Seit 17:05 Uhr Studio 9

Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 17:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Montag, 11. Juli 2016

Vasarianischer Korridor in Uffizien geschlossen

Gang wurde nach Feuerwehruntersuchung geschlossen, Gemälde werden entfernt

Der Vasarianische Korridor, der in Florenz die Gemäldegalerie Uffizien mit dem Palazzo Pitti verbindet, ist bis auf Weiteres nicht mehr zu besichtigen. Genaue Details nannte ein Uffizien-Sprecher nicht, auch nicht, wann der Korridor wieder eröffnet. Wegen der derzeitigen Hitze würden zudem Gemälde aus dem Gang entfernt. Der von dem italienischen Baumeister und Maler Giorgio Vasari (1511 - 1574) entworfene Gang führt von den Uffizien über den Ponte Vecchio zum Palazzo Pitti auf der anderen Seite des Flusses Arno. In ihm befindet sich eine einzigartige Sammlung von 600 Selbstporträts von Malern des 14. bis 20. Jahrhunderts. Er kann nur in Gruppen besucht werden.

Israelische Opferfamilien verklagen Facebook

Angehörige von Opfern palästinensischer Angriffe finden, Facebook biete Extremisten eine Plattform

Israelische und amerikanische Angehörige von Opfern palästinensischer Angriffe haben Facebook auf eine Milliarde Dollar (rund 904,6 Millionen Euro) verklagt. Sie werfen dem sozialen Online-Netzwerk vor, Extremisten eine Plattform zu bieten, um Gewalt zu verbreiten, wie ihre Anwälte sagten. Anwälte reichten im Namen von fünf Familien Klage bei einem New Yorker Gericht ein. Darin wird Facebook vorgeworfen, gegen das US-Anti-Terror-Gesetz zu verstoßen, indem das Unternehmen Extremistengruppen einen Dienst anbiete, der ihnen helfe, Terroristen zu rekrutieren und zu radikalisieren. "Facebook kann nicht in seinem steinernen Turm in Palo Alto (Kalifornien) sitzen, während hier auf den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv Blut vergossen wird", sagte die israelische Anwältin Nizana Darschan-Leitner, die die Familien repräsentiert. "Es hat eine soziale Verantwortung. Es kann nicht als soziales Netzwerk für Hamas dienen", fügte sie hinzu. Von Facebook gab es zunächst keinen Kommentar. Seit Mitte September sind 34 Israelis und zwei amerikanische Touristen bei palästinensischen Angriffen ums Leben kamen. Israel macht für die Gewalt eine palästinensische Kampagne über soziale Medien verantwortlich. Ob die Klage Erfolg haben wird, ist unklar. Unter US-Gesetz sind Internetfirmen wie Facebook in der Regel nicht haftbar für Material, das Nutzer in ihren Netzwerken posten.

Banksy-Bilder mal wieder durch Unachtsamkeit zerstört

Drei Stencils des großen Unbekannten in Melbourne in Müllwagen gekippt

Beim Einsetzen einer Tür im der ACDC Lane der australischen Metropole haben Bauarbeiter unabsichtlich drei der berühmten Schablonenbilder von Banksy zerstört. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. 2003 hatte der mutmaßlich britische Street-Art-Künstler hier eine Gruppe von Ratten an die Hauswand gesprüht: eine mit Fallschirm, zwei im Gespräch und eine am Boden kauernd. Nun sind sie zusammen mit den ausgeschlagenen Mauerteilen verschwunden. Damit seien innerhalb von nur zwei Jahren nun insgesamt fünf Banksys in einem einzigen Straßenabschnitt zerstört worden.

Preis für Illustratoren bei Frankfurter Buchmesse

Die Auszeichnung wird international erstmals ausgeschrieben

Die Frankfurter Buchmesse hat den ersten internationalen Preis für Illustrationen aus der Taufe gehoben. Der Wettbewerb, der in Zusammenarbeit mit der International Information Content Industry Association (ICIA) ausgerichtet wird, ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 30.000 Euro ausgestattet, davon 10.000 Euro für den Hauptpreis. Der Sieger wird am 20. Oktober während der Buchmesse bekanntgegeben. Beim diesjährigen GIA gibt es fünf verschiedene Kategorien: Buchumschlagillustration, Kinderbuchillustration, Editorial-Illustration, Wissenschaftsillustration und Themenspezifische Illustration. Die Ausschreibung für den "Global Illustration Award" läuft bis zum 14. August.

Verschollene "Venus im Pelz" kehrt nach Sanssouci zurück

Das um 1640 entstandene Gemälde befand sich in Privatbesitz

Das 1945 verschwundene Bild "Venus im Pelz" kehrt nach Sanssouci zurück. Am kommenden Montag nimmt es die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in der Bildergalerie im Potsdamer Park Sanssouci wieder in Besitz und stellt es gleichzeitig der Öffentlichkeit vor. Das um 1640 entstandene Kunstwerk, das in der Machart dem Werk des flämischen Meisters Peter Paul Rubens (1577-1640) ähnelt, aber nicht von ihm stammen soll, wurde aus deutschem Privatbesitz zurückgeholt. Es handelt sich um das erste großformatige Gemälde, das nach 1958 in den Hauptsaal der Bildergalerie zurückkehrt.

Neue Drehbedingungen bei "Schwiegertochter gesucht"

Nach Böhmermanns Medien-Coup vereinbart Landesmedienanstalt mit RTL neue Vorgaben

In der RTL-Sendung "Schwiegertochter gesucht" werden die Kriterien zur Kandidatenauswahl überarbeitet. Das teilte die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) mit, die den Kölner Privatsender beaufsichtigt. Im Mai hatte Jan Böhmermann für seine Sendung "Neo Magazin Royale" eine Bewerberin in die Sendung von Vera Int-Veen geschleust und den Verantwortlichen vorgeworfen, Menschen gezielt vorzuführen. RTL hatte daraufhin eine Vernachlässigung der redaktionellen Sorgfaltspflicht eingeräumt und das Team der Produktionsfirma Warner Bros. International Television Production Deutschland für die aktuelle Staffel ausgetauscht. Ein offizielles Prüfverfahren wird die NLM nicht einleiten. Welche Vorgaben im Detail vereinbart wurden, wollte die Landesmedienanstalt nicht sagen.

Facebook wegen Schulklausuren in Äthiopien gesperrt

Damit soll "geordneter Examensprozess" gewährleistet sein

Die äthiopische Regierung hat Facebook und andere soziale Netzwerke für die Zeit der Abschlussklausuren an den Schulen komplett gesperrt. Die Aufgabenstellungen für die landesweit identischen Arbeiten waren im Mai von oppositionellen Gruppen online gestellt worden, weshalb die Examina verschoben werden mussten. Der äthiopische Blogger Daniel Berhane erklärte, die Regierung habe keinerlei rechtliche Grundlage, Millionen Bürgern mit der Sperrung sozialer Medien die Meinungsfreiheit zu verweigern. "Das ist nicht China."

ZDF-Moderatorin Jana Thiel gestorben

Sportjournalistin wurde 44 Jahre alt

Die ZDF-Moderatorin Jana Thiel ist im Alter von 44 Jahren gestorben. Sie erlag in der Nacht zum Montag einer kurzen schweren Krankheit, wie der Sender in Mainz mitteilte. "Wir trauern um eine wunderbare Kollegin, die uns mit ihrem Lebensmut für immer ein Vorbild sein wird", sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Jana Thiel war seit 16 Jahren für das ZDF tätig, zunächst als Sportmoderatorin im "ZDF-Morgenmagazin" in Berlin, seit 2004 in der Sportredaktion in Mainz. Sie berichtete vor allem über Wettbewerbe im alpinen Wintersport und moderierte auch den Sportteil in der Nachrichtensendung "heute". Die gebürtige Spreewälderin begann ihre Karriere im Hörfunk, bei Antenne Brandenburg in Potsdam. 1994 wechselte sie zum Fernsehen, in die Sportredaktion des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (heute RBB). Von 1999 bis 2002 moderierte sie die Sportnachrichten bei DW-tv, dem Fernsehsender der Deutschen Welle.

Neuer Pressechef für den Papst

Anfang August soll Stabwechsel sein

Der US-Journalist Greg Burke rückt zum neuen Sprecher von Papst Franziskus auf. Der 56jährige löst nach genau zehn Jahren Federico Lombardi als Leiter des vatikanischen Presseamtes ab, bislang war er Vize-Direktor. Seine augenblickliche Funktion übernimmt erstmals eine Frau: Die Spanierin Paloma Garcia Ovejero. Burke wurde 2012 Kommunikationsstratege des Vatikans und hatte zuvor als Rom-Korrespondent unter anderem für den TV-Sender Fox News gearbeitet. Er ist Mitglied bei der konservativen Opus Dei-Bewegung. Seine Ernennung ist Teil eines größeren Umbaus in der Medienabteilung des Vatikans, die moderner werden soll. Der Rücktritt Lombardis kam überraschend, jedoch hatte man dem Italiener die Strapazen des Amtes zuletzt angesehen, sagen Beobachter in Rom.

Tourist wegen Tattoo aus Myanmar ausgewiesen

Mönche beschweren sich über Buddha-Tattoos am Bein des Touristen

Weil er am Bein ein Buddha-Tattoo trägt, wird ein spanischer Tourist aus Myanmar ausgewiesen. Der Mann sei in der alten Tempelstadt Bagan festgenommen worden, berichtete ein Polizist. Mit der Abbildung habe der Mann die Gefühle von Mönchen verletzt. "Mönche in Bagan haben ein Buddha-Tattoo an seinem rechten Bein gesehen, weil er kurze Hosen trug", sagte der Polizist, der anonym bleiben wollte. "Sie haben uns informiert, dass dies nicht angemessen ist." Der Spanier sei daraufhin festgenommen und in die Metropole Rangun gebracht worden. Ein anderer Polizist vom Flughafen in Rangun bestätigte den Vorfall: "Wir schicken ihn zurück, weil er die für Touristen geltenden Bestimmungen verletzt hat." Der Mann solle in die thailändische Hauptstadt Bangkok ausgeflogen werden.

Goethe-Präsident neuer Vorsitzender von Kulturfonds

Präsident des Goethe-Instituts tritt Nachfolge der früheren hessischen Ministerin Ruth Wagner an

Klaus-Dieter Lehmann ist neuer Vorsitzender des Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main. Lehmann war bereits stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender. Die 75-jährige Ruth Wagner, die den Vorsitz seit 2008 innehatte, scheide aus dem Gremium aus, dem elf Experten des nationalen und internationalen Kulturlebens angehören. Der Kulturfonds wurde 2007 auf Initiative der hessischen Landesregierung in Bad Homburg gegründet. Hauptaufgabe ist es nach eigenen Angaben, die Rhein-Main-Region durch kulturelle Zusammenarbeit besser zu vernetzen, ihre Attraktivität zu stärken sowie ihre kunst- und kulturgeschichtliche Tradition zu dokumentieren. Der Fonds fördert in diesem Jahr unter anderem mehrere Ausstellungsprojekte über den jüdischen expressionistischen Maler Ludwig Meidner (1884-1966).

Herder kauft Mehrheit an Thalia Buchhandelsgruppe

Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht

Ein Eigentümerkonsortium unter Führung des Freiburger Verlags Herder erwirbt die Mehrheit an der Buchhandelsgruppe Thalia. Das teilten Herder und der Finanzinvestor "Advent International" mit, der bislang mit der Unternehmerfamilie Kreke eine Holding gebildet hatte. Zu Thalia gehören im deutschsprachigen Raum knapp 300 Buchhandlungen und der Online-Händler buch.de. Herder ist ein mehr als 200 Jahre altes Familienunternehmen, das sich in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet hat. So soll der Unternehmer Leif Erik Göritz nun als Aufsichtsratsvorsitzender die Digitalexpertise des Unternehmens lenken. Thalia-CEO Michael Busch wird geschäftsführender Gesellschafter. Wir "verfolgen als neue Eigentümer die Vision, Thalia zum Synonym für Lesekultur im Digitalzeitalter zu machen", teilte Göritz mit. Die Familie Kreke bleibt Minderheitsaktionär der Thalia Bücher GmbH. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Interviewhonorar für verurteilten Mörder

Interview mit Krankenpfleger Niels H. - WDR "sperrt" Sendung "für die weitere Ausstrahlung"

Für ein im Westdeutschen Rundfunk ausgestrahltes Interview mit dem zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilten Krankenpfleger Niels H. sollen 5000 Euro gezahlt worden sein. Das meldet der "Spiegel". Die Äußerungen des mehrfachen Mörders wurden in der Reihe "Die Story" gesendet. Der WDR teilte auf Anfrage mit, "eine entsprechende Zahlung der Autorin beziehungsweise der Produktionsfirma, für die sie gearbeitet hat", sei "dem WDR nicht bekannt" gewesen. Andernfalls hätte der Sender das Material nicht verwendet und gesendet. Die Produktionsfirma dmfilm bestreitet, Geld an H. gezahlt zu haben. Zu einer Vereinbarung mit der Rechtsanwältin von H. wollte sich Geschäftsführer Christian Berg nicht äußern.

André Georgi neuer Inselschreiber auf Sylt

Inselschreiber 2016 ist Uwe Kolbe

Der Schriftsteller und Drehbuchautor André Georgi wird im nächsten Jahr der Sylter Inselschreiber. Der 1965 in Kopenhagen geborene und in Berlin aufgewachsene Georgi gewann den Wettbewerb um das Literaturstipendium 2017 mit einer Geschichte über Caspar David Friedrichs Bild "Mönch am Meer". Das berichtete die Stiftung, die das Stipendium seit 2001 jährlich vergibt. Das Stipendium ist mit 2000 Euro dotiert und mit einem zweimonatigen Aufenthalt auf Sylt verbunden. Bewerben können sich deutschsprachige Autoren, die schon in Buchform publiziert haben.

40. Tagung des Unesco-Welterbekomitees eröffnet

Konferenz in Istanbul dauert bis zum 20. Juli

Zwischen dem 15. und 17. Juli wird das Unesco-Welterbekomitee bekanntgeben: Welche Stätten auf die Liste des geschützten Kultur- und Naturerbes kommen. Zur Entscheidung bei der 40. Tagung stehen 26 Bewerbungen. 14 Anträge Kandidaten - darunter die antike Stätte von Philippi in Griechenland, die Neandertaler-Höhlen von Gibraltar und die Megalithgräber Dólmenes de Antequera in Spanien - möchten auf die Kulturerbeliste. Für die Anerkennung als Naturerbe sind neun Stätten nominiert. Außerdem gibt es drei gemischte Nominierungen für Kultur- und Naturerbe. Deutschland ist in diesem Jahr nur mit einer Nominierung vertreten: Zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung sind Teil eines Antrags aus sieben Ländern, der das Werk von Le Corbusier würdigen will. Diskutiert wird in Istanbul auch über gefährdetes Welterbe, etwa über die Erhaltung der sechs Welterbestätten Syriens, darunter Aleppo und Palmyra.

Erster Friedhof von Philistern in Israel entdeckt

Grabungen dauerten mehr als 30 Jahre

Israelische Archäologen haben in der südisraelischen Küstenstadt Aschkelon erstmals überhaupt eine letzte Ruhestätte von Philistern entdeckt. Sie besiedelten ab dem 12. Jahrhundert vor Christus die dortige Mittelmeerküste und gründeten einen Fünf-Städte-Bund, zu dem unter anderem Aschkelon, Aschdod und Gaza gehörten. Die Funde aus dem 11. bis 8. vor Chr. sollen Aufschlüsse über die Herkunft der Philister geben, teilte die "Leon-Levy-Stiftung" mit. Bei dem außerhalb der Stadtmauern des antiken Aschkelon gefundenen Friedhof handelt es sich laut Pressemitteilung um den weltweit ersten derartigen Fund. Er stütze die auch in der Bibel nachzulesende Teorie, dass die Philister als Einwanderer aus dem Westen ins Land kamen.

Kulturnachrichten hören

Juli 2016
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur