in seiner Rolle als Duisburger "Tatort"-Kommissar Schimanski kannten, starb am 19. Juni im Alter von 77 Jahren. Sein Tod war erst am 26. Juni bekanntgeworden.

Sammlerin Goetz besorgt über Kulturgutschutzgesetz

Gesetz soll wertvolle Kunstwerke vor Abwanderung ins Ausland schützen

Die Münchner Kunstsammlerin Ingvild Goetz warnt wegen des neuen, umstrittenen Kulturgutschutzgesetzes vor gravierenden Folgen für Museen. "Es ist viel, viel schlimmer als man denkt. Manche Museen werden keine Ausstellungen mehr zusammenbekommen", sagte sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Sammler weigerten sich inzwischen, ihren Besitz zur Verfügung zu stellen - und auch sie selbst erwägt Konsequenzen aus dem Gesetz. "Das Gesetz ist so schwammig formuliert, und ich habe frühe Arbeiten, bei denen ich nicht weiß, ob die unter das Gesetz fallen", sagte sie. Sie könne zwar nachvollziehen, "dass es deutsche, wichtige Kunst gibt". Aber in dem Gesetz gehe es auch um ausländische Kunst. "Das kann ich überhaupt nicht verstehen." Aus ihrer Sicht sei es völlig egal, "ob ich mir einen Beckmann in London, Paris oder Berlin anschaue." Das neue Gesetz, das der Bundestag am 23. Juni beschlossen hat, soll national wertvolle Kunstwerke vor der Abwanderung ins Ausland schützen.

Volksbühne startet mit Marthaler in nächste Spielzeit

Intendant Castorf will in seiner letzten Saison "Faust II" inszenieren

Die Abschieds-Spielzeit von Intendant Frank Castorf an der Berliner Volksbühne startet mit alten Bekannten. Am 21. September geht die Saison mit einer neuen Inszenierung des Schweizer Regisseurs Christoph Marthaler los, wie das Theater ankündigte. Marthaler und seine Bühnenbildnerin Anna Viebrock - die vor 23 Jahren in Castorfs Anfangsjahren zum ersten Mal an die Volksbühne kamen - zeigen das als "Happening" angekündigte Stück "Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter". Schauspieler wie Olivia Grigolli, Irm Hermann, Ueli Jäggi, Jürg Kienberger und Sophie Rois werden auf der Bühne stehen, wie es auf der Volksbühnen-Website heißt. Castorf selbst will in seiner letzten Saison an der Volksbühne Goethes "Faust II" inszenieren. Nach 25 Jahren legt der Theatermacher im Sommer 2017 sein Amt als Volksbühnen-Intendant nieder. Sein Nachfolger ist der belgische Museums-Experte Chris Dercon.

Radionutzung in Deutschland bleibt stabil

57 Millionen Menschen hören täglich Radio

Das Radio behauptet trotz zunehmender Digitalisierung seinen Platz im Alltag: Rund 57 Millionen Menschen in Deutschland schalten täglich mindestens einen der 102 deutschen Hörfunksender ein. Das sind 78,7 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren, wie die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) heute mitteilte. Im Vergleich zur Erhebung vom vergangenen Februar gewannen die Sender 865.000 Hörer hinzu. Die durchschnittliche Hördauer liegt bei 190 Minuten täglich, eine Minute über dem Vorergebnis. Die Verweildauer, also die Nutzungsdauer derjenigen, die Radio hören, sank leicht um eine auf 242 Minuten. "Trotz zunehmender Digitalisierung hat Radio extrem treue Nutzer", erklärte die Agma.

Knobloch als Präsidentin der Kultusgemeinde bestätigt

Die 83-jährige bleibt damit für weitere vier Jahre im Amt

Charlotte Knobloch, seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG), ist in ihrem Amt bestätigt worden. Wie die IKG heute mitteilte, hat der von den Mitgliedern neu gewählte und aus 15 Personen bestehende Vorstand aus seiner Mitte heraus erneut Knobloch zur Präsidentin gewählt. Ihre Amtszeit und die des Gemeindevorstands beträgt vier Jahre. München und Oberbayern ist mit 9.500 Mitgliedern nach eigenen Angaben die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Deutschland.

Österreich für Enteignung von Hitlers Geburtshaus

Ein entsprechendes Gesetz passierte den Ministerrat

Die österreichische Regierung strebt die Enteignung von Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn an. Ein entsprechendes Gesetz hat heute der Ministerrat beschlossen. Das Haus nahe der deutschen Grenze ist derzeit in Privatbesitz. Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka hatte bereits gesagt, dass er sich einen Abriss des Gebäudes vorstellen könnte. Es müsste aber erst geprüft werden, ob dies mit dem Denkmalschutz vereinbar sei. Wie das Haus oder das Grundstück künftig genutzt werden soll, sei noch offen. Seit 1972 ist das Haus an das österreichische Innenministerium vermietet - derzeit steht es leer. Das Ministerium will verhindern, dass das Haus zu einer Pilger- oder Gedenkstätte für Menschen mit nationalsozialistischem Gedankengut wird. Das Gesetz muss nun noch im September nach der Sommerpause die Zustimmung des Parlaments erhalten.

Skepsis bei Repliken zerstörter Bauten in Palmyra

Unesco erlaubt keine Rekonstruktionen

Die Unesco sieht einen originalgetreuen Nachbau zerstörter Bauten der historischen Oasenstadt Palmyra in Syrien mit großer Skepsis. "Einige meinen, dass man das in 3D machen kann, aber so einfach ist das nicht", sagte die Direktorin des Welterbezentrums der Unesco, Mechthild Rössler, der Deutschen Presse-Agentur. "Rekonstruktion ist nicht erlaubt im Rahmen der Welterbekonvention." Allerdings müsse darüber eine Debatte geführt und im Einzelfall entschieden werden, wie mit zerstörten Bauwerken umgegangen werde. Bei der Tagung des Unesco-Welterbekomitees in Istanbul geht es auch um die Oasenstadt und andere gefährdete Welterbestätten. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte in ihrer fast einjährigen Herrschaft über Palmyra mehrere einzigartige Bauwerke zerstört, darunter den Triumphbogen sowie die beiden Tempel Baal-Schamin und Baal. Eine Replik des Triumphbogens war im April auf dem Trafalgar Square in London enthüllt worden. Sie war mit Hilfe eines 3D-Druckers konstruiert worden und soll nach einer Ausstellung in New York und in Dubai dauerhaft einen Platz in Palmyra finden.

Vasarianischer Korridor in Uffizien geschlossen

Gemälde wurden wegen Hitze entfernt

Der Vasarianische Korridor, der in Florenz die Gemäldegalerie Uffizien mit dem Palazzo Pitti verbindet, ist bis auf Weiteres nicht mehr zu besichtigen. Genaue Details nannte ein Uffizien-Sprecher nicht, auch nicht, wann der Korridor wieder eröffnet. Wegen der derzeitigen Hitze würden zudem Gemälde aus dem Gang entfernt. Der von dem italienischen Baumeister und Maler Giorgio Vasari (1511 - 1574) entworfene Gang führt von den Uffizien über den Ponte Vecchio zum Palazzo Pitti auf der anderen Seite des Flusses Arno. In ihm befindet sich eine einzigartige Sammlung von 600 Selbstporträts von Malern des 14. bis 20. Jahrhunderts. Er kann nur in Gruppen besucht werden.

Israelische Opferfamilien verklagen Facebook

Der Vorwurf lautet Verstoß gegen das US-Anti-Terror-Gesetz

Israelische und amerikanische Angehörige von Opfern palästinensischer Angriffe haben Facebook auf eine Milliarde Dollar (rund 904,6 Millionen Euro) verklagt. Sie werfen dem sozialen Online-Netzwerk vor, Extremisten eine Plattform zu bieten, um Gewalt zu verbreiten, wie ihre Anwälte sagten. Anwälte reichten im Namen von fünf Familien Klage bei einem New Yorker Gericht ein. Darin wird Facebook vorgeworfen, gegen das US-Anti-Terror-Gesetz zu verstoßen, indem das Unternehmen Extremistengruppen einen Dienst anbiete, der ihnen helfe, Terroristen zu rekrutieren und zu radikalisieren. "Facebook kann nicht in seinem steinernen Turm in Palo Alto (Kalifornien) sitzen, während hier auf den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv Blut vergossen wird", sagte die israelische Anwältin Nizana Darschan-Leitner. Von Facebook gab es zunächst keinen Kommentar. Seit Mitte September sind 34 Israelis und zwei amerikanische Touristen bei palästinensischen Angriffen ums Leben kamen.

Banksy-Bilder mal wieder durch Unachtsamkeit zerstört

Drei Stencils des großen Unbekannten in Melbourne in Müllwagen gekippt

Beim Einsetzen einer Tür in der ACDC Lane der australischen Metropole haben Bauarbeiter unabsichtlich drei der berühmten Schablonenbilder von Banksy zerstört. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. 2003 hatte der mutmaßlich britische Street-Art-Künstler hier eine Gruppe von Ratten an die Hauswand gesprüht: eine mit Fallschirm, zwei im Gespräch und eine am Boden kauernd. Nun sind sie zusammen mit den ausgeschlagenen Mauerteilen verschwunden. Damit seien innerhalb von nur zwei Jahren nun insgesamt fünf Banksys in einem einzigen Straßenabschnitt zerstört worden.

Erstmals Preis für Buch-Illustratoren in Frankfurt

Die Auszeichnung der Buchmesse wird international ausgeschrieben

Die Frankfurter Buchmesse hat den ersten internationalen Preis für Illustrationen aus der Taufe gehoben. Der Wettbewerb, der in Zusammenarbeit mit der International Information Content Industry Association (ICIA) ausgerichtet wird, wird von 40.000 Euro hohen Preisgeldern flankiert und ist in die Kategorien Buchumschlag, Kinderbuch, Editorial, Wissenschaft und Themenspezifik unterteilt. Die Ausschreibung für den "Global Illustration Award" läuft bis zum 14. August.

Verschollene "Venus im Pelz" kehrt nach Sanssouci zurück

Das um 1640 entstandene Gemälde befand sich in Privatbesitz

Das 1945 verschwundene Bild "Venus im Pelz" kehrt nach Sanssouci zurück. Am kommenden Montag nimmt es die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in der Bildergalerie im Potsdamer Park Sanssouci wieder in Besitz und stellt es gleichzeitig der Öffentlichkeit vor. Das um 1640 entstandene Kunstwerk, das in der Machart dem Werk des flämischen Meisters Peter Paul Rubens (1577-1640) ähnelt, aber nicht von ihm stammen soll, wurde aus deutschem Privatbesitz zurückgeholt. Es handelt sich um das erste großformatige Gemälde, das nach 1958 in den Hauptsaal der Bildergalerie zurückkehrt.

Böhmermann erreicht neue Bedingungen bei RTL-Sendung

Landesmedienanstalt vereinbart für "Schwiegertochter gesucht" geänderte Vorgaben

In der RTL-Sendung "Schwiegertochter gesucht" werden die Kriterien zur Kandidatenauswahl überarbeitet. Das teilte die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) mit, die den Kölner Privatsender beaufsichtigt. Im Mai hatte Jan Böhmermann für seine Sendung "Neo Magazin Royale" eine Bewerberin in die Sendung von Vera Int-Veen geschleust und den Verantwortlichen vorgeworfen, Menschen gezielt vorzuführen. RTL hatte daraufhin eine Vernachlässigung der redaktionellen Sorgfaltspflicht eingeräumt und das Team der Produktionsfirma Warner Bros. International Television Production Deutschland für die aktuelle Staffel ausgetauscht. Ein offizielles Prüfverfahren wird die NLM nicht einleiten. Welche Vorgaben im Detail vereinbart wurden, wollte die Landesmedienanstalt nicht sagen.

ZDF-Moderatorin Jana Thiel gestorben

Sportjournalistin wurde 44 Jahre alt

Die ZDF-Moderatorin Jana Thiel ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Sie erlag in der Nacht zum Montag einer kurzen schweren Krankheit, wie der Sender in Mainz mitteilte. "Wir trauern um eine wunderbare Kollegin, die uns mit ihrem Lebensmut für immer ein Vorbild sein wird", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Jana Thiel war seit 16 Jahren für das ZDF tätig, zunächst als Sportmoderatorin im "ZDF-Morgenmagazin" in Berlin, seit 2004 in der Sportredaktion in Mainz. Sie berichtete vor allem über Wettbewerbe im alpinen Wintersport und moderierte auch den Sportteil in der Nachrichtensendung "heute". Die gebürtige Spreewälderin begann ihre Karriere im Hörfunk, bei Antenne Brandenburg in Potsdam. 1994 wechselte sie zum Fernsehen, in die Sportredaktion des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (heute RBB). Von 1999 bis 2002 moderierte sie die Sportnachrichten bei DW-tv, dem Fernsehsender der Deutschen Welle.

Neuer Pressechef für den Papst

Anfang August soll Stabwechsel sein

Der US-Journalist Greg Burke rückt zum neuen Sprecher von Papst Franziskus auf. Der 56jährige löst nach genau zehn Jahren Federico Lombardi als Leiter des vatikanischen Presseamtes ab, bislang war er Vize-Direktor. Seine augenblickliche Funktion übernimmt erstmals eine Frau: Die Spanierin Paloma Garcia Ovejero. Burke wurde 2012 Kommunikationsstratege des Vatikans und hatte zuvor als Rom-Korrespondent unter anderem für den TV-Sender Fox News gearbeitet. Er ist Mitglied bei der konservativen Opus Dei-Bewegung. Seine Ernennung ist Teil eines größeren Umbaus in der Medienabteilung des Vatikans, die moderner werden soll. Der Rücktritt Lombardis kam überraschend, jedoch hatte man dem Italiener die Strapazen des Amtes zuletzt angesehen, sagen Beobachter in Rom.

Goethe-Präsident neuer Vorsitzender von Kulturfonds

Präsident des Goethe-Instituts tritt Nachfolge der früheren hessischen Ministerin Ruth Wagner an

Klaus-Dieter Lehmann ist neuer Vorsitzender des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main. Lehmann war bereits stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender. Die 75-jährige Ruth Wagner, die den Vorsitz seit 2008 innehatte, scheide aus dem Gremium aus, dem elf Experten des nationalen und internationalen Kulturlebens angehören. Der Kulturfonds wurde 2007 auf Initiative der hessischen Landesregierung in Bad Homburg gegründet. Hauptaufgabe ist es nach eigenen Angaben, die Rhein-Main-Region durch kulturelle Zusammenarbeit besser zu vernetzen, ihre Attraktivität zu stärken sowie ihre kunst- und kulturgeschichtliche Tradition zu dokumentieren. Der Fonds fördert in diesem Jahr unter anderem mehrere Ausstellungsprojekte über den jüdischen expressionistischen Maler Ludwig Meidner (1884-1966).

André Georgi neuer Inselschreiber auf Sylt

Inselschreiber 2016 ist Uwe Kolbe

Der Schriftsteller und Drehbuchautor André Georgi wird im nächsten Jahr der Sylter Inselschreiber. Der 1965 in Kopenhagen geborene und in Berlin aufgewachsene Georgi gewann den Wettbewerb um das Literaturstipendium 2017 mit einer Geschichte über Caspar David Friedrichs Bild "Mönch am Meer". Das berichtete die Stiftung, die das Stipendium seit 2001 jährlich vergibt. Das Stipendium ist mit 2000 Euro dotiert und mit einem zweimonatigen Aufenthalt auf Sylt verbunden. Bewerben können sich deutschsprachige Autoren, die schon in Buchform publiziert haben.

Kulturnachrichten hören

Juli 2016
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur